Asbestböden: überbauen / selbst sanieren / Fachmann holen?

Diskutiere Asbestböden: überbauen / selbst sanieren / Fachmann holen? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Nach reiflicher Überlegung mach ich jetzt trotzdem einen neuen Thread auf, weil konkretes Thema. Wir haben jetzt nochmal alle Böden genau...

  1. epedot

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    Nach reiflicher Überlegung mach ich jetzt trotzdem einen neuen Thread auf, weil konkretes Thema. Wir haben jetzt nochmal alle Böden genau angesehen, es zeigt sich folgendes:
    Wohn-Esszimmer: Estrich, schwarzer Kleber, darauf vermutlich FlexFloor-Platten, drauf vollflächig verklebt Teppichboden. Durchgangszimmer: dito. Treppe: Kunststein, vermutlich schwarzer Kleber, darauf Teppichboden mit schwarzem Untergrund (hat evtl. den Kleber eingefärbt?) Flur: Estrich, darauf gelber Kleber, drauf Teppichboden.

    Insgesamt sind es etwas unter 60qm. Wir haben bereits Proben zum Testen eingeschickt, gehen aber davon aus, dass die meisten genannten Dinge Asbest enthalten. Ich bin gerade dabei, Angebote für die Entfernung nach TRGS 519 wurde bereits eingeholt.

    Ein (weiterer) befreundeter Architekt, der viel Sanierung macht, meint nun, dass wir erst versuchen sollten, die Teppichböden und die Floorflex-Platte selbst zu entfernen (inkl. Vorsichtsmaßnahmen wie Teppich nass machen, Staub binden, Schutzmaske -und Kleidung), und dann die Asbestböden korrekt entsorgen. Dann würde er NICHT den Kleber abschleifen, sondern entweder:
    - Estrich komplett entfernen (Eigenleistung)
    - überbauen oder versiegeln
    Seine Begründung: Schleifen ist IMMER schlecht, kontaminiert und der Staub würde auf jeden Fall irgendwo hängenbleiben. Es würde den Boden / Estrich sowieso ruinieren. Es kostet zuviel / ist nur so teuer, weil eine Firma das macht, privat ist das Rausreißen kein Problem und den Kleber müsse man einfach überbauen.

    Wie schätzt ihr diese Aussage und unsere Möglichkeiten ein, den Boden in Eigenregie zu sanieren?

    Gesundheit, Wohngesundheit gehen vor Kosten - aber schon in Maßen. Wenn wir superbiologisch wohnen wollen würden (und uns das leisten könnten), müssten wir sowieso neu bauen. Wir möchten das Haus auch nicht abreißen und auf den Keller bauen (Außenanlagen), mehr Infos zu den Gründen hier.

    Die vermeindlichen FloorFlex-Platten sind übrigens Rot und Grün - könnte es deshalb auch sein, dass das die viel asbesthaltigeren Asbesthartfliesen sind? Da der Boden ja nochmal mit Teppich vollverklebt ist, können wir leider die Größe nicht erkennen. (Hoffentlich zeigen die Proben ein eindeutiges Ergebnis).
     
  2. Nauer

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    Ergebnis abwarten
    Der schwarze Kleber ist vermutlich Teerkleber
     
  3. epedot

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    Ja, vermute ich auch. bitumen/teer/asbest. Der Kleber ist im Grunde das Hauptproblem, denn der ist am schwierigsten zu entfernen.
     
  4. #4 chillig80, 17.05.2019
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    Jo, im Baustoff gebundenes Asbest ist im Baustoff gebunden und nicht in der Luft. Wieso man das durch Schleifen in größeren Mengen freisetzen sollte verstehe ich auch nicht.
     
  5. epedot

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    Weil wohl die Asbestfasern freigesetzt werden.
    Wenn das so gemacht wird, wie gesetzlich vorgeschrieben, gibts ne schwarzweiss-Schleuse, alles wird abgeklebt, es wird mit Unterdruck gearbeitet und speziellem Gerät. Ist sicher nicht grundlos so - die Gefahren beim Abschleifen von Kleber stelle ich gar nicht in Frage. Kann man quasi auch überall nachlesen, da gehen die Meinung nirgends auseinander.
     
  6. #6 simon84, 17.05.2019
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    Je nach dem was das für ein Estrich ist kann man den aber nich Unbedingt in schöne große 50 kg Stücke hauen sondern da fällt schon auch Staub brösel usw an

    Der tip an sich den ganzen Estrich zu machen ist vielleicht gar nicht verkehrt

    Aber ob man das dann alles ganz alleine kann ist noch ein Fragezeichen
     
  7. #7 Christoph1984, 22.07.2019
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    Hallo, mich interessiert das Thema PVC Fliesen und schwarzen Kleber entfernen auch.

    Wie sind die Ergebnisse der Analyse? Wie seid ihr weiter vorgegangen?

    Mir ist aufgefallen, dass in den USA anscheinend noch ein anderes Verfahren zu der hierzulande üblichen Methode, dem Abschleifen, zur Entfernung des Klebers gibt. Es gibt eine Chemikalie, basierend auf Sojaöl, die den Kleber verflüssigt, er kann dann einfach mit einem Abzieher zusammengeschoben und mittels Binder aufgekehrt werden. Kein Staub. Hat jemand Erfahrung mit dieser Methode? (Stichwort: mastic remover)
     
  8. epedot

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    Hi Christoph.

