Bau-Turbo-Pakt

Diskutiere Bau-Turbo-Pakt im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Es ist schon fast witzig, zuerst mal die aktuellen Wasserstandsmeldungen und dann die knallharten Gegenmaßnahmen unserer Regierung......

  1. #1 Gast 85175, 08.11.2023
    Gast 85175

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    Es ist schon fast witzig, zuerst mal die aktuellen Wasserstandsmeldungen und dann die knallharten Gegenmaßnahmen unserer Regierung...

    Wohnungslose +100%
    Neue Hochrechnung: Zahl der Wohnungslosen in Deutschland steigt deutlich an - WELT

    Baugenehmigungen -30%
    Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im 1. Halbjahr 2023 um 27,2 % gesunken - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

    14-baugenehmigungen-und-baufertigstellungen-data.pdf (bundesbank.de)

    Baupreise +6%
    Baupreise für Wohngebäude im August 2023: +6,4 % gegenüber August 2022 - Statistisches Bundesamt (destatis.de)

    Baufertigstellungen -18%
    prognose-bautaetigkeit.pdf (gdw.de)

    Neuvolumen Baufinanzierung (Jun22-Sep23) ca. -50%
    s510athyp-data.xlsx (live.com)

    Ob man es hören will oder nicht, irgendwann im nächsten Jahr werden in größerem Stil zu Enteignungen kommen müssen, es gibt nichts mehr was das noch aufhalten könnte. Man nennt das dann natürlich "Beschlagnahme aufgrund polizeilichen Notstands", klingt dann gleich freundlicher.

    WD-3-428-18-pdf-data.pdf (bundestag.de)

    Die Immobilienspekulaten in den Ballungsgebieten haben es (ernsthaft) nicht besser verdient, wer als Privater noch ne ungenutzte "Einliegerwohnung" im EFH hat, hat halt Pech gehabt. Ich habe ja immer vor dem Bauen auf Vorrat gewarnt, aber auf mich hat wie immer niemand gehört.

    Erfreulicherweise sinken die Preise für schlecht sanierte Objekte trotzdem, den Aufschneidern bei den Wohnungskonzernen, deren einziger "Gewinn" die Aufwertung ihres Schrottbestands war, wird es wohl egal sein, die haben sich schon lange mit ihren Boni saniert, wer sich um die Insolvenzen und den Schrottbestand kümmert ist denen wohl egal.

    Wenigstens wurden übertriebene vollkommen Maßnahmen wie die "Dämmpflicht" von Robert Habeck erfolgreich verhindert, ich denke dafür wurden die Grünen auch gewählt, kein Geld für Dämmlobby-Industriekapitalisten! Das ist die Hauptsache! Da kann eigentlich nichts schief gehen!

    Klimawandel: 2023 wird „das wärmste Jahr seit 125.000 Jahren“ - WELT

    Die Bundesregierung ist auch sonst auf Zack, man sollte jedenfalls nicht denken die hätten schon aufgrund des beschissenen Namens des "Bau-Turbo-Pakts" einen an der Waffel, das wäre nämlich zu kurz gegriffen, die haben umfassend einen an der Waffel und meinen 400.000Wohnungen/Jahr würden reichen und damit sie wenigstens mit Ansage schon diese unzureichende Zielsetzung nicht hin bekommen, ergreifen sie Maßnahmen die nicht helfen werden!

    BMWSB - Startseite - Der Bau-Turbo-Pakt für Deutschland (bund.de)

    BMWSB - Startseite - Maßnahmenpaket der Bundesregierung

    Vielleicht wird's ja besser sobald die damit fertig sind alle Cum-Ex-Beweise verschwinden zu lassen. Es könnte ja sein...
     
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  2. ynnus

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    Gepaart mit der Reform der Gefahrstoffverordnung, die womöglich kommt (hoffentlich nicht!) werden zudem die Sanierungen für den Altbestand extrem teuer werden und dadurch noch weniger alter Wohnraum saniert werden.
    Weniger Neubau, weniger Sanierung, klingt nach einer Top-Kombination...
     
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  3. #3 Fasanenhof, 08.11.2023
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    TURBO!!
     
