Bodenaufbau 1.OG - Balkendecke und FBH

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  1. crally

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    Hallo zusammen,

    ich schreibe es lieber direkt vorweg. Ich bin etwas verzweifelt und zerbreche mir seit 2 Wochen den Kopf.

    Ich habe mein Badezimmer im Obergeschoss komplett abgerissen und neu aufgebaut. Leider habe ich gleich am Anfang zu schnell und unüberlegt gearbeitet.
    Ich habe eine Holzbalkendecke und zwischen den Balken Glaswolle gelegt. Direkt auf die Balken habe ich dann OSB-Platten geschraubt.
    An den Wänden habe ich vorher Randdämmstreifen angebracht.

    Der direkte Nassbereich (also die Dusche) ist auf einem Podest gebaut, da ich mit dem Abfluss nicht anders hinkam.
    Nun geht es um den Bodenaufbau im Bereich vor dem Podest. Dort soll eine FBH installiert werden und darauf Fliesen.

    Das stellt mich jedoch im Nachhinein vor mehr Fragen, als ich wollte... Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

    Ich habe ein bisschen Spiel bei der Höhe. Also 5,5 - 6,5 cm blieben mir für den Bodenaufbau.
    Die FBH habe ich bereits. Die Rohre werden in selbstklebenden Noppenplatten verlegt.

    Ach ja, der Boden ist natürlich nicht gerade, weil ich beim Schrauben der OSB-Platten auf die Balken diesen offensichtlichen Fakt einfach nicht bedacht habe.
    Bis zu 7mm von höchster bis zur tiefsten Stelle.

    Ich habe schon viele Optionen durchgespielt, aber mein aktueller Gedanke sieht wie folgt aus:

    1. OSB grundieren
    2. XPS Dämmplatten verkleben (ca. 20-25mm). Dabei flexiblen Fliesenkleber nutzen um den Boden wieder etwas in Waage zu bringen
    3. Entkopplungsmatte
    4. FBH mit den Noppenplatten auf die Dämmplatten. Dabei die Folie der Randdämmstreifen mit einarbeiten
    5. Ausgleichsmasse (flexibel)
    6. Fliesenkleber (flexibel) und Fliesen


    Schon während des Verfassers dieses Posts, war ich mir schon wieder unsicher und hab meine Reihenfolge x-Mal geändert.
    Ich habe bisher immer alles selber am Haus gemacht und immer gut geplant, vorbereitet und ausgeführt. Immer Leute gefragt die Ahnung haben. Nur diesmal war ich zu voreilig.

    Habt ihr evtl. eine Idee und Anregung für einen leichtgewichtigen Aufbau? Dankeschön.
     

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  2. JPtm

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    Um den Boden eben zu bekommen gibt es eine einfache Möglichkeit.
    Dazu musst du alle Rizzen abdichen, WICHTIG!
    Es gibt anrührbare Ausgleichmassen die fast wie Wasser sind. Die kippst du einfach in den Raum und fährst mit einem Stachelrad darüber. Damit wird das schön gleichmäßig und etwaige Luftblasen werden entfernt. Je nach Masse reichen wenige Millimeter Überdeckung aus. Nach einem Tag Trocknung ist der Boden absolut eben.
    Ist be unsererm Altbau genau so geschehen. Inkl. Ditraentkopplungsmatte+Fliesen+ Kleber liegen wir vielleicht bei ca. 25-30mm Aufbau.
     
  3. crally

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    Danke für die Antwort.
    Das war auch ursprünglich meine erste Idee. Wie so oft, bekommt man aber von jedem eine andere Antwort und jeder würde es anders machen.

    Bin ja selber Handwerker und weiß, dass man beim Erklären oftmals Dinge auslässt, die für einen mit der Zeit selbstverständlich geworden sind. Deshalb würde ich jetzt gerne nochmal den genauen Ablauf (der mir gerade im Kopf schwirrt) zusammenfassen.

    1. OSB Platten grundieren
    2. Alle Ränder und Ecken versiegeln. Kann ich dafür z.B. Baufolie mit Silikon am Boden verkleben und die Folie dann an der Wand hoch stehen lassen?
    3. Flexible Ausgleichsmasse so dünn wie möglich auftragen. Die tiefste stelle ist ca. 0,7 cm. Also so ca. 1cm auftragen?
    4. Entkopplungsmatte verkleben
    5. Dämmplatten (kann man da XPS nehmen, oder lieber was anderes?) mit Fliesenkleber verlegen
    6. FBH mit den Noppenplatten auf die Dämmplatten. Dabei die Folie der Randdämmstreifen mit einarbeiten
    7. Ausgleichsmasse (flexibel)
    8. Fliesenkleber (flexibel) und Fliesen

    Ich frage mich allerdings an welche Stelle ich am Besten die Entkopplungsmatten setze... Die werden ja auf der Unterseite verklebt und sind dann an der Oberseite nicht 100% glatt. Deshalb kann ich die Noppenplatten der FBH nicht direkt auf die Entkopplungsmatte legen.
    Oder gar eine ganz andere Reihenfolge?