    Die Analyse hat ergeben, dass in zwei Zimmern (wie vermutet) asbesthaltige Floorflexplatten mit asbesthaltigem Kleber verlegt wurden. Die beiden Zimmer werden jetzt vom Fachmann saniert. Da sich der Hauskauf ziemlich in die Länge gezogen hat, fällt uns jetzt die Ferienzeit (in Bayern) etwas aufdie Füße und wir müssen bis Mitte / Ende Septmeber warten. Aber es gibt genügend anderes zu tun.

    Ich hab mir einige Angebote machen lassen, da ist zwischen 4.000 - 9.000 alles dabei. Bei kaum einen könnte man mit helfen, einer hat noch angeboten, dass wir den Teppich selber rausreißen und entsprgen können. Aber das ist dann einer der kleineren Posten - das teuere ist immer das abschleifen...

    Ich hab mir das mit dem Mastic remover mal angeschaut, sieht eigentlich sehr vernünftig aus - aber ich hab keinen Anbieter in Deutschland gefunden. Denke, wenn das hier nicht zugelassen ist, dann wird das auch niemand anbieten. Außer, man kauft sich das Zeug selbst und macht alles im Alleingang.

    Was ich schon auch ganz spannend finde:
    Es gibt einige Sanierungsbetriebe, die nicht alles abdichten (z. B. Ewering) Anscheinend kann sich jeder sein eigenes Verfahren patentieren oder eintragen lassen: Asbest - ASI-Arbeiten: Aktuelle Ergänzungen zu den Verfahren. Besagtes Unternehmen ist aber leider nicht in Bayern tätig.
     
  9. #9 chillig80, 23.07.2019
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    Und den asbesthaltigen Pudding entsorgst dann wo?
    Ich bzweifle gerade aus mehreren Gründen, dass das Zeug in der EU überhaupt verkehrsfähig ist. Ich würde auch mal fragen was die Entsorgung des „Asbest-Puddings“ kostet, dem kommt der Entsorger nämlich mE nicht mit den üblichen Verfahren (mahlen, verglasen, einbetonieren, deponieren) bei und dann wirds extrem teuer...
     
  10. #10 Christoph1984, 23.07.2019
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    Ja wer weiß, was das für ein Zeug ist und die Entsorgung ist in Deutschland wohl kaum möglich. Da ist die Denke in den USA vielleicht einfach anders.

    Wurde denn auch der Asbestanteil der Platten und des Klebers bestimmt?

    Beste Grüße
    Christoph
     
  11. JPtm

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    Du denkst nicht wirklich darüber nach, dort selbst abzureißen?
    Es gibt nicht ohne GrundFirmen die da mit Schleuse, Vollschutz usw. das Zeug abreiße und entsorgen. Das ist hier und da sicher übertrieben aber ganz sicher nicht bei diesen Florflexplatten.
    Ich würde nie im Leben auf die Idee kommen selbst Hand anzulegen. Im schlimmsten Fall verseuchst du dabei Dich, deine Helfer und das ganze Haus. Die Nachbarn freuen sich sicher auch wenn die das Zweug beim Lüften direkt von dir dann reingeblasen bekommen.

    Die Fasern altern nicht, verschwinden nicht. Die hast du im Haus bis du die mal wegwischst oder die durchs Lüften rausgehen. Ansonsten filtern das schön die Lungen deiner Gäste.
     
  12. #12 Christoph1984, 03.11.2019
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    Hallo,
    Ich habe den Boden erstmal ganz einfach mit Linoleum überdeckt, damit ist diese Baustelle erstmal abgehakt.
    Jetzt habe ich aber neue Funde gemacht. Die Dachdämmung besteht aus weißem bis gräulichem Dämmmaterial, das sich zwischen schwarzer Pappe befindet. Im Dachboden wurde das Material vom Foto zum oberen Abschluss lose reingestopft.
    Weiterhin bin ich auf eine Deckenplatte gestoßen. Ich dachte es wäre eine Rigipsplatte, die gestrichen ist. An der Stoßkante ist allerdings ein Faseriges Material zu erkennen, siehe Foto. Es ist weiß und hat in etwa die Dicke eines Haars, hat jemand eine Idee um was für Materialien es sich handeln könnte?
    Gruß
     

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  13. #13 JPtm, 04.11.2019
    Zuletzt bearbeitet: 05.11.2019
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    Ich nutzte an zwei Stellen im Haus die Feuerprobe (Hab die Proben aber jeweils draußen angekokelt). Wenn die Fasern verbrennen, sind zumindest diese Fasern kein Asbest.
    Ob das dann aber bedeutet, es ist doch keines drin, weiß ich nicht. Ob man früher verschiedene Fasern als Zugabe in solche Produkte reingegeben hat, hmmm ... ?

    Glühen die Fasern und bleiben erhalten wäre ich vorsichtig.
    Das heißt dann aber nicht automatisch, dass es Asbest ist. Heutige Ofenschnüre usw. sind auch recht feuersicher und das ist ganz sicher kein Asbest. Ka wo Steinwolle & Co wirklich brennen.

    Zumindest Bild zwei würde ich selbst so testen. Aber wie gesagt, draußen, Luft anhalten, kurz Kokeln und dann wegdrehen. Auf potentielle Nachbarn + Windrichtung achten! Glasfasern/wolle und sonen Zeug verschmirgeln in wenigen Sekunden.

    Das ersetzt aber defintiv keine Materialprobe für Labore!
     
  14. #14 simon84, 04.11.2019
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    Würd da überhaupt nix testen

    Materialprobe hast schon in der Hand

    in eine Tüte verpacken und verschicken

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