Bietet Hydrogeologisches Gutachten ausreichend Information?

Diskutiere Bietet Hydrogeologisches Gutachten ausreichend Information? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Guten Tag, wir sind kurz vor Beginn der Ausschreibungen zum Neubau unseres EFH. Als Heizsystem haben wir uns für eine Wärmepumpe mit FBH...

  1. #1 Baufrischling, 09.07.2009
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    Guten Tag,

    wir sind kurz vor Beginn der Ausschreibungen zum Neubau unseres EFH. Als Heizsystem haben wir uns für eine Wärmepumpe mit FBH entschieden.

    Das Grundstück hat eine Größe von 700m² und das Haus inkl. Garage, Einfahrt und Terrasse deckt ca. 350m² (ist jetzt leider nur eine Schätzung aus dem Kopf) ab. Dazu soll auf längere Sicht noch ein Schwimmteich kommen, der sicherlich auch nochmal einige m² überdeckt.

    Wir überlegen nun, ob wir eine Erdsonde oder einen Flächenkollektor nehmen. Soweit ich es bisher verstanden habe, hängt die Entscheidung aber insgesamt von folgenden Faktoren ab:

    1. Bodenbeschaffenheit
    2. Grundwasserstand
    3. Freie, nicht überbaute/tiefwurzelnd bepflanzte Fläche
    4. Kosten
    5. ???

    Für die Punkte 1 und 2 habe ich mir das Bodengutachten aus dem Jahr 1999 besorgt, das allerdings als hydrogeologisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde und vornehmlich die Versickerungsfähigkeit des Untergrundes ermitteln sollte. Die 10 Bohrungen auf dem Baugebiet verteilt waren nicht tiefer als 3 Meter. "Echtes" Grundwasser steht bereits 0,01 - 0,20 Meter unter der Oberfläche!!! Das allerdings in einer starken Regenperiode laut Gutachten.
    Bis 3 Meter Tiefe gibt es die Schichten Mutterboden, Talsand und auf der östlichen Seite des Baugebietes Fluviatilschluff. Unser Grundstück liegt im Südwesten, dort ist die Endteufeneinheit (ich nehme an, das ist die unterste Schicht der Bohrung) SE-SW Sand.

    Meine Frage: Reichen diese Informationen für eine Entscheidung oder braucht man für eine Sonde / Tiefenbohrung weitere Infos? Der ermittelte kf Wert liegt im schlechtesten Fall bei 10 hoch -4, im besten Fall bei 10 hoch -7.

    Danke und Grüße vom
    Baufrischling
     
  2. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Da sieht man das man als Laie sowas nicht beurteilen kann, denn:

    Der Höchste Grundwasserstand ist aus langjährigen Beobachtungen zu ermitteln = 0,1 - 0,2 m unter GOK. Bei einem hinzugenommenen Freibordzuschlag (Sicherheitszuschlag entsprechend den aRdT) müsste somit auch eine Bodenplatte bei einem nicht unterkellerten Gebäude als druckwasserdichtes Bauteil konzipiert werden, sobald sie mit der Unterkante Tiefer liegt als OK Gelände. (Nicht Oberkante!)

    Zitat:"Der ermittelte kf Wert liegt im schlechtesten Fall bei 10 hoch -4, im besten Fall bei 10 hoch -7"

    ist falsch verstanden denn es gibt bei den Angaben zum Versickerungsbeiwert einen negatifen Exponenten. Somit ist die Versickerungsfähigkeit bei 10^-4 BESSER als bei 10^-7.

    Da die Schnittstelle der Abdichtungsnormen und angelehnten Regelwerke die Schnittstelle klar bei 10^-4 definieren ist hier also so oder so mit drückendem / zeitweise drückendem Wasser bis zur Geländeoberkante zu rechnen.
     
  3. R.B.

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    Nein.

    Zuert klären welche Heizlast das Gebäude hat und welche Leistung für die WP benötigt wird. Dann stellt sich diese Frage vielleicht nicht mehr.

    Als Alternative zum Flächenkollektor könnte man über einen oder mehrere Grabenkollektoren nachdenken. Denkbar wäre auch den Kollektor durch Solar zu unterstützen.

    Es gibt viele Lösungsmöglichkeiten.

    Gruß
    Ralf
     
  4. #4 Baufrischling, 09.07.2009
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    Danke für die Antworten. Ich bin absoluter Laie, klar. Aber: die Werte habe ich aus dem Gutachten und da steht deutlich 10 hoch -X und es ist ebenfalls eine Zeitpunktbetrachtung mit einer Vermutung, dass es zu andern Jahreszeiten anders aussehen kann.