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  4. #4 Gast 85175, 08.11.2023
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    Jein, das gilt eigentlich so schon heute, seit Frühjahr (Laga M23) gibt es da eigentlich nur noch wenig zu deuten... Wenn es jetzt noch arbeitsschutzrechtlich die selbe Regelungen nochmal obendrauf gibt, dann ist das einfach nur doppelt gemoppelt... Ganz so extrem teuer ist das nicht, es ist halt wieder eine zusätzliche Pflichtveranstaltung (samt vierstelliger Mehrkosten).
    .
    m23-ueberarbeitung-konsolidiert-2022-11-29-v3-endfassung-redakt-bereinigt-4_2_1690372365.pdf (laga-online.de)
     
  5. ynnus

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    Okay aber was heißt das für private Sanierer, die in Eigenleistung ihr Haus z.b entkernen und den Schutt selbst zur Deponie fahren? Wird zukünftig dort ein Nachweis verlangt, dass der Schutt nicht asbesthaltig ist bzw ohne Nachweis darf er nur so entsorgt werden, wie als wäre er asbesthaltig? Also in luftdichten zertifizierten Säcken, auf Paletten angeliefert und nur bei bestimmten Deponien überhaupt möglich. Das wäre eben ein enormer Aufwand. Kann mir auch nicht vorstellen, dass die Verwerter das so gut finden, die ja auch ihr Geld mit dem Recycling usw verdienen.
     
  6. #6 Gast 85175, 09.11.2023
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    So richtig haut das eigentlich gerade nur beim Recyclingmaterial rein, mir sind mehrere Steinbrüche hier in der Gegend bekannt, die derzeit zB kein RC mehr anbieten (also auch keine Betonabfälle etc mehr annehmen). Es wäre eine Umweltstraftat asbestbelastetes RC in Umlauf zu bringen und das Risiko ist den allermeisten schlicht zu hoch und das ganze Thema so wie es jetzt geregelt ist auch zu blöd…

    So wie es aussieht sinkt die Recyclingquote also erst einmal. Gut gemeint ist halt nicht gut gemacht…

    Auf der Seite der Bauherren ist’s generell kritisch, die Sichtweise die in der neuen Laga vertreten wird ist die, dass eine Renovierung/Sanierung/Abbruch ohne Erkundung nach VDI 6202 eigentlich ohnehin rechtswidrig ist und es in einem solchen Fall immer eine eher umfangreiche Beprobung des Schutts braucht (sie Nr. 4.3 und 4.4 d. M23).

    Es wird wie immer wieder dauern bis sich das durch die Branche gefressen hat, aber wenn der Schutt bald ein teurer Spaß ist, dann braucht man sich da nicht wundern…
     
  7. #7 VollNormal, 09.11.2023
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    ... heißt doch nicht zwingend ...
    Ich würde auch weiterhin nicht auf die Idee kommen, Ziegelbruch oder Metallabfälle zu beproben. Genauso wenig einen gewachsenen Boden. Bisher wurde halt viel zu oft gar nicht gekuckt ob da eine Belastung sein könnte. Und eine Vorerkundung ist auch wegen anderer Schadstoffe erforderlich. Die schuldet der Bauherr dem ausführenden Unternehmen, das er auf das Vorhandensein von Schadstoffen hinzuweisen hat.

    Immer noch billiger als das Bußgeld für illegale Entsorgung gefährlicher Abfälle.
     
  8. #8 Fasanenhof, 09.11.2023
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    Die neue Gefahrstoffverordnung ist im Kern eine "Beweislastumkehr". Es wird jeder Bauschutt behandelt, als wäre er Asbestbelastet und man muss die Ungefährlichkeit des Bauschutts teuer Nachweisen.
    Wenn "etwas" gefunden wird, verwandelt sich Kubikmeterweise Bauschutt in Sondermüll mit entsprechenden Entsorgungskosten.

    Prognose:
    Findige "Sachverständige" werden sich als Dienstleister etablieren, welche die Ungefährlichkeit des Bauschutts mittels gezielter Probennahme "nachweisen".
    Andere findige Sachverständige werden mittels gezielter Probennahme auch gesunde Objekte krankschreiben.

    Denn wie und wo die Probennahme erfolgt ist ja nicht gesagt.

    Kurzum: Hirnlos. Anstatt bei der Sanierung noch gezielter auf die möglichen Umwelt/Gesundheitsgefahren hin zu arbeiten (hunderte Threads mit "ist das Asbest" kommen nicht von ungefähr) wird mit der groben Kelle alles als Giftstoff gestempelt, was historisch gebaut ist.
     
