BDT: EnEV und aRT

Diskutiere BDT: EnEV und aRT im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Was oft nicht so rauskommt - der n50-Wert ist verlangt nach der EnEV und ist ein gesetzlich geforderter Wert - der ggf. nachgewiesen werden muß....

  1. Ebel

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    Was oft nicht so rauskommt - der n50-Wert ist verlangt nach der EnEV und ist ein gesetzlich geforderter Wert - der ggf. nachgewiesen werden muß.

    Die Abwesenheit von Leckagen folgt nicht direkt aus der EnEV, sondern aus der Erfüllung der aRT - auf die ein Bauherr Anspruch hat und bei deren Nichterfüllung er evtl. Schimmel bekommt.

    Wenn ein BDT durchgeführt werden soll, ist nach meiner Meinung nur die Berücksichtigung einer Seite (EnEV) und die Vernachlässigung der zweiten Seite (aRT) eine mangelhafte Durchführung des erteilten Auftrags.

    Allerdings ist die zweite Seite nicht ganz so einfach - es gibt meines Wissens keine Normung der Leckagen. Die Luftgeschwindigkeit von ca. 5 m/s ergibt sich aus der Druckdifferenz - unabhängig von der Größe der Leckage. Ob man bei einer kleinen Leckage diese Geschwindigkeit auch tatsächlich mißt hängt vom Meßgerät und der möglichen Lage des Meßfühler bezüglich der Leckage ab. Nach den Vorschriften ist allerdings absolute Dichtheit außer an planmäßigen Fugen (Tür, Fenster) gefordert.


    Nun braucht man sicher nicht übertreiben. Ein Haus muß ja nicht dicht wie eine Weltraumstation sein. Aber so klein sollten die Leckagen schon sein, daß der Luftstrom höchstens an der Grenze des Fühlbaren ist.
     
  2. Bruno

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    Wo stehen eigentlich die 5 m/s? Das Messen der Luftgeschwindigkeit ohne Angabe eines zu messenden Querschnitts ist im übrigen genauso unsinnig wie das Messen der Länge einer Küstenlinie ohne Angabe der kleinsten Länge im verwendeten Polygonzug. Die Länge jeder Küstenlinie wird bei Verkleinerung des Maßstabs gegen Unendlich streben, die Luftgeschwindigkeit einzelner Moleküle kann fast Schallgeschwindigkeit erreichen.
     
  3. #3 Herbert, 30.10.2004
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    Eine Messung nach DIN 13829

    sieht einen Verfahrensschritt "Vorausgehende Prüfung" vor:

    5.3.1 Vorausgehende Prüfung

    Ungefähr bei der höchsten für die Messung vorgesehenen Druckdifferenz ist die gesamte Gebäudehülle auf große Leckagen und fehlerhafte provisorische Abdichtungen zu untersuchen. Wenn solche Leckagen gefunden werden, sind sie genau zu protokollieren.

    Meinen Sie diese Leckagesuche, Herr Ebel?

    @Bruno: Für Luftgeschwindigkeitsmesswerte an Leckagen gibt es keine Grenzwerte. Deswegen ziehe ich als Anzeigegerät den Federbüschel vor. Es gibt in der Literatur die Meinung, ab 2 m/s (gemessen bei 50 Pa Druckdifferenz) habe man es mit ernst zu nehmenden Leckagen zu tun.
     
  4. #4 Herbert, 30.10.2004
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  5. Ebel

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    Leckage

    "Wenn solche Leckagen gefunden werden, sind sie genau zu protokollieren." Genau, aber ja und? Welchen Wert hat das Protokoll?

    "Viel wichtiger ist es die Luftmenge zu bewerten." Wie?

    Wann hat der AG Anspruch auf Beseitigung der Leckage?

    Allerdings muß ich bemerken, daß ich bisher noch keine Differenzen mit betroffenen Unternehmen hatte betreffs Abgrenzung zu beseitigende und tolerierbare Leckage.

    Zur Luftgeschwindigkeit. Es handelt sich um die Umkehrung der Formel für den Staudruck: p = "rho" v²/2 also v = Wurzel (2 p / "rho").

    Für P = 50 Pa, "rho" ca. 1,2 kg/m³ folgt v etwa 9 m/s. Bei tiefen schmalen Spalten kann wegen des Strömungswiderstandes die Luftgeschwindigkeit im Spalt sinken.
     
  6. #6 Herbert, 04.11.2004
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    Die klassische Antwort des Unternehmers ist:

    "Was wollen Sie denn. Der Test ist doch bestanden!"

    Wie machen Sie das, dass Sie "bisher noch keine Differenzen mit betroffenen Unternehmen hatten betreffs Abgrenzung zu beseitigende und tolerierbare Leckagen."?
     
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