    [​IMG]

    [​IMG]

    Wir werden mit Keller bauen (WW), so dass das Haus ohnehin im Wasser stehen wird. Mir ist nur nicht klar, ob für die Wärmepumpe ein hoher Grundwasserstand gut oder schlecht ist. Soweit ich es verstanden habe, ist Wasser ein Faktor, der die Entzugsleistung positiv beeinflußt. Richtig?

    Danke und Grüße
    Baufrischling
     
  5. R.B.

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    Jepp.

    Zum Baugrundgutachten kann ich nichts brauchbares beisteuern. :konfusius

    Gruß
    Ralf
     
  6. #6 Baufrischling, 09.07.2009
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    Danke Dir Ralf! Unser Archi hat uns gestern Abend eine vorläufige Berechung nach EnEV gezeigt. Danach verpassen wir das Effizienzhaus 55, so wie es momentan geplant ist, knapp. Die Werte werde ich mir heute Abend mal besorgen, hatte ich gestern liegen lassen...
     
  7. Robby

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    DAnn auch bei der WW berücksichtigen das sie in allen Teilen druckwasserdicht bis GOK sein muss :) Mich interessieren dagegen Wärmepumpen nicht wirklich :)
     
  8. R.B.

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    Für die WP brauchst Du aber eine richtige Heizlastermittlung (nach EN12831), mit Deinen Wunschtemperaturen usw.

    Für eine erste Einschätzung ist die EnEV OK, aber für eine richtige Planung bzw. Dimensionierung, braucht´s eine korrekte Heizlastermittlung. Sonst stochert man nur im Nebel rum.

    Gruß
    Ralf
     
  9. #9 Baufrischling, 09.07.2009
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    Danke Robby für den Hinweis zur WW! Mir reicht es ja, wenn zu jedem Thema ein Fachmann mit Rat und Tat zur Seite steht ;)

    Da unser Architekt selbst in einem Gebiet mit so hohem Grundwasserstand gebaut hat und nach 15 Jahren immer noch keine Probleme hat (wie übrigens alle seine Kunden, die wir gefragt haben), haben wir vollstes Vertrauen in den Archi. Hohes Grundwasser gehört hier (OWL) zum Baualltag dazu. Die Oberkante des Kellers liegt 50cm oberhalb des Geländes. Wir haben keine Lichtschächte, sondern eine feine Lösung, das Tageslicht über das Treppenhaus und über ein Oberlicht in den Keller zu leiten. Von daher sollte also alles gut sein.

    Viele Grüße
    Baufrischling
     
  10. #10 Baufrischling, 09.07.2009
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    Hallo Ralf,

    ich lerne permanent, dass es beim Bauen eigene Gesetze gibt. Meine Ungeduld ist dabei ein schlechter Berater...
    Wir werden also Heizung/Sanitär ausschreiben und alle notwendigen Parameter, Dimensionierungen etc. vom Fachmann berechnen lassen :konfusius

    Grüße vom
    Baufrischling
     
  11. #11 alex2008, 09.07.2009
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    bei hohem Grundwasserstand könnte man aber auch über eine Grundwasserwärmepumpe nachdenken.
    Ansonsten mögen es Flachkollektoren wenn es nass ist.

    Zum Thema wurde hier schon einiges geschrieben
    Und dann gäbs ja noch das Forum bei www.haustechnikdialog.de
     
  12. R.B.

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    :28:

    Die Heizlastermittlung kannst Du auch unabhängig in Auftrag geben. Ist nicht so teuer, vorausgesetzt Du hast alle notwendigen Gebäudedaten.

    Dann kannst Du den Heizern oder Kältefuzzies die Heizlastermittlung vorlegen und die sollen damit rechnen. Das macht die Angebote leichter vergleichbar.

    Gruß
    Ralf
     
  13. #13 Baufrischling, 10.07.2009
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    Danke nochmals für die Tipps und Antworten. Leider ist aufgrund des hohen Eisengehaltes im Grundwasser eine Grundwasser-WP nicht zu empfehlen. Den Tipp haben wir jetzt von verschiedener Seite gehört und daher gehe ich davon aus, dass das stimmt.

    Ich kläre mal mit dem Archi, ob wir für die Ausschreibung Heizung/Lüftung so eine neutrale Berechnung in Auftrag geben. Aus meiner Sicht scheint das erstmal eine sinnvolle Investition zu sein, wenn man nicht Äpfel mit Birnen, sondern mit anderen Äpfeln vergleicht :D

    Danke und Gruß vom
    Baufrischling
     
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