Bitumen Dickbeschichtung/Dampfsperre für unsere Weiße Wanne sinnvoll/notwendig?

Diskutiere Bitumen Dickbeschichtung/Dampfsperre für unsere Weiße Wanne sinnvoll/notwendig? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo! Es geht um einen Neubau über einen Bauträger. Der Keller ist gerade fertig und nun geht es um die Frage ob das Ganze von außen...

  1. Ares

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    Hallo!

    Es geht um einen Neubau über einen Bauträger. Der Keller ist gerade fertig und nun geht es um die Frage ob das Ganze von außen zusätzlich mit einer Bitumen Dickbeschichtung versehen werden sollte. Ich habe hier zwar schon einige Beiträge zu ähnlichen Fragen gefunden. Das Ganze ist aber wohl immer von einer ganzen Reihe von Faktoren (Nutzung, etc.) abhängig. Daher will ich das Ganze hier noch einmal für unseren konkreten Fall hinterfragen.

    Worum geht's:
    Vereinbart ist laut Vertrag eine Weiße Wanne mit NK A und und BK 1. Der Keller wird von uns vorerst nur als Lagerraum genutzt werden. Neben dem Flur wird aber auch ein Raum mit Fußenbodenheizung versehen um diesen ggf. einmal als Wohnraum (Spielkeller, später ggf. Büro) nutzen zu können.

    Die Kellerwände wurde mit Betonfertigschalungen mit einer Stärke von 5cm gebaut, die dann mit 20cm Beton ausgegossen wurden. Die Wände sind also insgesamt 30cm dick. Von außen wurden die Wände mit einem Schutzanstrich "Deitermann Eurolan 3 K" versehen. Im Sockelbereich wurde die Verbindung zur Bodenplatte mit einem schmalen Streifen "Deitermann DS 2" versehen. Die senkrechten Fugen werden mit Dickbeschichtung versehen. Zusätzlich wird noch eine 6cm Perimeterdämmung angebracht.

    Frage 1: Haltet ihr in diesem beschrieben Fall die zusätzliche, vollflächige Abdichtung mit Bitumen für sinnvoll und/oder notwendig?

    Der Bauträger will keine zusätzliche Dickbeschichtung aufbringen da diese nach seiner Aussage nicht notwendig ist. Der Keller sei wie beschrieben bereits absolut dicht. Wir hätten einen Lagerkeller vereinbart, hierbei sei eventuell auftretende Feuchtigkeit durch Dampfdiffusion zulässig.

    Frage 2: In der Definition von NK A ist zwar nur von flüssigem Wasser die Rede, ich verstehe die Definition im Weiteren aber so, dass im Keller keine Feuchtigkeit auftreten darf, also auch keine Feuchtigkeit durch Dampdiffusion. Sehe ich das Richtig? Ist der Standpunkt des Bauträgers also korrekt oder muss bei NK A gegen jede eindringende Feuchtigkeit abgedichtet werden?

    Besten Dank für eure Meinungen und Ratschläge!
    Thorsten
     
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  3. Robby

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    wird doch eh außenseitig gedämmt. Dann muss die perimeterdämmung eh vollflächig verklebt werden und der Drops ist gelutscht.

    Das ist ein unstreitiger Fall, nachzulesen bei Prof. Oswald u.a. "Weiße Wanne hochwertig genutzt"
     
  4. Ares

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    Schon mal vielen Dank für die Antwort! Heißt das mit dem Kleber der Dämmung wird auch eine Diffusiondichtigkeit erreicht?

    Besten Dank!
     
  5. #4 Ralf Dühlmeyer, 10. Februar 2009
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    Wenn der vollflächig aufgetragen wird, ja.
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 10. Februar 2009
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    PS - Damit ist aber noch nichts über die Dampfsperre AUF der Kellersohle gesagt.
    Über die Wand streiten die Gelehrten, beim Boden sind sie einig -> die muss!
     
  7. Ares

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    Wie genau muss die aussehen? Von unten ist die Bodenplatte ebenfalls gedämmt. Auf der Dämmung lag ein Folie auf die dann der Beton gegossen wurde. Ist das bereits eine Dampfsperre oder muss im Keller (unter dem Estrich) auch noch etwas beachtet werden?
     
  8. Robby

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    Ja auf der Bodenplatte gehört eine Abdichtung gegen Diffusion hin. Das oben beschriebene reicht nicht, vor allem gibt es noch nachstoßende Feuchte aus der Konstruktion.
     
  9. sepp

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    weshalb? und gibts hier mittlerweile eine rechtliche entscheidung?
     
  10. capslock

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    http://www.sv-carden.de/ww_o_ad_ardt.html

    Wenn ich mir das so angucke, scheint mir die oberseitige Abdichtung mehr so ein Netz und doppelter Boden zu sein, den ein Planer ansetzen kann, wenn er ganz sicher vor Regressforderungen sein will.

    Durch ein richtiges WU-Bauteil geht nach neueren Forschungsergebnissen wenig bis kein Diffusionswasser durch, wohl aber muß man sich in den ersten Jahren auf das im Beton enthaltene Überschußwasser einstellen.

    Ich bin mir gar nicht sicher, ob es so erstrebenswert ist, diese Feuchte unter einer doch nur halbwegs diffusionsdichten Schweißbahn oder schlimmer noch nur einer lose verlegten PE-Folie einzusperren.
     
  11. Robby

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    Ich würde mich mal auf den neuestenStand bringen :D

    Auf WU Bauteilen ohne Abdichtung gegen Diffusion wurden Feuchtewerte an der obere BAuteiloberfläche bis 4% festgestellt, die aber bei entsprechendem Folgeaufbau schadfrei bleiben wenn das Raumklima angepasst wird.

