Beschaffenheit gemäß Bebauungsplan Baugrundstück

Diskutiere Beschaffenheit gemäß Bebauungsplan Baugrundstück im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo alle zusammen, nach langem stillen mitlesen, habe ich jetzt auch mal ein paar Fragen die ich hier stellen möchte. Falls das thematisch wo...

  1. idasb

    idasb

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    Hallo alle zusammen,

    nach langem stillen mitlesen, habe ich jetzt auch mal ein paar Fragen die ich hier stellen möchte.
    Falls das thematisch wo anders besser reinpasst, dann bitte entsprechend verschieben.

    Ich interessiere mich für ein Baugrundstück in NRW, welches noch vermessen und hergerichtet werden muss, also noch nicht gekauft ist.

    In dem Bebauungsplan zu dem Baugebiet, steht geschrieben, dass der Baugrund aus stauwasserbeeinflussten Böden aus Lößlehm und Solifluktionsbildungen/Grundmoränenresten über Sandmergelstein besteht.
    Was bedeutet diese Beschaffenheit konkret?

    Bodenarbeiten müssen auf auf die entsprechende Witterung und Bodenfeuchte abgestimmt werden um eine unnötige Bodenverdichtung zu vermeiden.
    Soll hier nur im trockenen Zustand gearbeitet werden?

    Es wird empfohlen den Baugrund objektbezogen zu untersuchen und zu bewerten.
    Wird auf jeden Fall gemacht!



    Kampfmittelbeseitigung:
    Laut der Stellungnahme des Kampfmittelbeseitigungsdienstes keine unmittelbare Kampfmittelbelastung der beantragten Fläche. Wegen erkennbarer Kriegsbeeinflussung (vereinzelte Bombardierung) kann eine Kampfmittelbealstung nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
    Folgende Maßnahmen sind erforderlich:

    1. Absuchen der Flächen und Baugruben
    2. Anwendung der TVV KpfMiBesNRW - Baugrundeingriffe auf Flächen mit Kampfmittelverdacht ohne konkrete Gefahr.

    Was für eien Aufwand ist das, wie muss ich mir das als eventueller zukünftiger Bauherr vorstellen?


    Viele Grüsse

    idasb
     
  2. #2 simon84, 17.05.2020
    simon84

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    Das bedeutet Finger weg von dem Grundstück



    Das hier ebenso

    Um mal etwas weiter auszuholen (und vielleicht absichtlich etwas übertrieben):

    Der erste Punkt bedeutet, der Verkäufer des Grundstücks weist dich darauf hin um aus der Haftung zu sein, dass du entweder mit Keller oder EG im Wasser stehen kannst oder der Boden sich so verändern kann, dass dein ganzes Haus Risse bekommt oder wie ein Kartenhaus zusammenfällt, weshalb du mit sauteuren Spezialgründungen rechnen müsstest.

    Der zweite Punkt bedeutet, wenn auf deinem Grundstück eine Bombe gefunden wird zahlst du ganz schnell mal ein paar Zehntausender. Jackpot. Wenn nicht, ebenfalls ein paar Tausender. Da offensichtlich dort gebombt wurde ist die Chance gar nicht mal so schlecht !

    Vergiss es, such weiter.
     
  3. SIL

    SIL

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    Simon sieht das 'schwarz' ohne Bodengutachten kann das schlecht kommentiert werden, da hier allgemeine Angaben vorhanden sind.

    ça 1000€ rum bei normaler Grundstücksgrösse - bei Auffinden siehe Simon, es gibt noch die Möglichkeit im Kaufvertrag sich einen Vorbehalt einzupflegen, so dass bei Fund die Kosten der Verkäufer trägt, sofern dieser 'mitspielt'.
     
    simon84 gefällt das.
  4. #4 simon84, 17.05.2020
    simon84

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    Geht man davon aus der Verkäufer ist die Gemeinde so ist das absolut erfolglos da zu versuchen etwas zu vereinbaren.
    Ohne auf das Grundstück bezogene eigene Bodengutachten geht gar nix, das ist klar, aber warum Geld in ein Gutachten für so ein Problemgrundstück investieren?
    Ist es denn wenigstens 50 oder 100 Tausend Euro billiger als vergleichbare andere Grundstücke ? Falls nein, weitersuchen.
     
  5. Mok

    Mok

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    Willst du im Ruhrgebiet oder Umgebung bauen? Die Beschreibung klingt ganz danach. Simon hat zwar nicht ganz unrecht, aber das ist dort leider der Standard.

