DDR Dielenboden - Belastung & Erhalt

Diskutiere DDR Dielenboden - Belastung & Erhalt im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir sind im Begriff ein EFH aus 1957 (DDR Typ EW 65) zu kaufen. Wir hatten den 2ten Termin mit Gutachter, der keine großen...

  1. Shobizz

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    Hallo zusammen, wir sind im Begriff ein EFH aus 1957 (DDR Typ EW 65) zu kaufen. Wir hatten den 2ten Termin mit Gutachter, der keine großen baulichen Mängel festgestellten konnte. Mauerwerk top, keine Feuchtigkeit etc. Im gesamten Haus befindet sich jedoch Dielenboden, den wir eigentlich gerne erhalten möchten. Der Sachverständige meinte jedoch die Dielen seien „wertlos“ und eh mit Hylotox behandelt. Daher meine Frage: was für ein Holz ist das eigentlich? Sind die wirklich so wertlos? Und wie kann man feststellen, ob wirklich Hylotox verwendet wurde. Das letzte Bild ist vom (Zustand her) schlechtesten Bereich, den wir im OG vorgefunden haben…

    Der Sachverständige hat uns auch zu einer kompletten (energetischen) Sanierung (ca. 150.000€ Kosten) geraten, was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, aber das wäre noch ein anderes Thema.

    Ich freue mich über eure Tipps/Meinungen

    Liebe Grüße aus Rostock
    Sascha
     

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  2. Klaus fragt

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    Das ist Nadelholz wahrscheinlich Kiefer. Ich glaube nicht das da solches Gift verschmiert würde aber erkennen kann man das nur vor Ort .
     
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  3. Fabian Weber

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    Ich würde die Dielen drinlassen
     
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  4. Shobizz

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    Kiefer wäre ja gar nicht so schlecht. Woran würde man Hylotox vor Ort erkennen? Der Sachverständige meinte, dass er keine Spuren von Holzwurm erkennen kann und daher muss Hylotox verwendet worden sein. Er meinte er würde es auch ein wenig riechen. Wir haben gar nix gerochen :)
     
  5. Klaus fragt

    Klaus fragt

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    Wenn der Sachverständige nicht kostenlos war ist er umsonst gewesen wenn er das nur aus der Glaskugel abliest.
    Nur weil keine Tierchen rausgekrochen sind ist das kein Indiz das DDR Chemie benutzt wurde.
     
  6. Shobizz

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    Jo, der Sachverständige hat Geld gekostet. Es war leider eh insgesamt etwas dürftig, da er einfach davon ausgegangen ist, dass wir alles rausreißen und das Haus komplett sanieren.

    Wir würden wahrscheinlich eine Probe vom Holz auf Holzschutzmittel analysieren lassen, bevor wir es dann aufbereiten. Muss so ein Dielenboden zwingend geschliffen werden oder reicht auch nass säubern?
     
  7. Fabian Weber

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    Du musst den nicht schleifen, dann bleibt er halt, wie er ist.

    Das Schleifen ist aber nicht besonders aufwändig und macht den Boden viel schöner.

    Aber erst nachdem der Rest gemacht ist also kurz vorm Maler.
     
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  8. Klaus fragt

    Klaus fragt

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    Das Zimmer (letzte Bild) würde ich schon reparieren. Es gibt auch alte Dielen zu kaufen die man nach der Aufarbeitung da einsetzen kann. Dann alles schleifen und ölen.
    Stichworte: antike Dielen kaufen.
    Ich kann dir auch einen Tischler nennen der diese Arbeiten ausführen kann.
    Beispiel: Antike Baustoffe & historische Bauelemente - Altberliner Bauelemente
     
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  9. Shobizz

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    Wäre das Schleifen auch gut als Laie zu machen mit entsprechendem Leihgerät? Die Flure müssten wahrscheinlich eh geschliffen werden, da dort so eine seltsame Schicht drauf ist. Sieht aus wie Kleber oder Anti Rutsch für den Teppich, der da drauf war.
     
