Bauherrengemeinschaft im Raum Nürnberg

Diskutiere Bauherrengemeinschaft im Raum Nürnberg im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hallo, wir waren kürzlich im Urlaub und da hab ich einen Architekten aus München kennengelernt. Zum Thema Bauen und dass wir uns das wohl nicht...

  1. tine77

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    Hallo,

    wir waren kürzlich im Urlaub und da hab ich einen Architekten aus München kennengelernt. Zum Thema Bauen und dass wir uns das wohl nicht leisten können, weil Nürnberg wohl einfach zu teuer ist, hat er das Thema Bauherrengemeinschaft angeschlagen. In München existiert bereits eine Internetplatform, die für Bauherrengemeinschaften bzw. Interessenten geschaffen wurde. Auch die Stadt hat bereits reagiert und eigens eine zentrale Anlaufstelle für Bauherrengemeinschaften eingerichtet, um über Förderungen aber auch über freie Grundstücke informiert, die die Stadt nur an solche Gemeinschaften abgibt...
    Ich hab im Internet nun mal ein bisschen rum gelesen. In Nürnberg scheint dieses Thema aber völligst unbekannt zu sein.
    Nun meine Frage an Euch - wie geht man so einem Thema mal nach - vielleicht wäre das ja durchaus eine Möglichkeit für uns, an ein Eigenheim zu kommen...
    Hat jemand von euch was zu dem Thema zu erzählen? Leider haben wir im Bekanntenkreis niemanden, der gerade in der gleichen Situation steht. Die haben entweder schon gebaut und sind weit weg davon....

    Lieben Gruß
    Tine
     
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  3. Thomas B

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    Hallo Tine,

    Hier sehe ich ein kleines Problem:
    und
    .

    Bei einer Bauherrengemeinschaft würde -so verstehe ich das- wohl ein Mehrfamilienhaus gemeinsam erstellt werden. Ein Eigenheim ist doch eher etwas von anderen Unabhängiges (EFH, DHH, ...).

    Vorteil eines MFH ist zweifelsfrei, daß das bauen insgesamt preisgünstiger wird (eine Heizungsanlage für mehrere Inhaber, ein -vergleichsweise- kleineres Grundstück). Aber man sollte auch über die wirklich nicht unerheblichen Nachteile sprechen: MITeigentum! Steht die Hütte gibt es alle Nase lang Eigentümerversammlungen, ein Hausverwalter regelt (gegen Bezahlung) alles Mögliche, Veränderungen am haus (wenn Ihr z.B. irgendwann mal einen Anbau realisieren wollt) bedürfen der Zustimmung der anderen, Spätere Maßnahmen (Fassade streichen, Fenster erneuern, was weiß ich: Zustimmung der anderen). Aber auch alltägliche Dinge, wie: Pflege des Gartens (ist den Besitzern in den OG egal), Reinigen des Treppenhauses und evtl. der Tiefgarage oder was auch immer... Ich würde mir in meinen "eigenen" vier Wänden ein Mitspracherecht von Außenstehenden nicht wünschen.

    Gruß

    Thomas
     
  4. #3 bruchpilot, 6. Oktober 2009
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    Hey, Tine77,

    kläre uns doch mal BITTE auf, was soll der Zweck/das Ziel davon sein?
     
  5. tine77

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    Ok, also der Urlaubsbekannte hat mir erzählt, dass in München (aber auch in anderen deutschen Städten) Bauherrengemeinschaften (nachfolgend BHG genannt) geschlossen werden, die im Prinzip den GU ersetzen. Also sprich, man plant mit 4 Parteien ein Reihenhaus. die 4 Parteien gründen eine BHG und sparen somit schonmal die Gewinnspanne, die der GU einheimst. Diese BHG engagiert sich dann einen Architekten und einen Bauleiter und evtl. noch jemanden, der im Sinne der BHG Preisverhandlungen übernimmt.
    Nach Fertigstellung wird die BHG in seinem Fall aufgelöst. Jeder hat sein Reihenhäuschen und der Zusammenschluss war ja nur für die Planungs- und Bauphase nützlich. Man hat nicht mehr oder weniger Gemeinschaftsanteile als an einem Reihenhaus vom GU gekauft...
     
  6. Thomas B

    Thomas B

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    .....ahh...jetzt. Ja...das ginge natürlich!

    In der Tat kenne ich hier in der Region keine solchen BHG bzw. Projekte wo sich BH für so etwas zusammengfunden haben....

    Thomas
     
  7. #6 bruchpilot, 6. Oktober 2009
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    Und das bringt auch wirklich finanzielle Vorteile für die Beteiligten?

    Kann ich mir nicht so recht vorstellen.

    Wenn, dann müssten ja alle mehr oder weniger dasselbe Haus mit derselben Ausstattung bauen, oder?
     
  8. greentux

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    Bei uns stellt die Stadt auf ihrer Website eine Plattform zur Verfügung. Weiterhin werden von der Stadt regelmäßig Seminare veranstaltet, wie die Vor- und Nachteile detailiert vermittelt werden. Das könnte in Nürnberg ggf. auch so sein.
     