    Es gibt jedoch einige Folgeaufbauten bei denen die 4% effektiv zu hoch sind und der Aufbau versagt. EIn Beispiel wären hier Betónkontaktanstriche vor Putzaufbauten.

    Die Erforderniss unterhalb des Bodenaufbaus entspricht NICHT einem Hosenträger zum Gürtel sondern der Tatsache das im Bodenaufbau keine Feuchteabführung durch Hinterlüftung stattfindet. Hier wird eine aufgestelzter Aufbau mit Lüftungslamellen des Bodenaufbaus empfohlen wenn auf eine Abdichtung auf der Bodenplatte verzichtet wird. Feuchteempfindliche Bodenaufbauten scheiden bei konventionellen Aufbauten ohne Abdichtung gegen Diffusion aus.

    EIn Beispiel wäre hier Parkett, Laminat usw. Das ergiebt sich im übrigen aus den aRdT für die Folgegewerke.

    Fazit: Liegt höherwertiger genutzter Raum vor ist die Diskussion eh nonsens da die Abdichtung gegen Diffusion durch die Klebeschicht der Dämmung erstellt wird. Das wird auch von Oswald usw als "UNSTREITIG" angesehen. Bedarf also keiner Diskussion. Eine Durchfeuchtung am Wandbereich wäre im Bereich der Verdunstungszone mit bis zu 4% zu erwarten was einen Folgeaufbau als Diffusionsdicht oder Feuchteempfindlich(Latexfarbe, Glasfasertapete mit entsprechendem Anstrich, Betokontakt o.ä.) als schadenträchtig bezeichnen würde.

    Im Bodenbereich sind die aRdT für die Folgegewerke einzuhalten oder eine "Sonderkonstruktion welche ausreichend Hinterlüftet wäre aufzubauen. Bei einem Feuchteempfindlichen Belag ist auf jeden Fall eine Abdichtung gegen Diffusion vorzunehmen da zudem mit verstärkter nachstoßender Feuchte zu rechnen wäre.

    Da Bodenbeläge (warum nicht Wandaufbauten???) als "leicht Auswechselbar" gelten ist der "negativste Fall" Parkett, Lino, PVC, Laminat anzunehmen und der Aufbau in der Art zu wählen das über die Nutzungsdauer (ca. 80 Jahre) Keinerlei Schäden auftreten können.
     
  12. sentina

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    Wer bestimmt den Höchstwert von 4%?

    Warum kann der nicht 5 oder 6 % sein?

    Ich frage deswegen so nach, weil ich diese bestimmten Zahlenwerte zu ganz unterschiedlichen Situationen immer wieder an den Kopf geschmissen bekomme.

    Beispiel : WW im Lastfall drückendes Wasser bei schlecht verdichteten Beton = 4% ???

    Das alles hört sich dann immer unglaublich Fachkompetent an, hat mit der Realität dann soviel zu tun wie Äpfel und Birnen ....

    4%, bei was, wann und wo?
     
  13. Robby

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    Ok noch verwirrender? Sorptionstherme?

    4 % sind im Oberflächennahen Randbereich der Verdunstungszone bei WW ohne Abdichtung gegen Diffusion bei hochwertig genutzten WW festgestellt worden welche teilweise Standzeiten von ca. 25-30 Jahren (muss ich nachgucken).

    Wenn man nun die Folgeaufbauten betrachtet wird klar warum es schadenträchtig sein "kann". Aufgrund der Perimeterdämmung, Schaumglas o.ä aber wie gesagt "wurscht".
     
  14. sentina

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    Bei welchen Lastfällen?

    Wenn der Betonbunker im drückenden Wasser steht, bei welchen Wandstärken????

    Du nagelst Dich auf 4% fest, hört sich toll an, und ist nie übertragbar auf die unterschiedlichen Verhältnisse!
     
  15. Robby

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    Ich kann jetzt in die Veröffentlichung gucken! Alle bei drückenden Wässern und unterschiedlichen Wandstärken sowie Ortbeton und Dreichichtwände.

    Das ist NICHT meine Untersuchung sondern von Oswald und Co.

    Die 4% sind ebenbei tatsächlich gemessenen Werten vorhanden gewesen. Wenns dich so interessiert les es selber :D
     
  16. capslock

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    Hast Du eine Quellenangabe oder kannst zitieren? Ist sichergestellt, daß es sich nicht um Kondensation oder Feuchtigkeit aus Rissen handelte?

    Klebeschicht der Dämmung ist bei XPS unter WU leider nicht vorhanden...
     
  17. sentina

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    beheizter Keller
    unbeheizter Keller ...

    Fußbodenheizung
    Wandheizung

    Belüftung?Wie?

    Kondensation im Innenraum?

    Temperatur des Innenraumes???

    u.s.w.

    Oswald? Und? 4%?

    Schwachsinn!
     
  18. #17 wasweissich, 10. Februar 2009
    wasweissich

    wasweissich Gast

    auch akademiker sollten lesen...........
     
  19. sentina

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    Und nicht jeden Unsinn glauben der so getextet wird!
     
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  21. #19 wasweissich, 10. Februar 2009
    wasweissich

    wasweissich Gast

    ob es unsinn ist , weiss man erst , wenn man verstanden hat .............
     
  22. Robby

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    @capslock

    Sowas muss ich berufsbedingt lesen ;)
    Bei Fragen kann ich dir gerne die Quelle zu Bezug zukommen lassen

    Natürlich sind Risse, dabei ausgeschlossen
     
Thema: Bitumen Dickbeschichtung/Dampfsperre für unsere Weiße Wanne sinnvoll/notwendig?
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