Bau-Turbo-Pakt

Diskutiere Bau-Turbo-Pakt im Sonstiges Forum im Bereich Haustechnik; Das ist zwar auch ein Problem, aber genauso wie Kinder größer werden und eigene Wohnungen beziehen sterben ja auch Menschen und geben Wohnraum...

  1. #21 WilderSueden, 10.11.2023
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    Wir haben halt gerade den Zeitpunkt, an dem die Baby-Boomer alle ihre Kinder aus dem Haus haben, aber noch recht vollständig am Leben sind. Die Generation davor ist zwar zum größten Teil schon gestorben, war aber deutlich kleiner. In 20 Jahren könnte sich das durch die Demographie deutlich entspannen. Nützt aber halt nichts, wenn man gerade jetzt eine Wohnung zur eigenen Familengründung sucht. Und da der Wohnungsmarkt eine geringe Elastizität hat, führen auch kleine Ungleichgewichte schnell zu scharfen Preissprüngen und Besichtigungen mit 100 Leuten. Auf der Straße wohnen ist keine echte Alternative und zu dritt in zwei Zimmern auch nicht unbedingt. Die Ausweichbewegung ins Umland treibt dort die Preise ebenfalls, dazu kommen Pendelstress und -kosten.

    Lass den Krieg mal noch ein paar Jahre dauern, aktuell sieht es ja recht stark nach einer Pattsituation aus. Dann haben jüngere Leute ihre Schulzeit hier verbracht und eine Berufsausbildung gemacht. Die Heimat lässt sich leicht verklären, solange man gemeinsam im Flüchtlingslager sitzt und alles noch frisch ist. Sobald die Flüchtlinge richtig integriert sind (und das sollte das Ziel sein, denn wir wissen nicht wie viele Jahre das noch dauert), wird Deutschland zur neuen Heimat. Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Aber ein großer Teil der Ukraine-Flüchtlinge wird nicht freiwillig zurückkehren.
    Siehe auch die Bosnier, Tabelle 2 ist hier sehr aufschlussreich: "Geduldet" und "rückgeführt"
     
  2. #22 chillig80, 10.11.2023
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    Also hier in der Gegend steht keine einzige davon leer, im Gegenteil, man baut bis hin in die kleinsten Dörfer neue davon, zur dauerhaften Nutzung... Warte mal ab was da in 5-10 Jahren draus geworden ist...

    Die sind schon da, die sind aber oft noch klein und mittelgroß...

    Eine zugewanderte Familie mit sagen wir 4 Personen (Kinder 10 und 12), braucht innerhalb von 10-15 Jahren erst einmal drei Wohnungen solange die Kinder Singlewohnungen brauchen und dann später zwei Wohnen bei Heirat der Kinder (darüber, dass da rechnerisch eine Wohnung anderswo frei wird). Auf der anderen Seite wird da keine Wohnung frei, weil es da keine Großeltern im Inland gibt die eine frei machen könnten...

    Damit bei euch der Durchschnitt der letzten 10-15 Jahre stimmt, wären das ca. 120 Personen bei 1.500 und 3040 Personen bei 38.000. Man kann jetzt darüber spekulieren wie viele Wohnungen man dazu braucht, mittelfristig wohl so um die 60-80 für die 120 und um die 1500 für die 3040. Langfristig dann wieder etwas weniger. Das ist Stand heute, nächstes Jahr sind das dann schon wieder ein paar mehr...

    Bei den derzeitigen Zubauzahlen bekommen wir in den nächsten 5-10 Jahren noch nicht einmal den Effekt den es rein nur über die Kinder der Zuwanderer der letzten 10-15 Jahre gibt kompensiert...

    Das ist alles schon laaaaange bekannt, man musste sich mit dem Wissen aber noch vor kurzem von jungen woken Spinnern als "Nazi" diffamieren lassen, wenn man es auch nur auf Kreisebene wagte zu sagen, was da bald kommen muss, wenn man nicht sofort massiv dagegen "anbaut"... Es ist aber OK, soll der Herr Landrat doch mit den jungen woken Spinnern zusammen den Karren aus dem Dreck ziehen, die die sich damit auskannten sind jedenfalls weg... Im Beratungsgremium des Landkreises können sie jetzt darüber reden wie sie sich angesichts der Situation fühlen und irgendwen zum schuldigen Obernazi erklären mehr geht da aber nicht mehr...