  9. Thomas B

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    Ichdenke schon. Normalerweise werden Reihenhäuser von GUs oder BT gebaut. Ein Architekt kann nur selten mehrere BH auftreiben, die so etwas gemeinsam stemmen wollen.

    Erster Vorteil bei einem RH: Kleineres Grundstück (=weniger Kosten).
    Zweiter Vortei: Eine Planung. Diese hat -in der Regel- gleiche -oder nahezu gleiche- Grundrisse für die Endhäuser (gespiegelt natürlich) und dto. für die Mittelhäuser. => geringerer Planungsaufwand als bei 4 Einzelhäusern => geringere Kosten.

    Dritter Vorteil: Eine baumaßnahme am Stück (statt vier Einzelhäuser irgendwo), eine Ausscheibung (mit höheren Massen) => weniger Ausschreibungsarbeit und evtl. etwas bessere Preise, da Unternehmer hier einen größeren Umsatz machen können.

    Jetzt muß man nur noch eine Reihenhaus wollen...

    Thomas
     
  10. #9 bruchpilot, 6. Oktober 2009
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    Das wird wohl der Haken an der Sache werden.

    Selbst wenn sich mehrere BH zusammengefunden haben, die dann alle unter einen Hut zu bringen (doch noch relativ viel Kohle für einen zu kleinen Haus-Kompromiss, meistens sehr kleine Schlauchgrundstücke, wer nimmt welchen Teil des Reihenhauses, ich will aber farbigen Putz/farbige Ziegel/braun-grüne Fenster, wohin mit den Autos, deine Gartenhütte wirft Schatten auf meinen Sonnenliegeplatz, ...... - Probleme über Probleme)......

    Würd ich mir nicht antun, viel zuviele Kompromisse.

    Besser sparen auf wirklich eigene 4 Wände.
     
  11. tine77

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    Also hätte ich die Kohle wär mir natürlich das EFH mit uneinsehbarem Garten, stadtnah lieber. Aber die Kohle haben wir nicht. Wir wollen mehr Platz und einen Garten, stadtnah, bezahlbar.
    Ein weiterer Vorteil ist, dass man ohne GU oder BT auch nur Steuern auf das GS zahlt, nicht auf das ganze Haus.
    Und: man kennt die Nachbarn schon vorher, im besten Fall, kann man sich die ein bisschen auswählen, in dem man Menschen, neben denen man nie wohnen will, gar nicht erst fragt :lock

    Ist ja auch nur mal so eine Idee, die Leute, die mitmachen, fehlen uns ja auch noch ;-)
     
  12. bruchpilot

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    Muss jeder wissen, wie er sein Sauerverdientes am klügsten ein- und umsetzt.

    Empfehlen kann ich Reihenhaus persönlich nicht, meine Mom wohnt in sowas, da würde ich nicht für umsonst hinziehen wollen. Wenn ich direkt links und rechts im/am Haus Nachbarn sowie ein Mini-Schlauchgrundstückchen habe, wo ist dann der Vorteil zu ner Wohnung? Und das für verhältnismäßig doch sehr viel Kohle.

    Die Differenz zu einem EFH (ob in der Stadt oder im Speckgürtel) würde ich lieber ansparen wollen, denn wird man mit einem teuren Kompromiss auf Dauer wirklich glücklich? Ein Zurück gibt es dann meistens nicht mehr, denn wer kauft schon so eine Hütte gebraucht (außer mit sehr viel Verlust über den Preis)?

    Vielleicht gibt es doch noch bessere Alternativen als ein RH?
     
  13. Lukas

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    Moin!

    Wieso sollte das Modell auf Reihenhäuser beschränkt sein? Das können doch auch gleiche oder ähnliche freistehende Häuser in einem Baugebiet sein, oder? Dann kann wenigstens jeder seine Hütte anmalen, wie er möchte.
    Ich würde das eher als eine Art Einkaufsgemeinschaft sehen.

    Gruß Lukas
     
  14. bruchpilot

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    Das geht auch ohne BHG: erst Grundstück kaufen und später bauen, darf halt nur kein verbundenes Geschäft sein.
     
  15. eileen

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    der Vorteil ist, daß man nicht auch noch oben und unten Nachbarn hat, immerhin einen Mini-Garten und keine WEG (mit Hausverwalter und anderen Kosten).
    Ich weiß nicht, was bei Euch die Grundstücke kosten, hier hätten wir für die freistehende Variante gegenüber unserer DHH noch seeehr viel investieren müssen und damit hätten wir die Nachbarn auch recht nah dran, denn 700-800qm kann man sich hier nur als Bankmanager o.ä. leisten.
     