    Wie kritisch der Baugrund ist, wird nur durch eine konkrete Untersuchung auf deinem Grundstück festgestellt. Grundsätzlich kann man aber natürlich darauf bauen, sonst wäre das Ruhrgebiet nicht so dicht besiedelt. Du kannst froh sein, dass du wohl nicht auch noch irgendwelche sonderbaren Auffüllungen auf dem Grundstück hast... Ob irgendwelche Sondergründungen nötig sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht sagen. Positiv stimmt mich die Erwähnung des Sandmergelsteins, was wohl heißt, dass du nur wenig quartäre Überlagerung hast.

    Mit den Witterungsverhältnissen liegst du richtig, das Problem ist aber weniger die Bodenverdichtung, sondern dass der Lösslehm ganz schnell breiig wird, wenn er unter Wassereinfluss mechanisch beansprucht wird.

    Eine derart lautende Einschätzung zu Kampfmitteln bekommst du im Ruhrgebiet für viele Ecken. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Grundstück eine Bombe liegt, ist nicht all zu hoch, aber natürlich besteht die Möglichkeit. Welche Untersuchungen nötig sind hängt davon ab, was du baust. Wenn du ohne Tiefgründung und komplizierten Verbau klar kommst, dann wird es wohl mit einer Oberflächendetektion der Baugrube getan sein. Weiteres zu den nötigen Maßnahmen geht aus dem Schreiben des Ordnungsamtes/KBDs hervor. Plane hier möglichst vorausschauend, der Kampfmittelbeseitigungsdienst kommt nicht auf Zuruf am nächsten Tag. Sonst hast du erst mal Stillstand und dein schöner Lößlehm liegt frei (unbedingt auf ordentliche Wasserhaltung achten!).
     
  6. idasb

    idasb

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    Hallo vielen Dank für die ersten Rückmeldungen,

    Ja es ist die Gemeinde welche die Grundstücke zum aktuellen Bodenrichtwert vertreibt. Im Gegensatz zu anderen Anbietern die nach Höchstgebot vertreiben, was gut und gerne 50% Aufschlag bedeutet, wäre es dann wieder günstiger als andere, wobei man auch sagen muss, dass ich seit 5 Jahren suche und nie zum Zuge gekommen bin (Losverfahren, Bieterverfahren, Vergaberichtlinien usw...)

    Ja, es ist mitten im Ruhrgebiet.

    Es gibt auch tatsächlich diese Sonderbaren Auffüllungen, welche aber durch die Gemeinde unter gutachterlicher Aufsicht abgetragen und entsorgt werden, bis auf das ursprüngliche Geländeniveau von ca Jahre 1970, welche dann auch nachgewiesen werden muss. Übrigens Vorraussetzung um die Grundstücke als Baugrundstück zu veräußern.

    Wie bereits geschrieben, dass Grundstück ist noch nicht gekauft, aber ich möchte es unbedingt kaufen und wüsste nur gerne im Vorfeld womit ich es ungefähr zu tun habe.

    Grundstücksgröße beträgt ca. 620m², welche ich zweigeschossig ohne Keller mit den Grundmaßen 11m x 11m bebauen wollte.

    Ich habe noch folgendes zu dem Thema Boden gefunden, vielleicht ist das Aussagekräftiger:

    "Den tieferen Untergrund des Bebauungsplangebiets bilden Schichten des Flöz-führendem Karbon. Diese werden von circa 400 Meter mächtigen Mergeln der Oberkreise überlagert. Zuoberst der natürlichen Schichtenfolge lagert bis zu wenige Meter mächtiger quartärer Löß, der oberflächennah zu Mutterboden umgewandelt ist."

    Ist das der übertriebene Modus, oder tatsächlich erwartbar, wenn ich ohne Keller baue?

    Viele Grüße

    idasb
     
  7. Mok

    Mok

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    Das ist auch aus kampfmitteltechnischer Sicht eine gute Nachricht, da hier entsprechend die gleichen Vorgaben gelten dürften. Sprich, nach Freilegung des Planums hat hier bereits eine Untersuchung zu erfolgen. Das heißt nicht unbedingt, dass du auf Untersuchungen verzichten kannst, aber die Wahrscheinlichkeit, dass du dann noch eine Bombe findest, ist nicht sehr hoch.

    Gibt es denn ein Bodengutachten für das Baugebiet? Also nicht konkret für dein Grundstück, sondern großflächiger? Bisher klingen die Beschreibungen eher nach Auskunft aus der geologischen Karte. Konkrete Aufschlussergebnisse wären hilfreich.
     
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