    Es gab dann noch solche Traumtänzer wie mich, die angenommen hatten, dass es in Stuttgart und Berlin noch Fachwissen in irgendwelchen Ministerien gibt und man bald mit dreistelligen Milliardenbeträgen p.a. draufhalten wird, nur um den Wohnungsbau entsprechend anzukurbeln. Aber da habe ich mich getäuscht. Jetzt ist es zu spät, das Ding ist durch, die Strukturen bei den Neubauspezialisten sind schon zerschlagen, bzw. da wo nicht, sind die meisten davon nicht mehr zu retten. Den großen Wohnungsbaukonzernen fällt demnächst der schlecht sanierte Bestand auf die Füße, die werden bald ganz andere Sorgen haben als der Naubau, usw...

    Wir bekommen das mindestens ein halbes Jahrzehnt lang nicht mehr hoch, das wird jetzt auf niedrigem Niveau vor sich hin schmoren. Man kann die Spezialisten absaufen lassen, genau einmal, dann sind sie auf Dauer weg...

    Zurück zum Thema, ich rate oben nochmal nachzusehen wie sich die Bundesregierung die Gegenmaßnahmen so vorstellt. Bau-Turbo-Pakt mit irgendwas mit Schallschutz, Genehmigungszeiten und erleichterte Aufstellung von Blechhütten... Bautyp E noch, die gettoartigen Groß-Plattenbauten haben ja schon in Frankreich so gut funktioniert!
     
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  3. #23 chillig80, 10.11.2023
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    Das höre ich seit den 90ern... Und seit den 90ern, liegen die systematisch daneben. Da haut man alle 2 Jahre eine neue "Bevölkerungsvorausberechnung" raus, die ziemlich anders aussieht wie die letzte und jedesmal behauptet man, so werde es kommen müssen, das sei jetzt die endgültige Wahrheit!

    Und selbst wenn es einmal so passiert wie vorhergesagt, was machen wir dann jetzt 15 Jahre lang bis es anfängt zu passieren?

    In Monaco vielleicht, von mir aus auch noch in den "hippen" Spinnervierteln in Großstädten, aber in großen Flächenländern eigentlich nicht.... Bei uns hat es jetzt über 15 Jahre Realitätsverweigerung gebraucht um diese Situation flächendeckend herbeizuführen. Man hat alle die auf einem Blatt Papier zeigen konnten was passiert, wenn man zwei Kurven mit unterschiedlicher Steigung übereinanderlegt passieren muss, schlicht weggemobbt. Man wollte das alles nicht hören und man will es noch immer nicht hören. Man hält sich dann lieber "Forscher", die ganz umständlich "beweisen", was jeder Siebtklässler mit einer 3 in Mathe eigentlich widerlegen kann...

    Die Hauptaufgabe der ganzen schwätzenden "Experten" bestand jetzt 20 Jahre lang darin, vollkommen gegen jede Evidenz, einfach nur zu behaupten, alles was mit Migration zu tun habe sei unkritisch, förderlich und gut. Alles andere durfte es da nicht geben. Da durfte es noch nicht einmal geben, dass die Zuwanderer auch irgendwo wohnen müssen und man das auf dem Schirm haben sollte. Macht die Probe aufs Exempel, es darf gerade nur wahr sein, dass die Zuwanderer von letztem Jahr dringend Wohnungen brauchen, wo die Zuwanderer der kommenden 10 Jahre alle hin sollen... man hört kein Wort davon, wie immer...

    Letzte Chance: Die Kapitalisten waren es! Die Kapitalisten haben zu wenig gebaut! Dass die Besten der allerbesten Spezialexperten eine schrumpfende Bevölkerung vorhergesagt hatten (eine seit min. 15 Jahren nicht mehr haltbare Sichtweise) und es somit weder für Ministerien noch Kapitalisten einen Grund gab viel mehr zu bauen, das lässt man lieber weg... Es ist eine intellektuelle Zumutung was da verkündet wird, heute so, morgen so, immer so, dass man einfache Fragen wie zB jene, wo die Leute eigentlich wohnen sollen, nicht beantworten muss...
     
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  4. #24 WilderSueden, 10.11.2023
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    Deswegen habe ich das Wort "könnte" genutzt.