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  10. 11ant

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    Zu Tätära Bausubstanz fällt mir reflexartig gutachter-wagner ein, das zu Rostock nächstgelegene Büro dürfte das in Berin sein.
    Ich schon, auch ohne Außenbilder.
    Ist Euch der Hintergrund der DDR "Typen"häuser bekannt ?
     
  11. Fabian Weber

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    Ja das habe ich auch schon ein paar Mal gemacht, das ist nicht schwer.
     
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  12. Shobizz

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    Welchen Hintergrund meinst Du denn? Würde mich über eine Erklärung dazu freuen.

    Vielleicht aber kurz zu unseren Ansprüchen: Ich bin in einem Holzhaus mit Schwerkraftheizung groß geworden, welches mein Opa (Zimmermann) in den 60ern in der DDR selbst gezeichnet und mit Bekannten gebaut hat. Meine Mutter wohnt da immer noch drin und hat lediglich vor 20 Jahren die Heizung gegen Gas ausgetauscht und die Fenster im OG neu gemacht. Im EG sind noch alte Doppelfenster. Sowohl Sommer als auch Winter sind total gut auszuhalten. Sehe daher keine Notwendigkeit das Haus energetisch ins 21. Jahrhundert zu versetzen. Es sei denn diese Typenhäuser unterscheiden sich nochmal deutlich…
     
  13. 11ant

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    Wenn Du die DDR selbst erlebt hast, ist Dir der Hintergrund ja nicht unbekannt: "Typenhäuser" bedeutete dort etwas anderes als in der BRD. Nämlich eben nicht ein einheitlich hergestelltes Haus, sondern nur einen Plänesatz, den jeder Bauherr mit seiner individuell zusammengestellten Brigade und mit individuell beschafftem Material in die Tat umsetzte - also gewissermaßen einen Burda Schnittbogen, mehr nicht. Es gab auch andere, aber zumindest für die EW-Reihe galt das so. Es waren gemauerte Steinhäuser im Kaliber 365 aus dem Baustoff, der verfügbar war. Wenn das Gasbeton war, dann sind die Außenwände aktuell noch "zeitgemäß". Im Dachgeschoß gilt das freilich nur für die Giebelwände, der Dachaufbau von 1957 dürfte westniwau-identisch und energetisch nicht mehr up to date sein.
     
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  14. Shobizz

    Shobizz

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    Ah sehr interessant das wusste ich so nicht. Ich bin 1986 geboren. Da habe ich nicht mehr viel von der DDR mitbekommen. :)

    Der Sachverständige schreibt in seinen Bericht zum Haus:

    "Das Gebäude ist altersgemäß in einem guten Zustand. Die vertikale und horizontale Abdichtung der Außen- und Innenwände im Kellergeschoss sind defekt oder nicht bis in die ausreichende Höhe geführt worden. Dadurch sind Durchfeuchtungen an allen Außen- und Innenwänden im Kellergeschoss im Sockelbereich festzustellen. Die Fenster und die Hauseingangstür sind ca. 30 Jahre alt und entsprechen nicht den energetischen Mindestanforderungen an einen sanierten Altbau. Die Fassade besteht aus Porenbetonmauerwerk mutmaßlich mit einer 11,5 cm Ziegelmauerwerkwetterschale mit Kalkzementputz. Oberseitig wurde vor ca. 20 Jahren ein Mineralleichtputz mit neuer Fassadenfarbe aufgebracht. Der Dachstuhl ist altersbedingt leicht verformt. Die Dacheindeckung ist dicht und sollte in Kürze erneuert werden."

    Kurze Anmerkungen noch: Gasheizung ist 30 Jahre alt und lt. Sachverständigen in top Zustand. Fenster sind zweifach-Kunstofffenster in sehr gutem Zustand. Die Dacheindeckung ist ca. 50 - 60 Jahre alt und dicht. Die Dachsteine (Dopperömer aus DDR Zeit) aus Beton sind mit Verstrichmörtel gegen Flugschnee verstrichen. Ein Unterdach ist nicht vorhanden.

