Bauen mit Maurermeister (er macht die Planung)?

Diskutiere Bauen mit Maurermeister (er macht die Planung)? im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; es gibt ja bundesländer, in denen meister (maurer, zimmerer und ????) bauvorlageberechtigt sind, dürfen sich aber nicht architekt nennen, meistens...

  1. Gast036816

    Gast036816 Gast

    es gibt ja bundesländer, in denen meister (maurer, zimmerer und ????) bauvorlageberechtigt sind, dürfen sich aber nicht architekt nennen, meistens kommen hausentwürfe zustande, die handwerklich solide sind, einfach strukturiert sind und wenig gestalterischen anspruch erheben. es soll auch baueingaben geben, die gestalteter unfug sind. die bauvorlageberechtigung ist größenmäßig wesentlich eingeschränkt.

    wer sich mit diesem anspruch zufrieden gibt.......
     
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  3. Julius

    Julius

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    In Bayern dürfen sie es bereits.
    Ob das dann auch klappt, hängt von der einzelnen Person ab.
    Generell halte ich diese verbesserte Durchlaßfähigkeit des Bildungssystems aber für sinnvoll.
     
  4. R.B.

    R.B.

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    und genau an diesem Punkt widerspreche ich. Ich habe absolut kein Problem damit, wenn man Leuten aus der 2. Reihe die Möglichkeit zu einem Hochschulstudium eröffnet. Ich bin auch fest der Meinung, dass viele dieser Studierenden, insbesondere in den technischen Fachrichtungen, später sehr gut Ingenieure sein werden.

    Aber, ich sag´s mal krass, man lässt die Leute in ein offenes Messer laufen. Warum hat man nicht das bisherige System beibehalten? Es war doch schon seit Jahrzehnten möglich, auch mit einer handwerklichen Ausbildung + Zusatzausbildung, ein Studium zu beginnen.
    Die Antwort ist ganz einfach. Hier war Lobbyarbeit am Werk, sprich das Handwerk hat versucht mit dieser Option mehr Leute für einen Lehrberuf anzuwerben. Sie hatten und haben ja, wie manche anderen Branchen auch, mit einem erheblichen Bewerberrückgang zu kämpfen. Das bedeutet aber einen Verlust an Einnahmen und Einfluss. Das wollte man kompensieren, denn es klebt sich ja so schön an einem bequemen Sessel.

    Das Problem mit dem unterschiedlichen Bildungsstand von Abiturienten gab es schon immer, allein schon aufgrund der Tatsache, dass das Abitur (noch) länderhoheitlich geregelt ist. Dieses Problem konnte man aber im ersten Semester mit ein paar Vorlesungen lösen, notfalls noch mit einem Vorbereitungskurs, denn egal wo man das Abitur gemacht hatte, zumindest die Grundlagen waren bei jedem Abiturienten vorhanden. Man konnte auch darauf bauen, dass die Abiturienten in der Lage sind, die Unterschiede schnell zu erfassen und aufzuarbeiten.

    Dieses Problem hat sich aber verschärft, denn man hat es nun mit Bewerbern zu tun die über sehr unterschiedliche Voraussetzungen verfügen. Das hat nun dazu geführt, dass viele Hochschulen ihr Auswahlverfahren entsprechend angepasst haben, denn nur so können sie sicherstellen, dass sie nicht 3 oder 4 Semester aufwenden müssen, um den Bewerbern erst einmal das Kleine 1 x 1 beizubringen.
    Übrigens stehen Berufsschulen vor einem ähnlichen Problem. Man hört immer öfter von Lehrern an Haupt- und Realschulen, "das sollen sie später in der Lehre lernen". Da frage ich mich, seit wann sind Berufsschulen dazu da, den Lehrlingen erst einmal das Lesen und Schreiben beizubringen?
    Du glaubst gar nicht, wie oft ich dieses Thema schon mit Lehrern meiner Praktikanten diskutiert habe. Ehrlich gesagt habe ich gar keine Lust mehr, überhaupt irgendwelche Praktikanten zu nehmen, weil es schlichtweg unmöglich ist, denen während der kurzen Zeit überhaupt etwas beizubringen. In meinen Augen ist es auch sinnfrei, einen Praktikanten zu nehmen, der nur die Halle ausfegt, oder irgendwo in einem Büro sitzt und Bildchen malt.

    Aber es liegt anscheinend im Trend der Zeit, dass man immer mehr möchte, ohne selbst etwas dafür leisten zu müssen. Das kann aber auf Dauer nicht gut gehen.

    Deswegen bleibe ich dabei, eine Meisterausbildung ist eine sinnvolle Ausbildung, die gut auf den Beruf vorbereitet. Zusammen mit der Praxis ist diese Art der Ausbildung besser als Vieles was in anderen Ländern als Ausbildung angeboten wird. ABER sie taugt absolut nicht als Hochschulzugangsberechtigung, dafür müsste man die Lehrinhalte komplett anders strukturieren, und das wäre auch nicht in der kurzen Zeit zu schaffen.

