Bodenplatte besser dämmen oder nicht?

Diskutiere Bodenplatte besser dämmen oder nicht? im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, vielleicht könnt ihr mir bei einer Entscheidung helfen - ob wir unsere BopLa besser dämmen sollen oder nicht. Unser Haus (H'T...

  1. SirSydom

    SirSydom

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    Hallo zusammen,

    vielleicht könnt ihr mir bei einer Entscheidung helfen - ob wir unsere BopLa besser dämmen sollen oder nicht.
    Unser Haus (H'T 0,333, Ve 894m³, A 679m², A/Ve = 0,76) erfüllt den KfW-70 Grenzwert für den H'T auf Tausendstel genau. Das war Zufall, da wir eh kein KfW machen.
    Ich liste auch mal die Bauteile auf:

    Bopla: 12cm PS WLG035 auf der Bodenplatte, U-Wert 0,26
    Außenwand: 16cm PS WLG032, U-Wert 0,18
    Fenster: Uw 0,81 (Ug 0,6, Uf ~1,0)
    Dach: 20cm PS WLG035 bzw bzw. MW WLG035, U-Wert 0,16

    Es fällt natürlich die Bodenpatte auf, die den schlechtesten Wert der massiven Bauteile hat. Ist ja aber auch "nur" gegen Erdreich.
    Ich überlege nun, ob wir die PS-Dämmung WLG035 durch PUR-Dämmung mit WLG024 ersetzen. Dann kämen wir auf einen U-Wert von ca. 0,18.

    Überschlägig mit den EnEV-Formeln gerechnet spart uns das 1.000kWh/a thermisch ein. Das sind ca. 60€ pro Jahr.
    Dazu kommt ja, dass gerade an der Stelle auch die höchsten Temperaturen herschen, da wir mit FBH heizen (VL 30 bei Norm-AT). Daher habe ich als Raumptemp. mal mit 24Grad gerechnet.

    Die zu dämmende Fläche beträgt 145m². Bei einer Schichtstärke von 120mm sind das 17,5 m³.
    PUR WLG024 Dämmplatten ca. 200€ / m³ = 3500€
    PS WLG035 Dämmplatten ca. 115€ / m³ = 2000€
    (Die Preise habe ich im Netz recherchiert, bitte um Hinweis falls ich da daneben liege)

    Verlegekosten sollten in etwa gleich sein, also 1.500€ Mehrkosten.

    Mit 2% Zinsen gerechnet und mit 60€ im Jahr getilgt wäre ein Kredit über 1.500€ in 35 Jahren abbezahlt.
    Rechnet man aber mit moderat steigenden Energiepreisen von 3-4% p.a. verkürzt sich die Zeit auf ca. 25 Jahre.
    Das klingt lange. Aber in meinen Augen ist diese Dämmung die, die man wohl am längsten behalten wird.

    Die Dämmung am Dach (oberste Geschossdecke) kann man problemlos verbessern. Einfach nochmal ne Schicht MW drauf. Das werde ich ggf. gleich machen.
    Die Fenster tauscht man vielleicht auch nach 20 Jahren aus, wer weiß?
    Und wie lange die WDVS-Fassade hält? 100 Jahre wahrscheinlich nicht.
    Aber wird man alle Bodenbeläge mitsamt Estrich und der FBH jemals erneuern? Wahrscheinlich doch eher nicht!

    Was würdet ihr tun???
     
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  3. dimitri

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    Meine Meinung: Kauf dir von den 1500€ was anderes. Nimm die schöneren Fliesen, den größeren TV oder spars dir einfach - es wird immer etwas teurer als gedacht ;-)
     
  4. bauloehr

    bauloehr

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    Hi,

    wenn ich heute neu baue, dann möchte ich persönlich in 20 Jahren weder ein Dachgeschoss aufreißen und nachdämmen, WDVS erneuern und erst recht keine Fenster tauschen. Den Estrich mit FBH wird man niemals erneuern, um da bessere Dämmung drunter zu machen. Was das für ein Aufwand im Nachgang wäre, um jetzt 1500 Euro zu sparen. Klingt jetzt etwas überheblich, aber das ist beim Hausbau doch keine Summe, wo man großartig überlegen muss. Entweder macht man das gleich oder wie dimitri schreibt gar nicht. Man tauscht vielleicht mal die Lichtschalter gegen die ursprüngliche Sparversion oder die Badarmaturen, was leicht geht.

    Gruß
    Hannes
     
  5. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Die Rechnung des Informatikers stimmt nur bedingt. Nicht nur, daß man durch bessere Dämmung Energie einspart, die Heizlast sinkt dadurch auch automatisch. Das kann bei z.B. bei Wärmepumpen entscheidend sein, ob ich ein größeres oder kleineres Modell wähle. oder der Bivalenzpunkt verschiebt sich, usw usw. Und dann sind 1500 sehr schnell eingespart zuzüglich der geringeren Betriebskosten
     
  6. dimitri

    dimitri

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    Mag sein, aber nach der Logik des GU müsste man dann ein Passivhaus bauen und nicht in der Mitte aufhören mit dem Dämmen.
     
