Boden einer Fertiggarage aufstemmen wg. defektem Regenwasserrohr !?

Diskutiere Boden einer Fertiggarage aufstemmen wg. defektem Regenwasserrohr !? im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Hallo zusammen! Kurzfassung: Was halten die Bau-Experten hier davon, den Boden einer Fertiggarage teilweise aufzustemmen/aufzuschlitzen, um ein...

  1. #1 svenni77, 30.05.2021
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    Hallo zusammen!

    Kurzfassung:

    Was halten die Bau-Experten hier davon, den Boden einer Fertiggarage teilweise aufzustemmen/aufzuschlitzen, um ein Regenwasserrohr unterhalb der Garage zu erneuern? Kann das bzgl. der Statik bedenklich werden? Ich nehme mal an, dass die Wände der Garage auf einem Streifenfundament stehen.


    Lange Ausführung:

    Ich bin Eigentümer einer Fertiggarage (BJ 1983) auf einem Garagenhof mit 15 Garagen und habe das Problem, dass das Fallrohr durch Wurzeln zugewachsen (und inzwischen defekt) ist und Wasser in meine Garage eindringt. Die Garagen sind alle in einer Reihe aufgestellt. Das Regenwasser der Garagendächer wird unterirdisch in einen Kanal geleitet, der ca. 2m vor der Garagenfront liegt. Das Gefälle der Dächer zeigt zur Garagen-Rückseite. Dort sind Öffnungen im Dach links und rechts vorgesehen, in denen ein Ablauf inkl. Fallrohr DN70 verbaut ist. Damit nicht jede Garage direkt an den Kanal angeschlossen werden musste, wurden die Garagen zu 5er-Gruppen zusammengefasst. Dafür wird das Regenwasser über ein waagerechtes innenliegendes DN70-Rohr zur linken Garage weitergeleitet. Die erste, sechste und elfte Garage haben ein Fallrohr, was dann durch den Garagenboden und unterhalb der Garage zum Kanal führt. Direkt hinter den Garagen angrenzend ist ein Spielplatz der Stadt.

    Leider ist genau mein Fallrohr mit Wurzeln der Bäume vom Spielplatz zugewachsen. Eine Firma hat zwei Mal versucht das Rohr frei zu fräsen. Beim zweiten Mal war das Rohr jedoch so dicht, dass es im unterirdischen Knick aufgebrochen ist. Damit habe ich jetzt leider die Aufgabe das Rohr zu erneuern. Am liebsten wäre mir, wenn eine Firma den Boden der Fertiggarage aufstemmt/aufschlitzt und das Rohr komplett bis zum Kanal erneuert. Natürlich möchte ich aber auch nicht die Statik der Garage gefährden. Deswegen gibt es noch eine zweite (für mich unschönere) Möglichkeit, bei der das Regenrohr innenliegend in Richtung Garagentor, dort durch den Boden (müsste auf jeden Fall aufgestemmt werden) verlegt und dann an den Kanal angeschlossen wird.

    Der Boden der Fertiggarage sieht anders als der restliche Teil aus: Das "umgedrehte U" der Garage besteht aus "makellos" gegossenem Beton. Der Boden hat eine andere Farbe, ist gröber und nicht exakt eben. Trotzdem gibt es am Übergang keine Risse oder ähnliches, es scheint alles fest verbunden zu sein. Meine Vermutung/Hoffnung ist trotzdem, dass der Boden nachträglich gegossen wurde. Ob das damals wirklich so gemacht wurde, kann ich natürlich nicht sagen. Das Fallrohr ist ca. 30cm von der linken Wand entfernt. Diesen Rand könnte man am Boden mit Sicherheit stehen lassen.

    Was meint Ihr? Über ein paar Meinungen würde ich mich sehr freuen! Vielen Dank!
     
  2. #2 simon84, 30.05.2021
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    Wo sind die Baupläne ?
     
  3. #3 vollmond, 30.05.2021
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    Fertiggaragen kann man "einfach" wegheben. Entweder mit nem SpezialLKW oder Kran....

    Aufstemmen funktioniert nicht!!!!

    An der Garage ist evtl. ein Typenschild dran. Da kannst Du mal beim Hersteller nachfragen.
     
  4. #4 svenni77, 03.06.2021
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    Baupläne habe ich natürlich nicht. Könnte höchstens mal bei der Stadt anfragen, ob es welche für die Garagen gibt.

    Darf ich fragen, warum das nicht funktioniert? Ein Typenschild habe ich bisher nicht gefunden. Nach etwas genauerer Sichtung hab ich nun allerdings gesehen, dass es sehr wohl einen kleinen Riss zwischen Wand und Boden gibt...sogar durchgehend. Ob man dann noch so einfach die Garage wegheben kann und sollte?

