Aufdachdämmung historischer Dachstuhl

Diskutiere Aufdachdämmung historischer Dachstuhl im Dach Forum im Bereich Neubau; Ich bin mit der Bauüberwachung eines denkmalgeschützten Gebäudes beschäftigt und vom planenden Kollegen wurde folgender Dachaufbau ausgeschrieben:...

  1. #1 Wilhelm Wecker, 18.04.2005
    Wilhelm Wecker

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    Ich bin mit der Bauüberwachung eines denkmalgeschützten Gebäudes beschäftigt und vom planenden Kollegen wurde folgender Dachaufbau ausgeschrieben:

    - Biberschwanz-Doppeldeckung
    - Dachlattung 40/60 mm
    - Konterlattung 30/50 mm
    - diffusionsoffene Unterspannbahn einschl. Abdichtung der Stöße mit Klebeband
    - aufgedoppelte Sparren 8/22 cm, Abstand ca. 1,00 m
    - dazwischen 220 mm Mineralfaser WLG 040
    - PE-Folie 0,2 mm als Dampfbremse, überlappt und verklebt
    - Dachsichtschalung 45 mm aus doppelt gespundeten Fichtenbrettern (Brandschutz)
    - vorhandene Sparren 18/18 konisch nach oben zulaufend bis 18/12 cm

    Gegen diesen Aufbau habe ich Bedenken (in Kurzform) angemeldet weil:
    - frei gespannte Unterspannbahn schlecht abgeklebt werden kann
    - während der Bauphase Gefahr des Durchlatschens besteht
    - sich die Sparren verdrehen werden
    - die Sparren keinen wärmebrückenfreien Aufbau darstellen
    - die PE-Folie den Bauzustand nicht überleben wird und als Vordeckung ungeeignet ist
    - die Schalung beim Montieren Schwierigkeiten bereiten wird, da die Dachfläche leicht verwunden ist.

    Ich hoffe, ein paar zusätzliche Argumente gegen - oder auch für - diesen Aufbau zu erhalten.
     
  2. #2 NBasque, 19.04.2005
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    Einschätzung

    nach meiner Einschätzung ist folgendes problemlos möglich:

    1.) Montage der 45 mm Fichteschalung. Hier wissen Zimmerleute schon, was zu tun ist. Leicht verdrehte Sparren müssen vor Befestigung beigezogen werden. Probleme würde ich allenfalls darin sehen, ausreichend trockene Schalung zu bekommen; die Holzfeuchte sollte sich schon im Bereich der Gleichgewichtsfeuchte bewegen.
    Alternativ könnte auch eine herkömmliche Schalung (21 mm) mit einer zusätzlichen feuerhemmenden Platte (ZSP, Promat, etc) eingesetzt werden. Diese könnte z.B. die Funktion der Dampfbremse mit übernehmen.

    2.) Eine PE-Folie ist m.E. vollkommen ungeeignet;u.a. aus Sicht der BauBG als Arbeitsplatz. Es gibt aber Dampfbremsen, die für diese Anwendung konzipiert wurden; z.B. ProClima DA.

    3.) Dienen die 8/22 Sparren nur als Abstandhalter für die Dämmung, dann könnte man wohl besser eine flächige Aufdachdämmung vorsehen; andernfalls ist die statische Bemessung maßgeblich. Trotz allem sollte zur Verhinderung von Torsion eine Sicherung mit Stichnägeln in die vorhandenen Sparren erfolgen.

    4.) Es sich genug USB-Produkte (z.B. Bauder Top Diffubit NSK) auf dem Markt verfügbar, die über ein integriertes Klebeband verfügen; insoweit ist für die Verhinderung von Unterströmung der Dämmung eine weitergehende Herstellergarantie gegeben.

    5.) Der Wärmebrückeneffekt ist zu vernachlässigen, da auf keinen Fall die Taupunkttemperatur unterschritten wird; sollte allerdings zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz verbessert werden, könnte anstelle der USB eine MDF-Platte (z.B. Glunz Agepan DWD, Egger DHF, Kronoply DP 35) zum Einsatz kommen.

    6.) Die Dimension der Konterlattung würde ich ebenfalls auf 40/60 vergrößern, um auf jeden Fall einen ausreichenden Lüftungsquerschnitt sicherstellen zu können.
     
  3. sepp

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    soweit erkennbar sind die altsparren im abstand 100 cm eingebaut.
    hier sollte man min. eine 24 mm schalung einbauen. wenn die schalung allerdings die brandschutzanforderungen (F30?) erfüllen muss (und sie das wirklich macht) ist es wohl die wirtschaftlichste lösung.
    wahrscheinlich sind die sparren nach heutigen maßstäben unterdimensioniert und nicht mehr tragfähig, deshalb wohl auch das herkömmliche system mit aufdoppeln und zwischendämmung. ein aufdoppeln unter der schalung macht wohl aus optischen gründen keinen sinn.
    die PE folie als vollkommen ungeeignet zu bezeichen kann ich nicht nachvollziehen, sie muss allerdings die anforderungen als dampfbremse erfüllen.
    ihre bedenken kann ich im moment nicht ganz teilen. sicherlich würde ich und viele andere (bei genauem wissen des sachverhaltes) auch auf andere lösungen kommen. aber dies würde auch bei jedem anderen konstruktionsdetail der fall sein.
     
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Aufdachdämmung historischer Dachstuhl

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