Altbau Schichtenwasser drückt durch Boden

Diskutiere Altbau Schichtenwasser drückt durch Boden im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo, Frohes neues Jahr wünsch ich euch allen. Unser Haus Bj. 1956 steht voll Unterkellert am Fuß von einem 100m hohen Hang. Boden ist...

  1. #1 2lrocco, 01.01.2021
    Zuletzt bearbeitet: 01.01.2021
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    Hallo,
    Frohes neues Jahr wünsch ich euch allen.

    Unser Haus Bj. 1956 steht voll Unterkellert am Fuß von einem 100m hohen Hang.
    Boden ist Ton/Schluff, Sandstein.
    1-2 mal im Jahr nach lange andauernden starken Regenfällen drückt sich Wasser von unten durch den Boden in den Keller.
    Hauptsächlich betrifft es die beiden Hangseitigen Räume.
    Ich spreche hier von mehreren hundert Liter Wasser am Tag.
    In dem Raum mit dem größten Wassereintritt hab ich einen Provisorischen Pumpensumpf gebaut um die gröbsten Wassermengen schonmal weg zu schaffen. In den anderen Räumen hab ich durch das rausstemmen von Fliesenreihen, quasi ne rinne geschaffen die das Wasser einmal quer durch den Keller in den Bodenablauf der Waschküche leitet.
    In dieser Rinne hab ich dann an ein paar stellen löcher durch den betonboden gebort damit das Wasser gezielt dort raus kann, und sich nicht mehr zwischen Boden und Wänden raus drückt. So konnte ich wenigstens die Wände erstmal etwas trockener halten und die Feuchtigkeit steigt so nicht mehr ganz so hoch in den Wänden. Wir haben dann für 2-3 Wochen n schönes Rinnsaal quer durch den Keller, und die Pumpe im Sumpf hat gut zu arbeiten.
    Der Bodenaufbau ist:
    Zwischen den Streifenfundamenten ist mit Lehm, Schluff Sandsteinbrocken aufgefüllt, direkt darauf 5-8cm Beton. Dann verschiedenste Kunsstoff, Lack, was weiss ich für Anstriche. Und da wurden dann noch Fliesen drauf gepappt.
    Eine Horizontalsperre ist zwischen Streifenfundament und erster Steinreihe in form von Teerpappe oder Bitumen,Teer o.ä. vorhanden. Nur schliesst leider der Betonboden gute 5cm oberhalb dieser an die Wand (Betonsteine) an und überbrückt dadurch komplett die Horizontalsperre. Ob die Horizontalsperre was taugen würde, wenn sie nicht überbrückt wäre weiss ich nicht.
    Mir ist vollkommen bewusst das der Keller wahrscheinlich nie so richtig nutzbar werden wird. Muss er aber auch nicht, soll nur als Lager , Werkstatt, Waschküche dienen. Ich möchte hauptsächlich die Substanz vor weiteren Schäden bewahren. Die unterste Reihe Steine besonders das stück das im beton steckt ist schon ziemlich mit genommen weil die Jahrzehnte im feuchten standen.
    Solche dinge wie innenliegende Weiße-Wanne und solche spässe entfallen aus Kostengründen komplett.

    Mir schwirren folgende szenarien durch den Kopf.

    Szenario 1:
    -Fliesen und anstriche entfernen.
    -unterste Reihe Mauerwerk im injektionsverfahren verkieseln/abdichten
    -versuchen die übergange zwischen Wand und Boden mit Hohlkehlen und Dichtschlämme so dicht bekommen das vielleicht kein Wasser mehr durch kommt.
    -neu Fliesen um die Dichtschlämme zu schützen

    Scenario 2:
    -Alles alte raus
    -Ausschachten und Fundamentflanken begradigen
    -Vlies > Kapillarbr. Schicht > Folie > Dämmplatten > Beton (bündig Ok Streifenfundamente) > Schweißbahnen > Estrich
    -wenn die brühe weiter läuft aufregen nicht scenario 1 gewählt zu haben

    Szenario 3:
    -Alles alte raus
    -Ausschachten, Fundamente begradigen
    -Vlies > Kies > Vlies > Schotter > Splitt > Pflastersteine oder Betonplatten (bündig Ok Streifenfundament)
    -In jeden raum nen Bodenablauf > Wasser kann kommen und Wasser kann gehen aber die Wände bleiben teocken.