    Der Sachverständige setzt Renovierungskosten von 150-180T€ an. Was wäre deiner/eurer Meinung nach ein Muss an Renovierung? Wir planen beisher nur Folgendes neu zu machen:

    Elektrik, Wasserleitungen, Bad, Küche, Böden/Decken/Wände, Geschossdecke zum Dach dämmen

    Was meint ihr dazu?
     
  15. chris84

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    Gegenfrage: Was erwartest du von dem Haus?

    Ich habe mir in ähnlicher Situation (vergleichbares Alter) primär die Frage gestellt: Wie lange muss das halten, und was sind in diesem Zeitraum die Betriebskosten?
    Mein persönliches Ergebnis: 30-40 Jahre muss das Haus "mitspielen", und mit 60 Jahren möchte ich keine Kernsanierung anfangen. Und alles was ich jetzt in reduzierte Betriebskosten investiere, sichert mir einen "günstigen" Ruhestand ab.
    Ein 60 Jahre altes Dach wird die nächsten 30-40 Jahre genau so wenig mitspielen, wie ein 30 Jahre alter Gaskessel. (Hat der SV eigentlich Röntgenaugen, dass er einen "top Zustand" bescheinigen kann?)

    Wenn du natürlich planst, da nur 10-15 Jahre zu wohnen, sieht die Sache ganz anders aus.
     
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  16. Shobizz

    Shobizz

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    Ah, da hast du natürlich Recht. Ich plane zwar nicht, dass wir da im Ruhestand noch wohnen werden, aber verkauft werden muss es ja dann auch. Wir rechnen damit. evtl. in 10-20 Jahren dann ggf. wieder zu verkaufen & ins Ausland zu gehen. Das Haus steht in einer gefragten Gegend in Bad Doberan, einer wiederum extrem gefragten Kleinstadt nur ein paar km von der Ostsee entfernt & ganz nah an Rostock. Aber da stellt sich mir dann auch die Frage, trotz der großen Nachfrage, wer dann ein nicht "durchsaniertes" Haus kauft, wo dann evtl. die energetische Sanierung fällig ist.
     
  17. chris84

    chris84

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    ich sehe da zwei Möglichkeiten:
    Entweder du erstellst jetzt ein Haus, das auch in 10-20 Jahren noch "auf Stand" sein wird, um es dann "hochwertig" zu verkaufen, oder
    du lässt möglichst viel so wie es ist, weil der Käufer in 10-20 Jahren dann die Kernsanierung eh nach eigenem Geschmack durchführt.

    Dazwischen dürfte - Bodenpreis außen vor gelassen - etwa Faktor 2 im Preis liegen. Und etwas mehr als diesen Unterschied wirst du dann jetzt investieren müssen. Wenn du die Möglichkeit hast, an Geld zu kommen, ist das vermutlich nicht die schlechteste Anlage....
     
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  18. 11ant

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    Das soll ein Sachverständiger sein, der "Fassade" sagt, wenn er offensichtlich "Außenwand" meint ? - und wieso "mutmaßlich" ?
    Der Wandaufbau sagte ich ja bereits war damals "á la Marktlage". Das kann schon sein, daß da eine anderthalb Stein starke Wand aus ein Stein starkem Gasbeton und einem halben Stein starker Ziegelvormauerung zusammenkombiniert wurde. Energetisch nicht ganz dasselbe wie durchgängig Gasbeton, aber wohl okay.
    Weniger alters- als baujahrsgemäß. Siedlungshäuser aus dieser Zeit (BRD) haben regelmäßig einen Dachstuhl, dem sich eine heute zeitgemäße Dämmung aufzulasten verbietet - da wird das Weltniwau in der Ära Pieck dem Westniwau kaum überlegen gewesen sein.
    Dann wird sich für das Haus kaum noch jemand interessieren, sondern eher nur für das Grundstück. Also investiere nicht mehr als Du mußt. Immerhin sind die Heizkörper auf Putz, da mußt Du wenigstens keine Nischen zumauern. Das "gesparte" Geld wirst Du jedoch teilweise für höhere Energiekosten aufwenden müssen.
     
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