    Wer sich für ein Hochschulstudium interessiert, der sollte sehr gut überlegen, wie er sich darauf vorbereitet. Letztendlich investiert man viel Zeit und Geld in seine Ausbildung, und damit sollte man sich schon eine reelle Chance erarbeiten, um später mehr als nur 1 oder 2 Semester durchzustehen. Man macht das ja nicht aus Langeweile.

    Gruß
    Ralf
     
  5. Neutal

    Neutal

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    Moin Ralf,
    es soll ja nicht der breiten Masse der Weg ins Studium eröffnet werden, sondern
    -denjenigen die schon sehr viel Zeit in Ihre bisherige Ausbildung investiert haben
    -denjenigen die über den nötigen geistigen Horizont verfügen
    ...
    Mir selber ist bisher nur eine Person bekannt die diesen Weg bestritten hat. Mein ehemaliger Chef, Maurer und Zimmerer gelernt, danach den Zimmerer und Betonbaumeister gemacht. Er hat sein späteres Architekturstudium unterhalb der Regelstudienzeit absolviert und arbeitet seit dem als selbständiger Architekt und vereidigter Sachverständiger.
    Die Masse an Meistern wird gar nicht diesen Weg gehen, zumal es glaube ich auch nur für das Bauhauptgerwerbe gilt und somit nochmal eingeschränkt ist.
    Ich halte es für gut sich nach dieser langen Zeit der Ausbildung auch weiterbilden zu können, ohne noch extra die Abendschule besuchen zu müssen. Ein Abiturient hat nach 10 Jahren sicherlich die selben probleme sein einst erworbenes Wissen noch in gänze abzurufen.
    Ich habe einst auch mein Abitur gemacht und würde nicht behaupten die Inhalte noch heute abrufen zu können. Was ich einst in Statik, Dynamik, Thermodynamik und Strömungslehre während meines Studiums gelernt habe, hat sich schon von den Inhalten der Meisterschule unterschieden, aber viele Inhalte des Abiturs hinken doch hinter den Anforderungen an die Meisterausbildung hinterher. Letzlich fehlen Inhalte in Geschichte und Deutsch sowie die Fremdsprachen die für ein technisches Studium allerdings eher zweitrangig sind
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Da fehlt noch viel mehr. Mein Grundstudium bestand größtenteils aus so Dingen wie Mathe, Physik, Chemie (nannte sich Stoffkunde, weil es vorwiegend um anorganische Chemie ging), dazu Grundlagen E-Technik in einer Tiefe, die ich bis heute nicht mehr gebraucht habe (die aber für´s Hauptstudium wichtig war). Das ist in den meisten technischen Studiengängen ähnlich. Mit Physik hatte ich keine Probleme (vorher LK Physik), bei Chemie habe ich die Backen aufgeblasen, und Mathe hätte mir beinahe das Genick gebrochen. Meine Defizite in Mathe hätten dann noch beinahe dazu geführt, dass ich E-Technik Grundlagen in den Sand setze. Und das alles, obwohl ich direkt nach der Schule in´s Studium marschiert bin, sprich ich war noch im Stoff drin, wie man so schön sagt.

    Nach 10 Jahren wird kaum noch jemand problemlos auf das Schulwissen zurückgreifen können, aber kann dies ein Grund dafür sein, dass man in einem Hochschulstudiengang die ersten Semester für das Kleine 1 x 1 reserviert? Wie lange soll ein Studium noch dauern wenn zuerst einmal fundamentales Wissen vermittelt werden muss? Da werden immer wieder die langen Studienzeiten bemängelt, aber gleichzeitig soll jedem jeder Studiengang geöffnet werden, wohlwissend, dass man dann Leute mit extrem unterschiedlicher Vorbildung in einem Saal sitzen hat. Das kann nicht funktionieren, und es ist auch nicht Aufgabe einer Hochschule die Studierenden zuerst mal auf Abi-Niveau zu bringen. Dafür gibt es ausreichend andere Schulmöglichkeiten. Ich hatte oben ja das Beispiel mit den Berufsschulen genannt, wo kommen wir hin, wenn jeder Lehrling nur noch seinen Namen schreiben kann, und dann in 3 Jahren ein vollwertiger Handwerksgeselle sein soll? Da muss ich mir doch überlegen, ob ich denen zuerst mal Rechnen und Schreiben beibringe, oder aber fachbezogene Kenntnisse, für die sie an sich in der Berufsschule sind.

    Mir ist schon klar, dass 2 Jahre Abendschule (oder Vollzeit) nicht einfach sind, aber das ist allemal besser als 2 Jahre unsinnig an der Uni herumzusitzen, weil man nach 2 Wochen schon den Faden verloren hat, und man erst nach der 3. Wiederholung exmatrikuliert wird.

