2- oder 3-fach-Verglasung

Diskutiere 2- oder 3-fach-Verglasung im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Liebe Experten, leider ist es momentan nicht möglich, einen Bauphysiker o. ä. in endlicher Zeit zu konsultieren. Wir haben einen Bungalow mit 30...

  1. matbre

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    Liebe Experten,
    leider ist es momentan nicht möglich, einen Bauphysiker o. ä. in endlicher Zeit zu konsultieren.
    Wir haben einen Bungalow mit 30 cm Bimssteinwänden, ohne Dämmung und es sollen neue Fenster rein. Eine der ersten Fragen ist ja, die Anzahl der Scheiben...
    Ein Fensterbauer hat aus dem Bauch zur 3-Fach-Verglasung mit 7 cm Tiefe geraten. Er meinte aber auch, man könne das durch Messungen verifizieren. Die nächsten Termine bei Bauphysikern sind gegen Januar, daher suche ich hier einfach mal Rat - wie würdet ihr verfahren?
    Danke und LG
    Matthias
     
  2. #2 BaUT, 06.10.2021
    Zuletzt bearbeitet: 06.10.2021
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    Die immer wieder aufkommende Diskussion über 2fach- oder 3fach-Verglasung finde ich persönlich ziemlich blöd. Sie ist aus der ehemals vorhandenen Indikatorfunktion des Fensters erwachse, dass der U-Wert des Fensters immer schlechter sein soll als der U-Wert der Wand damit Tauwasser zuerst am Fenster entsteht und nicht an der nebenliegenden Wand. Aber das ist total retro.

    Heute klagen die Mieter lieber vor Gericht dass ihre Fenster beschlage und sie nicht mehr rausgucken können anstatt mal zu lüften um die Feuchte rauszulassen.

    Es gibt bessere Lösungen zum Thema Lüftung als "Tauwasser auf Verglasungen als Lüftungsbedarfsanzeiger"

    Wichtig ist bzgl. Schimmelpilzvermeidung immer:

    A) Lüftung
    --> deshalb Fenstertausch nicht ohne Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

    B) Vermeidung kalter Innenoberflächentemperaturen
    --> Im Zweifel ist die Innenleibung zu dämmen zur Vermeidung schimmelpilzkritischer Wärmebrücken im Bereich der Montagefuge der Fenster.
     
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  3. Knebel

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    Du brauchst keinen Bauphysiker sondern einen (zugelassenen) Energieberater
    Wird eh gebraucht falls Förderungen im Spiel sind
     
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  4. BaUT

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    Du brauchst weder Energieberater noch Bauphysiker sondern nur einen sehr guten Fensterbauer, der dir die Technische Richtlinie Nr.20 des Glaserhandwerks oder die RAL-Montagerichtlinie vorlegt und die notwendige Dämmung der Innenleibungen erklärt und dann sollte der gleich noch mit dem online-Tool von RegelAir ein Lüftungskonzept erstellen (lassen).
     
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  5. #5 simon84, 06.10.2021
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    Das Fenster kann gar nicht gut genug sein.
    Die Anschlussdetails an die Wandöffnung, sowie Berücksichtigung von Dämmung der Laibung und ggf. Rollladenkasten etc. ebenfalls nicht.
    Die Lüftung (nicht nur das manuelle Heiz-/Lüftverhalten) sondern als Konzept wie von @BaUT geschrieben ebenso.

    Ob es ein Bauphysiker sein muss, sei mal dahingestellt.
     
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    ...wird gebraucht falls Förderungen gewollt sind
    Bei 3 fach Glas erreicht man eigentlich leicht den notwendigen Uw Wert um die 20 bzw 25 % Förderungen zu bekommen
     
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    Ja ist immer ein Rechenspiel ob es sich bei der betreffenden Menge der Fenster lohnt den kfw-Antrag zu stellen
    oder ob er Zuschuss durch das Honorar des Energieberaters aufgefressen wird.
     
