Bitte um kurze Beratung zum Heizsystem

Diskutiere Bitte um kurze Beratung zum Heizsystem im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, wir sind jetzt in der abschließenden Phase unserer Neubauplanung und stellen uns die Frage nach der geeigneten Beheizung....

  1. qwertzuio

    qwertzuio

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    Hallo zusammen,
    wir sind jetzt in der abschließenden Phase unserer Neubauplanung und stellen uns die Frage nach der geeigneten Beheizung. Grundsätzlich sind mir nachhaltige Systeme sympatischer, ich könnte mich diesbezüglich aber auch mit einer mittel- oder langfristigen Lösung anfreunden.Ich suche preislich nach einer "günstigen" und nicht nach einer "billigen" Lösung. Folgende Punkte spielen darüber hinaus eine Rolle:

    1. Der Neubau (160 m², 36,5 ungefüllte Hochlochziegel, kein KfW, nur EnEV) entsteht neben einem alten Stallgebäude. Die Heizanlage muss in diesem Stall unterkommen. Der Neubau wird in allen Räumen mit Fußbodenheizungen ausgestattet und soll durch eine unterirdische Leitung an die Heizung angeschlossen werden. Im Wohn-/Essbereich, der den Großteil des Erdgeschosses im Neubau ausmacht, wird zusätzlich ein Holzofen installiert. Im Stall entstehen zudem Büroräume und ein Gästezimmer (zusammen ca. 80 m²), die möglichst mit konventionellen Heizkörpern beheizt werden sollen.

    3. Für die Heizung steht ein Raum (trocken und frostsicher, direkt mit LKW erreichbar) von 7,7m x 6m Grundfläche zu Verfügung. Das Grundstück hat ca. 2700 m², wobei ca. 1500 m² auf eine zentrale Rasenfläche entfallen, die ggf. für einen Flächenkollektor genutzt werden kann. Grundwasser steht, aufgrund mehrerer Tierfbrunnen zur Trinkwasserentnahme im Ortsgebiet, erst bei ca. 20 m Tiefe an.

    4. Ein Gasanschluss ist nicht vorhanden, könnte aber beantragt werden. Wir haben Wald und alle nötigen Geräte/Fahrzeuge um Scheitholz selber zu schlagen. Allerdings will ich aus Zeitgründen für meinen neuen Haushalt nicht mehr als 2-3 Festmeter / Jahr herstellen.

    6. Mein Architekt ist mit mir verwandt, baut aber normalerweise in einer ganz anderen Region und bevorzugt i.d.R. Wärmepumpen mit Erdsonden. Die örtlichen Abieter verbauen wiederrum fast ausschließlich Gaskessel. Beide Ansprechpartner können mich also nicht umfassend beraten.

    Am einfachsten wäre es wohl, eine Gasheitung mit zusätzlicher Warmwasserbereitung zu installieren und mit je einem Heizkreis für die Fußbodenheizung und die Radiatoren im Nebengebäude auszustatten. Dafür bräuchte ich aber einen neuen Schornstein und einen Gasanschluss, was mich preislich in den Bereich einer Wärmepume führt. (Gräben für Flächenkollektor können hier im Dorf in Eigenleistung erstellt werden.) Eine Zwischenlösung wäre eine Pelletheizung, die hier aber kaum verbreitet ist. Was wäre nun ein möglicher Weg zu wohliger Wärme bei langfristig überschaubaren Kosten?

    Bitte entschuldigt mein umfassendes Anliegen, doch vielleicht hat jeman eine einführende Idee, die mir bei der Entscheidungsfindung hilft. Wenn jemand konkrete Tips für Ansprechpartner in den Landkreisen Kronach, Coburg, Sonneberg ggf. Lichtenfels hat, dann wäre ich auch hier sehr dankbar.

