Beulen und Risse im Estrich

Diskutiere Beulen und Risse im Estrich im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, nach Trocknung unseres Zementestrichs im Keller entstanden auf ein paar Quadratmetern viele Beulen mit Rissbildung. Dies war...

  1. #1 leppenraub, 07.01.2021
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    Hallo zusammen,

    nach Trocknung unseres Zementestrichs im Keller entstanden auf ein paar Quadratmetern viele Beulen mit Rissbildung. Dies war ebenfalls ein Bereich, in dem der "Mischer" zu viel Wasser eingesetzt hatte (wir standen in dem Moment daneben und der Estrich klatschte aus dem Trichter). Ich würde die Beulen abschleifen und die Risse mit Gießharz verfüllen, muss ich mir trotzdem Sorge über die Tragfähigkeit machen?

    Viele Grüße
     

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  2. SvenvH

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    Wer hat den Estrich eingebracht? Ist Dämmung drunter? Fbh drin? Welche Konsistenz hatte der Estrich? Wurden Fasern beigemischt? Sieht übel aus.
     
  3. #3 Bauandi, 07.01.2021
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    Ich würde bei so einer Leistung nicht selber rumschleifen und vergießen, ich würde das erst bezahlen wenn es in Ordnung ist.
     
  4. #4 leppenraub, 07.01.2021
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    Ein Estrichleger (Also Handwerker und kein Dilettant, sollte man meinen), Dämmung und FBH ist drunter (also schwimmend). Die Konsistenz war "mörtelweich" an den meisten Stellen, nur eben im Bereich dieser Stellen zunächst etwas flüssiger. Fasern wurden beigemischt.

    Das versteht sich von selbst, die Schlusszahlung ist vorerst auf Eis gelegt. Ich hoffe, dass mir hier vielleicht jemand sagen kann, ob die Stellen unbedenklich sind bevor ich einen Sachverständigen beauftrage. Ist das ein signifikanter Mangel oder nicht.

    Der gesamte Estrich umfasst 89m², davon sind etwa 7m² von diesen Rissen durchzogen (anbei noch ein besserer Größenvergleich)
     

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  5. SvenvH

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    Was sagt denn der Estrichleger dazu? Da müsste man warscheinlich erstmal herausfinden ob die Risse bis unten durchgehen oder nur oberflächlich sind.
    Wann wurde die Fbh nach dem Einbringen des Estrichs hoch gefahren?
    Dass ein Estrich auch mal reißt kommt vor aber nicht so extrem. Dafür dienen die zugesetzten Fasern.
    Ich würde vorschlagen erstmal mit dem Estrichleger zu sprechen und noch nichts selber zu machen. Sobald du da selber rangehst, geht die Gewährleistung verloren.
    Was kommt denn eigentlich als Belag drauf?
     
  6. #6 Fabian Weber, 07.01.2021
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    Zuviel Wasser im Estrich, daher leichte Entmischung, so das das Korn etwas abgesunken ist. Ist wahrscheinlich nur oberflächlich. Die Sinterschicht muss ja eh erstmal runtergeschliffen werden.
     
  7. #7 leppenraub, 08.01.2021
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    Der Estrichleger bietet momentan eine sehr großzügigen Preisnachlass an, der mich eher misstrauisch macht. Technisch hat er bislang keine Aussage getroffen. Die FBH ist noch gar nicht an (Estrich ist erst 15 Tage alt), als Belag sollen in diesen Bereichen Fliesen kommen.

    Vielen Dank für die Einschätzung! Was mich sehr wundert, warum dort "Beulen" entstehen.
     
  8. ehmkah

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    Hallo,

    ein Zementestrich kann schon mal reißen, stellt vorerst kein Mangel da, sofern diese Risse wieder kraftbündig verschlossen werden. Danach gilt ein gerissener Estrich als riss frei.

    Das der Zementestrich aber nun Beulen bekommt ist durchaus sehr ungewöhnlich. Ein Zementestrich schwindet nur aber sollte nicht quellen, also muss von unten etwas drücken. Es sieht auch so aus als wären die Risse erst durch diese Beulen entstanden.

    Ich gehe davon aus, dass hier ein normaler Zementestrich verbaut wurde und kein Schnellzement oder?

    Wurde ein Estrichzusatzmittel, außer die Fasern, verwendet? Wenn ja, was für eins?

    Wurde beim Einbau geheizt, also lief die FBH?

    Wurde die FBH ordnungsgemäß abgedrückt?

    Konnte man beim Sandhaufen evtl. organische Bestandteile zum Beispiel Holzstückchen oder ähnliches beobachten?

    Hat der Estrichleger die Beulen und Risse gesehen?

    Grundsätzlich würde ich eine schriftliche die Mängel gegenüber dem Estrichleger anzeigen, aber ich denke das ist hier schon geschehen da er ja einen Preisnachlass angeboten hat.

    Schwer zu sagen ob die Tragfähigkeit des Estrichs letztendlich vollumfänglich gegeben ist.

    Wie schon von anderen erwähnt, Finger weg sonst ist die Gewährleistung dahin.

    MfG
     
    SvenvH und simon84 gefällt das.
  9. #9 leppenraub, 13.01.2021
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    Die Risse scheinen durch die Quellung entstanden zu sein, richtig. Je höher die Beule, desto breiter die Risse. Die Bezeichnung im Protokoll heißt: "EN 13818 CT - C 25 - F 4: beheizbarer Zementestrich mit Silatex-x3" - Ist das genannte Silatex ein Zusatzmittel?

