"Atmende" Wände

Diskutiere "Atmende" Wände im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; So kann das nicht stehen bleiben, stummel78 hat auch richtiges gesagt. Zitat aus dem Handbuch für Porenbeton: 2. Feuchteverhältnisse in...

  1. #61 Rigipser, 08.03.2010
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    So kann das nicht stehen bleiben, stummel78 hat auch richtiges gesagt.

    Zitat aus dem Handbuch für Porenbeton:

    2. Feuchteverhältnisse
    in Außenbauteilen aus Porenbeton
    2.1 Allgemeines zu Feuchtetransportvorgängen in Porenbeton-
    Bauteilen
    Ein Transport von Feuchte ist in Bauteilen in flüssiger Form
    und in Dampfform möglich entsprechend den Kapillareigenschaften
    und der Dampfdurchlässigkeit der Baustoffe und
    der treibenden Kräfte (Feuchtegefälle, Dampfdruckgefälle).
    Die Dampfdurchlässigkeit von Baustoffen ist leicht zu messen
    und der Diffusionstransport sowie Tauwasser- und Verdunstungsmenge
    relativ einfach nach dem Glaserverfahren
    zu berechnen. Anders ist es hinsichtlich des Feuchtetransports
    durch Kapillarleitung: Hier gibt es kein einfaches Rechenverfahren
    und die Ermittlung der feuchteabhängigen
    Wasserleitzahl (siehe Bild 9) ist sehr aufwendig. Möglich
    geworden ist die rechnerische Behandlung des Kapillartransports
    erst durch eine neuere Arbeit von Kießl [10]. Dadurch
    konnten experimentelle Ergebnisse und praktische Erfahrungen
    im Zusammenhang mit dem Feuchtetransport rechnerisch
    bestätigt werden.
    Die Situation der seit langem möglichen einfachen Berechnung
    von Diffusionsvorgängen im Gegensatz zu Kapillarvorgängen
    führte zu einer Überbewertung des Diffusionstransports
    in der Praxis. In vielen Fällen - insbesondere bei
    monolithischen Wand- und Deckenkonstruktionen - ist der
    Diffusionstransport gering im Vergleich zum Transport durch
    Kapillarleitung. Dies ist der Grund, weshalb in Teil 3 der DIN
    4108 - Klimabedingter Feuchteschutz - Bauteile mit ausreichendem
    Wärmeschutz aufgeführt sind, für die kein
    rechnerischer Tauwasser-Nachweis erforderlich ist.
    Nach Abschnitt 4.3.2.1 gilt dies z.B. für ein und zweischaliges
    Mauerwerk nach DIN 1053-1. Hierzu zählen Porenbeton-
    Plansteine und Planelemente. Ein Innenputz und ein
    Außenschicht wird dabei vorausgesetzt. Als Außenschicht
    werden unter anderem Putze, Verblendmauerwerk und
    angemörtelte oder angemauerte Bekleidungen genannt
    Für belüftete Dächer ist allgemein kein Tauwassernachweis
    erforderlich. Bei Dächern aus Porenbeton nach DIN 4223 ist
    auch für nicht belüftete Dächer ohne diffusionshemmende
    Schicht an der Unterseite und ohne zusätzliche Wärmedämmung
    kein Nachweis erforderlich.
    Zu Konstruktionen und Anwendungsbereichen, bei denen
    der Feuchtetransport durch Dampfdiffusion wichtig und zu
    beachten ist, zählen:
    - Leichtkonstruktionen mit nicht kapillarleitenden aber
    dampfdurchlässigen Wärmedämmschichten (z. B. Mine
    ralfaserdämmplatten);
    - Mehrschichtige, nicht belüftete Flachdächer;
    - Wasserabweisende Außenputze und Kunstharzputze, bei
    denen durch Anschluss- und Fehlstellen Feuchtigkeit in
    flüssiger Form eindringen und nur durch Diffusion wieder
    abgeführt werden kann (Regenschutz).


    http://www.bv-porenbeton.de/bvp/download/Bericht_11_scan.pdf
     
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  3. Baust

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    Ohne Zweifel, die kapillaren Transportvorgänge hat ja keiner bestritten,
    sie unterliegen aber auch Grenzen. Sowohl rein:eek:, als auch raus.:irre
     
  4. #63 stummel78, 09.03.2010
    stummel78

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    Jungs, Ihr verwirrt mich...ich habe bisher an so vielen Stellen von den kapillaren Transportvorgängen gelesen und dort eben dann auch, dass diese in weitaus höherem Maße stattfinden, als die in den letzten Jahren so vielhergebetete Dampfdiffusion...auch und gerade auf skandinavischen Seiten. Nun lasse ich es mir ausreden, bzw. sage nichts mehr dazu, weil es als falsch hingestellt wird (und ich ehrlich gesagt, nicht tiefgreifender argumentieren kann) und nun ist es doch nicht so falsch...hmm
     
  5. Baust

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    Wenn es keine kapillaren Transportvorgänge gäbe, dann gäbe es auch keine feuchten Keller.
    Darum dichtet man diese ab.

    Wenn ich die Abdichtung nachträglich an einer Feuchten Wand mache, nach zwei Jahren messe und die Wand noch nicht trocken ist, dann weiß ich das diese Transportvorgänge eben auch ihre Grenzen haben. (rein wie raus)
    Wenn Kondensatausfall über die kapillaren Transportvorgänge in den Größenordnungen nach außen transportiert würde, dann dürfte es speziell im schlecht gedämmten Altbau keine Schimmelprobleme geben.


    Grüße aus Schönebeck
     
  6. Baust

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    Gesetzt dem Fall natürlich, ich habe kein Baumurks gemacht.


    Grüße aus Schönebeck
     
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