Bausystem Stahlbetondecke 60er Jahre?

Diskutiere Bausystem Stahlbetondecke 60er Jahre? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Heute stieß ich im ehemaligen West-Berlin bei der Voruntersuchung für einen Wohnungsumbau auf eine mir bisher unbekannte Form einer...

  1. Skeptiker

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    Heute stieß ich im ehemaligen West-Berlin bei der Voruntersuchung für einen Wohnungsumbau auf eine mir bisher unbekannte Form einer Stahlbetondecke.

    Das fünfgeschossige Wohngebäude wurde 1968 errichtet, die tragenden Außen- und Mittelwände sind aus Ziegeln gemauert, die Decken betoniert. Dies bestätigten auch die Sondierungsbohrungen in die Wände und von oben in die Decke. Beim Bohren von unten in die Decke gab es aber eine Überraschung: Über einem geputzten Schilfgewebe, wie ich es bisher nur von der Unterseite gründerzeitlicher Holzbalkendecke kannte, fand sich ein länglicher Hohlraum, eine Rippe, der nächste Hohlraum. Eine zerstörungsarme Untersuchung zeigte die dieses Querschnittsprofil der Deckenunterseite:

    IMG_0265.jpg

    Das skizzierte Dämmaterial ist recht eindeutig zementgebundene Holzwolle ("Heraklith" o.ä.). Es scheint als verlorene Schalung genutzt worden zu sein. Interessant auch die als Abstandshalter für die gekrümmten Schalen dienenden Lattenstücke, an denen dann die Konterlattung für die Schilfputzdecke mit Draht angebunden wurde.

    Hinweise zum Namen und technische Eigenschaften der Bauart sind sehr erwünscht!

    Und: Hat jemand eine Idee, wie sich hier eine Trockenbauwand längst und quer sinnvoll anbinden lässt, wenn mittlere Anforderungen an den Schallschutz und keine an den Brandschutz bestehen? Heraklith zum Anschließen längs zuspachteln? Wenn ja, womit, und vor allem was quer tun? :shades
     
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  3. mls

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    sowas ist mir noch nicht untergekommen.
    ahnert/krause hast du vermutlich zu rat gezogen?

    ob du mit der trockenbauwand die vorh. rohr-putzdecke
    durchdringst, wird wohl u.a. von den kosten und dem
    möglichen mehrwert abhängen.

    btw, das kennst vielleicht, in den betonstegen wurden oft
    nagelleisten eingelegt - wenn nicht, würde ich ungern (d.h.
    ohne sehr gründliche aufnahme) von unten reinbohren.
     
  4. Inkognito

    Inkognito Gast

    Sicher keine Fertigteile, um mal in die Richtung zu denken...?
     
  5. Skeptiker

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    Nein, sicher keine Fertigteile, Deckenoberseite liegt bereits auf ca. 10 m2 frei und ist monolithischer Ortbeton.
     
  6. Skeptiker

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    Nein, noch nicht, guter Tipp! Allerdings hatten die Berliner beiderseits der Mauer in den 60er bis 80er Jahren zahlreiche lokale Besonderheiten, weil insbesondere in West-Berlin etliche Monopole für bestimmte Bauarten bestanden und andere nicht angeboten worden. "Bausumpf" hieß das. Insofern wird mir möglicherweise nur jemand aus der Region weiterhelfen können?

    Durchdringung muss sein, weil die Rohrputzdecke zu wenig Halt bietet. War im Bestand auch so.

    Zur Befestigung der Rohrputzdecke sind ja diese Querlatten eingelegt (nur eingestrichelt im Schnitt).
     
  7. Skeptiker

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    Wobei, völlig sicher bin ich nicht, aber Aufbeton auf einer Fertigteildecke ... Nein, gegen Fertigteile spricht die zu systematische "verlorene Schalung", die bei Fertigteilen m.E. sinnlos wäre. Und aufgrund der fein abgestimmten Stapelung hat das alles zusammen 'mal geschichtet gelegen ...
     
  8. diltigug

    diltigug

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    Ist das Heraklith der verlorenen Schalung schon mal an einer Stelle entfernt worden? Ich kenne einen Fall, allerdings betraf das eine Stütze, da kam das heulende Elend zum Vorschein: freiliegende, vom Rost angegriffene Bewehrung.
     
  9. Inkognito

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  11. Skeptiker

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    Nein, das Heraklith wurde bisher nicht entfernt. Ich würde dies am liebsten auch nicht anrühren. Weiter im Beitrag zu Inkognitos Post!
     
  12. Skeptiker

    Skeptiker

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    Vorweg: Den Artikel als druckbares pdf zu bekommen würde mir sehr helfen. Und vielen Dank für den Hinweis, denn:

    Das gezeigte System scheint der Vorläufer des von mir vorgefundenen zu sein. Norbert Rolf (rolf a i b) hat mir unabhängig von der Veröffentlichung aus einem Objekt in Karlsruhe berichtet, das ebenfalls damit gebaut worden war. Beide Objekte sind gute 5 Jahre früher gebaut als meines. In meinem Fall wurde die Decke ohne die untere durchlaufende waagerechte Heraklithschicht aus der Veröffentlichung hergestellt und die Rippen sind geringfügig breiter. Das lässt auf eine etwas bessere Verdichtung in der Rippe hoffen, aber das war's dann auch schon mit dem Positiven.

    Zur Erklärung: Ich plane das Versetzen zweier nichttragender Wände in einer Wohneinheit einer WEG mit 48 WE allein in dieser einen Zeile der Anlage. Die eigentliche Planungsaufgabe ist der barrierefreie Umbau des Bades einer betagten Bewohnerin. Was da mit meinem AG (dem Sohnemann der Seniorin) als Eigentümer einer WE passiert, wenn ich ganz erheblichen Sanierungsbedarf am Gesamtobjekt feststelle, möchte ich mir im Augenblick lieber nicht vorstellen, zumal dort quasi ständig Wohnungen umgebaut werden und "das hat noch keiner gesagt!"

    Abgesehen vom möglichen Sanierungsbedarf werden die neuen Trockenbauwände bei einer Deckenspiegelhöhe von aus heutiger Sicht amüsanten 6 cm sicherlich nicht beliebig platziert werden können, d.h. der geplante Grundriss ist vermutlich nicht mehr wie vorgesehen realisierbar. Na super, ich freue mich auf das Treffen mit den Bauherrn morgen!
     
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