    Ich hab inzwischen von einer Firma (sogar hier in der Gegend) gehört, die mit einem Loch vor und hinter der Garage per "Rakete" bzw. Spülbohrverfahren Rohre verlegen können. 30km Anfahrt ist für die aber schon zu weit und ausgelastet sind sie auch bis zum Umfallen. Das wäre wahrscheinlich die schonendste Variante.
     
  5. SvenvH

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    Ich würde die Variante durch die Garage nehmen wenn das möglich ist. Dann musste nur ein Loch in die Platte stemmen. So kommt man da auch jederzeit wieder ran. Alles andere ist zuviel Aufwand für eine Garage.
     
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  6. #6 Fred Astair, 03.06.2021
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    aber auch die Teuerste.
    Ich verstehe gar nicht, warum Du das zu Deinem Projekt machst?
    Nur weil das Sammelrohr für wieviele Garagen unter Deiner verläuft?
    Ich würde auch das Rohr durch die Garage, knapp unter der Decke verlegen und dad Fallrohr neben dem Tor runterziehen.
     
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  7. #7 svenni77, 03.06.2021
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    Ja, das sagen mir sehr viele. Das wäre schon möglich. So richtig gefällt mir die Lösung aber nicht, weil ich an der rechten Seite eigentlich ein paar Regale anbringen wollte und auf der anderen Seite aussteige. Wenn ich keine andere Lösung finde, dann muss ich das wohl so machen...

    Ich mache das zu meinem Projekt, weil ich die nasse Garage habe. Und natürlich möchte ich eine möglichst wenig einschränkende Lösung haben. Lässt man die Firmen machen, dann wird die für sie einfachste Lösung gewählt. Dass ich später Einschränkungen habe, interessiert niemanden. Ob ich die Kosten abgenommen bekomme, wird gerade noch geprüft. Es gibt auch Firmen, die den Boden aufhacken würden. Wenn dann nach zweieinhalb Jahren die Garage zusammenkracht, mein Auto noch kaputt ist, dann bin ich der Angeschmierte. Ich würde mir wünschen, es gäbe eine Firma, der man sagen kann: "Finde die für mich beste Lösung und mach einfach." Der Erfahrung nach klappt das aber nicht so oft. Oder auf was genau zielte Deine Frage ab?

    Direkt unter der Decke kann ich das Rohr leider nicht verlegen, das würde ich zum Beispiel noch akzeptieren. Das Nachbarrohr kommt aber auf einer Höhe von 1,5m in die Garage rein, dadurch ist die Höhe leider vorgegeben und liegt dann am Tor bei ca. 1,40m. Die andere Garagen werde ich an den Kosten natürlich mit zur Kasse bitten, ansonsten ist das Nachbar-Rohr ganz schnell verschlossen.

    Wie schaut es bei der Lösung mit Frost aus? Es läuft ja dann bei mir alles zusammen...so lange es noch läuft. Und das Fundament vorne muss dann mit einer Kernbohrung angebohrt werden. Nebenwirkungsfrei ist das auch nicht.
     
  8. #8 Fred Astair, 03.06.2021
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    Diese Firma gibt es und nennt sich "Beratender Ingenieur", nur "mach einfach" funktioniert nicht. Mitwirken muss der AG schon noch.
    Meine Frage zielte einfach auf die Verantwortung Eurer Entwässerungsgemeinschaft ab. Jeder hat die gleiche Kostenbeteiligung zu tragen aber Du als "Leidtragender" hast das letzte Wort, was Du bereit bist an Einschränkung hinzunehmen. Wenn also der Nachbar mit 1,50 m bei Dir ankommt, muss eben seine Leitung höher gelegt werden.
    In Tiefgaragen werden dafür Rohrbegleitheizungen eingesetzt. Das wäre bei Euch aber übertrieben. Wenn Ihr durch jährliche Inspektion dafür sorgt, dass keine Verstopfung auftreten kann, fließt das Wasser gut ab.
     
  9. #9 vollmond, 04.06.2021
    Zuletzt bearbeitet: 04.06.2021
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    Um das Rohr zu verlegen musst du in der Garage großflächig schlitzen oder vorn und hinten mmin 60cm Löcher stemmen um da ran zu kommen. So eine Garage ist eine "Kiste" die durch die Bewehrung zusammenhält.

    Bei einem Bauwerk aus verschiedenen Teilen kann das funktionieren, Deine Garage ist ein aus einem Teil gegossenes Bauteil

    Wenn Du im Boden aufschlitzt musst Du danach dei Bewehrung wieder Verbinden und dann das ganze wieder so betonieren, dass es wieder das Gewicht deines Autos trägt. (Funfact am Rande: Die "Bodenplatte" ist warscheinlich ca. 8-10cm dick. Wie möchtest Du da wieder stabilität reinbringen???)

    Schau dir mal das Bild an...
    Garagentransporte - Meisterkran

    Das kann evtl. eine Fachfirma. Wenn du das machst wird das Kernschrott!!!
     
