Ausbesserung Vordach Betonfertigteil

Diskutiere Ausbesserung Vordach Betonfertigteil im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, eine Frage an die Betonexperten: An unserem Neubau-Reihenhaus vom Bauträger ist als Vordach ein Betonfertigteil montiert....

  1. Elias73

    Elias73

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    Hallo zusammen,

    eine Frage an die Betonexperten:
    An unserem Neubau-Reihenhaus vom Bauträger ist als Vordach ein Betonfertigteil montiert.
    Leider wurden die Spundwände für die Baugrube zu dicht an den Häusern eingebracht, so dass beim Ziehen der Profile direkt vor dem Vordach mittels Rüttelbär das Vordach im Weg war und eingekürzt werden musste.
    20150517-_DSC2250-7.jpg 20150517-_DSC2233-5.jpg 20150517-_DSC2249-6.jpg

    Danach wurde der Ausbruch wieder aufgefüllt, siehe hier:
    20151029-_DSC3729-1.jpg 20151025-_DSC3669-2.jpg 20151025-_DSC3670-3.jpg

    Zusätzlich soll oben drauf noch eine Flüssigabdichtung angebracht werden.
    Wir sind nun natürlich unsicher über die Haltbarkeit dieser Nachbesserung.
    Unser SV meint, es sollte kein Problem sein. Der SV eines weiteren Käufers, der auch betroffen ist, sagt, dass die Haltbarkeit nicht gewährleistet sei, da die Abdichtung nur 1/3 bis 1/2 der Lebensdauer des Betons hätte und die Gefahr von Rissbildungen bei Frost bestünde, somit geringere Gesamtlebensdauer.

    Wie ist hier Eure Einschätzung? Und wären über die Abdichtung hinaus noch weitere Maßnahmen sinnvoll/notwendig, um wenigstens einigermaßen eine Gleichwertigkeit herzustellen?

    Sonst wäre noch evtl. die Option, das Vordach rückzubauen und durch eine Stahl-/Glaskonstruktion zu ersetzen.

    Danke, Bernhard
     
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  3. JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Was mich so ein bisschen stört ist die "Bewehrungsführung". Da sind absolut keine Eisen sichtbar.
    Das Ausfüllen ist von der Sache her schon in Ordnung, allerdings müssten zumindest jetzt Eisen zur Lagesicherung der Betonplombe(n) eingebaut worden sein. Ansonsten kann die Chose, wenn die Haftung zum Altbeton nicht in Ordnung ist (entsprechende Untergrundvorbereitung - z.B. Sandstrahlen - und Haftbrücke), rausfallen.

    Frage ist halt: Wie wurde es ausgeführt ?
    Einfach nur Beton reingegossen halte ich für grenzwertig.
     
  4. Elias73

    Elias73

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    Wir haben gestern eine Anfrage an den BT gestellt, Angaben zur genauen Ausführung zu machen und auch die Planung zur Verfügung zu stellen.
     
  5. Gast036816

    Gast036816 Gast

    ich sage mal - raus mit dem teil und einmal neu bitte!

    da hat der bauleiter aber lange auf den verbauträgern gepennt. das vordach hätte nicht angebracht werden dürfen, so lange die verbauträger nicht gezogen wurden!
     
  6. Elias73

    Elias73

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    Weiß nicht, ob man das hätte anders planen können.

    Der Grundwasserspiegel ist so hoch (1 m unter Geländekante), dass erstmal genügend Gewicht auf dem Keller stehen musste, bevor die Profile gezogen werden konnten, um Aufschwimmen des Kellers zu vermeiden. Da hier 56 Häuser gebaut wurden, hätte man dann mit dem Rohbau ab erstem Stock wohl zu lange warten müssen, bis auch Haus 56 soweit gewesen wäre. Bei ein paar Häusern hat man das aber tatsächlich mit den Balkonen so gemacht. Da ist aber auch ein großes Fensterelement, so dass es mit dem Mauern kein so großes Problem war.
    Die Rohbaufirma hatte wohl gegenüber dem BT zu Recht Bedenken angemeldet gehabt...

    Das Problem ist ja auch eher, dass die Spundwand zu dicht an die Häuser gesetzt wurde. Platz wäre gewesen, das hätte aber ein paar Profile mehr bedeutet und damit mehr Kosten. Tja, ein Fall von Kostenoptimierung an der falschen Stelle. Nun ist es noch viel teurer.
    Und sie hatten eh' noch "Glück", dass ihnen der Rüttelbär kaputt gegangen ist und sie nur einen kleineren als Ersatz beschaffen konnten, der an den restlichen Vordächern gut vorbeiging. So müssen sie "nur" 5 Dächer sanieren, sonst wären es wohl 12 -15 gewesen.
     
  7. JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Ich meine auch, dass es vermutlich sogar kostengünstiger für die Baufirma gewesen wäre, das Fertigteil zu ersetzen als es FACHGERECHT und VERNÜNFTIG instand zu setzen.

    Daher meine Frage nach der Vorgehensweise ... :shades
    (Mein Tipp: Kurz Schalung gesetzt und nachgegossen)
     
  8. Elias73

    Elias73

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    Vermutlich. Die Rechnung geht aber auf (ohne hier was unterstellen zu wollen), wenn nicht alle Käufer erkennen können (oder sich entsprechend SV holen), wie eine fachgerechte Reparatur auch unter der Oberfläche auszusehen hat. Kann man ja hier im Forum anschaulich studieren.