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  9. #9 Viethps, 09.11.2023
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    Die Nunkis werden wieder zunehmen ( schon hier im Revier vor 50 Jahren ein Problem, vor Anlegung der Recyclinghöfe und Großannahmebetriebsstellen )
    - Nacht und Nebel Kipper -
     
  10. #10 klappradl, 09.11.2023
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    "Beschlagnahme aufgrund polizeilichen Notstands", hevorgerufen durch Imigration wäre politischer Selbstmord. Das wird es wohl nicht geben.
     
  11. ynnus

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    Dann bin ich froh, dass sich das bei uns im Landkreis wohl noch nicht herumgesprochen hat. Hier ist der Landkreis der Betreiber der Deponien und da wird zum Glück noch Beton und Co. ohne irgendein Nachweis angenommen. Also sowohl unverwertbarer Bauschutt als auch verwertbarer Bauschutt. Preislich natürlich ein großer Unterschied aber nicht im Handling, was Nachweise oder so betrifft.
     
  12. #12 Gast 85175, 09.11.2023
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    Was wird es dann geben? Irgendwas wird es geben müssen?
    Selbst wenn wir morgen Todesstreifen an den Grenzen bauen, wir sind bei den Wohnungen trotzdem schon min. in Richtung 1 Mio. WE „in den Miesen“. Das ist es was es schon heute zusätzlich bräuchte um da wieder annehmbare Verhältnisse herzustellen. Unter realistischen Annahmen für weitere Zuwanderung bräuchten wir aber eher einen Neubau von 500.000/a und das sofort und über noch min. 10 Jahre.

    Das Thema mit der Fluchtmigration ist da mittelfristig auch nur eine billige Ausrede der Politik. Es ist tatsächlich so, sobald es sich nicht mehr um Fluchtmigration handelt, steigen sofort die Zahlen bei der EU-Binnenwanderung. Dieses Märchen, demnach es bei weniger Fluchtmigration mehr freie Wohnungen gäbe ist nicht richtig. Es gäbe dann weniger Wohnungslosigkeit, aber sobald es wirklich freie Wohnungen gibt, rücken sofort EU-Ausländer nach. Wir haben erstmalig seit der Nachkriegszeit eine Situation, in der wir diesbezüglich wirklich fast flächendeckend keine merklichen Reserven mehr haben und unsere heutige Politik kommt mit dem Konzept der Knappheit nicht klar, sowas verstehen Leute die ihr Leben lang nur in der Politik waren nicht… Anderernfalls wären die schon spätestens vor 3-5 Jahren leicht panisch geworden…


    Und derjenige der das Zeug dann wieder als RC in Umlauf bringt, ist dann Umweltstraftäter, wenn der Asbestgehalt nicht Null ist… Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das den allermeisten schlicht zu doof ist, bzw. bis das RC dann halt preislich nicht mehr attraktiv ist.

    Es ist aber eigentlich bezogen auf das Thema hier auch nur ein kleines Ärgernis, ob sowas die Kosten/m2 nochmal um 10€ oder um 50€ treibt, ist da nicht entscheidend. Da ist mittelfristig die gezielte Verknappung von Betonkies und Co. wohl deutlich teurer… Man „repariert“ das alles dann, indem man einen „Turbo-Pakt“ macht und die Genehmigungsverfahren strafft, die Anforderungen an den Schallschutz bei Gewerbegebieten senkt und was weiß ich…

    Es ist aber doch ein schönes Beispiel dafür was da derzeit schief läuft, weil wir sind hier im Abfallrecht und ggf. bald noch im Arbeitsschutz. Derzeit versucht man das Problem aber fast nur im Baurecht selbst (Im Umfeld der LBOs, BauGB, usw) zu lösen. Das ist einer der Gründe, wieso man da mit Ansage scheitern wird…
     
  13. #13 C. Schwarze, 10.11.2023
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    Und??
    Was willste/wollen wir machen?
    Die Bauern totschlagen?

    Einfache Hochrechnung.
    80 Qm pro Wohnung, 6 WE pro Haus, Hausfläche, Abstandsflächen, Wege, Parkplätze.

    Woher soll den die Flächen dazu herkommen?

    Ok...bei Enteignungen sind wir noch nicht ganz soweit, aber durch die vielen Auflagen und 4% Flächenstilllegungen etc....geben viele auf.
    Dann haben wir in 10 Jahren irgrndwie, irgendwo Hütten stehen und sind von Lebensmittelimporten abhängiger den je.

    Wenn das so gewollt ist...