  7. flehmann

    flehmann

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    Wenn die 12cm die komplette Fussbodendämmung sind, kannst du die nicht komplett in PUR ausführen. Du brauchst für die Leitungsführung und zum Ausgleich von unebenheiten ein Schicht in EPS DEO -> 40mm EPS + 80mm PUR =120m.
    Noch ein Vorteil für PUR, du sparst die die Tackermatten.
    Der Aufpreis von 1500,- fürs Material scheint mir sehr hoch.
     
  8. kike

    kike

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    Schon aus Komfortgründen würde ich die Bodenplatte besser dämmen, das verringert nämlich die Differenz der unterschiedlichen Heizlasten bei unterschiedlichen Temperaturen. Insbesondere in der Übergangszeit werden nämlich die Räume in dem Geschoss mit der Bodenplatte tendenziell kühler sein (Heizung noch nicht an oder muss deshalb früher angestellt werden), als die in den anderen Geschossen. Im Auslegungsfall dagegen (je nach Gegend bspw. -12°C) liegt die Heizlast im Bodenplattengeschoss dagegen relativ niedriger.
     
  9. Jan81

    Jan81

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    Du sparst keine Tackermatten. Du benötigt 2 cm Trittschaldämmung und drauf kommt die Tackermatte. Oder die Trittschaldämmung ist in der Tackermatte schon integriert.
     
  10. Jan81

    Jan81

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    wenn dann würde ich unter der Bodenplatte dämmen, damit reduzierst du Wärmebrücken.

    WEnn man noch irgendwo Dämmung erhöhen sollte, dann ist es die Decke.
     
  11. dimitri

    dimitri

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    Die Frage die hier doch eindeutig fehlt ist: Was will ich denn haben?
    Da wird die Amortisationsdauer eines Handtuchtrockners betrachtet und die Kosten von zusätzlicher Dämmung auf 35 Jahre umgelegt aber ist das ein Gesamtkonzept? Hier mal ein bissl mehr gedämmt oder vielleicht doch nicht?

    Bei einem Haus mit einer Grundfläche von 145qm über eine (theoretische) Kostenersparniss von 60€/Jahr zu sprechen halte ich persönlich für etwas übertrieben. Ich würd's wie gesagt nicht machen, und mich auf die wirklichen Kostenfresser beschränken, bei denen ich auch praktisch Geld sparen kann (=Inneneinrichtung, Platzbedarf).
     
  12. flehmann

    flehmann

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    Doch kannst du einsparren. Die PUR Platten für Fussboden sind Alu-Kaschiert, da halten die Tackernadel wunderbar. Und beim Trittschall gibt es auch keine Probleme. Ich hab das schon mehrfach so ausgeführt.
     
  13. Anda2012

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    Von der Bauleitung zum Formularausfüllen
    @SirSydom: Du baust mit GÜ: Frag ihn, wieviel er für die höhere Dämmklasse nimmt, denn dieser Wert ist ja für Dich entscheidend. BZw. was sagt er dazu? Du hast ihn ja diesbezüglich meines Wissens nach schon befragt.

    @flehmann: Dass die Tackenadeln in den alukschierten Dingern halten glaub ich gerne, aber ohne Trittschalldämmung??? Ich hab da keine Ahnung, sollen die Kollegen sagen, was sie davon halten.
     
  14. flehmann

    flehmann

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    @Anda2012

    übernimmt die EPS DEO oder DES unter der PUR Dämmung. Am besten noch von der Wand entkoppeln. Im Mehrgeschossbau würd ich aber nicht auf die Trittschalldämmung zwischen PUP und Estrich verzichten. Aber hier (ohne Keller?) sollte das kein Problem sein.
    Wichtig: PE Trennlage zwichen alu-kaschiertem PUR und Estrich nicht vergessen.
    Für den TE, ich würde die PUR Platten nehmen.
     
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  16. aladini

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    Das Konzept muss stimmen! Ohne Dämmung unter der Bodenplatte ist der Anschluss Wand/Bodenplatte eine Wärmebrücke. Die Bodenplatte kühlt die Wände aus und es kann im Fussbereich zu Tauwasserbildung und als Folge zu Schimmelbildung kommen. Ohne Details zu wissen, kann man es schlecht einschätzen. Die Dämmung unter BoPla wäre natürlich das beste...

    viele Grüße
    Werner
     
  17. SirSydom

    SirSydom

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    Zur Vermeidung von Wärmebrücken am Anschluss Wand/Bodenplatten werden die ersten beiden Steinreihen mit einem Liapor compakt Lambda 0,18 gemauert.

    @Anda2012
    bevor ich den GÜ mit ständig neuen Anfragen für "was kostet das und was das und was dies" wollte ich hier mal die Sinnhaftigkeit abklären.
    Ein Angebot für 5cm mehr WLG035 (als 170 statt 120) habe ich bereits, beläuft sich auf 6,50€/m² netto, also ca. 1200€. Aber irgendwie passt mit da der Raumhöhenverlust nicht.

    @MoRüBe
    Die Dimensionierung der WP spielt tatsächlich auch mit in die Überlegung rein. Ein kleineres Modell wird es dadurch nicht werden, aber die Bivalenzpunkt wird sich verschieben.

    Die Idee mit der Installationsebene mit EPS und dann die erst die PUR-Dämmung klingt sinnvoll.. guter Kompromiss.
     
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