Bau mit Architekten versch. Fragen - BSB und VPB notwendig??

Diskutiere Bau mit Architekten versch. Fragen - BSB und VPB notwendig?? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Guten Tag zusammen, ich lese hier nun seit geraumer Zeit stillschweigend mit. Nun ist die Zeit gekommen, bei der es auch bei uns langsam konkret...

  1. #1 Szoecske, 4. April 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. April 2015
    Szoecske

    Szoecske Gast

    Guten Tag zusammen,

    ich lese hier nun seit geraumer Zeit stillschweigend mit. Nun ist die Zeit gekommen, bei der es auch bei uns langsam konkret wird und ich mich gerne von Euch informieren lassen möchte.

    Projektgegenstand:

    Wir planen auf einem 18,5 Meter breiten und 25 Meter tiefen Bauplatz ein EFH in 1,5 geschössiger Bauweise mit Keller im Lankreis Esslingen zu erstellen. Besonderheiten am Bau sind ein ins Satteldach teilweise integrierter Wintergarten mit Gallerie und wasserdichter Keller der benötigt wird (Weisse Wanne steht bereits im Bebauungsplan). Das Haus soll im EG und OG ca. 180qm Wohnfläche ergeben.

    Projektparter:

    Nach langem Hin- und Her haben wir uns entscheiden, den Bau zusammen mit einem Architekten durchzuführen und jedes einzelne Gewerk über den Architekten selbst zu beauftragen bzw. zu bezahlen. Wir gehen davon aus, dass dadurch der Architekt - der auch Bauleiter sein soll - eher zu unserem Vorteil handelt als ein Bauträger / GU. Außerdem erhoffen wir uns eine transparentere Beratung und Kostenersparnis (Kostenrisiko auszulagern kostet mE eben auch Geld).

    Architekt:

    Der Architekt für den wir uns entschieden haben ist ca. 55 Jahre alt und hat nach eigenen Angaben in den vergangenen 10 Jahren der Selbständigkeit ca. 50 EFH gebaut. Außerdem bietet er auch schlüsselfertiges Bauen (über die GmbH der Lebensgefährtin) an. Der Architekt selbst hat innerhalb der Familie bereits vor einigen Jahren die Aufstellung eines B.... Z..... Fertighauses überwacht und zur großen Zufriedenheit der Bauherren gearbeitet. Der Architekt ist im Dorf in dem wir bauen (ca. 9000 Seelen Gemeinde) bekannt und uns zudem - auch aufgrund seiner angeblich guten Referenzen - von einem Arbeitkollegen meines Vaters empfohlen worden, der derzeit mit unserem Architekten ein Bau durchführt. Er arbeitet (mehr oder weniger alleine) von einem Home-Office aus, so dass sich nach meinem Verständnis die Büro und Verwaltungskosten gering halten (die ich ja indirekt mitbezahlen muss).

    Unsere eigene Erfahrung hat gezeigt, dass die zwei bisher kurzfristig vereinbarten Planungstermine eingehalten wurden und der zugesicherte Entwurf vorzeitig in unserem Briefkasten war (Termintreue ist mE sehr gut). Für den nächsten Grundriss den er ausarbeitet hat er um 14 Tage Bearbeitungszeit gebeten. Hinsichtlich des Grundriss würde ich mich nochmals melden, sobald dieser einigermaßen steht.

    Das Architektenhonorar wollte er pauschal abrechnen - zwischen EUR 20.000 und 30.000 (netto). Nach HOI Mittelgebühr wollten andere dafür ca. EUR 45.000 (netto) abrechnen. Ist das jetzt Käse aus der Mausefalle?

    So nun zur eigentlichen Frage: Würdet ihr anraten trotzdem einen unabhängigen Baugutachter vom Bauherrenschutzbund oder Verband Privater Bauherren hinzuzuziehen oder kann man sich diese geschätzen EUR 4.000 sparen?

    Sollte ich mit meinen Statements zuvor völlig daneben liegen, wäre ich für Hinweise dankbar.

    Schöne Grüße,

    Szöcske
     
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  3. mls

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  4. R.B.