  10. #10 svenni77, 30.07.2021
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    Vielen Dank für Eure Hinweise!

    Um zu überprüfen, ob der Boden wirklich fest mit der Garage verbunden ist, kam mir irgendwann der Gedanke, dass ich mein Metall-Kabelsuchgerät dafür nutzen könnte, ob der Boden nachträglich gegossen wurde. Ich wäre fest davon ausgegangen, dass man keine großen Menge an Bewehrung in einen nachträglich gegossenen Boden einbringen würde. Nachdem ich das gemacht hatte, das Gerät überall hohe Messwerte lieferte und ich mir ein Video von dem Bau einer Garage angeschaut hatte, wurde mir nun ebenfalls klar, dass es keine gute Idee ist, den Boden aufzuschlitzen.

    Trotzdem hab ich mich nicht davon abbringen lassen, die Stelle, an der das Rohr in den Boden geht, aufzustemmen und hinten ein bisschen freizugraben. Relativ schnell konnte ich feststellen, dass die Fundamente glücklicherweise an beiden Seiten gegossen wurden und nicht vorne und hinten. Dadurch habe ich auch sehr schnell das defekte Rohr sehen können und wollte es zuerst einfach schnell auswechseln. Glücklicherweise habe ich einen Vor-Ort-Termin mit einem Mitarbeiter der Stadt vereinbart, der die Stelle - für eine eventuelle Schadensregulierung - weiter aufgegraben haben wollte. Da selbige nur einen Stundenlohn von 10€*2/3 für diese Arbeit zahlen, hab ich ein Unternehmen dafür beauftragt, die dann - ungeplanter Weise - auch gleich mit einem Bagger anrücken müssten, weil der Boden zu hart ist. Durch die Aufgrabung wurde sichtbar, dass das weiter im Boden liegende 110er KG-Rohr KOMPLETT mit Erde und einer dicken Wurzel gefüllt ist. Die Jungs vom Bau haben versucht die Wurzel mit dem Bagger herauszuziehen, aber leider vergeblich. Auf Nachfrage, ob ich denn da noch selber etwas erreichen könnte, wurde gesagt, dass sie das auch schon alles versucht haben, aber sich die Wurzel nicht herausziehen lässt.

    Weil ich erst aufgebe, wenn es wirklich aussichtslos ist, hab ich mich bei den lokalen Rohrreinigungsfirmen informiert, ob sie denn noch irgendwelche Spezialgeräte für solch einen Fall vorrätig haben. Dort wurde mir mitgeteilt, dass sie auch nur eine Rohrreinigungsmaschine (professionelle Spirale) haben und mittels hohem Wasser-Druck das Rohr freispülen können. Mir war klar, dass man mit der Spirale niemals diesen Druck ausüben kann, um tiefer in das Rohr zu gelangen. Auch von den Firmen wurde mir bestätigt, dass das Rohr bei einer 3cm dicken Wurzel verloren ist.
    Weil ich erst aufgebe, wenn es wirklich aussichtslos ist :hammer::D, hab ich mir das in 80cm tiefe liegende Rohr und die Wurzel selber nochmal angeschaut. Über den angeschlossenen 90° Winkel des Rohres macht es keinen Sinn, eine Wurzel herauszuziehen. Der muss ab! Leider saß der richtig fest und egal, was ich machte, er wollte nicht vom KG-Rohr herunterrutschen. Glücklicherweise kam aber das 40cm lange Rohr dahinter beim Ziehen des Winkels mit heraus. Nun konnte ich ohne Probleme die Wurzel wieder anfassen (alles andere davor ist immer wieder abgerissen) und "parallel zur Wuchsrichtung" herausziehen. Es kam eine 4m lange, trockene Wurzel inkl. Erde zum Vorschein. Ich konnte die Wurzel sauber herausziehen und sie schien auch nirgendwo anders herausgewachsen zu sein, weil am Ende der Wurzel ein oder zwei 1mm dicke Wurzelfäden einfach endeten.

    Nach weiterer Aufgrabung (um wieder an das vorhandene Rohr heranzukommen) und kompletter Rohr-Erneuerung scheint das Problem nun hoffentlich für die nächsten 20 Jahre behoben zu sein. Das eigentliche Problem, also dort, wo die dicke Wurzel wirklich in das Rohr hineingewachsen ist, war übrigens nicht der zuerst sichtbare defekte 90° DN75-Winkel knapp unterhalb des Garagenbodens, sondern der mit Gips (o.ä.) gemauerte und 10 cm tiefer liegende Übergang zwischen DN75 und DN110 KG-Rohr. Der ist über die Jahre gebrochen und war nur noch zur Hälfte vorhanden, so dass die Wurzel dort ohne Probleme hineinwachsen konnte. Ich hab das KG-Rohr nun bis in die Garage gelegt und zwei Reinigungsschächte vorgesehen.
     
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  11. #11 Fred Astair, 30.07.2021
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