    Stalin, Mao, Pol Pot.....die hatten auch so eine Agenda, der grosse Umbau der Gesellschaft und so....
     
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  14. SvenvH

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    Den Zusammenhang zwischen Flüchtlinge und Wohnungsmangel kann ich nicht ganz nachvollziehen. Bei der letzten Krise um 2016/18 rum hat man Massenhaft Unterkünfte, die sogenannten Containerbauten hochgezogen. Davon stehen besonders im ländlichen Bereich etliche leer, wieso sind die plötzlich nicht mehr gut genug? Von innen sind das ganz normale Wohnungen.
     
  15. #15 Fasanenhof, 10.11.2023
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    Containerbauten sind KEIN Wohnraum.

    Container sind Sortier/Auffangeinrichtungen, welche durch äußert begrenzte Haltbarkeit und hohe Energie/Instandhaltungskosten bestechen.

    Wenn du sagst: Es wird kein Wohnraum für ankommende geschaffen, Flüchtlinge dürfen NUR in Containercamps oder selbst geschaffenem Wohnraum leben, wäre das alles anders. Aber mit dem System Migration-Containerdorf-Soziales Wohnen werden diese Menschen nunmal zu 100% auf den Wohnungsmarkt geworfen.
     
  16. #16 WilderSueden, 10.11.2023
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    Ich weiß nicht, wo die leer stehen. In der Nähe unserer alten Wohnung war eine Containersiedlung auf einem Parkplatz. Die war durchgehend in Nutzung, und zwar durch Araber und Afrikaner. Ist auch kein Wunder, der Wohnungsmarkt in Konstanz ist irre und im größeren Umkreis ebenfalls. Und selbst hier auf dem Land gibt es keine leerstehenden Unterkünfte, die sind längst durch Ukrainer und die zweite Welle ausgenutzt. Die Gemeinde inseriert jede Woche, dass sie Wohnraum für Flüchtlinge sucht.
    Letztendlich ist die Diskussion aber müßig. Jeder, der hier dauerhaft bleibt und ein normales Leben führen soll, wird auf dem normalen Wohnungsmarkt landen.
     
  17. ynnus

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    Also man hört ja überall, dass weniger gebaut wird und Wohnraum knapp wird usw. Aber von unserem Wohnort hier kann ich sagen, dass überall Baustellen sind. Mehrere Baugebiete wurden erschlossen und überall kommen die hässlichen Blöcke mit 8 - 16 Wohnungen pro Block hin. Und davon mal eben 10 Blöcke und mehr. Das Einfamilienhaus nebenan wurde abgerissen und dort entstehen gerade 14 Wohnungen. Im Stadtkern wurde auch groß abgerissen und größere Blöcke gebaut. Bestimmt 30+ neue Wohnungen.
    Ich weiß gar nicht, wo die ganzen Leute her kommen, die dort wohnen sollen. Leben die aktuell alle auf der Straße? Da müssten ja hunderte Menschen neu hinzu ziehen, um die Wohnungen alle zu füllen.
    Und wir leben hier auf dem Land. Bei uns sind's 1500 Einwohner. Okay, der Ort nebenan hat 38.000 Einwohner. Aber auch da kommen ja nicht täglich neue Menschen an.

    Klar, im Moment sind über 1 Mio. Ukrainer zusätzlich im Land (zusätzlich zu den Asylsuchenden, die ohnehin jedes Jahr aufkommen). Aber davon wird ja ein gewisser Teil auch nicht dauerhaft bleiben.

    Vielleicht ist es auch eher ein Verteilungsproblem - nicht bezogen auf Migranten sondern auf die Einwohner allgemein. In manchen Gegenden in Deutschland ist viel Leerstand und anderswo werden Wohnungen gesucht. Wäre vielleicht mal eine Idee, diesem Phänomen entgegen zu gehen (leichter gesagt als getan, ist mir schon klar).
     
  18. #18 WilderSueden, 10.11.2023
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    Es müssen ja nicht zwingend neue Menschen sein. Mein Vater hatte noch vier Geschwister, ich hatte zwei und unsere Tochter wird Einzelkind bleiben. Macht aus 7 Personen pro Wohneinheit nur noch 3 Personen. Statt Heirat mit Anfang 20 leben junge Leute heute noch lange als Single. Und heute scheidet nicht mehr der Tod, sondern das Familiengericht nach durchschnittlich 7 Jahren, macht aus dem Bedarf einer Wohneinheit den Bedarf von zweien. In der Statistik schlägt sich das dann als sinkende Haushaltsgröße nieder.
    upload_2023-11-10_11-23-15.png
    In der Theorie braucht ein kleiner Haushalt natürlich weniger Platz als ein großer. Aber wer zieht schon mit Ende 50 aus dem gewohnten Umfeld weg, nur weil die Kinder aus dem Haus sind? Und eine Wohnung mit 2-2,5 Zimmern ist sowohl für Singles als auch für Paare interessant. Nur weil man Single ist, will man nicht im Wohnzimmer schlafen.

