Abdichten ohne Einhalten der vorgeschriebenen Durchtrocknungszeit

Diskutiere Abdichten ohne Einhalten der vorgeschriebenen Durchtrocknungszeit im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo, wie beurteilen die Experten folgende Vorgehensweise meines Abdichtungsunternehmens: Erdberührte Kellerwand wurde freigegraben (bis zur...

  1. jojo77

    jojo77

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    Hallo,
    wie beurteilen die Experten folgende Vorgehensweise meines Abdichtungsunternehmens:
    Erdberührte Kellerwand wurde freigegraben (bis zur Hohlkehle), und dann innerhalb von 10 Stunden
    - Wand gesäubert
    - Bitumendickbeschichtung weber.tec 915 einfach aufgetragen (2-komponentig)
    - danach mit einem Zeitabstand von 30 Minuten bis zu 2 h, Polystyrol-Dämmplatten angeklebt (ebenfalls mit weber.tec 915, aber 1-komponentig)
    - z.T. sofort danach, z.T. mit geringem Zeitabstand, die Fugen der Dämmplatten mit weber.tec 915 verspachtelt
    - danach die Baugrube wieder mit Erdreich, z.T. auch mit Schotter und kleinen Steinen, verfüllt.

    Das Wetter war ziemlich feucht, Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad.

    Ich war nur am Beginn der Arbeiten anwesend und gelinde gesagt überrascht, als ich nach Hause kam.

    Weber sagt in seiner Produktbeschreibung, dass die Durchtrocknungszeit mindestens 3 Tage beträgt, mindestens 2 Aufträge erfolgen sollen und erst nach vollständiger Abbindung und Durchtrocknung Dämmplatten angeklebt bzw. die Baugrube verfüllt werden darf.

    Kann mir jemand sagen, mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist, wenn diese Vorschriften so missachtet werden wie in meinem Fall?
     
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  3. Baust

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    Wenn das so im Merkblatt steht ist das Gesetz?

    Gab es keinen Voranstrich?

    Haben Sie schon bezahlt?
     
  4. sepp

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    1. hersteller techn. abteilung kontaktieren - wenn möglich schriftlich die untauglichkeit der konstruktion bei nichtbeachtung der vorgaben anfordern.
    eventuelle lösungsmöglichkeiten erklären lassen.

    2. klären welcher lastfall (wasserbelastung) am gebäude anliegt.
    eventuell die gebaute situation (1-lagig / beispielsweise durch den materialhersteller) als schwachsinn deklarieren und SV einschalten.

    3. mit dem unternehmer streiten (des ding wird 100 jahr dicht sei, hamma schon oft so gemacht)

    ich denke ohne sachverständigen kommst du aus der nummer nicht glücklich raus.
     
  5. jojo77

    jojo77

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    @ Sepp:
    Hersteller habe ich kontaktiert. Er sagt (telefonisch), dass dieses Vorgehen von ihm nicht empfohlen werde und er rate, wieder aufgraben und vorschriftsmäßig abdichten zu lassen.
    Er sagt allerdings auch, dass (aufgrund der 2-komponentigen Anwendung der ersten Schicht) auch unter den vorliegenden Bedingungen eine völlige Durchtrocknung der Abdichtung erfolgen wird, wenn auch sehr langsam (ggf. bis zu mehreren Wochen). Durch die Beimengung der 2. Komponente würde die Dichtmasse sogar auch im Originalgebinde, mit Deckel luftdicht verschlossen, aushärten.

    Lastfall: wir haben Lehmboden und am Fundamentsockel keine Drainage-Rohre. Der fragliche Bereich ist durch relativ großen Dachüberstand etwas geschützt, ausserdem ist der Geländeverlauf so, dass oberflächlich das Wasser von der Hauswand eher wegfliesst.
    Problematisch wird es bei extremem Starkregen. In der Nähe unseres Hauses gibt es hohe Bäume, bei Starkregen mit entsprechendem Sturm fallen oft so viele Blätter herab, dass es den Ablauf der Dachrinne verstopft, auch wenn sie vor dem Unwetter noch so sauber war. Dann läuft die Dachrinne über, meist genau in dem Bereich, um den es hier geht. Kurzzeitig (innherhalb von 5 Minuten) können dann um die 100 l pro qm Bodenfläche zusammenkommen. Das kann ich daher so genau sagen, weil wir in der Vergangenheit mehrfach Eimer und Plastikwannen aufgestellt haben, um zu verhindern, dass Wasser ins Innnere dringt. Die Abdichtung hatte das Ziel, genau dieses in Zukunft auch ohne Eimer zu verhindern.

