Luftfeuchte & Isolierung im Altbau aus 1900 (Sandsteinsockel, Lehmputz & Betonbodenplatte) Was tun?

Diskutiere Luftfeuchte & Isolierung im Altbau aus 1900 (Sandsteinsockel, Lehmputz & Betonbodenplatte) Was tun? im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, Sandsteinsockel, doppelschaliges 43er Mauerwerk, Lehmputz und wärmebeschichtete Fenster aus 1985. Dachboden ohne Isolierung. Was...

  1. #1 Christian123, 22.09.2026
    Christian123

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    Hallo zusammen,
    Sandsteinsockel, doppelschaliges 43er Mauerwerk, Lehmputz und wärmebeschichtete Fenster aus 1985. Dachboden ohne Isolierung. Was sollte man wirklich sinnvolles tun?

    1.) Einblasdämmung, aber bringt das wirklich was beim 43er Mauerwerk außer ev. einer Taupunktverlagerung und Schimmel?
    2.) Sandsteinsockel mittels Injektionen vom Aufbau trennen oder kommt die Feuchtigkeit grundsätzlich wo anders her. Im Grunde habe ich immer die Luftfeutigkeitswerte von draußen so um die 60-70% in der Wohnung, Keller meist 75-90%. Was auffällig ist, sind die Risse in der Kellerbodenplatte wo man bei Starkregen Feuchtigkeit sieht, wie auch der Sandstand/Ziegelmauerwerk klamm ist. Was ist verhältnismäßig zu sanieren?
    3.) Die alten Tonziegel tauschen, wenn der Dachdecker bei der letzten Wartung sagt, die überleben mich und ein neues Dach kostet auf Grund der neuen Dämmvorschriften seit 2018 schlappe 160k statt 50k und bringt beim Gasverbrauch der DG Wohnung nicht wirklich viel (Verbrauch 6-12Tkwh zzgl. 1rm Holz für 80m²). Die 2 Wohnungen darunter mit 100+120m² liegen bei 18tkwh/Wohnung.
    4.) Die Fenster schießen noch gut mit den AUBI-Beschlägen, sodass man ggf. auch nur die Scheiben tauschen könnte.

    Was bringt einen wirklichen und nachhaltigen Mehrwert und vor allem welche Luftfeuchte ist normal im Altbau und welche nicht? Alles zu isolieren und dann den ganzen Tag zu lüften ist ja energetisch nicht so klasse.

    Gruß
    Chris
     
  2. joergDE

    joergDE

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    Hallo Chris,

    zu deiner Frage, welche Luftfeuchte normal ist: Für Wohnräume nennt das Umweltbundesamt 40 bis 60 %, im Winter in schlecht gedämmten Häusern unter 50 %. Deine 60–70 % in der Wohnung liegen darüber. Wenn das auch im Winter bei geheizter Wohnung so bleibt, ist es zu viel.

    Im Keller sagen die Prozent allein wenig, weil sie an der Temperatur hängen. Sommerluft mit 22 Grad und 65 % hat im 15 Grad kühlen Keller schon fast 100 %. Deine 75–90 % können also vom Lüften kommen, nicht unbedingt von unten.

    Sind die Werte im Winter auch so hoch? Dann würde ich bei den Rissen in der Bodenplatte suchen.

    Gruß Jörg
     
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  3. Christian123

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    Danke für die Rückmeldung. Bringt es denn was die Bodenplatte mit Kurzharzfarbe zu steichen damit sie wieder dicht ist und welche Farbe nimmt man? Ein Part war die verstopfte Dachrinne, so dass das Wasser direkt über die Kellertreppe an den Sandsteinsockel lief, aber Sandstein "dichtspritzen" ist glaube ich kleine so gute Idee?
     
  4. joergDE

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    Hallo Chris,

    ich würde zuerst die Dachrinne klären. Wenn das Wasser bei Starkregen über die Kellertreppe an den Sockel lief, kann das auch die nassen Risse erklären. Rinne frei machen und beim nächsten Starkregen nachschauen. Bleiben die Risse trocken, war es das.

