Ausführung Dachdämmung

Diskutiere Ausführung Dachdämmung im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo liebe Bauexperten, bei mir steht dieses Jahr der Neubau eines EFH auf dem Plan und hätte gerne Feedback zur grundsätzlichen Ausführung...

  1. #1 lordblobo, 3. März 2014
    lordblobo

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    Hallo liebe Bauexperten,

    bei mir steht dieses Jahr der Neubau eines EFH auf dem Plan und hätte gerne Feedback zur grundsätzlichen Ausführung der Dachdämmung, weil ich dazu bisher verschiedene Meinungen gehört habe und auch die Suchfunktion im Forum nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat - meist melden sich hier anscheinend Leute, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist...

    Satteldach mit Zwerchgiebel. Ausführung Dämmung von innen nach außen Gipskarton, 4 cm Untersparrendämmung als Installationsebene, Dampfsperre, 20 cm Zwischensparrendämmung, 35mm Holzfaserplatten, Konterlattung, Traglattung, Dachziegel.

    Durch Kehlbalken soll ein Spitzboden entstehen, der lediglich als Lagerraum benutzt wird. Unbewohnt, da in der Mitte auch nur knapp 2m lichte Höhe erreicht werden.

    Der Planer hatte eine komplette Dämmung bis in der First vorgesehen, nachdem ursprünglich auch mal die Verlegung von KWL-Rohren in der Kehlbalkenlage im Gespräch war. Diese landen nun aber alle unter dem OG-Estrich, d.h. Lüftungsventile werden von unten angefahren.

    Frage: Was ist die unproblematischste Ausführung der Dachdämmung?

    Bauunternehmen: Dämmung bis in den First, in der Kehlbalkenlage bestenfalls "ein paar cm" Dämmung wegen Schallschutz.

    Zimmermann: Würde kaltem Spitzboden (aus Kostengründen Dämmung, und wenn nicht wohnlich genutzt) den Vorzug geben. Weist aber auf Schimmelgefahr bei ungedämmten Holffaserplatten hin und empfiehlt gute Belüftung. Er würde dazu die Holzfaserplatten im Firstbereich nicht komplett anstehen lassen und somit eine Belüftung über den First ermöglichen.

    Sachverständiger (Architekt): Kennt bei ungedämmten Spitzböden das Problem von Schimmelbildung an Holzfasterplatten -> unbedingt gute Belüftung nötig. Bei gedämmtem Spitzboden würde er eine zusätzliche Dampfbremse in der Kehlbalkenlage anbringen, um den Feuchtigkeitseintrag in die Kehlbalkenlage zu reduzieren (Badezimmer im OG). Nachdem dann der Spitzboden aber hermetisch eingepackt ist, würde er hier trotzdem empfehlen die Dampfbremse/Holzfaserplatten im Firstbereich offen zu lassen und eine "Zwangsbelüftung" zu erreichen. Aus dem Hintergrund, weil er bei vollgedämmten Spitzböden trotz richtiger Ausführung der Dampfbremse und auch theoretisch passenden sd-Werten schon Feuchtigkeitsschäden gesehen hat und deshalb zumindest zu Minimalbelüftung rät.

    Mein bisheriges Fazit ist, dass wohl sowohl bei Kalt- oder Warmdach eine LüftungsMÖGLICHKEIT sinnvoll ist, gerade um die Baufeuchte loszuwerden, und so habe ich zusätzliche Giebelfenster im Spitzboden vorsehen lassen.

    Bzgl. Ausführung als Kalt- oder Warmdach und damit verbundene Ausführung der Zwischendecke bin ich mir aber noch unschlüssig und wäre für Feedback dankbar.

    Gruß,
    Thomas
     
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  3. Kalle88

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    Dir fehlt irgendwie Masse... zumindestens für den sommerlichen Hitzeschutz.

    Die Aussagen deiner Fachmänner sind im groben alle zutreffend. Wobei die Belüftung im Fistbereich meißt nicht ausreicht. Eulenlöcher im Giebel, Lüfter oder eben Fenster. Bei Fenster bedenke aber, dass du auch dran denken musst da oben durchzulüften. Gerade in den ersten Jahren gehst du dort häufig hoch.