  16. #15 DerSuchende, 6. Oktober 2009
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    Das nennt sich doch Organisierte Gruppenselbsthilfe.
    (In NRW ein alter Hut.)
    MfG
     
  17. tine77

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    Danke Eileen,

    also bis ich die Differenz zum freistehenden EFH zusammengespart hab, brauch ich es wahrscheinlich nicht mehr.
    Wir wohnen ja im Moment in einer WEG und eigentlich fühlen wir uns da auch ganz wohl. Es ist zur einfach zu klein für Zwerg Nr. 2 und 3... Und ein bisschen Garten wollen wir eben auch.
    Was wir uns evtl. mit Einschränkungen leisten könnten ist ein EFH oder DHH (so viel Unterschied ist da ja nun auch nicht) mit sehr kleinem Grund und das wohl auch in einer Neubausiedlung, wo ein Haus ans andere gebaut wird... also hast den Nachbarn auch, der mit der Gartenlaube schatten wirft.
    Vielleicht sehe ich auch nicht das Reihenhaus, in dem üblicherweise die Eltern wohnen, es ist doch bestimmt möglich, mit einem kreativen Architekten auch Reihenhäuser hübsch aussehen zu lassen, oder? Man kann sie z. B. versetzt anordnen, was weiß ich...
    Einzelne Häuser oder DHH in einer "Gruppe" zu bauen wäre natürlich auch möglich, aber ich denke, dass sprengt trotzdem unser Budget.
     
  18. #17 Pirellitx31, 6. Oktober 2009
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    Das ist hier in Leipzig genauso.
    Es gründen sich Bauherrengemeinschaften, die gemeinsam ein großes Grundstück, ein Mehrfamilienhaus o.ä. erwerben und dies dann später teilen und bebauen. Das Modell betrifft also nicht nur Reihenhäuser, sondern auch Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen, die sonst nur über Bauträger zu erwerben wären. Vorteil ist in jedem Falle der günstigere Preis, da kein BT zwischengeschaltet ist. Auch die individuellen Vorstellungen können so einfacher realisiert werden. Die Planung / Teilung erfolgt über einen Architekten, der von der Bauherrengemeinschaft ausgewählt wird.
    Oftmals kommen die Grundstücke/Häuser aus städtischer Hand, oder werden zeitlich befristet reserviert, bis sich die Bauherrengemeinschaften gebildet haben.

    Das Modell funktioniert hier gut, mehrere hundert Eigentümer haben hier in Leipzig auf diese Art ihr Objekt gefunden. Ist besonders in innerstädtischen Lagen von Interesse, wo idR keine Einfamilienhausgrundstücke zu finden sind.
     
  19. greentux

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    Hier in Dresden gibts auch ein paar sehr schöne Stadthausprojekte. Also alte Fabrik umgebaut in 5 Familienhaus etc. Im Grunde empfehlenswert. Nur leider findet man sowas immer zu spät. Oder es ist einem schon etwas zu "hip" :) Man hat sich oft schon auf das EFH eingeschwungen. Wenn ich nochmal "Zeit" hätte (wir sind mittlerweile im Vorentwurf und wollen 2010 bauen), würde ich sowas auf jeden Fall nochmal in die engere Wahl mit aufnehmen.
     
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  21. eileen

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    Tine, überlegt Euch doch, was Eure Zielgruppe wäre (andere Familien mit Kindern? alternativ angehaucht/eher ganz normal/was weiß ich? generationsübergreifendes Wohnen? gemeinschaftliche Flächen oder jeder sein eigenes Süppchen?), je nachdem könnte man vielleicht in den passenden Medien ne Anzeige schalten?
    Und evtl. bei der Stadt fragen, ob sie irgendwo größere Bauflächen zu vergeben hätten? Vielleicht wäre das auch so ne Art Vorzeigeprojekt für ein neues Architekturbüro?
    An der Uni/FH als Ideenwettbewerb - kostengünstiges/flächensparendes Wohnen und trotzdem schön?
    Sind so ein paar Sachen, die mir dazu eingefallen sind...
     
  22. #20 Pirellitx31, 6. Oktober 2009
    Pirellitx31

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    ..für diejenigen, dies interessiert, gebe ich mal den Link des Leipziger Modells bekannt:
    www.selbstnutzer.de

    Hier suchen Bauwillige Mitstreiter für Neubau oder Sanierung von Stadthäusern, Gründerzeithäusern, Lofts oder ...

    Der Selbstnutzerverein hilft nicht nur bei der Suche des passenden Grundstücks, sondern gibt auch Hilfestellung zu rechtlichen Fragen bzw. Bauablauf etc.

    Viele könnten sich eine ETW vom Bauträger gar nicht leisten. Nur über den Umweg über eine Bauherrengemeinschaft wirds möglich. Außerdem kann man die gewünschte Ausstattung und Größe von Anfang an selbst mitbestimmen.

    Das macht Sinn hier in der Stadt, weil die innerstädtischen Grundstücke und Immobilien zu groß sind, als dass ein einzelner sowas stemmen könnte. Und die Stadt unterstützt das Projekt, weil sie die Stadtflucht verhindern will.
    Ich finde sowas auch für andere Städte in jedem Falle sinnvoll.
     
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