Bodengutachtenergebnis -> Gründung; Habe ich richtig verstande, dass ...

Diskutiere Bodengutachtenergebnis -> Gründung; Habe ich richtig verstande, dass ... im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo Community, uns liegen die Ergebnisse des Bodengutachtens vor. Ich möchte gerne wissen und mit euch in den Austauschen gehen, ob ich das...

  1. #1 spike1302, 15.07.2018
    spike1302

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    Hallo Community,
    uns liegen die Ergebnisse des Bodengutachtens vor. Ich möchte gerne wissen und mit euch in den Austauschen gehen, ob ich das alles richtig verstanden habe.

    Vielen Dank.


    Unser Boden besteht aus 3 Schichten:
    • Schicht 1: Auffüllungen - Schluff, tonig, schwach humos (oberbodenähnlich), vermengt mit umgelagerten, stärker sandigen Böden, angetroffen in erdfeuchtem Zustand und steifer bis halbfester Konsistenz, dunkelbraun, braun, erkundet bis ca. 0,9 m unter Ansatzpunkt, lokal größere Mächtigkeiten sind nicht auszuschließen
    • Schicht 2: Feinsand - stark bis sehr stark schluffig, mittelsandig, schluffige Lagen und Linsen, angetroffen in (erd-)feuchtem Zustand, mitteldicht bis dicht gelagert, Schluffanteile in steifer Konsistenz, hellbraun, ~ 3,8 m mächtig,
    • Schicht 3: Mittelsand - grobsandig, schwach kiesig, sehr schwach schluffig bis schluffig, angetroffen in (erd-)feuchtem Zustand und dichter Lagerung, bis 5 m unter Ansatzpunkt nicht durchteuft.



    Es gibt drei Gründungsvorschläge, wobei ihr nur 2 Vorschläge zur Disposition stellen möchte (Variante 1 und Variante 2)

    Die frostsichere Mindestgründungstiefe beträgt ≥ 1,0 m unter umliegender / endgültiger GOK und
    ist planungsseitig durch:
    1.) ein frostunempfindliches Gründungspolster unter der Fundamentplatte (Variante 1),
    2.) ein Gründungspolster mit umlaufender Frostschürze (Variante 2) oder
    3.) durch frostfrei im Sand (Schicht 2) abgesetzte Streifenfundamente (Variante 3)
    zu gewährleisten.


    Variante 1:
    Bewehrte Fundamentplatte mit (frostunempfindlichem) Gründungspolster
    Das Gründungspolster muss oberbodenähnliche und nicht tragfähige Auffüllungen (Schicht 1) vollständig
    ersetzen und ≥ 1,0 m mächtig sein. Zur Herstellung sind (bis 1,0 m unter umliegende/
    endgültige GOK) frostunempfindliche Baustoffe mit einem Feinkornanteil (< 0,063 mm)
    bis max. 5 % zu verwenden. Der Lastausbreitungswinkel von 45° ab Fundamentunterkante ist bei
    der Herstellung der Baugrube zu berücksichtigen. Zur dauerhaften Gewährleistung der Frostunempfindlichkeit
    ist zwischen Aushubsohle und Polster sowie an den umlaufenden Baugrubenwänden
    ein Geotextil als Trennschicht zu verlegen (empfohlene Geotextilrobustheitsklasse - GRK 3).

    Variante 2:

    Wird die Frostsicherheit von planerischer Seite durch eine umlaufende Frostschürze (≥
    1,0 m unter GOK) gewährleistet, können Polsterbaustoffe mit maximal 15 % Feinkornanteil
    verwendet werden (Polstermächtigkeit ≥ 1,0 m) und die Herstellung des Lastausbreitungswinkels
    entfällt.

    Gründungspolster sind lagenweise (maximal 30 cm mächtige Lagen) aus zertifizierten Baustoffen
    (u. a. Brechkorngemisch, Kiessand oder Betonrecycling, jeweils ohne betonangreifende, quellfähige
    oder umweltschädliche Inhaltsstoffe (kein Ziegelrecycling)) lagenweise herzustellen und
    fachgerecht zu verdichten. Entsprechende Zertifikate sind vorzuhalten. Auf der Oberkante des
    Polsters ist ein Verdichtungsgrad von ≥ 100 % DPr bzw. ein Verformungsmodul von Ev2 ≥ 80
    MN/m² nachzuweisen.