    Ja doch. Die Fläche hat erstmal nix mit den verfügbaren Wohnungen zu tun. Alte Flughäfen, Äcker, Wälder und ausufernde Stadtparks schaffen alleine keinen Wohnraum, das muss man erst einmal als Baugebiet ausweisen und bebauen. Daran hat es die letzten Jahre gehapert, ich denke da sind wir uns einig.
    Und das mit der Fläche wird auch noch weiter verschärft, wenn man die Infrastruktur verbockt und Pendelzeiten unnötig lang werden lässt. Das Trauerspiel mit der B33 sehe ich ja jede Woche live und in Farbe. Erst wartet man, bis die Strecke vollkommen überlastet ist. Dann braucht man ewig um was zu planen und baut 20 Jahre an ein paar läppischen Kilometern.
     
  5. #25 chillig80, 10.11.2023
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    Ne, ich rede davon, dass ein Immobilienmarkt in einem großen Flächenland im Normalzustand um die 3-5% Reserven hat, das wären bei uns dann so ca. 2 Mio. Wohnungen. Wir hatten aufgrund der Wiedervereinigung sogar mehr, nur halt ungleich in der Fläche verteilt. Bei anhaltender Neubautätigkeit (auch auf niedrigem Niveau), ist das insgesamt ein sehr träger Dampfer, sowas bekommt man nicht in kurzer Zeit derart zerschossen, wie wir das hin bekommen haben. Dazu braucht es über ein Jahrzehnt strikter Ignoranz…

    Ich rede nicht von Stuttgart oder Konstanz, ich rede davon, dass wir es geschafft haben vergleichbare Zustände flächendeckend zu schaffen und das mit Ansage, das war alles absehbar, seit vielen Jahren!

    Ich werde das mit dir auch nicht ausdiskutieren, das ist mir nämlich zu doof. Ich habe da Erfahrungen in der Lokalpolitik bis zurück zum Jugoslawienkrieg, der sich mit den Spätaussiedlern und der Binnenwanderung nach der Wiedervereinigung überschnitten hat. Aber was ich in den letzten 10 Jahren erlebt habe spoettet halt jeder Beschreibung, das war keine Realitätsverweigerung, sondern ein krieg gegen Tatsachen.

    Ich will hier eigentlich auch nicht auf die großen Linien raus, irgendwelche Begrenzungen von Zuwanderung oder sowas sind nicht mein Thema, das ist weder ein "Bau-Thema" noch ein Thema der Kommunalpolitik, nur können halt Bauthemen und Lokalpolitik nicht gelingen ohne die großen Linien als gegebene Voraussetzung zu beachten, was jetzt halt lange Zeit als "rechtsextremer Umtrieb" geframt wurde. Mir geht es darum, wie man auf allen Ebenen die Folgen der Zuwanderung ignoriert hat, jetzt vor einem Scherbenhaufen steht und mit einem vollkommen untauglichen "Turbo-Pakt" weiterhin Symbolpolitik treibt.

    Lies dich beispielsweise nur mal kurz ein in diesen experimentellen "Bautyp E" der jetzt verankert werden soll. Man erfährt nur, dass das was ganz Großartiges sein soll, es sollen alle Regeln bezüglich Tragwerk, Brandschutz, Wärmeschutz, etc. eingehalten werden, nur halt anders und den "Komfort" lässt man weg, das soll dann nicht verbuindlich sein, was "Komfort" sein soll, sagt man nicht dazu. Ganz großes Kino, nur wie das in der Praxis aussieht, das erfahrt man nirgends, das weiß niemand. Also haben sich jetzt die Richter daran gemacht Vorschläge zu unterbreiten wie man das in Gesetze gießen könnte. Mehr als das ist mir bisher nicht bekannt, von den üblichen Verdächtigen in Politik und Verbänden kommen jedenfalls nur Worthülsen.

    Etwas richtiger, die Richter haben allgemein Vorschläge unterbreitet, man nimmt das aber gerade überwiegend als Grundlage für den Typ E, weil was die vorschlagen können sich nur Juristen ausdenken und dann münzt man den Käse jetzt halt auf den Typ E, weil wie der sonst aussehen sollte weiß man nicht…

    Die Richter haben natürlich auch noch ganz andere Sorgen wie Vergaberecht und Prozessrecht, aber in ihrer Beschlußvorlage wird es ab dem Arbeitskreis IV dann doch interessant. Ans Eigenmachte gehts hier ab Seite 45:

    Folie 1 (baugerichtstag.de)

    Das klingt alles nett, aber wie zB der Sachverständige (S. 47) das alles feststellen soll ohne wiederum auf die aArdT zurückzufallen ist halt doch fraglich, da gibts dann 3 Sachverständige mit 5 Meinungen und keine davon ist richtig, falsch ist auch keine...