    Liebe Grüße
    Jakob
     
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  3. flo79

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    Also ein Nachbar. Hier wäre erstmal die Heizlast des Neubaus und des Stallgebäudes zu klären. Bitte unbedingt berechnen lassen. Vom Platz her und bzgl. der Kosten wäre eine Erd-WP mit Grabenkolli sicherlich darstellbar. Nur ob sie optimal laufen wird mit einer Dämmung nur nach Enev (wie wird Stall gedämmt?) und teilweise auf Heizkörper laufend??? Macht mir Bauchschmerzen.

    Was würde der Gasanschluß kosten? Warum neuer Schornstein? Gas-BW-Therme braucht nur ein LAS-System. Und so ein kleines Gerät müßte sich doch auch im Haupthaus unterbringen lassen.
     
  4. tgaeb01

    tgaeb01

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    Ein wenig spät, denn eine wirtschaftliche Anlagenplanung ist i.d.R. bereits von Beginn an zu berücksichtigen.
    Was soll das aussagen bzw. bedeuten?
    Was ist billig bzw. preisgünstig? Anfänglicher Invest, spätere Verbrauchskosten oder die Wirtschaftlichkeit insgesamt, also ein Konglomerat aus Beidem?
    Welche umfassende, belastbare Beratung erwartest Du von Forumsusern/ Hellsehern? Allgemeines, rechtlich nicht Verwertbares, Palavere von Ratgebern ohne jegliche Haftung?
    Hierfür musst Du Dich nicht entschuldigen, hierfür ist das Forum schließlich ja da.
    Allerdings wird hier, sehr wertvoll !, im Gegensatz zu anderen i-Net Foren, ohne jegliche Schminke Tacheles geredet, was manchen TE etwas unangenehm ist ;-)
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Wo ist der Punkt 2 ? und der Punkt 5.?

    Dann steht, wie oben schon genannt, zuerst einmal das Thema "Heizlast" auf dem Plan.

    Gemischte Heizkreise, also einer mit niedriger Temperatur für die FBH und einer mit höheren Temperatur für die Heizkörper spricht eher gegen eine Lösung mit einer Wärmepumpe. Bei Wärmepumpen gilt immer, Heizwassertemperatur so niedrig wie möglich. Auch wenn man einen konventionellen Heizkörper durch einen Gebläsekonvektor ersetzen sollte, erreich man nicht das (Heizwasser)Temperaturniveau einer FBH. Zudem haben Gebläsekonvektoren den Nachteil, dass man das Gebläse im Raum hört (wenn auch nur sehr leise). Dafür können sie mit einer schnellen Aufwärmung trumpfen, denn wenn man einen Raum betritt spürt man erst einmal die Lufttemperatur, und da sind Gebläsekonvektoren im Vorteil.

    Der große Raum würde sich auch zur Pelletlagerung anbieten. Pelletkessel haben den Vorteil, dass die Heizwassertemperatur keine so große Rolle mehr spielt. Dafür benötigen Sie mehr Aufmerksamkeit (Reinigung), aber wenn Holz geheizt werden soll, dürfte einem das bekannt vorkommen.

    Die Grundstücksgröße würde sich aber sicherlich auch als Kollektor für eine Sole-WP (oder DV) anbieten. Tiefenbohrung wird nur unnötig teuer, solche Lösungen sind interessant wenn der Garten um´s Haus nicht viel größer ist als eine herkömmliche Garage. Bei der von Dir genannten Grundstücksfläche könnte man aber einern üppigen Kollektor unterbringen, der dann sicherlich gute Arbeitszahlen der WP liefert.

    Gas ist momentan attraktiv, aber wer weiß schon wann wieder an der Preisschraube gedreht wird. Für einen Vergleich müsste man die gesamten Kosten (inkl. Anschluss) ermitteln, dann würde sich schon zeigen, welche Variante günstig ist und welche her teuer wird.
    Vorteil beim Gaskessel, die Dinger sind günstig, machen warm, Wartung und Reinigung ist überschaubar.