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    die Rechnung ist sehr einfach....lohnt sich immer bei 20 bzw 25 % auf ALLE Kosten
    Energieberater sind nicht so teuer wie immer geschrieben wird ...ausserdem wird 50 % vom Honorar übernommen von der Bafa
     
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  9. #9 Ungarnfreund, 08.10.2021
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    Bei neuen Fenster schimmelt es da die dichter sind als die vom letzten Jahrtausend.

    Ob jetzt 2 oder 3 Scheiben in den neuen Fenster sind ändert nichts an der Luftdichtigkeit.

    Ich würde 3-fach verglaste nehme und vorsehen das später gedämmt werden kann.
    Also die Fensterlaibung nicht zu groß machen.

    Langfristig werden immer mehr Häuser energetisch saniert, oder?

    Gruß

    Michael
     
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  10. Knebel

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    Logisch bei den momentanen und kommenden Energiepreisen :(
     
  11. BaUT

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    Ja - aber leider nur dort, wo der Eigentümer auch selbst die Heizkosten zahlt.
    Die Vermietungsobjekte Baujahr 1950 - 1980 bleiben als Renditeobjekte tausendfach energetisch unsaniert.

    Vielleicht hätte man nicht auf die Heizenergie eine CO2-Steuer erheben sollen sondern lieber auf die Energeieffizienzklasse der Gebäude gemäß Energieausweis und diese Steuer wäre dann natürlich vom Eigentümer zu zahlen und nicht vom Nutzer. Nur so zwingt man den gewinnfixierten Vermieter erfolgreich seine CO2-Schleuder zu modernisieren.
     
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  12. #12 Ungarnfreund, 09.10.2021
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    CO2-Steuer und so ein Scheiß ist eh Politik gegen den Bürger.
    Ich habe eine Wohnung in Ungarn. Gas kostet 3,5 Cent, Strom 10.?? Cent.

    Seit 2013 sind die Energiekosten um 25 % gesunken (!!), die Inflation ist nicht einmal eingerechnet.
    Jetzt sind die Gas-Preise neu verhandelt und der Preis wird sinken.

    Sanierungen kosten Geld und werden immer auf dem Mieter umgelegt. Und wenn das nicht geht sehen
    die Häuser und Wohnungen aus wie früher in der "DDR".

    Vor 10 Jahren war meine Therme kaputt. Eine neue mit Einbau von Junkers hat 700 € gekostet.
    Gut, Einbau wäre hier teurer. Aber diese Therme darf man in Deutschland nicht einbauen.

    Wenn man sieht was die hier kosten wundern die sich das man sich keine neue, sparsamere
    Therme kauft?

    Ich habe mein Haus in Deutschland aufwändig gedämmt, würde ich immer wieder machen.
     
  13. #13 nordanney, 09.10.2021
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    Tja, leider befinden sich der Großteil der Wohnungen in D in Privatbesitz normaler Bürger. Gerne in Eigentümergemeinschaften, weil man sich nur eine oder zwei Wohnungen als Altersvorsorge mühsam angeschafft hat.
    Da gibt es nicht die Kohle, um zu sanieren. Hilft auch kein Zwang. Das sind alles keine „Gewinnmaximierer“. Wenn es solche massiven Zwänge gäbe, müsste ich auch einiges verkaufen, da die Gemeinschaften sich keine Sanierungen leisten können (und erst recht nicht im Ruhrgebiet über Mietsteigerungen zurückholen können).

    Was massiver Zwang auslöst, sieht man ja beim Mietendeckel in Berlin (oder in der Nazi-Zeit bzw. der DDR).
     