    Achso... nicht falsch verstehen bzgl. der Aufbauhöhe. Ich muss mind. 5cm, aber darf maximal 6,5 cm erreichen. Das würde ich mit den Dämmplatten anpassen. Also ich muss nicht "so niedrig wie möglich"...

    Wegen der Holzbalkendecke möchte ich so wenig Ausgleichsmasse wie möglich und so viel wie nötig nutzen. Die FBH hat eine Höhe von 1,7cm und soll laut Hersteller auf 2cm mit Ausgleichsmasse aufgeschüttet werden. Ich weiß natürlich nicht wieviel Volumen die FBH letztlich einnimmt.
    Aber die Ausgleichsmasse wiegt 2 Tonnen pro Kubikmeter. Bei meinen 4,8 qm Fläche und den beiden Lagen Ausgleichsmasse, komme ich aber auf maximal 280kg für die gesamte Fläche, wenn ich mit insgesamt 3cm Dicke rechne. Das wären ca. 60kg je qm. Es wird aber weniger sein, da Rohre und Platten ja auch Volumen einnehmen.
    Ja ich weiß.... eigentlich muss der Statiker gefragt werden. Aber max. 60kg je qm klingt für mich erstmal legitim als Dauerbelastung. Es wird auf eher 45-50kg je qm hinauslaufen.

    Jetzt bin ich aber etwas abgeweicht vom eigtl. Thema. Dem grundlegenden Bodenaufbau. Kann man das prinzipiell so machen?
     
  4. JPtm

    JPtm

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    Ich bin selbst kein Bodenbauer/Fliesenleger. Ich berichte aus Kundensicht.

    Ich weiß nicht ob der Fliesenleger da etwas Grundiert hat. Der hat die Masse draudgekippt, ordentlich verrollt, fertig. Unser Bad ist mit 5m² jetzt auch nicht riesig. Obendrauf hat der eine Ditraentkopplungsmatte geklebt auf der dann direkt die Fliesen mit Fliesenkleber drauf sind. Da schwingt nix, wirkt alles stabil. Es ist der Sohn der Nachbarin, also tritt die ihm in den Hintern wer da was falsch gemacht hat:).
    Wie dick die Mindestüberdeckung der Ausgleichmasse ist muss man dem Datenblatt dazu entnehmen. Da gibt es sicher Unterschiede. Er verbaut das Zeug von PCI. 3cm wirst du sicher nicht brauchen.
    Die Dämmung soll wegen Wärem/Schall sein oder noch ein anderer Grund? Ich gebe zu, bei Dämmstoffen hätte ich bedenken dass die sich unterschiedlich komprimieren, je nach Belastung. Kann sein, dass das unbegründet ist.
    Wir haben ein zweites Bad darunter. Da spielte weder das eine noch das andere eine Rolle. Daher nur die Matte+ Fliesen drauf.

    Ob das statisch hält kann hier niemand aus dem Stehgreif beantworten. Das kommt auf die Balkenlage, Abstand, Längen usw an.
    Spiele doch etwas mit: Statik Berechnen online und kostenlos für Heimwerker
    Normal sollten die 50kg+ Eigenlaste der bisherigen Konstruktion halten.

    An deiner Stelle würde ich mal in den Datenblättern zu deiner FBH aus Pos 6 gucken. Normal haben die Hersteller eig Aufbaupläne. Daran würde ich mich halten.
     
  5. #5 hansmeier, 11.05.2021
    hansmeier

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    Für solche Fragen ist der Fermacell-Bodenplaner zu empfehlen (bodenplaner.com) -- auch wenn der herstellerabhängig ist, kann man durch Verändern der Parameter gut und schnell verschiedene Aufbauvarianten abprüfen. Zu den dabei ausgegebenen konkreten Fermacell-Produkte kann man dann ja bei anderen Herstellern teilweise gleichwertige oder bessere Alternativen finden.

    Meine erste Idee wäre eine Lösung mit kombinierter Dämm-/Ausgleichsschüttung und darauf Trockenestrichplatten.

    Dort bietet sich dann z. B. Blähglas als gebundene Schüttung (u.a. von Geocell: geocell-schaumglas.eu/de/produkte/blaehglas_granulat/eigenschaften/ -> Variante zementgebunden) an, anstatt dem Mikroplastik alias EPS-Granulat in der gebundenen Schüttung von Fermacell oder Knauf.