    Wie oben schon geschrieben, würde ich bei diesem Grundstück nicht einmal im Traum an eine (teure) Tiefenbohrung denken.

    Ich denke Du hast die 3 wichtigsten Varianten schon erkannt. Gas, Pellet, Sole-WP.

    Wenn Du mit "Nachbarn" den Kollektor bauen kannst, dann dürfte die Variante Sole-WP preislich attraktiv sein. Bei dem großen Grundstück kann man dann auch nicht viel falsch machen. Notfalls halt ein paar Angstmeter Rohr mehr im Boden versenken, das Rohr kostet nicht die Welt. Sole-Maschinen sind auch nicht so teuer, so dass man in einer Preisklasse um 10T€ oder niedriger für WP mit Kollektor rechnen kann. Dazu brauchst Du aber zwingend eine ordentliche Heizlastermittlung.
    Zudem sollte geklärt werden, ob im Nebengebäude nicht eine Flächenheizung untergebracht werden kann, damit man die ganze Anlage mit einer niedrigen VL Temp. fahren kann.

    Ansonsten wären Pellets eine Alternative. Da muss es auch nicht unbedingt der Mercedes unter den Kesseln sein, das bisschen Wirkungsgrad mehr den man dadurch erreicht, lohnt die Mehrkosten meist nicht. Lagerraum für Pellets ist auch kein Problem, und Anfahrt zum Befüllen des Lagers ist auch kein Thema. Preislich sind Pellets momentan sehr interessant. Wie sich der Preis in Zukunft entwickeln wird, das kann niemand vorhersagen. Man könnte auch an einen Kombikessel denken, oder einen Holzkessel dazu stellen. Falls es dann mal eng werden sollte, muss man halt mehr Holz machen. Maschinen etc. sind ja anscheinend vorhanden, Wald auch, also müsste man dann nur seine "Arbeitsleistung" erhöhen. Ich persönlich glaube nicht daran, dass der Pelletpreis in absehbarer Zeit durch die Decke gehen wird.
    Eine Pelletanlage bietet halt nicht ganz den Komfort einer WP, die quasi jahrelang unbemerkt im Hintergrund ihren Dienst verrichten kann.

    Gas stünde bei mir ganz unten auf der Liste. Das liegt daran, dass eine komplette Anlage auch nicht so viel günstiger wird, und ich kann mich noch zu gut an Gaspreise über 9Ct./kWh erinnern. Wenn es mal etwas unruhig werden sollte, dann war der Gas- und Ölpreis immer das Erste woran geschraubt wurde. Die Preisbildung ist einfach zu eng mit der Politik verbandelt, da kommt es weniger darauf an, was, wo, wie lieferbar ist, sondern wer gerade die Hand auf dem Ventilrad der Pipeline hat. Da genügen schon ein paar schlechte Nachrichten, und die Spekulanten wittern ihr Geschäft.

    Fazit: Machbar sind alle 3 der o.g. Lösungen. Für welche Du Dich letztendlich entscheiden solltest, das kann Dir niemand sagen. Manchmal spielt auch das Bauchgefühl ein wenig mit.
     
  6. qwertzuio

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    @Flo. Ich werde mich mal zu den genannten Punkten informieren, ich denke die Daten liegen schon in irgendeiner Form vor. Die Frage ist einfach, ob man mit meinem Platzangebot (für Kollektor oder Brennstofflager) wirklich auf fossile Brennstoffe zurückgreifen muss, wenn in der Anschaffung nur geringe Preisvorteile zu einer Pelletheizung oder eine Wärmepumpe bestehen. Die Heizung will ich im Nebengebäude haben, weil ich dort massig Platz habe und letzendlich sowieso eine Leitung zwischen den beiden Häusern brauche. So kann ich den Platz im Haupthaus für eine Speisekammer nutzen.

