Auswirkung zu hoher Betoniergeschwindigkeit bei Doppelwänden?

Diskutiere Auswirkung zu hoher Betoniergeschwindigkeit bei Doppelwänden? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, ich hoffe als Laie eine erste Einschätzung bekommen zu können. Wir haben vor einigen Tagen unseren Fertigkeller bekommen, d. H....

  1. #1 Zebra72, 08.10.2022
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    Hallo Zusammen,

    ich hoffe als Laie eine erste Einschätzung bekommen zu können. Wir haben vor einigen Tagen unseren Fertigkeller bekommen, d. H. zwei Elementwände (+Kellerdecke), aufgefüllt mit Ortsbeton. Die Elementwände sind 6 und 5 cm dick, dazwischen 13 cm Platz für den Ortsbeton.

    Auf dem Wandstellplan steht, dass die Betoniergeschwindigkeit höchstens 50cm/h betragen darf. Die Geschosshöhe beträgt 2,74m. d. H. der gesamte Betoniervorgang hätte mindestens 5,48 Stunden (274cm/50cm) dauern müssen. Die Betonpumpe stand jedoch nachweislich maximal 3,5 Stunden am Grundstück. Ungeachtet der Rüstzeiten muss die Betoniergeschwindigkeit mindestens 78cm/h betragen haben.

    Zudem steht als Hinweis, dass der Ortsbeton in gleichmäßigen, waagerechten Lagen zu Schütten ist. Auch dies war nicht der Fall. Es wurde an einer Seite angefangen und die einzelnen Wandsegemente bis zur anderen Seite jeweils komplett hoch gefüllt.

    Die Temperatur vor Ort lag in der Zeit bei 3 bis 10 °C

    Möglicherweise sehe ich die Hinweise zu skeptisch und sollte mehr Vertrauen haben, daher wollte ich gerne hier nach einer ersten Einschätzung fragen.

    Vielen Dank.
     
  2. SIL

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    Erste Frage WU ? Zweite Frage was für Beton ?Wenn kein WU , dann ist sicher die Verdichtung nicht sonderlich, etwas Entmischung - aber bei einem EFH was ich annehme ist diese 'Füllung' auch wenn nicht mehr so homogen vernachlässigbar, mangelhaft ist es trotzdem in beiden Einbaufällen.
     
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  3. Yilmaz

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    Was stört Ihnen dabei speziell?

    Mehr Details wären hilfreich
     
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  4. #4 Zebra72, 09.10.2022
    Zebra72

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    Es handelt sich zwar um keine WW, die Fertigteile sind aber aus WU Beton, für den Ortsbeton ist dies nicht explizit vereinbart. Der Keller muss insgesamt den Lastenfall Bodenfeuchte aushalten.

    Mich stört nichts Spezielles. Ich habe nur bemerkt, dass nicht nach Herstellerangaben gearbeitet wurde. Ich kann als Laie aber nicht beurteilen, ob es gravierende Auswirkung hat, dass die Fließgeschwindigkeit deutlich zu hoch war und auch nicht in Lagen gearbeitet wurde. Wenn das kein Problem ist, kann ich damit leben. Aber eigentlich werden Verarbeitungshinweise auch nicht aus Spaß angegeben.

    Und ja, es handelt sich um einen Keller für ein EFH.

    Welche weiteren Details wäre noch wichtig?
     
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  5. Yilmaz

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    Die Betoniergeschwindigkeit wird vom Hersteller angegeben damit die Wände beim Betonieren nicht auf einmal zu viel Druck abbekommen und Platzen. Kommt öfters vor!!! Somit kann der Hersteller sich aus der Gewährleistung freisprechen wenn dies nicht eingehalten worden ist.
    Technisch würde ich das auch nicht als Problem sehen wenn passender Körnung genommen wurde.
    Wenn mein Mitarbeiter das so ausführen würden würden sie von mir anschieß bekommen da die Sanierung von solche geplatzte Wände sehr aufwändig ist…
     
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  6. #6 Zebra72, 09.10.2022
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    Danke für die Einschätzung. Ich habe heute innen und außen geschaut und tatsächlich einen großen Riss gefunden... So wird das nicht mehr wasserdicht sein :( habe mal 2 Fotos angehängt.. 3.jpg 2.jpg
     
  7. Yilmaz

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    Es sind Risse die durch Transport oder beim Versetzen entstanden sind…
    Die Firma kann von Glück reden das da nichts auseinander gegangen ist…

    Was für eine Abdichtungskonzept ist vereinbart?
    Kein WU Bauteil? Gegen Lastfall Bodenfeuchte muss ja dann abgedichtet werden!?
     