    Beim Einbau stand die FBH seit zwei bis drei Tagen, die ordnungsgemäß installiert wurde. (also war mit Wasser gefüllt, aber nicht beheizt). Der Sand wurde einen Tag vorher geliefert, mit einer Plane unterlegt und auch bedeckt - demnach würde ich organische Bestandteile ausschließen. Der Estrichleger hat anhand der gleichen Fotos wie oben die Lage beurteilt, vor Ort war er bislang noch nicht.
     
  10. ehmkah

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    Ja genau Silatex X3 ist ein Estrichzusatzmittel von Chemotechnik. Es ist eine Vergütung bzw. eine Verarbeitungshilfe. Dadurch wird die Qualität und die Verarbeitung gesteigert.
    Es ist eigentlich auszuschließen, dass die Beulen durch das Zusatzmittel kommen aber sicher kann man sich da nicht sein. Auch in der Industrie passieren Fehler.
    Vielleicht kann man mal bei Chemotechnik anfragen ob die eine Idee haben wie diese Beulen entstanden sind.
    Ach und nur für dich zur Info: CT bedeutet Zementestrich, C25 = min. 25 MPa Druckfestigkeit, F4 = min. 4 MPa Biegezugfestigkeit. Nur falls es dich interessiert.

    Organische Bestandteile können auch schon aus der Grube kommen, also schon bei der Anlieferung des Sandes enthalten sein. Ist noch etwas von dem Sand da? Wenn ja dann kannst du etwas Sand in eine Flasche mit Leitungswasser geben und gut schütteln. Wenn etwas an der Oberfläche schwimmt können dies organische Bestandteile sein.
    Jedoch würde diese den Estrich wohl nur an einigen Stellen verfärben und ein Quellen in dem Ausmaß wohl nicht in so kurzer Zeit hervorrufen.

    Waren die Beulen schon da als ihr das erste Mal den Estrich betreten habt oder sind sie erst nach und nach gekommen?

    Man muss ja mal gucken wie überhaupt solche Beulen entstehen können.
    Es gibt genügend Fehlerquellen aber ob es ein Treiben ist durch Verunreinigungen zum Beispiel durch Gips oder Aluminium oder doch etwas anderes ist.

    Du hattest gesagt, der Estrich wäre 15 Tage alt? Dann wird ja bald das Funktionsheizen gestartet, hast du dazu ein Heizprotokoll von deinem Estrichleger erhalten?

    Hast du mal deinen Oberbelagsleger gefragt was er dazu sagt oder legst du den Belag selbst?

    MfG
     
  11. #11 leppenraub, 18.01.2021
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    Vielen Dank Dir für die umfassenden Informationen! Wenn ich die Diskussion der Arbeiter reflektiere und mit Deinen Infos verknüpfe, könnte es durchaus auch sein, dass Mischungsverhältnis insgesamt nicht gepasst hat. Wenn also mit dem Verhältnis aus Zement, Zusatzmittel, Sand und Wasser gepfuscht wurde? Möglicherweise Zement mit "Silatex X3" verwechselt...!? Wie gesagt, die relativ flüssige Mischung waren etwa 100-150 Liter, die dann in diesen Bereichen verteilt wurde und kurze Zeit später mit mörtelweichem Estrich ergänzt wurde.

    Der Estrich hat insgesamt keine Verfärbungen, Sand ist noch da - könnte ich also noch kontrollieren. Die Beulen waren unmittelbar vorhanden, zumindest eine nachweislich (die restlichen erst nach Betreten), die Breite der Risse hat sich im Laufe der Trocknung auf den Beulen etwas vergrößert (maximal 1mm breit)

    Vergangenen Mittwoch hat das Funktionsheizen gestartet (21 Tage nach Legung), das Protokoll habe ich erhalten und das Programm läuft noch. Wesentliche Veränderungen haben sich dabei aber nicht ergeben. Morgen will der Chef der Estrichleger-Firma mal vorbeischauen...
     
  12. ehmkah

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    Moin,

    ich glaube du hast mich etwas falsch verstanden.

    Silatex X3 ist eine Flüssigkeit somit kann man das „verwechseln“ ausschließen.

    Das der Estrich mal etwas flüssiger aus der Pumpe kommen kann ist im Bereich des Möglichen. Das liegt häufig daran, dass die Sandfeuchte nicht homogen ist. Von Fuschen würde ich hier nicht sprechen.

    Auch ein Mörtel der deutlich zu weich ist oder gar flüssig ist, kann zwar zu Rissen (jedoch sehr selten) führen aber nicht zu diesen Beulen wie von dir Beschrieben oder wie auf den Fotos zu sehen ist.

    Ich bin mal gespannt was der Chef der Estrichleger-Firma heute bei der Begehung sagt.

    Da es bis jetzt während des Funktionsheizens keine weiteren Probleme aufgetreten sind, ist der Estrich wohl als gesamtes als Tauglich zu erklären. Ich denke, die schadhaften Stellen sollten durch den Estrichleger repariert werden so dass du Gewährleistung nicht dahin ist.

    MfG

    PS: 100-150 Liter ist nicht mal das Volumen welches bei einer Mischung in der Estrichpumpe angemischt wird. Diese liegt ca. bei 250 - 300 Liter.
     
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  13. #13 Bauandi, 19.01.2021
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    Der Estrich-Mann wird dir wahrscheinich vorschlagen paar "Klammern" rein und die Risse verschließen.
    Dann wird das auch wieder in Ordnung sein.
     
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  14. ehmkah

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    Denke ich auch. Wenn die Risse im Estrich wieder kraftbündig geschlossen werden, gilt dieser ja als Rissfrei.
    Ich denke er wird die Beulen auch schleifen müssen da der Estrichleger ja sonst seine Ebenheitstoleranz nicht einhält.
     
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