Auslegung LWP - bei 50 Grad??

Diskutiere Auslegung LWP - bei 50 Grad?? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Moin liebes Forum, ich traue mich nach zehn Jahren an ein neues Projekt, nennen wir es ebenerdigen Bungalow. Der Bungalow wird 160m2 haben,...

  1. #1 abrosda, 20.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 20.08.2017
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    Moin liebes Forum,

    ich traue mich nach zehn Jahren an ein neues Projekt, nennen wir es ebenerdigen Bungalow.

    Der Bungalow wird 160m2 haben, moderne Aussenwanddämmung, dreifach Verglasung, ich glaube 18cm Sparrendämmung, usw.
    Der Heizungsbauer hat folgende Idee: Fussbodenheizung verlegt in Noppenplatten, zusätzliche Dämmung, bla blubb.

    Es soll eine Brötje BLW 8 mit einem Multifunktionsfrischwasserspeicher MTL WP 500.
    Laut letzter Besprechung, soll stattdessen eine 600l Speicher zum Einsatz kommen, der mit ca 55Grad läuft. An dieser Stelle habe ich ein Verständnis problem gehabt und zweimal nachgefragt.... Speicher ca. 50 Grad, das Trinkwasser soll durch einen Wärmetauscher im Speicher erwärmt werden.

    Wenn ich mir die Spezifikation der LWP ansehe, dann ist diese bei 50-55 grad eine reine Stromheizung. Der "Boiler" soll ein Takten der Pumpe verhindern, da diese die Leistung nicht modulieren kann.

    Für mich als nicht Profi, hört sich das mehr als schlecht an. Die Anlage soll mit Fussbodenheizung 27.000 € kosten.
    Eine SWWP soll laut Anbieter nochmal 3000 euro teurer sein, zzgl Erdarbeiten.

    Mich Interessiert, ob ich mit der Vermutung "Stromheizung" richtig liege.

    MeineVorstellung ist eine WP mit Flächenkollektor, Platz ist ausreichend vorhanden, die Fläche ist sogar schon auf 50 cm ausgekoffert. Kosten um die fläche auf 1,5m auszukoffern, liegt bei ca 180€, zuschütten und glätten müssen wir eh, kostet noch mal 180€. Warmwasser entweder über WP oder eine Extra Wp mit Innenaufstellung.

    Ich habe bis jetzt keine Möglichkeit gefunden, eine WP mit einer KWL zu verheiraten, entweder suche ich falsch, das geht nicht, oder man macht es nicht?

    Ach so, der Haushalt wird maximal drei Personen haben.

    An der Anlage ist eine ERR verbaut, mit ganz viel tollen Stellmotoren etc, muss das eigentlich sein? Unser jetziges Haus hat eine manuelle ERR und nach einmal einstellen von niedrigeren Temperaturen im Schlafzimmer, habe ich diese nie wieder angefasst.

    Gruß
     
  2. #2 Leser112, 21.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 21.08.2017
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    Warum gerade dieses Gerät bzw. Hersteller?
    Wie hoch ist denn die Heizlast nach DIN12831?
    Von „Multifunktionsspeichern“ rate ich dringend ab.
    Für den Heizkreislauf benötigt man bei fachgerechter Dimensionierung meist keinerlei Pufferspeicher.
    Für die WW-Bereitung existieren zwei Lösungen.
    1. Der indirekt beheizte Speicher, der „wärmepumpenfreundlich“ sein sollte.
    2. Pufferspeicher mit WT und Friwa.
    [​IMG]
    Was hier sinnvoll bzw. notwendig ist, ergibt sich aus der Grundlagenermittlung.
    Ich verwende bei meinen Planungen nur vollmodulierende Splittgerät, wo mir die vollständigen COP u. Heizleistungskennlinen = f(AT, VLT) vorliegen.
    So pauschal betracht, Nein.
    Jede WP, völlig unabhängig von der Art der Quelle, reagiert auf großen Temperaturhub zwischen Quelle und Senke mit einer geringen AZ, was völlig normal ist.
    Beim Heizbetrieb achtet man daher bei der Dimensionierung auf geringe VLT zu den meist FB/W Heizflächen (30..35°C). Für die WW-Bereitung auf geringe Stütz- bzw. Bevorratungstemperaturen (45…50°C).
    Mit Ausnahme bei PH, ist je nach Nutzerverhalten (Grundlagenermittlung), der Energiebedarf für den Heizbetrieb überwiegend, der für die WW-Bereitung dagegen nachrangig.
    Auch SWP sind für die WW-Bereitung daher „Stromheizung“.
    Ohne Kenntnis der tatsächlichen Energie- u. Leistungsbedarfe, lässt sich hierauf wohl keine belastbare Antwort geben.
    Ich plane/dimensioniere alle Arten von Heizungsanlagen mit unterschiedlichsten Wärmeerzeugern. Bei WP Anlagen zunehmend vollmodulierende LWWP. SWP lohnen meist, wegen des hohen Aufwands für die Quellenerschließung, nur bei höheren, tatsächlichen Energiebedarfen für Hzg u. WW. Hierbei muß die Quelle jedoch ausreichend belastbar bzw. ermüdungsfrei ausgelegt sein.

