Bezeichnung von Dachpappe?

Diskutiere Bezeichnung von Dachpappe? im Dach Forum im Bereich Neubau; ich habe heute mal eine Frage an die Dach-Fachmänner: Wie lautet denn die korrekte Bezeichnung der hier dargestellten Dachpappe? [ATTACH] zur...

  1. #1 Alfons Fischer, 9. April 2015
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    ich habe heute mal eine Frage an die Dach-Fachmänner: Wie lautet denn die korrekte Bezeichnung der hier dargestellten Dachpappe?
    IMG_0994_1.jpg

    zur näheren Erläuterung: diese stammt aus einem Steildach eines Wohnhauses, welches außenseitig in den 1980er Jahren eine Brettschalung + ebendiese Pappe + neue Eindeckung erhalten hat.
    Es sieht aus wie ein bitumengetränktes faseriges Material und ist unbesandet.

    Die Stärke wurde zu ca. 0,85mm gemessen.
    IMG_0996kl.jpg

    Hintergrund: mir geht es darum, abzuschätzen, wie groß wohl der sd-Wert einer solchen Pappe sein könnte.

    kann das eine nackte Bitumenbahn R 500 nach DIN 52129 oder R 333 sein? Also mit Rohfilzeinlage. Wenn ich mir nämlich die Diffusionswiderstandszahl aus der Norm für solch eine Pappe ansehe (2000/20000), dann müsste der sd-Wert ja bei der gemessenen Dicke irgendwo zwischen 2 und 20 Metern liegen.
    Das wäre ja noch vertretbar wenig.

    eine V13 hat nach meiner Recherche da schon einen deutlich größeren sd-Wert, da werden Werte für die Diffusionswiderstandszahl um 100000 genannt
     
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  3. #2 Stolzenberg, 9. April 2015
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Die "V" hätte eine Glasvlieseinlage und liefe wie die R333/500 unter Dachbahnen (hier R für Rohfilzeinlage). Diese hätten aber eine mineralische Bestreuung an der Oberfläche...

    Ich tippe auf R333N oder R500N, da keine mineralische Bestreuung vorhanden ist. N steht dann für eine "nackte" Bitumenbahn wie man sie als Rieselschutz in Deckenabhängungen oder als Trennlage unter einem alten Estrich findest. Die Zahl ist dann das Gewicht pro m²!

    PS: Mit dem Handschuh reiben und schnuppern nicht vergessen...
     
  4. #3 Gast036816, 9. April 2015
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    sieht mir eher nach einem schwarzen vlies aus. das obere teil ist durchscheinend, der helle untergrund schimmert durch. wurde in dieser zeit gerne als trennlage genutzt. mach einmal eine zündelprobe!
     
  5. Kalle88

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    R500/R333 und andere bitumen getränkte Papiere dürften die Jahre nicht überlebt haben. Eine V13, D oder DD dürfte nach dem Alter sehr sehr brüchig sein.
     
  6. #5 Stolzenberg, 9. April 2015
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    @Kalle: Warum dürften die die Jahre nicht überlebt haben? Oder reißen die alten Vliese nach ca. 40 Jahren wie Papier?!?
     
  7. #6 Alfons Fischer, 10. April 2015
    Alfons Fischer

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    die Bahn reißt wirklich wie Papier. In alle Richtungen. Eher kein Vlies, denke ich?
    Die Bahn ist jetzt rund 30 Jahre verbaut und weißt keine Anzeichen des Verfalls auf. Sie ist ja vor UV-Strahlung geschützt unter einer Eindeckung (Biberschwanz) montiert.
    ich versuche, noch ein Detailfoto von der Risskante hinzubekommen.
     
  8. Kalle88

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    Weil die Bahnen durch die Temperatureinwirkung unter Dach verspröden, dann kannst du sie wie Papier reißen. Warum und wieso genau die verspröden kann ich dir nicht näher definieren, weil ich mich damit noch nie befassen musste. Für den Abriss ist das relativ nebensächlich. Vielleicht kann einer der DDM dir das hier erklären.