    Diese Variante hat einen für eine Innendecke gegen beheizten Raum ausreichenden Wärmedämmwert, ist tragfähig, dient zum Niveauausgleich und ist günstig (und leicht).

    (Links oben noch mit vorangestelltem "www." ergänzen.)
     
    simon84 gefällt das.
  6. crally

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    Hey danke für die Tips,

    also Trittschall und Dämmung sind hier eigtl. überhaupt nicht wichtig. Die Dämmplatten wollte ich nur zur Erhöhung nutzen.

    Die Idee von hansmeier finde ich gar nicht schlecht. Ich muss nur schauen, dass der Aufbau dadurch nicht doch zu hoch wird.

    Da ich ja die falsche FBH gekauft habe, diese aber nicht mehr zurückgeben kann, bin ich quasi gezwungen am ende nochmals mit Ausgleichsmasse drüber zu gehen.

    Also wäre dies auch noch eine Option:

    1. OSB grundieren
    2. Entkopplungsmatte (5mm)
    3. Ausgleichsschüttung (mind. 10mm ab höchster Stelle)
    4. Trockenestrich (dünnste Platten wären 20mm)
    5. FBH mit Ausgleichsmasse (20mm)
    6. Fliesen inkl. Kleber (12mm)

    Das wären 6,7cm Aufbau.
     
  7. #7 hansmeier, 13.05.2021
    hansmeier

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    Wozu dann eigtl. die Entkopplungsmatte?
    Teilweise verlangen die Hersteller für die gebundene Schüttung einen haftfähigen Untergrund (wobei ich ja einen Haftverbund zwischen Schüttung und Untergrund für eher unwahrscheinlich bzw. nur schwach ausgeprägt halte), teilweise eine simple Trennlage (= einfache PE-Folie).

    Wenn Du nicht doch noch auf eine FBH, die unter den Trockenestrich kommt, umstellen willst, solltest Du Dir letzteren (je nach Untergrunderfordernis Deines FBH-Systems) sparen können.
    Und gibt's für das Noppensystem nicht etwas kostengünstigeres als alles mit Ausgleichsmasse auszugießen?

    Dann wäre es entweder:
    1. OSB roh
    2. PE-Folie
    3. Ausgleichsschüttung (Mindest-/Höchststärke gem. Hersteller beachten)
    4. FBH für unter Trockenestrich
    5. Trockenestrichelemente
    6. Fliesen inkl. Kleber

    oder
    1. OSB roh
    2. PE-Folie
    3. Ausgleichsschüttung
    4. FBH Noppensystem (falls auf solcher Art Untergrund zugelassen)
    5. Zugelassene Vergußmasse
    6. Fliesen inkl. Kleber
     
  8. crally

    crally

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    Hey, ach ich weiß es ja mittlerweile fast auch nicht mehr ^^
    Die OSB-Platten müssen entkoppelt werden dachte ich. Weil Holz sich ständig bewegt...

    Also bzgl. FBH findet man vom Hersteller nur folgendes:
    - Der vorhandene Untergrund muss trocken, eben, sauber und tragfähig sein. Evtl. Grundierungen können bereits aufgetragen werden.

    Und wegen der Art der Verlegung dieser Noppenplatten (Die werden wie doppelseitiges Klebeband einfach auf den Boden geklebt), hab ich halt gedacht, dass ich über die Ausgleichsschüttung nochmal irgendwas brauche, woran die Noppenplatte dann auch hält. Weiß nicht, ob das auf einer ausgleichsschüttung hält.

    Und in der gesamten Anleitung und überall auf der Webseite von der FBH sieht man nur, das mit Ausgleichsmasse gearbeitet wurde.

    Das gleiche System gibt es auch mit fertigen Trockenestrichelementen (eingeritzt für die Rohre). Dort werden die Ritze später einfach zuggespachtelt und direkt gefliest. Das ist quasi das gleiche System, nur mit trockenestrichplatten, statt der noppenplatten.

    Hab mich aber "verkauft" und es ist schon ziemlich lange her. Ich habe ja schon gefragt, ob ich das irgendwie tauschen kann gegen Aufpreis, aber das kriegen die wohl nicht hin :(

    Naja...es ist jetzt halt wie es ist. Hab mich vorher zu wenig mit Böden beschäftigt...Kostengünstiger wäre gut. Aber es ist noch halbwegs überschaubar.
    Die Ausgleichsmasse kostet mich ca. 140€. Der Rest dürfte für nen 100er auch zu bekommen sein. das ist zwar Geld, was ich eher an anderer Stelle bräuchte, aber es nützt ja nix ^^
     
  9. #9 simon84, 14.05.2021
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