    Der Stall besteht aus 60 cm dicken Bruchstein/Ziegelstein-Mauern, die nicht gedämmt werden sollen. Allerdings erhält er einen neuen Boden, neue Fenster und eine Zwischendeckendämmung. Die Nutzung als Büro (privat) und Gästezimmer deckt sich mit der eingetragenen Nutzung seit 100 Jahren (1/3 Wohngebäude, 2/3 Stall, dazwischen 36er Trennwand) und bedarf keiner Nutzungsänderung. Äußerlich werden nur die Steinfugen saniert.


    Es wurde von einer Gasbrennwerttherme mit Wärmetauscher ausgegangen.

    Soll heißen, dass ich mittel- oder langfristig auf fossile Brennstoffe verzichten möchte, aber dafür nicht sofort den Heldentod sterben muss, sondern mich ggf. für 10 bis 15 Jahre mit einer Gasheizung begnügen würde.

    "Billig" minimiert zunächst den Preis des Neubaues. "Günstig" kann auch eine hohe Invenstition sein, die sich erst langfristig rechnet.

    Damit wollte ich nur erklären, warum mich der Hinweis "Frag Deinen Architekten oder Deinen Heizungsbauer" nur bedingt weiterbringt. Vielmehr geht es mir um Denknstöße, die ich dann mit den Planern (Architekt/Heizungsbauer) besprechen kann.


    Ich lese hier sehr viel und habe die "Philosophie" des Forums nicht nur verinnerlicht, sondern weiss sie auch sehr zu schätzen.
     
  7. qwertzuio

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    @R.B. herzlichen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort. Du sprichst einige Punkte an, über die ich noch nachdenken muss bzw. für die ich Bestätigung gesucht habe. ;) Deine letzte Aussage zum Gas deckt sich mit meinem Bauchgefühl und führt eben genau zu dem Problem, dass die meisten Heizungsbauer hier Gas bevorzugen, weil sie sich damit am besten auskennen. Wahrscheinlich muss ich mir nochmal mehr Informationen zur Pelletheizung einholen oder eben vollständig auf die Fußbodenheizung mit Wärmepumpe setzen und die Radiatoren weglassen.
     
  8. feelfree

    feelfree Gast

    Nur mal so am Rande: Wenn ich vor der Entscheidung des TE stünde und die Antworten hier ausschlaggebend wären, dann würde ich jedenfalls deutlich mehr auf Ratschläge von Nachrichtentechnik-Ingenieure setzen als auf die von TGA-Planern oder Energieberatern ;-)
     
  9. R.B.

    R.B.

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    Also ich persönlich würde die SWP und Pellets in die engere Auswahl nehmen. Beides wäre bei Deinen Voraussetzungen denkbar. Um das abschätzen zu können braucht man auch noch keine Heizlastermittlung, obwohl diese später zwingend erforderlich wird. Je höher die Heizlast wird, um so attraktiver wird die Pelletvariante, weil die Preisunterschiede zwischen den Leistungsklassen minimal sind. Bei einer SWP kommt zum Aufpreis der Maschine auch der Mehraufwand für den größeren Kollektor hinzu. Etwas überspitzt formuliert, bei 100kW wird die Pelletvariante mit höchster Wahrscheinlichkeit günstiger. Bei den niedrigen Leistungen um die es bei Dir geht, könnte es aber ein Kopf an Kopf Rennen geben, evtl. wird auch die SWP günstiger.

    Bei Ermittlung der Betriebskosten muss man aufpassen, dass man beim Pelletkessel den Wirkungsgrad mit berücksichtigt. Zudem können Verschleißteile zu etwas höheren Wartungskosten führen. Heizungen mit "Feuer" haben schon immer etwas höhere Wartungskosten verursacht, weil die thermische Belastung des Heizkessels höher ist und bei der Verbrennung auch Rückstände entstehen die regelmäßig entfernt werden müssen.