    Bei Szenarion 2 und 3 optional noch Mauerwerk verimpfen/kieseln weil die Horizontalsperre nix mehr taugt.

    Ich hab mal paar bilder ran gehängt von dem was ich ma frei gelegt hab um zu schauen was so vorliegt.
    In dem gräbchen zwischen Fundament und Boden sprudelt teilw. richtig Wasser ausm Boden das man sieht das Sand hoch gewirbelt wird. Ich weiß ich weiß Fundament unterspülen und so. Sumpf und so is ja auch alles nur Provisorisch das wir nich absaufen.

    Vielleicht kommen ja ein paar Kommemtare/Anregungen

    Gruß Christian
     

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  2. Polier

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    Drainage außen am Gebäude?
     
  3. #3 simon84, 01.01.2021
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    Also Nummer 2 ist das einzige was in die richtige richtung geht.

    das mit dem abpumpen solltest du erstmal bei der Gemeinde klären, vielerorts ist das abpumpen so nicht gestattet, je nach dem wo du das Wasser hin leitest.

    Ansonsten kann ich auf dem Foto Übergang Fundament wand keinerlei Schaden erkennen, vielleicht stellst du da noch ein paar mehr Fotos ein ?

    Im Prinzip ist das Risiko bei der Aktion dass eine Art kochsieb Effekt eintritt.

    du machst ganz unten alles zu und dann kommt es von Seite.

    kann man im Voraus nicht 100% prophezeien, aber je nach dem wie das Wasser dann ansteigt und fließt kann das passieren.

    die Wände sehen eh so aus als ob sie öfters mal weiter nach oben komplett nass waren
     
  4. Polier

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    Zu wenige Infos um hier etwas zu beurteilen bei einer innenabdichtung ist zu erwarten dass sich das Wasser aufstaut und über der Abdichtung wieder Eintritt. Die Wand ist höchstwahrscheinlich aus Schwerbetonsteinen gemauert denen macht das Wasser erstmal nichts aus, sind aber bei einer Innenabdichtung Problematisch da die Steine Kammern haben die sich mit Wasser füllen.
     
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  5. #5 2lrocco, 01.01.2021
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    Außen wurde vor 3 Jahren ne Hohlkehle mit Zementmörtel gemacht, mit PCI Barraseal abgedichtet, und ne Drainage verlegt.
    Von daher sollte über die Wände eigentlich nix rein kommen.

    Das mit den Hohlblock Betonsteinen ist allerdings korrekt. Sollte das Fundament nen riss haben könnte sich Wasser in den Kammern sammeln.


    Die Gemeinde wird das mal ne weile lang verschmerzen müssen das ich in den Kanal Pumpe.

    Meinste Fotos von dem was ich als Schaden an den Steinen bezeichne?
    Fotos kann ich noch ein paar machen. Daran solls nich hängen.

    Und ja, die Wände waren mal höher nass.
    Weil die brühe ja direkt zwischen Wand und Boden raus kam.

    Und die Vorbesitzer hatten auch noch Rigipsplatten an die Wände geklebt gehabt.
    Die hab ich aber gleich als aller erstes abgerissen gehabt weil ich dahinter gammel vermutete und Rigips im Keller eh nix zu suchen hat.
     
  6. #6 2lrocco, 02.01.2021
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  7. #7 simon84, 02.01.2021
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    Kann ich laut den Fotos nicht bestätigen.

    was meinst du denn mit mitgenommen ? Ist der Mörtel weich/sandig wenn du mit nen Schrauben Dreher versuchst ? Also im Vergleich zu den anderen Fugen weiter oben ?
     
  8. #8 2lrocco, 02.01.2021
    Zuletzt bearbeitet: 02.01.2021
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    Moin,
    Die Fugen kann ich einfach mit dem Finger zerreiben.
    Es ist allerdings egal an welcher stelle zwischen Decke und Boden ich das versuche. Die Fugen sind gleichmässig recht weich..
    Das funktioniert aber leider auch am Stein recht gut unterhalb OK Betonboden.
    Ich mach da später mal ein Video von und lade es bei Youtube hoch.

    Hier is das Video
     
  9. #9 Carcasse, 02.01.2021
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    1-2 mal im Jahr, einige 100 Liter Wasser, nur bei Regen? Das bekommen die gar nicht mit. Es sei denn dich verpfeift einer.

