Fassadendämmung und Anschluss eines Balkons

Diskutiere Fassadendämmung und Anschluss eines Balkons im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich überlege aus diversen Gründen die Westseite (Giebelseite) und ggf. die Nordseite meiner Doppelhaushälfte (BJ 1975, Wände aus...

  1. Ecila

    Ecila

    Dabei seit:
    09.05.2020
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Wirtschaftsinformatiker
    Ort:
    Nürnberger Land
    Hallo zusammen,

    ich überlege aus diversen Gründen die Westseite (Giebelseite) und ggf. die Nordseite meiner Doppelhaushälfte (BJ 1975, Wände aus 24er Porenbeton GS25) zu dämmen. An der Westseite befindet sich ein frei tragender Balkon, für den wie damals üblich einfach die Betondecke auskragt, mit 2 Balkontüren.
    Derzeit bin ich noch in der Planungs-/Entscheidungsphase und informiere mich über die diversen Möglichkeiten, Materialien & ungefähren Kosten einer solchen Dämmmaßnahme, bevor ich versuche Handwerker für mein Vorhaben zu finden.
    Da mein Budget beschränkt ist, ist die energetisch sinnvollste Variante den Balkon abzutrennen und einen neuen, entkoppelten Balkon anzubauen zu teuer. Somit bleibt nur, den Balkon mit einzupacken oder mit einer massiven Wärmebrücke zu leben. Bevorzugt würde ich die Wärmebrücke zumindest reduzieren, und da der Balkon auch nicht sonderlich breit ist, würde ich zumindest an dieser Stelle den Aufbau auf der Fassade so schlank wie möglich halten.
    Dazu ist mir nun ein Gedanke gekommen von dem ich gerne wüsste ob das technisch möglich/zulässig ist oder Wunschdenken: Normalerweise wird ja im Sockel-/Spritzwasserbereich XPS verwendet, aber wäre es auch möglich z.B. Resolplatten an die Balkonoberfläche heranzuführen oder diese auch darum herum zu führen, wenn man eine Abdichtungsbahn davor packt? Ich stelle mir das so vor: Die Resol- oder PIR-Platten werden im Sockelbereich an Wand (und ggf. Balkon) aufgebracht. Dann wird die Abdichtungsbahn oberhalb und seitlich dieser 30cm an die Hauswand angeschlossen und über die Dammung und Balkonplatte bis an den Rand des Balkons/der Balkondämmung geführt. Oberhalb und seitlich der Abdichtungsbahn wird dann „normal“ mit den hochdämmenden Platten weitergedämmt, bis man oberhalb der Balkontüren und neben dem Balkongeländer mit regulären, günstigeren Dämmstoff (EPS, Holzfaser o.ä.) weiter macht.

    Und wenn es mach at ist würde mich interessieren ob es sinnvoll ist, v.a. mit Blick auf Kosten und Haltbarkeit. Wenn das so aufwändig ist, dass es die Kosten extrem in die Höhe treiben würde ist es das ja auch nicht Wert - das es natürlich teurer als Standard wäre ist mir klar, aber die Frage ist in welcher Größenordnung.

    Viele Grüße
    Ecila
     
  2. ToTi

    ToTi

    Dabei seit:
    27.01.2025
    Beiträge:
    1.501
    Zustimmungen:
    901
    Beruf:
    Dachdecker
    Ort:
    Im Süden von Deutschland
    Benutzertitelzusatz:
    https://www.youtube.com/watch?v=fwdg2EZrZww
    Wenn du es technisch richtig machen willst, musst du es bezüglich des Balkons theoretisch so machen.
    Alten Belag abnehmen, Abdichtung als mögliche Dampfbremse prüfen, Wärmedämmung mind. 4cm PIR auf dem Boden verlegen in einer Breite von mind. 50cm.
    Wärmedämmung in gewünschter Dicke an die Fassade stellen (mind 15cm über späteren Belag) und dann eindichten. Jetzt kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt. Die Dämmung auf dem Balkon muss seitlich und unterhalb des Balkons auch verlegt werden. Da ein 50cm breiter Streifen dämlich aussieht und auf dem Balkon auch nicht wirklich funktioniert, weil Balkonrinne und Geländer nicht mehr passen, musst du diese erneuern. Kommen wir zur Balkontüre. Diese wird sicherlich jetzt auch nicht mehr passen, da du ja mind. 5 cm höher kommst als jetzt.
    Ergebnis ist also. Balkonaufbau komplett zurück bauen und gedämmt neu aufbauen. Neue Dachrinne und vor allem neues Geländer und selbstverständlich eine neue Balkontüre. Wenn die Abdichtung vom Balkon noch die erste ist von 1975, hätte ich damit keinen Schmerz, denn diese wäre eh überfällig. Ist die Abdichtung aber erst 10 Jahre alt, dann wüsste ich nicht, ob es mir wert wäre. Für einen kleinen Balkon von 7-10qm, kommen da schnell mal 10-15k € zusammen, wenn du es wirklich richtig machen willst.
    Wenn du den Balkon nicht dämmst, aber dafür die Fassade, bekommst du eine gewaltige Wärmebrücke.
     
