Kellerabdichtung bei altem Bruchsteinmauerwerk – Vertikalabdichtung mit Bitumen und Styrodur?

Diskutiere Kellerabdichtung bei altem Bruchsteinmauerwerk – Vertikalabdichtung mit Bitumen und Styrodur? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich habe bereits verschiedene Beiträge und Empfehlungen zum Thema Kellerabdichtung bzw. Trockenlegung gelesen, bin mir aufgrund...

  1. #1 MikeMeyers, 17.09.2026 um 16:04 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 17.09.2026 um 16:11 Uhr
    MikeMeyers

    MikeMeyers

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    1
    Hallo zusammen,

    ich habe bereits verschiedene Beiträge und Empfehlungen zum Thema Kellerabdichtung bzw. Trockenlegung gelesen, bin mir aufgrund diverse Gespräche im Bekanntenkreis nicht mehr sicher, ob der gewählte Weg der richtige ist, um den Keller bzw. das Mauerwerk nachhaltig vor Feuchtigkeit zu schützen (Ziel ist es nicht, einen bewohnbaren Keller zu schaffen, sondern lediglich die bisherigen Salpeterausblühungen im Kellerbereich möglichst zu vermeiden und die Luftfeuchte zu reduzieren).

    Es handelt sich um ein älteres Gebäude vermutlich mit Bruchsteinfundament bzw. Bruchsteinmauerwerk. Die Außenwand wurde bis auf etwa 2,50 m Tiefe freigelegt. Im unteren Bereich wurde Magerbeton eingebracht. Anschließend wurde das vorhandene Mauerwerk entsprechend vorbereitet und oberhalb des Magerbetons eine Vertikalabdichtung mit Schlemme/Bitumen und XPS-/Styrodurplatten ausgeführt.

    Ich habe den Aufbau und den bisherigen Baufortschritts, einmal schematisch dargestellt. Die Zeichnung ist natürlich nicht maßstabsgetreu.

    Warum ich etwas unsicher bin:

    Ich habe mich auch im Bekanntenkreis umgehört und dort sehr unterschiedliche Aussagen bekommen. Unter anderem wurde die Frage aufgeworfen, was passiert, wenn die Wand seitlich sehr gut abgedichtet wird, Feuchtigkeit aber weiterhin von unten in das alte Bruchsteinmauerwerk aufsteigen kann.

    Eine Aussage war sinngemäß, dass eine reine seitliche Abdichtung in diesem Fall sogar problematisch sein könnte, weil eingedrungene Feuchtigkeit schlechter nach außen austrocknen kann und sich die Feuchtebelastung dadurch möglicherweise stärker in Richtung Kellerinnenseite bzw. weiter nach oben verlagert.

    Mich würden deshalb besonders eure Erfahrungen bzw. Einschätzungen zu folgenden Punkten interessieren:

    Ist der Aufbau bei einem alten Bruchsteinfundament so grundsätzlich möglich?
    Wie sollte der untere Anschluss zwischen Magerbeton und Bestandsmauerwerk abgedichtet werden?
    Kann eine neue Vertikalabdichtung tatsächlich problematisch sein?
    Gibt es etwas, auf das man vor dem Verfüllen der Baugrube achten sollte?

    Ich möchte sichergehen, das diese Variante nicht komplett das Thema verfehlt...

    Vielen Dank schon einmal für eure Einschätzungen und Erfahrungen.

    Beste Grüße

    Mike
     

    Anhänge:

    Viethps gefällt das.
  2. #2 Viethps, 17.09.2026 um 16:15 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 17.09.2026 um 22:38 Uhr
    Viethps

    Viethps

    Dabei seit:
    03.10.2010
    Beiträge:
    1.344
    Zustimmungen:
    441
    Beruf:
    Ex - Montageunternehmer jetzt Hausverwalter
    Ort:
    Dortmund
    Benutzertitelzusatz:
    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Sieht doch schon mal sinnvoll aus.
    Im nächsten Winter mal beobachten und messen, wie sich die Feuchte ( Luft und Mauerwerk ) entwickeln.
     
    MikeMeyers gefällt das.
  3. Wieland

    Wieland

    Dabei seit:
    06.10.2012
    Beiträge:
    678
    Zustimmungen:
    141
    Beruf:
    Maurer u. Stahlbetonbaumeister
    Ort:
    Bürstadt
    Benutzertitelzusatz:
    Maurer und Stahlbetonbaumeister
    Bei allem Respekt!

    die eigentliche Aufgabe ist die Horizontale
    Abdichtung! Wenn die nicht gewährleistet
    Ist nützt die ganze Arbeit der vertikalen
    Abdichtung nichts!

    Augenscheinlich soll aus einem 300 Jahren
    alten Bruchsteinkeller ein Wohnkeller mit
    Wǎrmedämmung entstehen!

