altes Fachwerkhaus, Holzschutz

Diskutiere altes Fachwerkhaus, Holzschutz im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo, eben haben wir uns einen renovierten Resthof angeschaut. BJ 1830. Zuerst wurden vor 15 jahren innen nochmal "Porotonwände" gesetzt...

  1. #1 Oggy, 22. November 2003
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2003
    Oggy

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    Hallo,

    eben haben wir uns einen renovierten Resthof angeschaut.
    BJ 1830.
    Zuerst wurden vor 15 jahren innen nochmal "Porotonwände" gesetzt und dann außen 90% des Fachwerks erneuert und mit Ziegeln ausgefacht. Zwischen Fachwerk und Innenwand sollen sich noch 50mm Steinwolle befinden. Die Westwand hat 10mm Dämmung und dann eine Bekleidung mit Dachziegel. Die Innenwände sind zum Teil Original(Lehmgefacht, mit Holzschalung), die Bodenbalken und der Dachstuhl nur ergänzt/verstärkt, zum Teil getauscht. Dachpfannen/Lattung sind 10 Jahre alt, die Fenster 3 Jahre (diese Sitzen aber außen Bündig).
    Das Haus steht unter Denkmalschutz.

    Im Dachstuhl und auch woanders sind an den alten Balken einzelne alte Wurmlöcher zu sehen. Weich war das Holz nicht, auch machte das Haus einen trockenen nicht muffelligen Eindruck.

    Der Besitzer meinte, vor 15-10 Jahren wurde das Holz bei der Renovierung wegen des Befalles mit Terpentin gestrichen.

    Ist das eine anerkannte Methode? Irgendwann wird ja dann auch eine weiter vorbeugende Behandlung nötig sein??

    Das Außenfachwerk ist mit einem schwarzen Holzöl abgedunkelt, also noch ganz offenporig.



    Gibt es Fachleute die eine Luftprüfung o.Ä. durchführen, ob früher nicht schon mal PCB oder sowas verwendet wurde?


    Zur Zeit wird das Haus mit 8! Kachelöfen je nach Bedarf geheizt.
    (der Besitzer organisiert Surrival Touren, friert also nie ;) )

    Zum Kauf soll dann eine Gastherme +Heizkörper eingebaut werden. Der Gasanschluss ist schon vorhanden.

    [​IMG]

    Grüße Andreas
     
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  3. MarkusS

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    Schau mal hier http://www.agoef.de/mitglieder/mit_lang.pdf ob da was in Deiner Nähe ist. Die örtliche Apotheke kennt normalerweise auch irgendwelche Labors, alternativ Fachärzte für Arbeits- / Umweltmedizin.

    Wenn Ihr schon dabei seid wäre vielleicht auch ein verschärfter Blick in die Elektroinstallation angesagt?! In so einem alten Gemäuer findet man oft noch ganz tolle Konstruktionen aus der Zeit als Edison die Glühbirne erfunden hat.

    Gruss
    Markus
     
  4. mls

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    darf ich mal ganz vorsichtig meckern? :)

    es gibt noch andere probleme als holzschutz.

    der grund, warum fw hunderte von jahren überlebt haben, ist ein genialer verstoss gegen die prinzipien moderner baukunst ;)
    keine abgedichteten fugen zwischen holz und putz/mauerwerk, miserable wärmedämmung und entsprechende heizkosten - aber immerhin eine rasante trocknung des beregneten holzes.
    das entfällt jedenfalls durch die innere vorsatzschale und welche auswirkungen das auf das fw haben wird?
    das andere durch diese vorsatzschale hervorgerufene problem:
    in welcher ebene fällt denn kondensat aus?
    kann das, was bei normaler nutzung (das kann günstiger oder ungünstiger sein, als die DIN-randbedingungen) an kondensat ausfällt, irgendwann wieder abtrocknen? schwierig, schwierig...

    wurde das haus in den letzten 15 jahren intensiv bewohnt? wenn ja: dann könnte man als ersten schritt den feuchtigkeitsgehalt in den verschiedenen wandebenen untersuchen... das ist schonmal besser, als das prinzip hoffnung.
    generell wird das thema "innendämmung" ziemlich kritisch gesehen, zb.:
    http://www.masyware.de/fw/forum/forum.cfm?forumid=7464
    http://www.masyware.de/fw/forum/forum.cfm?forumid=6543
    http://www.masyware.de/fw/forum/forum.cfm?forumid=8109

    ich würde mir einen ausreichend versicherten ;) bauphysiker mit erfahrung in fw-sanierung (ziemlich selten) suchen ...
     