    Zur kalt-/warm-Geschichte: Ich tendiere eher zur Dämmung bis in den First, erfordert beim Planen und Richten schon etwas Gehirnschmalz damit die Luftdichtigkeitsebene auch voll durchgehen kann, ohne Unterbrechung. Steh auch weniger auf Folien, bin da eher der OSB-Fetischist, was die Luftdichtigkeitsebene anbelangt.

    Ansonsten ist es eine Frage was du willst und was dein Geldbeutel hergibt.
     
  4. #3 lordblobo, 4. März 2014
    lordblobo

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    Dann hast Du mich noch nicht gesehen ;-)

    Spaß beiseite - das war eigentlich mit ein Grund für die Zwischensparrendämmung. Zimmermann wollte (wenn es der Geldbeutel hergibt) Aufsparrendämmung mit Hartschaumplatten durchführen, gefällt mir aber mangels Masse und Schallschutz nicht.
    Ich hatte schon überlegt im Spitzbodenbereich (falls warmer Dachstuhl ausgeführt wird) OSB-Platten als Innenverkleidung zu verwenden statt Gipskarton. In der OG-Dachschräge trotzdem Gipskarton zwecks Verarbeitung/Optik. Was ist davon zu halten?

    Eine Zusatzfrage: Wenn der Spitzboden komplett mitgedämmt wird, wie sollte die Kehlbalkenlage gedämmt/"dampfgebremst" werden? Meiner Meinung nach ist dann auch unbedingt eine Dampfbremse in der Kehlbalkenlage nötig - mindestens bei Feuchträumen (Badezimmer), am besten komplett - richtig?

    Was ich will: Einen möglichst trockenen Dachboden, den ich sinnvoll als Lagerraum nutzen kann... ob ich mit kalt/warm leichter and Ziel komme, ist mir bisher nicht ganz klar, bzw. scheinen sich bei fachgerechter Ausführung beide Varianten nicht viel zu nehmen ?!?.

    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  5. Kalle88

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    Lass die Finger davon, dass ist noch irgendwie nicht richtig ausgereift.


    OSB Als Innenverkleidung? Doofe Idee. Wenn du ne alt. zu Gipsfaser oder Gipskarton haben willst, dann wären die Sauerkrautplatten (Holzwolleleichtbauplatten) eine Möglichkeit. Dürften aber auch wesentlich mehr auf den Geldbeutel gehen.


    Maximal aus Schallschutzgründen, wenn darüber mal Wohnbereich entstehen soll. Ansonsten: Heizung und Lüften brauch es da oben dann ;). Luftdichtigkeitsebene braucht es da dann nicht.

    Kalt ist günstiger, da die Fläche die gedämmt wird geringer ist und es verringert das zu beheizende Volumen. Warm: Mögliche Fehlerquellen werden vermieden (Idiotensicherer). Ist am Ende eine Frage, wie ich den Raum nutzen will, ob ich das bezahlen will und auch ein wenig Geschmackssache. Scheiterts an der Planung, gehst du mit beiden Varianten "baden" ;)
     
  6. #5 lordblobo, 4. März 2014
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    Eben das ist der Punkt - Wohnbereich soll es nicht werden, Heizung gibt es dort oben nicht. Es würde eben nur der Einfachheit halber bzw. als temperaturstabilerer Lagerraum mitgedämmt werden.

    Wo liegt mein Denkfehler? Wenn also der Spitzboden mitgedämmt wird und die Zwischendecke nicht... wandert mir dann ohne Dampfbremse nicht die Feuchtigkeit aus dem OG durch die Zwischendecke und fällt im Spitzboden aus, d.h. feuchter Spitzboden bzw. u.U. schimmelnde Zwischendecke?

    Bzw. wenn man als Schallschutzgründen die Zwischendecke mitdämmt, wird das Problem deutlich verschärft und ohne aktive Belüftung im Spitzboden endet man bei Feuchte & Schimmel?

    Vielen Dank bisher für die Antworten, irgendwo hab ich bzgl. der Zwischendecke wohl noch einen Knoten im Gehirn...

