Betonieren bei grenzwertigen Temperaturen

Diskutiere Betonieren bei grenzwertigen Temperaturen im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Hallo, die erste Etage unseres Neubaus ist so gut wie fertig und am Dienstag sollen die Deckenelemente kommen und Mittwoch dann Bewehrung verlegt...

  1. #1 WirWollenBauen, 24.11.2017
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    Hallo,

    die erste Etage unseres Neubaus ist so gut wie fertig und am Dienstag sollen die Deckenelemente kommen und Mittwoch dann Bewehrung verlegt und Stützen aufgebaut werden. Der Aufbeton soll dann Donnerstag kommen. Nun habe ich mir die Wetterprognose angeschaut und es sieht nicht wirklich gut aus. Natürlich kann sich das noch ändern und besser oder noch schlechter werden.

    Ich habe auch viel zu diesem Thema gelesen würde es aber gern mal am konkreten Beispiel durchspielen:

    Für den Donnerstag werden max 2 und min 0 °C vorhergesagt. Für den Freitag dann max 2 und min -1 °C. Samstag dann mit 2 / -3, Sonntag 1 / -2, Montag 1 / -4, Dienstag 2 / -2 und so weiter.

    Sollten wir das Betonieren verschieben und warten bis es wärmer wird? Falls wir betonieren worauf wäre bei den oben genannten Temperaturen zu achten? Bei dauerhaft minus 3 am Tag und minus 10 in der Nacht würde ich nicht lange überlegen und das betonieren verschieben aber die bei uns zu erwartenden Temperaturen wirken auf mich grenzwertig.

    Müsste spezieller Beton benutzt werden oder Dämmmatten auf den frischen Beton gelegt werden oder reicht eine Plane oder sind gar keine besonderen Maßnahmen erforderlich?

    Vielen Dank und Grüße
     
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  3. #2 petra345, 24.11.2017
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    Betonieren bei den Profis geht noch bis minus 5 °C. Aber eben nur bei den Profis , mit entsprechenden Betonmischungen, Abdeckungen und ggf. einer Heizung.

    Im kleinen EFH-Bau solltest Du alles was unter dem Gefrierpunkt ist meiden. Der Beton ist dünner und entwickelt deswegen weniger Wärme. Aufbeton ist noch dünner! Du hast nicht die Möglichkeiten zum Abdecken und noch viel weniger eine geeignete Heizung.
    Gefrorene oder unterkühlte Betonplatten sind ein absolutes nogo. Auch wenn dann die Sonne scheint.

    Das Betonwerk wird Dir eine geeignete Mischung liefern, wenn sie sich mit Deinem Tragwerksplaner abgestimmt haben. Auf großen Baustellen sind Versuche mit der Betonmischung durchaus üblich. Das macht man nicht am Schreibtisch.

    Denke daran die Kellerlöcher zuzustellen damit kein Frost an die Bodenplatte kommt!!!
    Wenn der Boden unter der Platte oder den Fundamenten gefriert hilft der Preßlufthammer.
    .
    .
     
  4. #3 WirWollenBauen, 24.11.2017
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    Vielen Dank für die Antwort.

    Das Betonieren der Decke würde bei aktueller Vorhersage bei + 2°C stattfinden. In der folgenden Nacht sollen es 0 ° werden. Der nächste Tag wäre dann auch frostfrei aber die Nacht dann mit minus 1°C. Es wären also sagen wir 36 Stunden ohne Frost und beim eigentlichen betonieren wären es 2°C plus.

    Klar kann sich die Prognose noch ändern aber bleiben wir mal bei diesem Szenario, kann man da relativ entspannt betonieren (20 cm inklusive Deckenelementen) oder müssen schützende Maßnahmen ergriffen werden und wenn ja welche. Vermutlich gibt es hier auch einen Unterschied zwischen theoretischen Empfehlungen, Normen und der praktischen Umsetzung. Unser Bauunternehmer (mit dem wir an sich zufrieden sind) meint es wären in dem Bereich noch keine weiteren Maßnahmen nötig.
     
  5. #4 1958kos, 24.11.2017
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    Sollen wir die hier jetzt die Freigabe geben???
     
  6. #5 WirWollenBauen, 24.11.2017
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    Wer ist denn wir? Bist du mehr als einer oder sprichst du für das gesamte Forum?

    Ich denke es war nicht zu überlesen, dass ich ergebnisoffen angefragt habe und sowohl betonieren als es auch verschieben würde. Ich erhoffte mir Hinweise, Tipps, Erfahrungsberichte von anderen Bauherren aber natürlich auch die fachliche Einschätzung der hier aktiven Experten. Ich denke das ist im Kern auch der Sinn dieses Forums.
     