  5. Oggy

    Oggy

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    Moin, eines habe ich hier schon gelernt, der Wille macht noch keinen Fachmann. wie auch schon bei einem Bodengutachte vor den dann aufgrund dessen nicht gemachten Grundstückkaufes, werden wir hier auch einen Fachmann fragen.

    Grüße Andreas
     
  6. #5 Ingo Nielson, 22. November 2003
    Ingo Nielson

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  7. MaMa

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    Mit Acryl und Schaum kann man ganze Häuser baun.
    Terpentin ist kein Holzschutz!

    Dann hätte die Holzschutzmittelindustrie ja nix mehr zu verdienen. Scherz beiseite, die Frage ist was er damit gestrichen hat. Und zulässig oder zumindestens als wirksam bekannt ist Terpentin als Biozid gegen Insekten auch nicht.
    Zwei Gattungen von Insektenschädlingen sind hier am häufigsten vertreten: Bockkäfer (Hausbock) und Anobiiden (verschiedene, je nach Holzart und mit/ohne Pilzvorschädigung). Bei beiden sind an der Oberfläche lediglich wenig Löcher zu sehen, wenn man den Mulm nicht abbeilt, werden zu viele Larven übergangen und nur die bereits zerstörten Bereich und das Nagsel bekommen das Gift ab. Machen Sie doch noch zwei Stichproben: Im Dachstuhlbereich mit einem scharfen schraubenzieher oder kleinem Beil die Sparren alle 1,0-1,5 m gegen die Faserrichtung einritzen. Der Hausbock, mit seinen 4-6 mm großen Fraßgängen arbeitet sich immer 1-2 mm unter der Holzoberfläche entlang (nur Nadelholz, nur Splintholz).
    Zweitens im Außenwandbereich Dielen aufnehmen und von unten anschauen, hier sind die meisten Ausfluglöcher der Anobien zu finden (d = 1-2 mm). Werden Sie fündig, schalten sie am besten einen Sachverständigen/Sachkundigen für Holzschutz ein, der packt Ihnen in einer Sanierungsempfehlung ein auf Ihre Bedürfnisse und Örtlichkeiten abgestimmtes Sanierungsprogramm zusammen.
    Wegen der Prüfung auf Lindan, PCB und DDT, herrührend aus alten Holzschutzmittel, ist es besser einer Holzspanprobe vor der Luftprobe durchführen zu lassen. Als erstes sollte man dafür örtlich eine Beilsteinprobe durchführen lassen: Stellen Sie an der Holzoberfläche einen glitzrigen Effekt wie ganz grob verteiltes Salz fest, nehmen Sie von diesen Stellen Staub und abgekratzte Holzspäne. Diese dann bei großer Hitze über einem Kupferblech verbrennen. Entsteht eine grünliche Flamme, könnten diese Stoffe enthalten sein (auswertbar leider nur mit ein wenig Erfahrung, daher besser vom Holzsachverständigen ausführen lassen). Dann Holzspäne aus den als so identifizierten Bereichen abhobeln. Die nächste Materialprüfanstalt macht eine labortechnische Prüfung auf diese Inhaltsstoffe und führt dies zu vorher benennbaren Preisen (bei mir 360 Euro netto für eine Mischprobe mit 2 Test auf die drei Stoffe, beim letzten Mal) durch. Dies ist aber ein rein qualitativer Test. Verläuft dieser Test auch positiv, dann erst auf Luftprüfungen zur quantitativen Bestimmung übergehen.
    Grüße aus Leipzig von
     
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