  3. Ecila

    Ecila

    Dabei seit:
    09.05.2020
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Wirtschaftsinformatiker
    Ort:
    Nürnberger Land
    Das sind schon wichtige und hilfreiche Informationen, danke schon einmal dafür.
    Tatsächlich sind die Türen einer der Gründe warum ich eine Fassadendämmung in Erwägung ziehe - sie sind von 2000 und die ältesten Fenster im Haus und fangen - zusammen mit den zugehörigen Rollos - langsam an zu zicken und sind ich nicht sonderlich dicht: Im Winter kann man bei stärkerem Wind die Zugluft spüren. Da mein Büro hinter einer dieser Türen liegt wünsche ich mir hier seit Jahren schon eine Außenjalousie statt Rollo, damit ich an heißen Tagen nicht ab Mittag im Dunkeln sitze.
    Ich habe aber Bedenken dass ich nach einem Tausch an den Laibungen Problemen mit Schimmel bekomme, dort sind die Oberflächlichentemperaturen im Winter oft gerade so 2-stellig (Dank des hohen Luftwechsels habe ich im Winter aktuell überall maximal 40% Luftfeuchtigkeit sodass das bisher nicht geschimmelt hat, aber mit neuen dichten Fenstern kann das ja schnell anders aussehen.

    Die Abdichtung auf dem Balkon ist in der Tat nicht die erste, sie wurde vom Vorbesitzer 2013 erneuert, ebenso das Balkongeländer. Ich fürchte dass ich da aber sowieso ran müsste wenn ich dämme, basierend darauf wie die Tropfkante ausgebildet ist und die Nähe des Geländers zur Fassade (hier müsste zumindest der Überstand nach dem letzten Pfosten entfernt werden), selbst wenn ich den Balkon nicht mit einpacke. Ich habe hierzu mal ein paar Bilder angefügt.
    Eine Rinne habe ich am Balkon nicht, somit wäre das zumindest ein Problem weniger.

    Die Aufbauhöhe ist tatsächlich ein Problem - aktuell besteht der Belag aus 4cm starke Betonplatten und vllt. 2cm feiner Rundkies. Da bliebe bei Dämmung des Balkons dann wohl nur irgendeine ganz dünne Beschichtung, wie z.B. Steinteppich o.ä. - in die Richtung habe ich noch nicht recherchiert.
     

    Anhänge:

  4. ToTi

    ToTi

    Dabei seit:
    27.01.2025
    Beiträge:
    1.501
    Zustimmungen:
    901
    Beruf:
    Dachdecker
    Ort:
    Im Süden von Deutschland
    Benutzertitelzusatz:
    https://www.youtube.com/watch?v=fwdg2EZrZww
    Wer kommt auf die Idee, an einem Geländer waagerechte Stäbe zu montieren und wieso lässt man den ganzen Siff vom Regen schön außen runter laufen. :mauer
    PS: Du kannst ja nix dafür, ist ja nicht auf deinem Mist gewachsen!

    Wenn du die Fassade dämmst und die Betonplatte nicht mind. 50cm breit und rund herum einpackst, riskierst du eine wunderschöne Wärmebrücke.
    Ich würde dir empfehlen, hol dir einen Planer (z.B. Bauphysiker) ins Boot, der dir das als Fachplaner plant und die arbeiten auch überwacht. In diesen Fall sind 99,9% aller Stuckateure die falsche erste Adresse wo du hin rennen solltest. Aus Erfahrung weiß ich, dass die meisten dir den WDVS an die Wand klatschen und du dich dann spätestens bei der nächsten Heizperiode wunderst, wieso die Decke / Sockel usw nass wird.
    Du kannst mit einer kleinen Maßnahme (WDVS) einen enormen Schaden anrichten und dann machst du die ganze Schoße noch Mal. Wird aber dann deutlich teurer.
     
  5. Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    16.533
    Zustimmungen:
    6.596
    Ich würde da gar nichts machen, das sieht doch noch alles total tiptop aus. Lass die Türen und Fenster erstmal nachstellen. Und für die Sommerliche Verschalung kannst Du auch einen Raffstore oder Jalousie nachrüsten.
     
Thema:

Fassadendämmung und Anschluss eines Balkons

Die Seite wird geladen...

Fassadendämmung und Anschluss eines Balkons - Ähnliche Themen

  1. Fassadendämmung bei Walmdach – welche Dämmstärke ohne Dachverlängerung möglich?

    Fassadendämmung bei Walmdach – welche Dämmstärke ohne Dachverlängerung möglich?: Hallo zusammen, ich plane die Fassadendämmung meines Einfamilienhauses und würde gerne eure Erfahrungen und Einschätzungen hören. Das Haus hat...
  2. Fassadendämmung Altbau

    Fassadendämmung Altbau: Hallo, ich möchte mir ein altes Haus von 1930 kaufen und dieses vermieten. Ich plane die Fassade atmungsaktiv zu dämmen, aber danach nicht zu...
  3. Beratung gesucht: Dachausbau & Fassadendämmung bei OKAL-Haus (diffusionsoffene Bauweise)

    Beratung gesucht: Dachausbau & Fassadendämmung bei OKAL-Haus (diffusionsoffene Bauweise): Ich suche fachkundige Hilfe bzw. Beratung zum Thema Dachausbau und Fassadendämmung bei einem OKAL-Fertighaus (Baujahr 1978) mit diffusionsoffenen...
  4. Fassadendämmung Holffaser feucht geworden

    Fassadendämmung Holffaser feucht geworden: Moin, vor einem Jahr habe ich unsere Aussenfassade gedämmt. Dazu 60mm Steicoflex zwischen Hölzern geklemmt, leichte Unterspannbahn drüber und nach...
  5. Fassadendämmung Sinnvoll?

    Fassadendämmung Sinnvoll?: Hallo zusammen, ich plane die Renovierung eines freistehenden Einfamilienhauses aus dem Jahr 1968 mit 1,5 Geschossen und einer Fassadenfläche von...