    Dass das DIN da auch sein Fett wegbekommt begrüße ich ja sehr, das Lobbyistentum, samt Narrensaum aus unwissenden Jasagern, hat ja schon viel zu viele gute Fachleute aus den Normausschüssen vertrieben, aber wie man das mit wohlklingendem Wahnsinn wie auf S. 48 reparieren will, ist mir doch ein Rätsel. Da haben wir dann plötzlich "pluralistisch" besetzte Normausschüsse und so lange nicht alle zustimmen, wird aus der Norm keine aaRdT. Wer da in der Praxis so lange blockieren wird bis er seinen Willen bekommt, das scheint sich der Vorstellungskraft von Richtern dann doch zu entziehen...

    Auf S. 51 finden wir den eigentlichen Punkt, die Abweichung von den aaRdT soll vereinbart werden können, wenn das nicht gegen Gesetze verstößt... Was daran neu ist verstehe ich nicht. Eine explizite gesetzliche Grundlage wäre zwar wünschenswert, aber je nach Ausgestaltung evtl. sogar eher schädlich.

    Auf S. 52 wird dann noch der Mangel an sich abgeschossen. Ein Bauherr (bzw. dessen Planer) soll dann den Mangel "beweisen" müssen und das indem er nachweist, dass die vorliegende Ausführung nicht "gleichwertig" ist. nennt mich einen Pessimisten, aber wer sowas einmal machen musste, der wird nie mehr ein experimentelles Gebäude vom Typ E bauen...

    Auf S.54 haut man dann auch gleich noch die Möglichkeit weg, einen Mangel überhaupt nachweisen zu können. So lange es nicht wirklich zum Dach reinregnet, ist dann ja alles in Ordnung, weil beweist erstmal das Gegenteil ohne dabei auf irgendeine Norm/techn. Regel zurückzugreifen!

    Das ist alles Unsinn, da ist kein einziger Vorschlag dazu dabei, wie sowas wirklich aussehen könnte, da dreht man sich nur um den Mangelbegriff und versucht es so zu regeln, dass fast alles irgendwie zumindest nicht falsch ist…
     
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  6. #26 Tikonteroga, 10.11.2023
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    Es scheint so, als wöllte sich da jemand aus der Haftung nehmen...
     
  7. Oehmi

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    Ich frag mich gerade ob es den Grundsatz bau-soll =/= bau-ist => Mangel entkräftet.
    Und ich frage mich ob es die Beweislast nach vob betrifft oder nur BGB Verträge.
     
  8. #28 chillig80, 10.11.2023
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    Das ist alles sehr interessant.... Ich kome da beim drüberlesen halt nicht drauf, wie das zum "großen Wurf" wird. Das wissen die Richter wohl auch selbst nicht. Es ist ja auch bezeichnend, dass man da derart hilflos ist und nicht weiterweiß, dass man da eine Beschlußvorlage vom Richterbund hernimmt... Die Richter sollen jetzt den "Bau-Turbo" zünden, auf eine solche Idee muss man auch erst einmal kommen...
     
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  9. #29 chillig80, 10.11.2023
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    Dieser "Typ E" ist ja nur ein Beispiel, da wird halt generell nur an der Oberfläche herumgemurkst. Aber es ist ein gutes Beispiel dafür, wie das alles läuft. Wenn ich jetzt "experimentelle" Bauweisen "Rechtssicher" vereinbaren kann, was bedeutet das denn?

    Die Anforderungen an Statik, Effizienz, Brandschutz, usw... sollen nicht angetastet werden, andere Vorschriften aus den Bauordnungen auch nicht. Und beim verbleibenden Rest, da soll ich jetzt "experimentieren" dürfen. Ich wäre sofort bereit dazu zu experimentieren, wenn mir einfiele an welcher Stelle ich das Rad neu erfinden könnte, ohne dass dabei der Schuß nach hinten los geht.

    Und dann ist es auch noch kein absolutes Recht zu experimentieren, man muss da immer irgendwie den Nachweis der "Gleichwertigkeit" führen können. An der Stelle wird es dann ganz absurd, mir fallen noch nicht einmal Beispiele dafür ein, wo ich abseits der unangetasteten harten Anforderungen noch groß experimentieren könnte und dann auch noch eine echte Einsparung erzielen könnte, und die den Eiertanz mit der Gleichwertigkeit rechtfertigen würde... Von was reden wir da? Experimentelle Bodenbeläge?