    Dann solltest Du mal prüfen welche Tarife der Versorger bei Euch im Angebot hat. Je nach Anbieter kann es sinnvoll sein sich eine Zusage einzuholen um die WP auf den normalen Hausstrom klemmen zu können. Die Leistungsaufnahme heutiger WP in einem EFH ist ja eher gering, da sollte das kein Problem sein. Ein WP Tarif muss sich nicht zwingend lohnen. Das kann man aber erst beurteilen wenn man die Zahlen hat. Bei uns ist es leider so, dass die WP-Tarif schrittweise immer unattraktiver wurden. Trotzdem kann man mit einer Sole-WP noch ganz brauchbare Kosten pro kWh erreichen. Eine JAZ um die 4,5, gerade bei solchen Möglichkeiten auf dem Grundstück wie bei Dir, sollte mal das grobe Ziel sein. Dann produzierst Du die kWh thermisch für irgendwas knapp über 5Ct. Selbst am normalen Hausstrom wären es bei einem günstigen Anbieter nur um die 5,5Ct./kWh.

    Beim Pelletkessel den Wirkungsgrad nicht vergessen, also mit ca. 90% sollte man schon rechnen. Die Normangaben in den Datenblättern werden in der Praxis eher selten erreicht.
    Ich habe jetzt einfach mal die PLZ von Kronach bei einem bundesweiten Lieferanten eingegeben. Bei 4to Abnahmemenge (entspricht immerhin um die 20.000kWh) kommst Du dann bei 90% Wirkungsgrad auf 5,3Ct./kWh. Hinzu kommen die Kosten für den Schorni, aber der muss ja sowieso anrücken wenn ein Ofen im Haus ist. Da muss man halt klären was das kosten soll. Vermutlich um die 50,- € p.a. Ob man sonst noch umfangreiche jährliche Wartungsarbeiten durchführen lässt, darüber kann man streiten.

    Bei den Investitionskosten wird es einfacher, denn da kann man sich ein Angebot erstellen lassen. Für eine SWP habe ich oben ja schon mal eine Richtung genannt. Für einen Pelletkessel braucht man ein Pelletlager, das man bei der geringen Lagermenge (und den kleinen Abmessungen) theoretisch auch selbst bauen kann. ALternativ kann man auch ein Sacksilo o.ä. kaufen. Schornstein ist natürlich auch ein Thema. Was der kostet, dazu müsste man die Lage vor Ort kennen. Es macht halt einen Unterschied ob 5m ausreichen oder ob man 15m Schornstein braucht.
    Die Auwahl bei den Kesseln ist riesig. Da sollte man sich halt überlegen, ob man unbedingt auf Mercedes setzen möchte. Es gibt auch Kessel in der 5T€ Klasse die ganz ordentlich funktionieren, und manchmal ist weniger auch mehr. Was nicht da ist kann auch nicht kaputt gehen. Natürlich muss man vorsichtig sein, dass einem keine billige Blechkiste angedreht wird, die nach dem ersten Anheizen in sich zusammen fällt. DU darfst jetzt auch die genannten Preise nicht isoliert betrachten, entscheidend ist immer der Gesamtpreis für die komplette Anlage.

    Wenn wir jetzt mal annehmen (siehe Rechnung oben), dass die Verbrauchskosten in etwa in der gleichen Größenordnung liegen, dann kommt es verstärkt auf die Investitionskosten an. Hier kann man sich zwar grob im I-Net informieren, aber letztendlich kommt man an konkreten Angeboten nicht vorbei. Es muss auch jemand das ganze Zeug einbauen usw.

    Um ehrlich zu sein, ich wüsste jetzt an Deiner Stelle nicht ob ich mich für eine SWP oder Pellets entscheiden sollte. Vielleicht hilft eine genauere Planung und Kostenkalkulation weiter.
     