    [​IMG]

    [​IMG]
    Bsp:
    Im Rahmen meiner Gutachtertätigkeit wurde ich bei einem Bestands-Verkaufsobjekt mit der Beurteilung einer vorhandenen, mitbezahlten Solequelle beauftragt (2 x 60m Tiefenbohrung, Doppel-U). Nach Durchführungen meiner Belastungsmessung hat sich ergeben, dass die Quelle zu schwach für die notwendigen Anforderungen des Gebäudes/ Nutzerverhalten ist.
    Oberflächennahe Quellen (Flächen-, oder Grabenkollektoren in verschiedenster Ausführung), sind zwar preiswerter als Tiefenbohrungen, aber erheblich leistungsschwächer und anfälliger hinsichtlich Leistungsermüdung. Die Bedeutung des dauerhaften Kontaktes zwischen Kollektorrohr und des umgebenden Erdreichs ist meist unzureichend.
    Sicherlich nicht völlig sinnfrei werden heute Tiefenbohrungen, mit wärmeleitendem Material verpresst!
    Das geht selbstverständlich, macht aber nur bei echten PH wirtschaftlich Sinn.
     
  3. #3 abrosda, 21.08.2017
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    Also die WP ist nicht meine/unsere Idee.
    Meine Idee ist eine Wasser/Wasser Wärmepumpe mit Kollektoren.

    Wenn ich die Daten des Hauses in einen Heizlastrechner eingebe, dann komme ich bei einem Ut von 0,3 auf 7,3KW.

    Das Mauerwerk besteht aus 17,5cm Porenbeton und 2*6cm Steinwolle mit WLG 035.
    Das Dach hat 200mm Glas/Steinwolle mit WLG 035.

    Die Fenster sind 3fach verglast, mit Ug= 0,6

    Mit der Berechnung der Fensterflächen tue ich mich schwer.

    Der Installateur hat auch eine dezentrale KWL eingerechnet, ich vermute aus Kostengründen. Habe die Daten in den Heliosplaner eingegeben und komme auf ca. 9t€ Materialkosten.
     
  4. #4 Leser112, 22.08.2017
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    Quelle Luft:
    Hier kenne ich:
    Luft-Wasser WP, Luft-Luft WP, Abluftwärmepumpen.
    Quelle Wasser:
    Sole Wärmepumpen, Grundwasser Wärmepumpen mit Förder- u. Schluckbrunnen.
    Erdwärme- oder Grundwasser WP lohnen nur bei hohem tatsächlichen Energiebedarf für Heizung und WW-Bereitung, wie man sicherlich den Grafiken entnehmen kann.
    Man sollte diesen zuvor in einer Grundlagenermittlung feststellen lassen, bvor man sich für eine Anlagenkonfiguration entscheidet.
    [​IMG]
    Ein zulässiger Heizlastrechner, welcher die Normheizlast nach DIN 12831 (ausführliches Verfahren) liefert, ist mir nicht bekannt.
    Meist sind das Online -Tools nach dem vereinfachten Verfahren, was nicht mehr zulässig ist.
    Zudem sind die jeweiligen AGB (Haftungsbeschränkungen) zu beachten. Meist steht da in etwa:
    „Alle Angaben und Berechnungen dienen nur der Information und müssen vor einer Nutzung von einer sachverständigen Person überprüft werden.“

    Hier ist nicht Ug, sondern Uw zu berücksichtigen.
    Bei modernen Gebäuden hat eine Lüftungsanlage erheblichen Einfluß auf die Normheizlast sowie die Raumheizlasten und damit auf die Heizflächendimensionierung sowie Rohrhydraulik.
    Wenn also KWL m/o WRG vorgesehen ist, sind raumweisen Luftmengen in der Heizlastberechnung zu berücksichtigen, unabhängig, ob zentral oder dezentral.
     
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