    Gruß,
    Thomas
     
  7. Kalle88

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    Dann ist die Sache doch klar, was gemacht werden muss. Dein Spitzboden ist eben NICHT ein Keller und wird es auch nicht seien.
    Dein Denkfehler liegt darin, dass du nicht nachvollziehen kannst wo deine thermische Hülle anfängt und aufhört. Du proizierst hier Problemfälle die theoretisch wie praktisch nicht vorhanden sind. Und eben auch darin, dass das Prinzip noch nicht vollumfänglich verstanden wurde. Was nicht schlimm ist, man aber eben Leute brauch die davon Ahnung haben. Das am Ende sollten dann deine Planer sein. Warm geht eben nur mit Heizung - vereinfacht gesagt. Kompliziert geht es auch ohne, dann spielt aber die Erwärmung der Raumluft über die Geschossdecke eine Rolle. Wenn man dann oben keine kalten Bauteile hat, die erheblich kühler sind als Raumluft, dann fällt prinzipiell auch kein Tauwasser aus.

    Was aber nicht bedeutet, dass es dort oben nicht schimmeln könnte. Denn das wäre wieder ein anderes Thema ;)


    Jop, es ist eben "Wohnraum" wenn auch es kein richtiger "Wohnraum" ist. Unterliegt aber nun mal dem anzuwendenden Nutzerverhalten (Lüften und Heizen).


    Mache es als kalt Konstruktion, beachte die Spielregeln und alles wird gut. Willst du ein Lagerstätte, dann baue einen Keller/ Anbau ;)
     
  8. #7 lordblobo, 4. März 2014
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    Ja nee, das und die physikalischen Zusammenhänge sind mir schon klar (z.B. Taupunktverschiebung im Spitzboden durch zusätzliche Dämmung Zwischendecke). Mein Fehler liegt aber wohl in zu viel Theorie und alles mit einem Ansatz erschlagen wollen.

    Deine Ausführung hat mir verdeutlicht dass ich wirklich vom Nutzungsverhalten ausgehen muss und die dazu passende Lösung wählen, ohne "was wäre wenn...".

    Vereinfacht zusammengasst: Warmer Spitzboden bei Nutzung als Wohnraum und damit verbundenem Heizen/Lüften normalerweise kein Problem. Bei Nutzung als Lagerraum sollte es ohne Dämmung in der Zwischendecke auch noch funktionieren, weil komplett in thermischer Hülle. "Sollte" deshalb weil nach wie vor Feuchtigkeit in den Spitzboden gelangt und dort Luftaustausch = Lüften nötig ist, egal ob manuell oder anderweitig (z.B. Anbindung an KWL). Auf alle Fälle mit Aufwand und (Mehr)kosten verbunden.
    Dämmung in der Zwischendecke macht bei unbewohntem Spitzboden keinen Sinn, weil man durch die Taupunktverschiebung im Spitzboden grundlos eventuelle Probleme verschärft.

    Sicher(ere) Ausführung bei nicht bewohnt ist wohl kalt & belüftet. Warm *kann* klappen, ist bei dem Nutzungsverhalten aber riskanter und auf alle Fälle mit mehr Kosten und Aufwand verbunden, deshalb also wenig sinnvoll.


    Kalle, vielen Dank - auch für die klaren Worte. Schöne Grüße in den Norden!

    Gruß,
    Thomas
     
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  10. #8 gunther1948, 4. März 2014
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    hallo
    was willste denn permanent da mit schallschutz und wie oft tanzt du denn dadrauf rum?
    vorschlag:
    aussendämmung zieh ich vor bestehend aus einer holzfaserdämmung + pur-dämmplatten dicke je nach anforderungen.

    gruss aus de pfalz
     
  11. #9 lordblobo, 5. März 2014
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    Das war eben eine der Empfehlungen, die ich bekommen hatte, "ein paar cm Dämmung in der Zwischendecke als Dröhnschutz." Also nicht Schallschutz ggü. Spitzboden, sondern um Dröhnen durch Hohlraum zu vermeiden.

    Ist aus meiner Sicht aber Schwachsinn weil "die paar cm" Dämmung ordentlich Feuchtigkeit aufnehmen können und durch die Dämmung auch eine Temperaturänderung und Taupunktverschiebung im Spitzboden mit einhergeht - soweit mein Verständnis als Baulaie, aber mit Kenntnis von grundsätzlicher Physik...

    Gruß,
    Thomas
     
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