    Aufgabe einer Schule ist es, die Schüler bestmöglich auf ihre Ausbildung vorzubereiten. Das gilt unabhängig vom Schultyp. Dazu setzt jede Schule Schwerpunkte, und diese Schwerpunkte sollen den Schülern einen möglichst reibungsfreien Übergang in ihre Ausbildung ermöglichen. Haupt-/Realschule, oder Berufsschule, oder ein paar Stunden Meisterkurs waren noch nie dazu gedacht, Leute auf ein Hochschulstudium vorzubereiten. Wer nun diesen Leuten suggeriert, sie könnten ja sofort ein Studium beginnen, handelt in meinen Augen höchst verantwortungslos.

    Das Ziel darf nicht sein, möglichst viele Studenten an eine Hochschule zu bringen, sondern möglichst viele Studenten mit einem erfolgreichen Abschluss zu bekommen, und das nicht erst nach 20 Semestern, denn dafür ist die Infrastruktur "Uni" zu teuer. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht man bestmögliche Vorbereitung auf ein Studium, und Studenten die auch den Willen haben ihr Studium zu beenden. Erst beides zusammen verspricht Erfolg, Wille allein reicht nicht aus.

    Geschichte interessiert sicherlich weniger, aber Fremdsprachen sind gerade im technischen Bereich unabdingbar. Um in meiner Branche zu bleiben, 90% der Literatur ist in Englisch, Prüfberichte etc. werden größtenteils nur in Englisch verfasst, in großen Unternehmen geht man ohne sehr gute Englischkenntnisse unter. Eine weitere Fremdsprache ist abhängig von der Position sinnvoll, je nach Unternehmen auch notwendig. Ein gutes Deutsch setze ich bei einem Bewerber sowieso voraus. Wer meint er könne mit smilies oder "Dialekt à la facebook" weiterkommen, wird sehr schnell die Grenzen seiner Karriere erreichen.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Neutal

    Neutal

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    Ich habe in der Studienzeit nie miterleben dürfen,das auf schwächere Rücksich genommen wurde oder das hier noch Grundlagen vermittelt wurden. Eher im Gegenteil. Einige Professoren haben es bewußt darauf angelegt die Kurse klein zu halten. Selection war hier immer erwünscht, Rücksicht wurde nicht genommen.
    Ich denke auch nicht das hier irgendjemanden ein Meister bekannt ist der den Weg zur Hochschule angegangen ist. Von daher fallen die Meister bei den Zulassungen wohl eher unter Quotenregelung und werden keinen anderen ernsthaft gefährden
    Unserer Handwerkskammer ist derzeit kein Meister bekannt, der sich auf den Weg zur Hochschule gemacht hat. Bei anderen Kammern sieht es nicht besser aus. Diejenigen die sich trotzdem zu einem Studium entschließen haben sowieso schon den entsprechenden Schulabschluß. Bei uns war ein Viertel des Kurses mit Abiturienten besetzt.
     
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  9. R.B.

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    Sonst würde sich die Studiendauer auch extrem verlängern. Gerade deswegen ist es ja wichtig, dass Studieninteressierte bestmöglich vorbereitet werden. Es kann ja nicht Sinn und Zweck der Übung sein, dass man ein paar Monate auf der Uni sitzt, nur damit man sich eine blutige Nase holt.

    In der Praxis gibt es so gut wie keine Handwerksmeister die ein Hochschulstudium beginnen, aber warum? Weil sie Gott sei Dank schlauer sind als diejenigen die solche Regelungen gemacht haben. Dabei könnte unsere Wirtschaft von solchen Studienabgängern, die mehr Praxis vorweisen können als die meisten anderen Studenten, mit Sicherheit profitieren.

    Das ist halt wieder mal ein Beispiel dafür, was in der Bildungspolitik in DE falsch läuft.

    Gruß
    Ralf
     
  10. mseppo

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    "Durchlassfähigkeit" ist in dem Zusammenhang nur ein Euphemismus, der am Ende nur die Eitelkeit bestimmter Interessengruppen im Handwerk befriedigt. Praktisch bedeutet das, dass Leute zugelassen werden, die die benötigten Bildungsvoraussetzungen nicht mitbringen und auch gar nicht mitbringen können. Die tolle Durchlassfähigkeit bedeutet im Klartext:

    1. Die Leute laufen in das offene Messer und/oder
    2. die Studiengänge müssen darauf angepasst werden (niedrigeres Leistungsniveau oder deutliche Verlängerung wegen Nachholen des Abi-Stoffs).

    Abgesehen davon ist ein Meister kein bisschen mehr für ein Studium befähigt als ein normaler Geselle. Gerade Handwerksberufe und fachgleiche Ingenieurberufe unterscheiden sich hinsichtlich fachlichen Inhalten und insbesondere den Arbeitsinhalten so grundlegend, dass die Weiterbildung in der einen Welt in der anderen praktisch kaum von Relevanz ist. Ob ich Autos repariere oder konstruiere ist ein fundamentaler Unterschied. Ob da einer auf der einen Seite Meister oder auf der anderen Seite Doktor ist - beide können auf der anderen Seite fachlich so gut wie nichts ausrichten.
     
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