    Ich persönlich halte das für Unwirtschaftlich!

    Selber würde ich eine 14cm dicke Stahlbeton-Vorsatzschale innerhalb des Kellers vorziehen
    Und auch eine Stahlbeton-Bodenplatte die
    an die Vorsatzschle anschließt!
     
    Viethps gefällt das.
  4. Viethps

    Viethps

    Dabei seit:
    03.10.2010
    Beiträge:
    1.344
    Zustimmungen:
    441
    Beruf:
    Ex - Montageunternehmer jetzt Hausverwalter
    Ort:
    Dortmund
    Benutzertitelzusatz:
    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Man kann aus alten Kellermauerwerken schon was machen......
    Je nach vorhandener Bauweise ( z. B. auch Luftschichtmauerwerk )
    kommt es auf Zustand und Ziel an.
    Oft hilft auch ein Injektionsverfahren = die noch vorhandene Feuchtigkeit im Mauerwerk ` trägt ´ die Flüssigkeit meist sehr vorteilhaft.....
     
  5. simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    23.486
    Zustimmungen:
    7.029
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    warum eigentlich nicht außen ?
     
  6. chris84

    chris84

    Dabei seit:
    15.08.2023
    Beiträge:
    2.117
    Zustimmungen:
    1.255
    In Verbindung mit den Bildern: wer hat sich den da sein eigenes Grab geschaufelt? Der Graben da sieht lebensgefährlich aus! Wo ist der Verbau bei der Tiefe?
     
    Fred Astair gefällt das.
  7. MikeMeyers

    MikeMeyers

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    1
    Vielen Dank für eure Anmerkungen und Hinweise.

    Wie geschrieben, soll definitiv kein Wohnraum entstehen. Es ist und bleibt ein alter Keller, daran soll auch nichts geändert werden.

    Ziel der Maßnahme ist lediglich, die Außenwand besser als bisher vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen und dadurch die Feuchtebelastung des Mauerwerks sowie die auf den Fotos erkennbaren Ausblühungen möglichst zu reduzieren.
    Maßnahmen innerhalb des Kellers waren daher für mich keine wirkliche Option, da damit der Feuchteeintrag in das äußere Mauerwerk zunächst nicht verhindert würde. Das Ziel war von Anfang an, die Feuchtigkeitsbelastung von außen zu reduzieren und nicht, einen trockenen Keller auf Wohnraumniveau zu schaffen.

    Gerade deshalb beschäftigt mich aber euer Hinweis zur Horizontalabdichtung. Wenn trotz der neuen Vertikalabdichtung weiterhin Feuchtigkeit von unten in das alte Mauerwerk gelangen kann, stellt sich für mich die Frage, welchen nachhaltigen Effekt die jetzige Maßnahme tatsächlich haben kann.

    Mich würde daher interessieren, welche Möglichkeiten es hier noch gibt, nachträglich auch hinsichtlich einer Horizontalabdichtung etwas zu bewirken. Gibt es aus eurer Sicht geeignete Verfahren, die sich mit der bereits ausgeführten äußeren Vertikalabdichtung sinnvoll kombinieren lassen, ohne den Keller bzw. das gesamte Mauerwerk vollständig neu aufzubauen?

    Vielen Dank für eure Erfahrungen und Einschätzungen.
     

    Anhänge:

  8. Fred Astair

    Fred Astair

    Dabei seit:
    02.07.2016
    Beiträge:
    12.892
    Zustimmungen:
    6.723
    Beruf:
    Tänzer
    Ort:
    San Bernardino
    Wie verträgt sich
    mit
    Was Du in dem Raum machst, ist völlig egal. Deine Bau-Zielstellung ist Wohnraum schaffen und die ist zum Scheitern verurteilt.
    Leg besser Dein Augenmerk auf aufsteigende Feuchte, um den tatsächlichen Wohnraum über Erdgleiche zu schützen. dazu eine Horizontalsperre 20-30 cm unter der Kellerdecke einbauen.

    Eine Abdichtung kannst Du mit XPS oder anderen Platten nicht duchführen. Das war vergebliche Liebesmühe. Da hätte eine billige Noppenfolie zum Schutz des Anstrichs gereicht.
     
  9. Viethps

    Viethps

    Dabei seit:
    03.10.2010
    Beiträge:
    1.344
    Zustimmungen:
    441
    Beruf:
    Ex - Montageunternehmer jetzt Hausverwalter
    Ort:
    Dortmund
    Benutzertitelzusatz:
    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Wie schon angeregt: Über den Winter beobachten und messen!
     
  10. MikeMeyers

    MikeMeyers

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    1
    Hallo Fred Astair,
    vielen Dank für deine Hinweise.
    Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor. Vielleicht habe ich mich an der Stelle auch etwas ungeschickt ausgedrückt.