    Streit mit dem Unternehmer:
    Wir haben bereits heftig darüber diskutiert. Seine Argumentation war, dass durch die Verfüllung direkt nach dem Ankleben der Dämmplatten diese besser an die Wand gedrückt werde, dadurch besser anliege und so das Entstehen von Hohlräumen verhindert werde, somit also die Dämmplatte zusätzlich zur Abdichtung beitrage.

    Besteht nicht aber damit auch die Gefahr, dass die erste Schicht zu stark plattgedrückt, ggf. Material aus den Fugen der Dämmplatte herausgedrückt wird udn die Schichtdicke dann für eine ordentliche Abdichtung zu gering werden kann?

    @Baust
    Einen Voranstrich gab es nicht, Es wurden die von mir aufgeführten Schritte durchgeführt, mehr nicht. Bezahlt habe ich noch nicht.
     
  6. sepp

    sepp

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    lehmboden entfernt und mit irgendwas wieder beigefüllt, könnte trotz vorheriger geringen belastung jetzt in "aufstauendes sickerwasser" geändert sein.
    bodenfeuchte, nichtstauendes sickerwasser - min. 2 schichten (frisch in frisch möglich min. 3mm gesamt)
    aufstauendes sickerwasser - min. 2 schichten (2te nach trocknung min. 4mm gesamt)
    schutzschichten (auch dämmung) dürfen erst nach trocknung eingebaut werden.
    hinzu kommt noch ob die dämmung wegen verfüllung und verdichtung der grube gesichert wurde z.b durch gleitfolie etc.

    erster eindruck, allg. rechtsprechung - mangel ohne schaden - mangelfreie ausführung fordern - bedeutet abbruch.
    starker tobak!
    2ter eindruck, prüfung der eingebauten situation durch aufgraben und entfernen der platten. nach inaugenscheinnahme durch sachverständigen vorgehensweise klären.
     
  7. Eric

    Eric

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    Wir wissen nicht, ob dass ein Mangel ohne Schaden ist und bleibt.

    Fakt ist, daß der Unternehmer gegen die Regeln und die Herstellervorgaben gearbeitet hat.

    Da noch nicht abgenommen und bezahlt wurde, hat der Unternehmer zu beweisen, daß seine Arbeit trotz der Verstöße dauerhaft funktionsfähig ist. Kann er nicht! Insofern ist der Rat von Weber völlig richtig.

    Abnahme und Zahlung unter Hinweis auf die Verstöße ausdrücklich verweigern. Der Unternehmer muß lernen, wie er in Zukunft richtig zu arbeiten hat und dass er seiner Kundschaft keinen Unfug zu erzählen hat = Versuch einer arglistigen Täuschung.
     
  8. sepp

    sepp

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    ich geh mal davon aus, daß wenn er gegen die regeln und herstellervorgaben gearbeitet hat, eine mangelhafte leistung vorliegt. oder nicht?
    obs ohne schaden bleibt, weiss natürlich keiner. hamm wir aber zu diesem zeitpunkt, lt aussage des te wohl, nicht.
     
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  10. jojo77

    jojo77

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    Richtig, noch ist kein Schaden erkennbar.
    Wobei es zwischenzeitlich auch keinen Regen gab, bei dem ernsthaft die Gefahr bestanden hätte.

    Kann man die Frage, ob ein Mangel vorliegt oder nicht, nicht einfach durch einen Test klären: ich simuliere einen Starkregen mit Dachrinnenüberlauf und schaue, ob noch Wasser eindringt wie früher oder nicht?

    Wenn nein: besteht die Gefahr, dass sich die Qualität der Abdichtung aufgrund des empfehlungswidrigen Vorgehens mit der Zeit verschlechtert (so dass der Test keine Aussagekraft über das Langzeitverhalten hat)?

    Wenn ja: besteht die Gefahr, dass ich durch einen Test zum jetzigen Zeitpunkt eine Abdichtung kaputtmache, die später funktioniert hätte (weil sie z.B. jetzt, nach ca. 2 Wochen, noch nicht genug durchgetrocknet ist, in einigen Wochen aber wasserfest wäre)?
     
  11. Baust

    Baust

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    Warum wollen Sie das?

    Der Mangel liegt doch vor, es wurde gegen die Vorschriften verstoßen.

    Die technischen Merkblätter sind keine Empfehlungen, sondern verbindliche Anweisungen.

    Holen Sie, wie hier schon gesagt, einen SV dazu.
     
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