    Einem Kumpel geht es ähnlich. Das Haus ist ca. 1930 gebaut worden. Am Berg mit einem Keller aus Naturstein. Durch das gesamte Kellergeschoss verläuft eine Rinne aus Granit. Da plätschert es im Frühjahr zur Schneeschmelze munter dahin. Ein Sachverständiger sagte: keine Chance. Das Wasser sucht sich immer einen Weg. Und eine Drainage beeinflusst längerfristig die Statik negativ. Von daher würde ich mich als Laie dem Szenario 3 anschließen.
     
  10. #10 2lrocco, 02.01.2021
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    Mit Drainage und Statik meinste Innendrainage oder was?

    Fürn paar hundert Liter im Jahr würde mir ja n guter Nassauger reichen.
    Ich hatte mir mal die mühe gemacht auszulitern was die Pumpe bei einem Hub wegpumpt und wie oft die Pumpte/Stunde .
    Ich kam dann auf ca 2700l in 24h.
    Und da is nicht mit drin was ja per Schwerkraf in den Bodenablauf der Waschküche plätschert.
    Ich denke das es so ca 3500l am Tag sind die uns durch die hütte rauschen.
    Aber auch damit muss die Gemeinde leben. Is ja keen Wasserhahn den ich vergessen hab Zu zu drehen.
     
  11. #11 Carcasse, 02.01.2021
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    Das berichtete der Kumpel so. Ich war beim Vororttermin nicht mit dabei. Wobei ich nicht glaube das da Innendrainage gemeint war. Inwieweit ein Trockenlegen die Statik beeinflusst weiß ich nicht. Das kenne ich mich nicht aus.
     
  12. #12 2lrocco, 03.01.2021
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    Ich bin mit meinen überlegungen leider noch immer kein Stück weiter.
    Ist wirklich eine Zwickmühle in der ich da Stecke.

    Eigentlich tendiere ich grundsätzlich zu Scenario 2.
    Aber da sind so viele Ecken die es sowas von kompliziert machen. 2 Kamine, und der Treppenaufgang.
    Ok. Die Kamine könnte ich das unterste Stück wegschlagen und dann später auf meinen neuen Beton aufsetzen.
    Für den Treppenaufgang wurden vor die Betonsteine ne reihe Backsteine gemauert. Worauf die Stufen und das zwischengeschoß aufliegen. Ich denke die Backsteine stehen mit auf dem Streifenfundament. Habs noch nicht Frei gelegt. Ich kann mir aber kaum vorstellen das die Streifenfundamente an der Stelle breiter gemacht wurden damit die Backsteine voll da drauf stehen.
    Ich werde das gefühl nich los das die Backsteine maximal zur hälfte auf dem Funndament stehen könnten. Oder das die n Fundament vors Fundament gegossen haben. Und wenn ich an denen rumstemmen muss dann muß ich den ganzen mist abstützen. Wie soll ich da fernünftig Beton und Unterbau machen wenn da dann wieder Stützen stehn.

    Aber der Zustand jetzt is doch auch keiner.
    Ich treffe ja in meinen Beruf imnerwieder mit Archietekten, Ingenieuren, Fachplanern zusammen. Der eine sagt kriegt man hin. Der andere sagt kannste vergessen, abreißen und neu mit Weißer Wanne bauen. Wieder andere sagen is doch nich so schlimm, kann man doch mit umgehen.
    Andere raten zu Goldfischen.
    Und anderswo verdursten Menschen.

    Is Phasenweise total belastend irgendwie.
    Wenn ich es wenigstens so hin bekäme das ich vielleicht ab und an ma n feuchten Fleck hab. Damit könnt ich leben.
    Aber ich hab einfach schiss das ich da ne Menge Schweiß und Blut oder Kohle hinlege und nichts dabei gewinne.

    Vielleicht sollte ich einfach immer Spontan für 3 Wochen in die Sonne fliegen wenn ich die Tauchpumpe anspringen hör.
    Da würde ich dann aber ständig aufs Handy schauen ob der Wassermelder nich funkt das die brühe grad über die Oberkante von meinem Pumpensumpf steigt.

    Fazit: Ein Keller voll Wasser is Scheisse. N Keller voll Scheiße is noch beschissener.

    Rocco out
     
  13. #13 simon84, 03.01.2021
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    Warum nicht ein schönes Gartenhaus bauen und da die Sachen lagern ? Oder auf dem Dach Speicher falls vorhanden
     
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Altbau Schichtenwasser drückt durch Boden

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