Beschädigte Perimeterdämmung und Schwindriß im Mörtel der Stoßfuge der Betonwand

Diskutiere Beschädigte Perimeterdämmung und Schwindriß im Mörtel der Stoßfuge der Betonwand im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo Über einen Bauträger wird gerade mein Reihenhaus errichtet. Am Betonkeller sind mir nun ein paar Dinge aufgefallen, welche ich hier gerne...

  1. #1 Gast53667, 12.04.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    Hallo

    Über einen Bauträger wird gerade mein Reihenhaus errichtet. Am Betonkeller sind mir nun ein paar Dinge aufgefallen, welche ich hier gerne fragen möchte. Ich freue mich über jede Antwort.

    Laut Baubeschreibung wird der Keller wie folgt ausgeführt: 'Außenwände aus 25 cm Stahlbeton oder Stahlbetonfertigteilen mit hohem Wassereindringungswiderstand nach statischer Berechnung und einer ganzflächigen Perimeterdämmung (d=12 cm) gemäß Wärmeschutzberechnung nach EnEV 2009'

    1.) Perimeterdämmung
    An der Hausecke wurde die Perimeterdämmung beschädigt, siehe Foto
    Bild 2.jpg
    Die Bauarbeiter haben die zerbrochenen Teile einfach aufeinander gelegt ohne sie irgendwie zu verkleben und anschließend die Baugrube zugeschüttet und verdichtet.

    Für die Lichtschächte wurden Sockel angebracht. Dazu haben die Bauarbeiter mit der Motorsäge Löcher in die Dämmung geschnitten. Die Löcher wurden aber nicht mehr zu gemacht, siehe Foto
    Loch.jpg

    Erfüllt die Dämmung noch ihren Zweck? Jetzt kann doch durch die Bruchstelle oder die rechteckigen Löcher Nässe und Kies an die Betonwand dringen


    2.) Riß im Beton
    Die Kellerwände wurden mit Fertigbauteilen erstellt (zwei dünne Betonwände mit Zwischenraum, welcher anschließend mit Ortbeton verfüllt wurde). An den Kanten, an welchen zwei Wände aufeinander treffen entsteht eine Fuge, welche mit Mörtel verschlossen wurde. An dieser Fuge entlang ist ein Riß zu sehen, welcher sich vertikal von oben bis unten durchzieht (siehe auch hier das Foto).
    Bild 3.jpg
    Bild 4.jpg

    Der Bauträger sagt, dass dieser Riß ein Schwindriß im Mörtel der Stoßfuge der Wandelemente ist. Die Fuge hätte nicht verfugt werden müssen. Also alles ok. Ist das korrekt?

    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe
     
  2. #2 Halbwissender, 12.04.2012
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    Welcher Lastfall? Laut Bodengutachten? Daraus ergibt sich die Art der Verklebung der Platten.

    War der Riss wirklich nur im Mörtel? Und wieso wird da was ausgemörtelt in der Breite? Wenn ich das nur mit Mörtel zuziehe drückt da der Beton meine gelöste Mörtelplombe raus. Daher gehört sowas abgeschalt... ODER ist da mal FETT Mörtel ausgeworfen worden? Wenn ja warum und wieviel? Und vor dem Ortbeton? Dann mache ich mir Gedanken über den Mörtel am Fußpunkt :)
     
  3. #3 Gast53667, 12.04.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    Danke für die erste Antwort.

    Lastfall und Bodengutachten ist mir nicht bekannt. Könnte aber den Bauträger fragen. Vielleicht rückt er was raus.
    Leider kann ich deine restlichen Bemerkungen nicht so gut deuten, weil ich da echt absoluter Laie bin. Abgeschalt wurde nichts. Sieht so aus, als hätten die die Wände aufgestellt und dann einfach die Fuge zugemörtelt. Anbei noch ein Bild, auf welchem man das vielleicht besser sehen kann. Leider habe ich allen möglichen Krimskrams fotografiert, aber nicht das worau es ankommt ...
    fugen.jpg
     
  4. #4 Halbwissender, 12.04.2012
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    Macht nix ich versteh dich auch gut als Halbwissender :p

    Der muss den Rausrücken denn ohne konkrete Feststellung des Lastfalls muss er gegen den höchsten zu erwartenden Lastfall abdichten :) Der Druck zieht immer. Findet man so in der Abdichtungsnorm DIN 18195 und auch angelehnt in der WU-Rili. Ansonsten ist kein mangelfreies Bauwerk abnehmbar.