    Die Erfahrung zeigt, dass in der Praxis relativ wenige Flüchtlinge tatsächlich zurückkehren, wenn ein Krieg vorbei ist. Nach x Jahren hat man sich ein soziales und berufliches Umfeld aufgebaut und bei aller Jammerei über den Zustand Deutschlands...das ist immer noch um Welten besser als die zerbombte Heimat.
     
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  19. #19 Tikonteroga, 10.11.2023
    Tikonteroga

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    Ist vielleicht die Frage wie weit oben das aktuelle Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot von Wohnraum auf der Liste der zu lösenden Probleme steht. Die Politiker und wer da noch mitspielt haben scheinbar oft andere Interessen und Prioritäten als ein Bürger, der sich Gedanken über bestimmte Themen macht.

    Wenn halt das Angebot an Wohnraum niedriger ist, als die Nachfrage, kann man halt als Vermieter höhere Mieten verlangen oder bekommt eine Wohnung schneller vermietet. Es gibt also auch Interessensgruppen, die von der aktuellen Situation auch profitieren. Es wurden inzwischen bestimmt auch Wege gefunden um an den Flüchtlingen und Immigranten Profit zu schlagen... Es handelt sich dabei ja auch um Hunderttausende neuer Konsumenten und ob diese Konsumenten letztendlich über Staatsschulden finanziert werden, die dann in der über-...über-nächsten Legislaturperiode umgeschuldet werden müssen, scheint nicht so wichtig zu sein...
     
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  20. ynnus

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    Das ist zwar auch ein Problem, aber genauso wie Kinder größer werden und eigene Wohnungen beziehen sterben ja auch Menschen und geben Wohnraum frei. Und andere Menschen heiraten und ziehen in eine gemeinsame Wohnung. Das hat ja bislang auch über viele Jahrzehnte irgendwie gepasst und "plötzlich" werden Wohnungen extrem knapp.
    Problematisch ist aber, dass sich das Verkleinern in ein kleineres Haus oder eine kleinere Eigentumswohnung nicht lohnt. Durch die hohen Grunderwerbsnebenkosten legt man unter Umständen noch drauf, wenn man von einer älteren 180m² Bude in eine neuere 100 m² Bude zieht. Da sollte es Anreize geben, bei selbst genutztem Wohneigentum einen geringeren Steuersatz zu zahlen, wenn man dadurch z.B. größeren Wohnraum freigibt (der zuvor auch X Jahre lang genutzt wurde etc - um Steuerschlupflöcher zu vermeiden muss das natürlich besser durchdacht sein).

    Meine Eltern hatten eine junge Frau aus der Ukraine aufgenommen (aus Kiew). Sie war der Meinung, möglichst nach 3 - 4 Monaten wieder zurück zu kehren. Wurde dann von der Realität eingeholt, dass es nicht so schnell gehen wird. Aber sie war fest entschlossen, in Ihre Heimat zurückkehren zu wollen. Ich denke, es ist sehr unterschiedlich. Immerhin ist es ihre Heimat und ihre Kultur. Hier ist erstmal alles fremd und anders. Man gewöhnt sich dran, aber die Heimat wird woanders sein. Vor allem, wenn man eben nicht freiwillig ausgewandert ist sondern vor dem Krieg geflohen ist.

    Natürlich wurden diese Wege erschlossen. Einige profitieren davon, z.B. die Container-Industrie (habe Verwandtschaft in der Branche) konnte die Preise massiv steigern. Aber auch alte Immobilien, Hotels, Herbergen usw. werden zu Flüchtlingsheimen umgebaut und die Betreiber kassieren vom Staat hohe Mieteinnahmen, die sie sonst niemals mehr für die Buden bekommen hätten. Also da gibt's Profiteure, wobei das schon eher die Minderheit sein dürfte. Jedenfalls nicht im Interesse der Mehrheit und der Politiker, die sich von der Mehrheit wählen lassen wollen.
     
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