    Farbe auf der Bodenplatte schließt die Oberfläche, die Risse darunter bleiben. Kommt Feuchte von unten nach, sammelt sie sich unter der Farbe, und die löst sich irgendwann. Welche Farbe dafür taugt, kann ich dir nicht sagen, damit habe ich keine Erfahrung.

    Beim Sandstein sehe ich es wie du. Der nimmt Wasser auf und gibt es wieder ab. Spritzt man ihn dicht, bleibt Feuchte, die von hinten oder unten kommt, im Stein. Da hilft wieder die freie Rinne.

    Gruß Jörg
     
  5. Christian123

    Christian123

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    Danke für die Rückmeldungen. Rinne ist nun sauber und es ist besser aber immer halt noch schlecht.

    Ich hatte gestern jemand mit Erfahrung da, der das mit der Farbe leider auch bestätigt/befürchtet, hat aber auch keine Erfahrung "ob und wie lange" das halten kann. Er sagte aber auch, dass selbst ein Mauerabdichtuing von außen das Problem nicht unbedingt beheben muss. Er selber hat den Estrik bei sich rausgerissen. Schüttung und Dichtung mit vernüftigem Aufbau gemacht und der Keller war trocken. Dann noch Ausschachten drumrum ohne Eigenleistung kaum stemmbar von den Kosten.

    Gibt es denn keine Farbe die sich in Summe wie eine Abdichtung/Schale funktioniert, wie so eine Art Betumenfarbe mit dem man das Dach auch abdichten kann, damit die Feuchtigkeit die von unten bei Starkregen auf trockene Erde drückt quasi abgeschirmt wird und auch das Wischen erleichtert?
     
  6. chris84

    chris84

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    Die Frage lautet viel mehr: was willst du erreichen?
    So wenig Geld wie möglich ausgeben?
    Oder eine Wohnqualität erreichen, die dem Stand der Technik entspricht?
    Bei einem völlig ungedämmten Mauerwerk mit U-Werten >1W/m²/K kannst du den Taupunkt nur zum guten verlagen, nämlich weiter nach außen, und damit das Schimmelrisiko senken.
    Den Keller auf Wohnqualität zu sanieren dürfte völlig unwirtschaftlich sein. Aber für den dauerhaften Erhalt des Gebäudes musst du dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit nicht über die Kelleroberkante hinaus wandert. Wie das zu erreichen ist, muss sich ein Fachmann vor Ort anschauen.
    Damit lässt sich erst mal nicht viel anfangen. Wenn das Dach nicht gedämmt ist, geht ein großer Teil der Heizleistung aus den Geschossen darunter ins Dachgeschoss und dann durch das Dach raus. Vermutlich ist die Hütte entsprechend "luftig" und nur dadurch im Winter einigermaßen Schimmelsfrei und bei hoher Heizleistung eher "trocken". Wir sprechen hier immerhin von >150kW/m²/a. Das muss man sich halt leisten können...
    Das erhöht zumindest die Luftdichtigkeit nicht wesentlich und ändert damit das bestehende Lüftungskonzept nicht. Wie viel Wärme durch die ungeregelte Durchlüftung des Hauses verloren geht lässt sich schwer abschätzen, die Wirksamkeit der Scheiben aber gut rechnen.
    Den ganzen Tag lüften tut das Haus so vermutlich ganz von alleine, sonst wäre es schon weggeschimmelt und weggefault. Dämmung senkt die Transmissionswärmeverluste, hat also nichts mit dem Lüften zu tun. Erst wenn du die Hütte gegen das zufällige belüften abdichtest, muss diese Aufgabe natürlich an anderer Stelle in etwas geregelterer Form wieder hergestellt werden.
     
  7. BaUT

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    Im Winterhalbjahr ist bei einem ungedämmten Altbau ein mittleres Raumklima von 20°C und 40% rF sinnvoll, um Schimmelbefall zu vermeiden.
    Im Winterhalbjahr ist bei einem gedämmten Altbau ein mittleres Raumklima von 20°C und 50% rF sinnvoll, um Schimmelbefall zu vermeiden.
    Das erwartet auch niemand!
    Wenn du in einen Altbau neue Fenster einbaust, dann solltest du vorher ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erstellen lassen, um eine nutzerunabhängige Grundlüftung ("Lüftung zum Feuchteschutz") sicher zu stellen.
     
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