    Da bin ich schon auf die Antworten gespannt. Wir hatten ja recht detailliert Fragen genau in diese Richtung gestellt.
     
  9. JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Hmm, wenn ich diese Antworten nehme, müsste doch Euer (wirklich EUER ?) SV im Einzelnen wissen, wie das exakt abgelaufen ist.
    Ich verstehe nicht, wie er in Unkenntnis der Vorgehensweise der Instandsetzung seine Aussage machen konnte ... :shades
     
  10. Gast036816

    Gast036816 Gast

    dann hätte ein anderes vordach geplant und gebaut werden müssen. ein endgültiges bauteil zu zertrümmern, um ein hilfsmittel zurückbauen zu können, zeigt fehler im denkprozess.
     
  11. Skeptiker

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    oder gar das Fehlen eines Denkprozesses ...
     
  12. Thomas B

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    Unabhängig von der fachlichen Ausführung der Instandsetzung, halte ich es für optisch nicht hinnehmbar hier ein Vordach (offenkundig Sichtbeton) mit unterschiedlichen Farbschattierungen im Beton hinnehmen zu müssen. Das so herzurichten, daß man keinen Unterschied sieht (oder fast keinen) dürfte mehr als schwierig sein.
     
  13. Elias73

    Elias73

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    Tja, zwei Experten, drei Meinungen....
    Da es in der Zwischenzeit weitere Mängel und Diskussionen gab, weiß ich nicht mehr, ob unser SV den Bauleiter gefragt hat, wie genau die Instandsetzung abgelaufen ist, bevor er seine Aussage gemacht hat. Wir haben das auch wegen anderer stärker akuter Probleme bißchen vor uns her geschoben. Jetzt ist halt bald Abnahme.
    Definitiv ist aber, dass es da bisher nichts schriftlich gibt. Unser Nachbar hat aber noch eine SV für Betonschäden hinzugezogen, der eben jetzt einen detaillierten Fragenkatalog aufgestellt hat.
     
  14. #13 Ralf Dühlmeyer, 2. November 2015
    Ralf Dühlmeyer

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    Rückbau ist auch nicht SO einfach, denn das Ding scheint einen Isokorb o.ä. zu haben, der im WDVS verschwunden ist. Da geht also auch nicht viel ohne weitere Schäden zu provozieren.
     
  15. Elias73

    Elias73

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    Richtig, das ist noch ein weiteres Problem. Es wurde angekündigt, dass es noch malermäßig aufbereitet wird. Bin ich auch schon gespannt, vor allem, weil die Temperaturen jetzt auch nicht mehr so günstig sind.
     
  16. Skeptiker

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    Dem möchte ich widersprechen: Gute Betonkosmetiker können das besser und echter aussehen lassen als echten Sichtbeton. Wer Sichtbeton bestellt, sollte allerdings keine unerfüllbar hohen Erwartung an dessen Oberflächenstruktur haben, den diese ist zwangsläufig nicht homogen. Aber das führt von der Frage des TS weg, bei dem erstmal die Fachgerechtigkeit der statischen Wiederherstellung geprüft werden sollte. Dann dürfte sich die Frage nach Kosmetik wahrscheinlich schon erledigt haben.
     
  17. Skeptiker

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    "malermäßig" klingt ganz schlecht, eine Aussicht auf erträgliche Optik besteht vielleicht bei "Betonkosmetik".
     
  18. JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Den Ablauf solcher "Instandsetzungen" kenne ich anders:

    Schadensaufnahme
    Instandsetzungskonzept und -planung (Untergrundvorbereitung, verwendete Materialien, Arbeitsschritte, Nachbehandlung, Oberflächengestaltung etc. pp)
    schriftliche Freigabe durch Bauleitung, Sachverständigen etc. (ggfs. Hinzuziehung von Fachleuten, z.B. TWP)
    Ausführung der Instandsetzung mit Dokumentation (auch Fotos)
    Überwachung der Instandsetzung durch Bauleitung, Sachverständigen
    gesonderte Abnahme

    So im Groben wäre das bei Dir auch der richtige Weg gewesen.
     
  19. Skeptiker

    Skeptiker

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    Der Rückbau geht schon. Das viel größere Problem sehe ich in der Herstellung einer mit dem benachbarten Bestand ähnlichen Oberfläche in Ortbeton.
     
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  21. Elias73

    Elias73

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    Genau. Das Fertigteil hatte den Isokorb bei Lieferung schon dran. Dieser ist dann mit Bewehrung in der EG-Decke verbunden worden:
    20150223-_DSC1803-1.jpg
     
  22. Thomas B

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    Rückbau...ja. Aber wie "Neubau"??? Die in die Decke einbindende Bewehrung ist dann ja abgesäbelt. Oder man knabbert den Beton ab bis der Isokorb nackelig daliegt und betoniert ein neues Vordach komplett in Ortbeton an. Dürfte eine recht zeitaufwendige Geschichte werden. Und das Ganze ohne die fertige Fassade zu versaubeuteln.....
     
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Ausbesserung Vordach Betonfertigteil

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