    Aus der Beantwortung ergibt sich vieles. Ich halte das ganze für schwer "Hinterfragungs-würdig", denn WU Beton im Kern macht noch keine dichte Konstruktion. Die Dämmungsverklebungsweise ist nur zugelassen für Bodenfeuchte. Die Dämmung sicher nicht zugelassen für drückendes, ggfls. jedoch für zeitweise drückendes Wasser (steht in der Zulassung).
     
  5. #5 Gast53667, 12.04.2012
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    Danke
    Also die "punktuelle" Verklebung wäre nicht für drückendes/zweitweise drückendes Wasser zulässig. Ich werde nach dem Bodengutachten fragen.

    Was sagst du generell dazu, dass die zerbrochenen Dämmplatten nicht ausgetauscht/geklebt wurden und zu den Löchern für die Lichtschachtwinkel? Die Dämmung ist ja dann jetzt "undicht" oder?
     
  6. #6 Halbwissender, 12.04.2012
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    Ist sie doch so oder so, alleine wegen den nicht verklebten Stößen. Daher nur bei Bodenfeuchte zulässig damit das ganze nicht hinterspült wird und das Wasser dort stehen bleibt.

    Klär mal das Baugrundgutachten / Lastfall. Wenn die das nicht haben / rausrücken:DIN 18195-1: "Zur Bestimmung der Abdichtungsart ist die Feststellung der Bodenart, der Geländeform und des Bemessungswasserstandes am geplanten Bauwerksstandort unerlässlich. Dies gilt nur dann nicht, wenn grundsätzlich nach der höchsten Wasserbeanspruchung geplant wird." Bedeutet geplant und gebaut bis drückendes Wasser bis Oberkante Gelände (Unterlippe).
     
  7. svjm

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    Sicher, dass hier der Erstpost richtig gelesen wurde?
    svjm??
     
  8. #8 Halbwissender, 12.04.2012
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    Absolut sicher.

    Aus dem Baugrundgutachten ergibt sich ob und wie überhaupt gedämmt hätte werden müssen und wie der Riss ggfls. und auf was zu prüfen wäre :)
     
  9. #9 Halbwissender, 12.04.2012
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    Ich kanns aber nochmal aufdröseln:

    Wir haben:

    Dämmungsverklebung nur zulässig bei Bodenfeuchte, da wäre das ausflicken kein Problem, die Dämmung ist ggfls. noch zulässig bei zeitweise drückendem Wasser bis 3 m Eintauchtiefe (steht in der Zulassung), bei drückendem Wasser mit Sicherheit gar nicht. Für drückendes Wasser (egal welches) ist die Verklebung nicht zulässig. Fazit = es darf nur Bodenfeuchte vorliegen.

    Dafür spricht das die Lichtschächte nicht druckwasserdicht werden oder drückendes Wasser (Bemessungswasserstand) bis maximal 30 cm unter Brüstungshöhe zu erwarten wäre. Da bekommt die Dämmung wiederum ein Problem.

    Wir haben den Riss und müssen den bewerten. Augenscheinlich ist der wasserführend (>0,2 mm) und dazu ist das Mörtel (keine Abdichtfunktion). Daher läuft bereits jetzt scheinbar Wasser aus der EG Decke in den Riss und tritt außen aus.

    Wie ist ausgemörtelt und warum? Dick ausgeworfen = Mörtel bis innen geflogen und liegt am Fußpunkt (Problem der Fugenabdichtung am Fußpunkt)? Dünn zugezogen und ausbetoniert? Wie konnte der dünne eingehangene Mörtel dem Betondruck des Ortbetonkerns standhalten (Verdichtungsproblem?)?

    Lastfall wird also sowohl zur Bewertung der Zulässigkeit der Dämmung, der Dämmungsausführung und der Bewertung von Problemen bezüglich Dichtigkeit benötigt.
     
  10. #10 Gast53667, 13.04.2012
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    Hallo svjm.
    Natürlich würde mich zu meinem Anliegen auch die Meinung eines ö.b.u.v. SV interessieren
    Vielen Dank.
     
  11. #11 Halbwissender, 13.04.2012
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    Dann aber bitte die richtige Gattung. Das gehört ins Fachgebiet ö.b.u.v. SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk :)
     
  12. #12 Gast53667, 13.04.2012
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    Ich bin um jede brauchbare Antwort dankbar
     
  13. #13 Halbwissender, 14.04.2012
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    Ich denke meine Antwort ist durchaus brauchbar und zeigt das einzig mögliche Vorgehen an das auch die Bedingungen außerhalb des Tellerrandes erfasst.
     
  14. #14 Gast53667, 14.04.2012
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    Gast53667 Gast

    Antwort ist definitiv akzeptiert. Werde nächste Woche die Punkte mit meinem Bauträger klären.
     
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