  10. qwertzuio

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    Vielen Dank. Ich werde mal alle Punkte durchgehen und die beiden Varianten ausrechnen lassen. Die Ergebnisse kann ich dann nochmal einstellen. Die tatsächliche Heizlast ist ja auch von den verwendeten Baustoffen abhängig. Die ersten Angebote für Fenster und Rohbau sollten die Tage reinkommen. In Abhängigkeit davon, würde ich die voraussichtliche Heizlast für beide Gebäude auf ca. 8-10 KW schätzen. (Das wird mein Architekt aber nochmal genauer berechnen.)
     
  11. R.B.

    R.B.

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    Richtig. Die Bauteile der Hülle bestimmen die Transmissionsverluste. Hinzu kommen die Lüftungsverluste.

    Ob der Architekt das kann? Ich glaube eher nicht. Es gibt nur wenige Architekten die sich intensiv mit der Haustechnik befasst haben, so dass sie auch solche Berechnungen durchführen könnten.
    Aber die Heizlast nach EN12831 braucht man nicht nur für die Dimensionierung des Wärmeerzeugers, sondern auch für die Heizflächen. d.h. um die kommt man nicht herum.
    Man kann so eine Berechnung auch extern in Auftrag geben, ist gar nicht so teuer. Einfach mal nach Heizlastermittlung und EN12831 suchen, da finden sich auch Büros die solche Berechnungen machen. Dafür braucht man dann aber alle Daten, sonst kann man ja nicht rechnen.

    Gruß
    Ralf
     
  12. flo79

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    Nochmal Frage. In den Stall kommen nur ein Büro und ein Gästezimmer? (mit WC/Dusche oder ohne) Die Räume liegen gleich nebeneinander? Wie groß sind die beiden Räume?
     
  13. qwertzuio

    qwertzuio

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    Das Haus ist langrechteckig mit einem Untergeschoss und einem Satteldach auf niedrigem Kniestock. Ein Drittel des Hauses ist durch eine Ziegelmauer (EG) bzw. eine Holzständermauer (OG) abgetrennt und darf als Wohnraum genutzt werden. Das Büro mit WC soll im Erdgeschoss des Wohnteils entstehen und das Gästezimmer mit WC/Dusche im Dachgeschoss. Der Wohnbereich erhält einen neuen Beton/Estrichboden und ist/wird für einen Altbau recht gut gedämmt. (Das Fachwerk war auch ohne Heizung und neue Fester immer frostsicher.) Das Haus hat ca 8,5x12,5 m, somit ergibt sich für den Wohnraum eine Grundfläche von 5,0x7,5 und für den Nutzraum von 6,0x7,5 m.

    Ich habe mir nun überlegt, dass ich im Büro/Bibliothek eine Fußbodenheizung verlegen lasse, da ich dort täglich sitzen werde. (Für mich als Geisteswissenschaftler ist das quasi der Hobbyraum. ;)) Im Gästezimmer werde ich die Fußbodenheizung auf das Bad beschränken, da dort auch ein Wasseranschluss ist. Die übrige Wohnung werde ich vielleicht mit Elektroheizungen ausstatten, da dort nur zwei-/dreimal im Jahr jemand schlafen wird und so nicht die Gefahr eines Frostschadens besteht.

    Hab mal ne kleine Schmiererei mit dem Handy abfotografiert.
    2014-09-24 21-53-46.jpg
     
  14. tgaeb01

    tgaeb01

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    Ich auch nicht! Die überwiegende Meinung derer ist, das man bei kleinen Einheiten nichts Planen/Dimesionieren müsste, schließlich müssen sie für spätere, überhöhte Verbrauchskosten, vertragsgemäß ja nicht haften ;-)
     
  15. R.B.

    R.B.

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    Eine gute Überlegung. Wenn die Räume sowieso nur alle Schaltjahre genutzt werden.....wie sieht dann die Nutzung "pro Besuch" aus? Nur für eine Nacht? oder mehrere Wochen?