    Ich hatte eingangs "nicht" geschrieben :

    „Ziel ist es nicht, einen bewohnbaren Keller zu schaffen, sondern lediglich die bisherigen Salpeterausblühungen im Kellerbereich möglichst zu vermeiden und die Luftfeuchte zu reduzieren.“

    Mit meiner späteren Aussage "nicht einen trockenen Keller auf Wohnraumniveau zu schaffen" wollte ich genau das Gleiche ausdrücken: Der Keller soll ausdrücklich nicht auf Wohnraumniveau gebracht werden. Es geht lediglich darum, den Feuchteeintrag in das Mauerwerk möglichst einfach zu reduzieren.

    Zu deinem Hinweis bezüglich XPS/Styrodur: Nach meinem Verständnis besteht die Abdichtung aus der Schlemme bzw. dem Bitum Auftrag. Die XPS Platten sollen eine Schutz und Dämmschicht bilden.

    Verstehe ich deinen Hinweis richtig, dass du in meinem Fall anstelle der XPS Platten eine Noppenbahn zum Schutz der eigentlichen Abdichtung für ausreichend und auch sinnvoller gehalten hättest?

    Die Hinweise zur aufsteigenden Feuchtigkeit aufgrund einer fehlenden Horizontalsperre finde ich wichtig. Genau deshalb hatte ich hier nachgefragt, weil ich gern Erfahrungen dazu einholen wollte, inwiefern ergänzend zur Vertikalabdichtung noch weitere Maßnahmen sinnvoll wären.

    Ich habe allerdings auch festgestellt, dass ich hier besser schon vor Beginn der Überlegungen und Gespräche im Bekanntenkreis hätte nachfragen sollen.

    Es wurde ja weiter oben auch schon ein für mich interessaten Tipp gegeben:

    Oft hilft auch ein Injektionsverfahren = die noch vorhandene Feuchtigkeit im Mauerwerk ` trägt ´ die Flüssigkeit meist sehr vorteilhaft.....
     
  11. Fred Astair

    Fred Astair

    Dabei seit:
    02.07.2016
    Beiträge:
    12.892
    Zustimmungen:
    6.723
    Beruf:
    Tänzer
    Ort:
    San Bernardino
    Schutz gegen mechanische Einwirkung vielleicht. Dämmschicht wogegen?
    Ein tief im Erdreich liegender Keller bleibt im Sommer recht kühl und im Winter mild.
    Eine Wärmedämmung des unbeheizten Kellers bewirkt das Gegenteil: Im Sommer wirds wärmer und im Winter kälter, weil der Einfluss der Fenster steigt.

    Ja.

    Dem Injektierer auf jeden Fall.
    Ich halte einzig die mechanische Sperre, egal ob Edelstahlblech, Kunststoffplatten oder Bitumenbahn für nachprüfbar sicher. Ich habe im Leben noch keine injizierte Bruchsteinwand erlebt, die trocken geworden ist.
     
    MikeMeyers gefällt das.
Thema:

Kellerabdichtung bei altem Bruchsteinmauerwerk – Vertikalabdichtung mit Bitumen und Styrodur?

Die Seite wird geladen...

Kellerabdichtung bei altem Bruchsteinmauerwerk – Vertikalabdichtung mit Bitumen und Styrodur? - Ähnliche Themen

  1. Kellerabdichtung von außen - Vorgehensweise

    Kellerabdichtung von außen - Vorgehensweise: Hallo zusammen, ich plane aktuell, ob und wie ich meine Kellerwände abdichten soll. Das Haus stammt aus 1963 und hat folgende Merkmale: •...
  2. Kellerabdichtung – Bruchsteinmauerwerk

    Kellerabdichtung – Bruchsteinmauerwerk: Hallo zusammen, ich bräuchte ein paar Anregungen bzgl. einer Abdichtung meines Kellers und hoffe, dass mir geholfen werden kann. Aktueller...
  3. Welcher Gutachter für Bodenplatte / Kellerabdichtung?

    Welcher Gutachter für Bodenplatte / Kellerabdichtung?: Hallo, nach entfernen eines Vinyl-Fußbodenbelages in einer Kellerwohnung sind uns unzählige Risse in der darunter liegenden...
  4. Frage Kellerabdichtung

    Frage Kellerabdichtung: Hallo, Situation: In den Keller läuft Wasser. Baujahr 1996, Fundament und dazwischen Bodenplatte gegossen. Estrich im Keller ist aktuell entfernt...
  5. Lücke in Kellerabdichtung

    Lücke in Kellerabdichtung: Hallo erstmal. Ich habe ein kleines Problem mit meinem Keller und hoffe hier auf Hilfe. Mein Haus ist Baujahr 1979. Dort ist es im Keller an...