  14. BaUT

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    Das mag bei euch auf dem Dorf so sein, in Berlin sieht das ganz anders aus. Da werden Wohnungen nicht von "normalen Leuten" gekauft sondern von Anlegern und in besseren Gegenden Berlins kaufen "Leute mit Geld" mittlerweile Grundstücke nur noch um ihr Geld zu parken und haben es dann nicht mal nötig diese Grundstücke/Häuser selbst zu nutzen oder zu vermieten...

    Eine Bundesdeutsche Fehlentwicklung von der sich nun keiner mehr verabschieden möchte - und so leben dann viele Rentiers von den Mietzahlungen der besitzlosen Mittelschicht und HatzIVer.
    Was massiver Zwang auslöst, sieht man ja beim Mietendeckel in Berlin (oder in der Nazi-Zeit bzw. der DDR).
    Was für eine platte Verallgemeinerung! Mit solchen Argumenten kann man dann auch heute noch das freie Denken moralisch verbieten.
    Mietendeckel - DDR und NS-Zeit in einen Topf werfen ist ja wirklich unterste Schublade. Da fällt mir nichts weiter zu ein...
     
  15. #15 nordanney, 09.10.2021
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    Es gibt dazu Studien. In Berlin befinden sich ca. 50% der Wohnungen im Besitz von Privatpersonen (Eigennutzer, WEGs, Privatpersonen). Weitere 25% befinden sich in öffentlicher oder kommunaler Hand.
    Die "Immobilienhaie" besitzen lediglich 1/4 der Berliner Wohnungen. Umgekehrt gesagt, werden 75% der Wohnungen "normal" vermietet und/oder besessen. Nur mal so.
    Warum? Das sind einfache Fakten, im Netz auch leicht nachlesbar.
    Sowohl die Nazis haben einen allgemeinen Mietendeckel eingeführt (1936) als auch in der DDR gab es diesen. Fazit beider Experimente war eine Verwahrlosung des Wohnraums, da es keinen Anreiz zur Sanierung gab.
    Zur Wende gab es über eine Million Wohnungen, von der die Staatsführung nur noch den Abriss forderten. Nur 3/4 der Wohnungen hatten überhaupt Bad/WC, 1/4 eine Außentoilette, die Hälfte keine modernde Heizung (sondern Kohlenöfen, ca. 65% aller Wohnungen wurden 1989 damit beheizt).
     
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  16. BaUT

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    und was hat das alles mit der von mir angedachten Öko-Steuer auf die Effizienzklasse des Gebäudes zu tun? Diese würde funktionieren wie eine PS-abhängige kfz-Steuer.

    Ich verstehe nicht, warum der Staat dem Immobilienbesitzer noch Zucker in den Arsch blasen soll damit er seine energetisch zurückgebliebene Bude endlich saniert. Warum sollte die Allgemeinheit dafür zahlen, dass der Immobilienbesitzer noch eine Wertsteigerung seines Eigentums erfährt?
     
  17. flokra

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    um mal auf die frage zurückzukommen, so ist die diskussion ob 2- oder 3-fach-verglasung imho obsolet, da wir von einem u-wert der wände (30 cm bims ohne isolierung) von ca. 1,3 w/m²k ausgehen können. da verbietet sich im grunde die installation von 3-fach-verglasung mit eine u-wert von ca. 0,5 - 0,7 w/m²k. ohne eine adäquate dämmung der außenfassade wäre das vorhaben unsinnig...
     
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  18. #18 Fred Astair, 17.10.2021
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    Tut sie das?
    Aus welchem Grund?
     
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  19. #19 1958kos, 17.10.2021
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    Weil sonst die Luftfeuchtigkeit das Fenster wieder nicht findet :e_smiley_brille02: :cry
     
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  20. #20 DerSchreiner, 17.10.2021
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    Eine Dreifach Iso ist in meinen Augen nur relevant wenn man direkt an einer Hauptstraße o.ä wohnt oder in besonders Situationen von benötigten Wärmeschutz...

    Ein Zwei-fach,-iso reicht zu 90% immer aus ! ( Bauphysikalisch )
     
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