    @ Alfons: Sind die Bahnen denn blickdicht? Für die Verwitterung braucht es nicht unmittelbar UV, die Temperatur spielt da auch eine Rolle bei so "minderwertiger" Ware.
     
  9. Biber53

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    Bei der Stärke kann es sich nur um eine Dachbahn mit Rohfilzeinlage handeln. (R 500/R 333)
    V 13 (früher auch V 11) sind wesentlich dicker.

    Wurde gern von Zimmereien auf Schalung verlegt. Eher nicht von Dachdeckereien.
    Wenn es drauf geregnet hatte, gab es Falten ohne Ende, weil die Einlage Wasser gezogen hatte und aufgequollen ist.
     
  10. Biber53

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    Die Zahl gibt das Gewicht der Trägereinlage/m² an.
    Nicht das Gesamtgewicht/m².
     
  11. R.J.

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    Die normativen Wert kannst du oft vergessen. Schau mal OSB an, nach DIN EN 13986 liegt der my bei 30/50. In Wahrheit aber eher bei 200/300.
    Wenn es ein sensibler hingerechneter Aufbau ist und du um den Faktor 6 daneben liegst ist das schon unschön.
    Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit nach ISO 12572 ist nicht sooo wahnsinnig kompliziert. Wenn das Kundenbudget es hergibt kannst du den Wert bestimmen lassen.
     
  12. #11 jodler2014, 11. April 2015
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    Mir sind solche Dachpapiere auch sehr bekannt!

    Da genügt ein "antippen" mit dem Finger und schon zerbröselt das Kartenhaus...

    Ein verwaistes Wespennest ist durchaus stabiler !

    @ Alfons
    Was muss da noch errechnet werden?

    Rückbau und einmal Neu !:biggthumpup:
     
  13. #12 Stolzenberg, 11. April 2015
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    Stolzenberg Gast

    Man lernt nie aus! Vorausgesetzt man fragt die Richtigen. Filz und Papier zeigen also nach vielen Jahren ein identisches Rissbild, aber das Papier bleibt blickdicht!

    @Biber: Folglich interessiere ich mich überwiegend für die Differenz von Brutto- und "Namensgebergewicht". Danke!
     
  14. Biber53

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    Hallo,

    die Norm(en) und die Realitäten sind doch oft etwas auseinander.
    Dachbahnen mit Rohfilzeinlagen oder Glasvlieseinlagen habe ich schon genug in der Hand gehabt.
    Bei ner R 500 hatte ich nie den Eindruck, daß die 500 g Einlage plus Bitumen wiegt.
    Bei ner V 13, 1300 g Bitumen zzgl. 60 g Glasvlieseinlage schon (früher 70 g, als es die V 11 noch gab)

    Dachbahnen mit Papiereinlage (...Dachpappen) kenne ich keine mehr, gleichwohl ich zu den älteren Semestern gehöre.
     
  15. #14 Stolzenberg, 11. April 2015
    Stolzenberg

    Stolzenberg Gast

    Da bleiben keine Fragen mehr offen! - Vielen lieben Dank in den Süden...
     
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  17. #15 Alfons Fischer, 11. April 2015
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    das hört sich ja einfach an...

    nur: was, wenn es vielleicht gar nicht rückgebaut werden muss? Zwischen Rückbau und nicht Rückbau liegen für den Bauherrn rund 15000 - 20000 Euro.

    Wir haben doch im Bauwesen immer wieder mit Bestandskonstruktionen zu tun, welche nicht so einfach "greifbar" sind. Sollen wir da auch, weil's so einfach ist, einen Rückbau und Neuaufbau vorschlagen?
     
  18. Biber53

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    Alfons, auf alles muß man ja nicht unbedingt antworten.

    Die Dachbahnen unterliegen alle einer natürlichen Alterung. Hierbei werden Eigenschaften wie z.B. das Kaltbiegeverhalten, Wärmestandsfestigkeit...
    extrem verschlechtert.
    Solange man die Bahnen nicht "anfaßt" passiert nichts. Sollten sich allerdings bereits Blasen bilden (welche dann Löcher ergeben) dann kann die Vordeckung der Dachschalung ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen.
     
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