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    Auch wenn das einige Architekten nicht so gerne hören, aber nicht alles was günstig ist, muss Käse in der Mausefalle sein. Auch ein Architekt unterliegt wirtschaftlichen Zwängen, und wenn die Kasse leer ist, und ein Stapel Rechnungen auf dem Tisch liegt, dann wird jeder überlegen ob es nicht besser ist 20 oder 30T€ in die Kasse zu spülen, anstatt nur Angebote über 45T€ zu schreiben, die dann aufgrund des Wettbewerbs sowieso in der Tonne landen.

    d.h. Wenn Dein Architekt vorab ein Honorar zwischen 20T€ und 30T€ schätzt, dann muss das nicht automatisch falsch sein oder darauf hinweisen, dass Du über den Tisch gezogen wirst (sprich nicht die erwartete Leistung bekommst). Wichtig ist, dass beide Seiten den Leistungsumfang genau festlegen, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt.

    Ob man dann noch einen unabhängigen SV hinzuzieht, darüber könnte man diskutieren. Wenn Du schon einen "eigenen" Architekten hast, dann gehe ich mal davon aus, dass er weiß was er tut. Da könnte man vielleicht noch überlegen für Gewerke in denen er nicht fit ist, einen externen Sachverstand hinzuzuziehen, ansonsten würde ich mich auf "meinen" Architekten verlassen.
    Problematisch könnte das nur werden wenn er gleichzeitig auch noch mit der/den ausführenden Firmen verheiratet ist. Dann dürfte die Unabhängigkeit doch sehr eingeschränkt sein. ;)
     
  5. #4 Gast036816, 4. April 2015
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    als auftraggeber sollte man dann trotzdem fragen, welche honorar(teil)leistungen er weglässt, damit am ende ein auskömmliches honorar übrig bleibt. bei der differenz sollte man schon mal nachdenken.

    die bauherrenschutzbundvertreter und mitarbeiter der sonstigen buchstabenorganisationen solltest du lieber nicht konsultieren.
     
  6. Thomas B

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    Da magst Du Recht haben, jedoch dürfte es die drohende Pleite wohl nur kurzfristig hinauszögern. Wir wollen einmal annehmen, daß die Vielen richtig liegen, daß sie alle korrekt gem. HOAI kalkuliert haben. Ob jetzt der Mittelsatz angemessen wäre, ob es eher der Viertel- oder gar der Mindestsatz hätten sein müssen, wissen wir hier jetzt nicht. Also glauben wir mal es sei korrekt.

    Das heißt dann, daß der günstig Anbietende einen stolzen Nachlaß von 45% einräumt. Ich kannte 20% auf Alles (außer Tiernahrung). Jetzt heißt es 20% auf Alles, auf Architekten 45%???

    Wer einen Nachlaß von 45% einräumt (und das nicht, weil guter Kumpel und nur mal ausnahmsweise, sondern grundsätzlich) muß entweder sehr viel mehr Projekte stemmen, was aber nicht geht, weil der Tag ja auch nicht 45% länger ist. Oder er muß eben schlanker arbeiten. Dann kann es tatsächlich gehen! Dann gibt es eben 1 x die Woche einen Baustellentermin, der Entwurf muß schnell sitzen (keine 5...6...7 Versuche...), die Werkplanung sollte mit den bereits entwickelten Standarddetails (Traufe, Ortgang, Sockel, was auch immer hinkommen, welche man mittels copy&paste flugs auf den Werkplan erbricht. Das muß dann nicht schlecht sein. Aber weiß man vorher ob es so laufen kann. Was ist, wenn's am Bau hakt, der Baugrund schwierig, die Gründung ebenso, der Keller als WW ausgeführt werden muß, usw. usf. Dann geht das Konzept sehr schnell nicht mehr.

    Noch was (nichts gegen den Kollegen!), aber "...und der zugesicherte Entwurf vorzeitig in unserem Briefkasten war...." ist genau so ein Punkt. Entwurf in die Post (gerne auch per Mail) und weg damit. Schon viel zeit gespart. Ich präsentiere meine Entwürfe, erkläre warum ich dies und jenes und gerade nicht dies und das mir gedacht hatte, erläutere die Ansichten, warum so streng/ verspielt/ geschlossen/ offen/ massiv/ leicht/.... Das aber kostet auch schon wieder Zeit....
     
  7. Szoecske

    Szoecske Gast

    Ich habe das Thema angesprochen und bestätigt bekommen, dass es sich dabei um das Komplettprogramm handelt (natürlich ohne Ingenieursleistungen jedoch inkl. Bauleitung). Wir haben uns in diesem Zuge auch nochmals um das Thema Architektenhonrar unterhalten und sind auf die Stundensätze zu sprechen gekommen. Er meinte dabei auch, dass teilweise Stundensätze von ca. 55 Euro realisert werden.
     
  8. Thomas B

    Thomas B

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  9. R.B.