  7. #6 bauspezi 45, 24.11.2017
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    "Unser Bauunternehmer (mit dem wir an sich zufrieden sind) meint es wären in dem Bereich noch keine weiteren Maßnahmen nötig."
    -
    sagt ja eigentlich alles, weshalb misstraut man dann den Meister ?
     
  8. #7 WirWollenBauen, 24.11.2017
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    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zumindest nicht schadet sich eine Zweitmeinung einzuholen. OK, ob es dann gerade ein Forum sein muss frage ich mich selbst gerade. Beim umgekehrten Fall, dass man alles ungeprüft und unüberlegt hinnimmt und dann doch ein Mangel entsteht und man diesen Mangel dann hier im Forum beschreibt, gibt es auch wieder genügend Leute die darauf verweisen, dass man sich doch früher hätte informieren können. Tut man dies ist es aber wieder für andere nicht OK weil man den Fachleuten nicht vertraut.

    Kann man Deine Antwort auch so verstehen, dass du bei oben genannten Szenario ebenfalls keine Bedenken beim Betonieren hättest? Ab welchen Temperaturen würdest Du Maßnahmen zum Schutz des frischen Betons veranlassen und welche wäre das überhaupt?
     
  9. #8 petra345, 25.11.2017
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    Bei einem 200 m² großen Teilabschnitt einer gewerblichen Tiefgarage mit einer massiven 50 cm dicken Decke waren etliche erfahrene Fachleute bei der Entscheidung beteiligt. So eine Decke entwickelt sehr viel mehr Wärme beim Abbinden als die dünne Betonauflage beim EFH. Trotzdem ist man da vorsichtig. Wer will eine solche Decke wieder abbrechen wenn es schief geht?

    Beim EFH riskiert man es eben. Kommt es zu einem Schaden weil man nicht abgedeckt hatte, war eben das Wetter ungünstiger als erwartet.
     
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  11. #9 WirWollenBauen, 28.11.2017
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    Vielen Dank petra345 für Deine Einschätzung. Heute kommen die Deckenelemente und am Donnerstag dann der Beton. Die Elemente sind ca. 5 cm stark und der Aufbeton dann entsprechend 15 cm bei 90 m² Fläche. Die 16 Tage Vorschau sagt tagsüber im Schnitt +2°C und nachts -2°C voraus.

    Man sagt ja immer, dass der Beton erst nach 28 Tagen seine Endfestigkeit erreicht, gilt das auch im Winter? Und sind bezüglich Frost nur die ersten Tage kritisch oder auch noch die zweite, dritte und vierte Woche?

    Das Bauunternehmen und unser Architekt sehen keine Probleme und werden weder beim Beton noch bei der Nachbehandlung besondere Maßnahmen ergreifen. Ich solle mir da keine Sorgen machen und das nehme ich natürlich auch erst einmal so hin, möchte mir aber dennoch eine Zweitmeinung einholen um mir später nicht vorzuwerfen wie naiv ich war.

    Viele Grüße
     
  12. #10 petra345, 28.11.2017
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    Früher gab es in der DIN 1045 eine Tabelle für die verschiedenen Temperaturen.
    Die gibt es inzwischen nicht mehr. Es wird eben viel mit Verzögerern und Beschleunigern beim Beton gearbeitet.
    Da kann man keine festen Werte mehr angeben.

    Aber wenn es eine Woche etwas über der Nulllinie war und nachts kein Frost auftritt ist vermutlich kein Schaden zu befürchten. Sollte in der ersten Woche Frost anstehen muß man abdecken und im schlimmsten Fall unter der Decke ein kleines Feuer machen. Auch die Kellerlöcher sind zuzustellen. Einige Stein sind dafür ausreichend.

    Früher wurden Zeiten unter 5 °C nicht als Abbindezeit betrachtet.

    Es gibt besonders fein gemahlen Zement der schneller abbindet. Damit sollte man bei solchen Temperaturen arbeiten. Das weiß aber nur das Betonwerk und der Lieferschein was da benutzt wurde.

    Wichtig ist es auch, die Oberfläche der Betondecke gegen Verdunstung zu schützen. Besonders ein leichter Wind entzieht viel Wasser. Heute wird dazu eine weiße Emulsion aufgesprüht. Nach einigen Stunden kann man sie nicht mehr erkennen. Wenn man das nicht hat oder nicht will, kann man auch abdecken.
     
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