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  8. #8 Zebra72, 09.10.2022
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    Ich war der Meinung, dass der Riss direkt nach dem Stellen nicht war, kann mich aber irren.

    Die Elementwände sind aus WU Beton und die Fugen werden abgedichtet, genau. Als quasi Zebrawanne.
     
  9. Yilmaz

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    Solche Stellen werden dementsprechend Behandelt und Abgedichtet
     

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  10. #10 Zebra72, 09.10.2022
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    Besten Dank! Dann bin ich beruhigt. Ansonsten konnte ich keine Schäden entdecken.
     
  11. SIL

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    Alles muss dort 'abgedichtet' werden , es handelt sich ja um keine WU Konstruktion, es handelt sich um einen Keller - die Bauwerksabdichtung gehört nun überall hin, die reinen Fugen und Ecken/Stösse zu dichten reicht nicht aus ggf sogar die BPL mit
     
  12. Yilmaz

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    Was vereinbart und was hergestellt worden ist werden wir wohl nie erfahren
     
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    Kann sein ...Yilmaz hast du wieder abgedichtet ohne mechanische Vorbereitung, ich sehe dies auf dem Foto nicht :hammer: oder hast auf WU als 'Angst' noch nachgearbeitet...
     
  14. #14 Zebra72, 09.10.2022
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    genau vertraglich vereinbart ist das Abdichten der Außenfugen (vert. und horiz.) im erdangefüllten Bereich (der Keller ist komplett unter der Erde) gegen Bodenfeuchte. Zudem eben, dass die Außenschalen aus WU Beton hergestellt sind und das beim Lastfall Bodenfeuchtigkeit kein zusätzlicher Flächendämmung erforderlich ist. Dies ist nach Bodengrundgutachten bei uns ausreichend.
     
  15. SIL

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    Deine Schalen sind kein WU ! Nur weil eventuell die Halbfertigteile im Werk als WU deklariert sind ( sind heutzutage fast eh alle , auch ohne weiteres) hast du keine WU Wand! Aber wenn alle so zufrieden sind , sei es so
     
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    @Zebra72 wir wollen dir keine Angst ...oder dich aufregen , aber hier ist dringend deine Rücksprache mit deinem Planer / Arch BL gefordert , wenn deine Aussagen soweit zutreffend sind oder die Angaben des Bodengutachters ...sehe ich hier erstmal kein Abdichtungskonzept gleich welcher Art , als weitere Überlegung dein Keller - alles was dort vermurkst wird, ist später sehr kostenintensiv zu beheben, nur als Empfehlung.
     
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  17. #17 Zebra72, 09.10.2022
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    Danke für die klaren Worte! Dass die gesamte Wand kein WU ist, ist mir bewusst. Dafür hätte ich die Ausführung als weiße Wanne beauftragen müssen. Aber unter "Außenschale sind aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt" hätte ich schon verstanden, dass durch die 6cm dicke Außenschale kein Wasser kommt, sondern höchsten durch die Stöße (oder wie jetzt, durch den Riss). Wenn man "wasserundurchlässigen Beton" eh nicht wörtlich nehmen darf und das Wasser durchsickern kann, dann sind wohl auch die Risse egal und ich habe mich "reinlegen lassen" und muss so oder so mit einem feuchten Keller leben. :(
     
  18. SIL

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    Ich empfehle dir nochmals mit dem Planer Rücksprache zu halten und jetzt ist alles noch unverfüllt , insofern könnte man falls notwendig noch 'heilen'.
     
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  19. #19 Zebra72, 09.10.2022
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    Jetzt haben wir gleichzeitig geschrieben. Zum Bodengutachten ist noch zu sagen, dass eine Drainage empfohlen wurde, die wir auch legen lassen. Für mich klang das alles nach Hand und Fuß... Wenn der Kellerbauer sagt, dass ich nur bei drückenden Wasser Probleme bekommen könnte und das Bodengutachten sagt, dass ich kein Grundwasser habe und das Niederschlagswasser mit einer (natürlich funktionierenden) Drainage gut abfließen kann (die Baugrube wird zudem mit Schotter verfüllt), ging ich von aus, dass der Keller trocken bleibt. Ich hatte mir jetzt bloß Sorgen wegen des Risses/dem zu schnellen betonieren gemacht.
     
  20. #20 Zebra72, 09.10.2022
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    Ich werde den Planer natürlich zum Riss und der Betoniergeschwindigkeit befragen.
     
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