    ---------------------------------------


    Folgendes Vorgehen habe ich somit verstanden (Ist das richtig?):
    1. Es wird eine Baugrube ausgehoben --> = 1m
    2. Auslegung eines Geotextil als Trennschicht (GRK 3) --> Baugrubenboden und Baugrubenwände
    3. Auffüllung und Verdichtung (aller 10-20cm) mittels eines zertifizierten frostunempfindlichen Baustoffes --> Mineralgemisch 0-32 mm bzw. Mineralgemisch 0-45 mm
    4. Wenn die Baugrube komplett aufgefüllt und verdichtet ist, dann eine Sauberkeitsschicht mittels Magerbeton drüber --> 10cm dick
    5. darüber schwarze Noppelbahn auslegen
    6. dann Bodenplatte



    Fragen:
    1. Vorgehen richtig verstanden? Entspricht das Variante 1 und ist somit umsetzbar sowie empfehlbar von euch?
    2. Geotxtil überlappend auslegen und miteinander verkleben? Mittels Klebeband oder wie??!
    3. Wie viel Tonnen Mineralgemisch entsprich einem m³? Wie rechne ich das um (um die zu bestellenden Tonnen Mineralgemisch für die Grubenauffüllung zu wissen)
    4. Ich habe immer wieder etwas von einer PE-Folie gehört. Muss diese auch verwendet werden? Wo?
    5. Verwendet man heutzutage noch eine Noppenbahn unter der Bodenplatte?

    Vielen Dank für euren Input.
    Ich möchte das Thema verstehen und auch verstehen wie mein Haus bzw der Untergrund gebaut wird :)
     
  2. SIL

    SIL

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    Variante 1

    Aushub entsprechend Vorgabe und Böschung, Verlegen des Geotextil (Straßenbauflies 3m oder 4 m Breite Rollen gesichert mit Kleber oder Tacker), Einbau des Schüttgutes 1,4 t bis 1.8t pro m3 ca je nach Material Lagen weise verdichtet, Verdichtungnachweis beauftragen bzw im Auftrag enthalten, dann PE Folie und Magerbeton aber 5 cm reichen da, ggf bei sehr guten Planum kann unter Umständen auch auf die Sauberkeitsschicht verzichtet werden und direkt auf die PE Folie die BP errichtet werden, Noppenfolie brauchen Sie da nicht. Den Elektriker nicht vergessen die Erder mit verlegen zu lassen. Variante 1 dürfte etwas günstiger sein als Variante 2.
     
  3. DHD82

    DHD82

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    Je nachdem welchen energischen Standard du erreichen möchtest, wirst du noch eine Dämmung unterhalb der Bodenplatte erhalten (Perimeterdämmung)
    Bei beiden Gründungsvorschlägen wird eine nicht unerhebliche Mengen Erdaushub anfallen, dessen Entsorgung recht teuer ist. Dies musst du bei deinen Baunebenkosten berücksichtigen.
     
  4. #4 spike1302, 17.07.2018
    spike1302

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    Hallo,
    vielen Dank für die beiden Antworten. Die helfen weiter

    Ich bin offen für weitere Antworten. Danke

    - Also geplant ist keine Dämmung unter der Bodenplatte
    - Ja den Aushub habe ich beriets berücksichtigt :)
    - Soll ich das Geotextil nun kleben oder tackern? Wenn kleben, mit was?
    - Mit Verdichtungsnachweiß meinst du den Plattendruckversuch, richtig?
    - Welche PE-Folio nimmt man hierfür mit welchen Werten? Diese hier?, Link: Abdeckfolie Baufolie, transluzent 4000mm x 50m, 60my LDPE - verpackungsteam.com
    - Ist dieses Geotextil in Ordnung? Link: Geotextil Filtervlies 200 g 4 x 100 m online kaufen | bausep.de
    - eine schwarze Noppenbahn wird wirklich nicht benötigt? Hatte das mal gelesen, dass man das nehmen muss? Oder irre ich mich da

    Ansonsten fehlen keine weiteren "Schritte"? So könnte ein Untergrund erstellt werden?

    - Wann werden die Rohre für Abwasser aber auch die, die aus der Bodenplatte rausschauen gelegt? Wenn alles aufgefüllt und verdichtet ist? Sprich vor der PE-Folie?


    Danke für eure weiteren Kommentare
     
  5. SIL

    SIL

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    Tackern (REGUR hat einige Tacker zum Beispiel auch mit Kunstoffpins) Folie und Vlies sind beide OK alle Vlies ab GRK3 können Sie verwenden, Ja Platten Rammversuch um die 80nMN ev2 nachzuweisen. Sie benötigen da wirklich keine Noppenbahn. Ihre Rohre werden natürlich vor der PE Folie eingebaut und gebettet, dort wird dann natürlich nicht so hoch verdichtet,bzw erfolgt die Bettung nach dem verdichten mit minimalen Aushub, bei den Rohren die durch die BP gehen die Dichtmanschetten nicht vergessen (Mauerwerkskragen)
     
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