    Das ist alles nur Blendwerk, das ist alles nur dazu da, um nicht über die eigentlichen Themen sprechen zu müssen. Wir haben am Bau schon von vorne herein eine offensichtliche Staatsquote von deutlich über 50%, verdeckt noch deutlich mehr, wenn man sich das Wünschdirwas in neumodernen Bebauungsplänen ansieht kann man noch nicht einmal mehr darüber lachen, ich muss schon in kleine EFHs Aufzüge einbauen um die Anforderung „50% barrierefrei“ einhalten zu können, ich muss regelmäßig einen Spielplatz im Garten bauen, Fahrradstellplätze, Parkplätze und gerne mal noch ein „Insektenhotel“. Ich brauche Statik, Prüfstatik, Wärmeschutznachweis und auch mal noch einen Brandschutzsachverständigen. Berechnungen zu Versickerungen werden nur noch anerkannt, wenn der Kollege eine Urkunde von einem Crashkurs dazu hat, neulich fragt mich so ein junges Rindvieh vom Amt, ob ich eigentlich dazu „befugt“ sei die winzige Entwässerungsplanung vom EFH selbst zu machen, usw…
    Den Sigeko und ein Dutzend Fachbauleiter brauchen viele Kollegen ja auch noch, Nullrisiko ist ja ne Pflichtübung. Berufsverbände, Kammern, Berufsgenossenschaften, alles kein Thema.
    Vermessungsamt, Vermessungsbüro, Schornsteinfeger, Überdruckprüfung Entwässerung, Bodengutachten, Steuerberater, Grunderwerbssteuer, Bauwesenversicherung, Bauherrenhaftpflicht… Grundstück, Erschließungsbeiträge, Hausanschlüsse… Folgende Gewächse sind zulässig… Ohne Hochsicherheitszaun geht eh nichts mehr und wehe da steht über Nacht eine Palette auf dem Gehweg im unbewohnten Neubaugebiet! Skandal!

    Bis auf einen Aufzug, Stellplätze und Spielplatz, haben wir an der Stelle übrigens noch nichts gebaut. Ein Insektenhotel vielleicht noch!

    Soll ich mit der Personalsituation im Handwerk weitermachen? Mit der bei den Planern?

    Einziger Ausweg: Gebäudetyp E, mit experimentellen Bodenbelägen (mit Gleichwertigkeitsnachweis)! Da komme ich mir halt nur noch tiefenverarscht vor…
     
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  10. #30 VollNormal, 10.11.2023
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    Da können aber die Richter nix für - zumindest nicht an dieser Stelle. (Wobei in der Präsentation nur ein Richter als Beteiligter genannt ist, der Rest sind Rechtsanwälte und Professoren, teilweise sogar in Personalunion.)

    Du hast übrigens bei deinem Rant oben die Fahrräder vergessen. Wenn das so weiter geht, kriegen wir hier bald keinen Kanal mehr verbuddelt, wenn dafür während der Bauzeit ein Radweg gesperrt werden müsste. Dass dieser 100 m weiter endet und die RadfahrerInnSternchenden sich unversehens auf der Hauptverkehrsstraße wiederfinden, ist dabei unerheblich.

    Aber bei uns werden zumindest noch fleißig Neubaugebiete ausgewiesen. Und anscheinend finden die Butzen selbst für 5.000 €/m2 aufwärts reißenden Absatz.
     
  11. #31 Holzhaus61, 11.11.2023
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    Das ist genau der Punkt. So lange wir es nicht schaffen, endlich eine einheitliche LBO in dieser Republik zu verankern (und nu komm mir nicht mit der Muster LBO an) , so lange wir es nicht schaffen daß ein Ing. überall anerkannt wird, ohne daß er sich irgendwo/irgendwann in einer Kammer noch zusätzlich eintragen muß, ist jedes Gerede über E völlig sinnlos...
     
  12. #32 hansmeier, 11.11.2023
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    Nein, die leben aktuell in Syrien, Afghanistan, Türkei, Irak, Georgien, Iran, Eritrea und zahlreichen weiteren Ländern.
    In den letzten ca. 8 Jahren mal eine Zeitung (darf auch online sein) in der Hand gehabt?…

    Demografie von Asylsuchenden in Deutschland.
     
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