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    Ich wollte damit nur sagen, dass man nicht automatisch davon ausgehen muss, dass der günstigere Preis eine Niete ist. Es kann viele Gründe geben warum der Preis günstiger ist, und wenn der Bauherr pflegeleicht ist, kann sich das auch für den Architekten rechnen. Dass der TE dafür nicht das all inclusive Paket bekommt dürfte wohl klar sein, aber vielleicht braucht er das ja auch gar nicht.

    Vielleicht gibt´s letztendlich doch nur 1-x, oder das Haus wird besonders einfach gestrickt, oder was weiß ich. Man muss halt miteinander reden und die Details klären.

    Der Architekt ist direkt vor Ort, hat bereits für die Familie gearbeitet, und so lange im Hausflur nicht die gepackten Koffer stehen und darauf ein One-Way Ticket liegt, würde ich ihm einfach mal etwas Vertrauen entgegenbringen. Es sollte auch kein Problem sein sich umzuhören und ein bisschen zu informieren, ein 9.000 Seelen Dorf ist ja keine Großstadt.

    Ja, das real life unterscheidet sich schon ein bisschen von der Theorie. Mich wundert das Angebot des Architekten nicht, und ich würde jetzt auch nicht gleich vermuten, dass er mich über den Tisch ziehen will.
     
  10. Szoecske

    Szoecske Gast

    Der Architekt hat ein Großteil seiner Baustellen im gleichen Ort, die er alle grds. täglich abfährt. Er meinte er würde im Jahr ca. 5 bis 7 Baustellen betreuen. Wie er das zeitlich hinbekommt??? Der Tag fängt nachweislich morgens um ca. 6:30 Uhr an (Eingang Antwort auf E-Mail) und endet teilweise Abends um 19:00 Uhr und später.

    Zur Planung: Er hat uns den Grundriss vorab per Post zugesandt und wir haben einen Termin zur Besprechung vereinbart, sodann Änderungen besprochen und den Folgetermin vereinbart. Der gelieferte Grundriss machte auf mich einen durchdachten Eindruck - zumal ohnehin individuell wegen unserer Gallerie. Er hat im letzten Telefonat von sich aus angesprochen, dass es noch einige Termine bedarf, bis wir mit dem Grundriss final sind. Unsere Besprechungstermine finden je nach unserem Wunsch bei uns Zuhause in Stuttgart statt, beim Architekten oder sonst wo in der Nähe.

    Im Vergleich zu dem Architekten der EUR 45.000 veranschlagte (und wir nicht wollten) sah das Paket wie folgend aus:

    Die Bauplanung selbst wird mit dem erfahrenen Architekten und junge Hochschulabsolventinnen ausgearbeitet. Es gibt ein 3D Model vor Baugesuch. Die Bauleitung, vergabe der Gewerke und Betreuung wird sehr wahrscheinlich ebenfalls von Hochschulabsolventinnen durchgeführt. Diese können sich teilweise auf der Baustelle nicht durchsetzen (Junge Frau auf dem Bau tut sich schwer den Handwerkern den Ton anzugeben), sodass in einem solchen Fall der erfahrene Chef - Architekt hinzukommt und klärt.

    Wenn ich nun vergleiche, so sehe ich (aus Laiensicht) beim günstigen Architekten auch noch das bessere Performance Paket, da er selbst die Baustellen abfährt und die Arbeit verrichtet und dabei auf seine langjährige Berufserfahrung zurückgreifen kann.
     
  11. #10 Gast036816, 4. April 2015
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    der letzte satz ist ein vorurteil! oder weisst du das sicher? eigentlich sind das gute voraussetzungen, dass sich jemand in die bauleitung einarbeiten kann.
     
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  13. Szoecske

    Szoecske Gast

    ...Ein Vorurteil das dann aber vom Architekturbüro selbst kommt bzw. selbst ausgesprochen wurde. Und wo ist nun mein Vorteil, wenn sich jemand in die Bauleitung einarbeitet. Insbesondere sehe ich hier auch keines Wegs einen Vorteil gegenüber dem günstigeren Architekten der mir soeben (wiederholt) den nächsten Entwurf vorzeitig via Fax übermittelt hatte.
     
  14. #12 Gast036816, 4. April 2015
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    auswählen musst du, nach welchen kriterien, bleibt dir überlassen. dass musst du auch nicht begründen. ich störe mich an solchen sätzen:

    jeder hat einmal klein angefangen und musste sich in das volle berufsbild einarbeiten, es sind auch noch keine berufshelden der steuerberater vom himmel gefallen!
     
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Bau mit Architekten versch. Fragen - BSB und VPB notwendig??

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