    Wenn Du sowieso im Badezimmer eine FBH verlegen möchtest, dann ist es kaum Aufwand auch das eigentliche Gästezimmer mit einer FBH auszustatten. Für´s schnelle Aufheizen dann noch zusätzlich einen el. Heizkörper vorsehen. Der Abstellraum, wie soll dieser genutzt werden (was wird gelagert), wird vermutlich durch den darunter liegenden Heizraum mit temperiert. Je nach Anforderungen könnte man dann auch einen einfachen E-Heizkörper vorsehen der sicherstellt, dass der Raum frostfrei bleibt. Vermutlich wird dieser Heizkörper nie in Betrieb sein.
     
  16. flo79

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    Mal ne andere Frage? Gibts da was von der Bafa an Förderung? Für Neubau ja nicht. Aber was ist mit dem Stallding und Nutzung als Wohnraum.
     
  17. R.B.

    R.B.

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    Könnte schwierig werden, da bisher dort keine Heizung vorhanden war.

    Aus den Förderbedingungen des BaFa:

     
  18. flo79

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    Hmm, nur mal so. Wäre eine alte E-Heizung keine Heizung, irgendne Platte...? Geht immerhin um 2.400 bis 2.900 Euro:bef1021:

    Ansonsten würde ich das neue Wohngebäude bei Sole-WP doch extra versorgen da hier ganz andere Bedingungen vorliegen wie in dem Stallgebäude. Das heißt die WP würde ich nur für den Neubau nehmen. In den wenig genutzen Räumen würde ich auf elektr. Systeme gehen. Auch DLE im Bad. Für das öfters genutze Büro evtl. einen kleinen Pelletofen oder sowas. Böden würde ich dämmen und mit warmen Belägen versehen. Auch im Bad z.B. Kork usw.

    Bei der Entscheidung für eine richtige Pelletheizung (braucht ja mehr Platz usw. und hat auch nicht so Probleme mit Heizkörpern) könnte man diese wie gewünscht im Stall installieren und dann auch diese Räume ranhängen.
     
  19. #18 Alfons Fischer, 25. September 2014
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    ...und warum nicht?


    Übrigens: die Rentenbank fördert Umbauten/Maßnahmen in landwirtschaftlich oder ehemals landwirtschaftlich genutzten Hofstellen (auch wenn Sie kein Landwirt sind und das Anwesen als Außenstehender gekauft haben) ähnlich wie die KfW - nur mit weniger Anforderungen/Auflagen...
    im Internet: Rentenbank --> ländliche Entwicklung --> Leben auf dem Land (Erwerb, Erhaltung und Erweiterung von agrarwirtschaftlich oder ehemals agrarwirtschaftlich genutzter Bausubstanz als Wohnraum auch zum Zwecke der Vermietung)
     
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    Hallo zusammen,
    erstmal danke für die weiteren Hinweise, denen ich bereits nachgegangen bin.

    Wir haben uns nun beraten lassen und für Holzpellets entschieden. Höchstwahrscheinlich werden wir einen Kombikessel für Pellets und Scheitholz nehmen. Hier liegt uns jedoch noch kein endgültiges Angebot vor, da der konsultierte Vertreter nur einen Hersteller anbieten kann, dessen Konzept für unsere Ansprüche wohl überdimensioniert ist. Als Vorteile erachten wir die tendenziell günstigeren Heizkosten, das Einsparen eines Gasanschlusses und den Verzicht auf „Zwangs“-kollektoren auf dem Dach. Die Wärmepumpe fällt aus, da wir uns nun gegen die Fußbodenheizung in den Schlafräumen entschieden haben und somit etwa 50% Radiatoren und 50% Fußbodenheizung beliefern müssen. Mit dem Scheitholz haben wir eine alternative Energiequelle, die wir im Notfall immer günstig beschaffen können.
    LG
     
  22. flo79

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    Dürfte für euer Vorhaben ok sein. Allerdings sind Kombikessel von Markenherstellern schon recht teuer. Hier auf jeden Fall mehrere Angebote einholen. Drauf achten das Ersatzteile und Wartungskosten nicht zu hoch sind.
     
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