Bodenplatte in Faserbeton ohne Fundamente???

Diskutiere Bodenplatte in Faserbeton ohne Fundamente??? im Beton- und Stahlbetonarbeiten Forum im Bereich Neubau; Guten Morgen liebe Expertenrunde, jetzt haben wir endlich mit dem Bau unseres (bzw. von meinen Eltern) Hauses begonnen. Seit ein paar TAgen...

  1. Clavo

    Clavo

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    Guten Morgen liebe Expertenrunde,

    jetzt haben wir endlich mit dem Bau unseres (bzw. von meinen Eltern) Hauses begonnen.
    Seit ein paar TAgen habe ich die Statik und einige Ausführungspläne des Statikers vorliegen.
    Nach Durchsicht der Unterlagen und intensivem Lesen hier im Forum kommen wir Zweifel, dass das alles so richtig ist.

    Die Bodenplatte soll in Stahlfaserbeton ausgeführt werden, so weit so schlecht. Es gibt nur unter einigen Innenwänden Zulagen aus "normaler" Bewehrung.

    Was mir zusätzlich Bauweh bereitet, ist, dass es keine Fundamente gibt. Das Haus soll auf dieser faserbewerten Bodenplatte direkt draufstehen.

    Ich befürchte, es kommt jetzt noch schlimmer:
    Das Haus hat keinen Keller. Unter der Bodenplatte ist eine Schottertragschicht mit einer Stärke von etwa 70 cm eingebaut worden.
    Wie ist denn das jetzt mit der Frostsicherheit?
    Reicht die Annahme, dass in dieser SChottertragschicht kein Wasser steht oder muss ich auf jeden Fall runter mit der Gründungsebene.

    Habe gestern meine Bedenken per mail durchgegeben. Habe bisher bis auf den Hinweis, dass alles an den Statiker weitergeleitet wird, nichts mehr gehört.

    Ist die oben beschriebene Gründung totaler Murks oder ist das so doch möglich?

    Ach ja, die Bodenplatte sollte eigentlich heute gegossen werden, denke aber, dass dieser Termin wegen meiner Bedenken wohl verschoben wird (hoffe ich zumindest).
    Baustelle ist leider 500 km von mir entfernt. Kann also nicht mal eben so vorbeigucken.

    Lieben Gruß
    Claudia
     
  2. #2 Ralf Dühlmeyer, 09.11.2007
    Ralf Dühlmeyer

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    Das Thema...

    SFB ist hier weidlich debattiert, dazu hilft die Suche.
    BoPla ohne Fundamente INNEN ist nix ungewöhnliches.
    BoPla ohne Frostschürze AUSSEN ist auch machbar.
    Dazu muss aber das Unterbaumaterial der Bildung von Eislinsen entgegenwirken.
    Dazu brauchts VIER Bedingungen (min)
    1) Höchster Wasserstand unterhalb der Frostgrenze
    2) Frostsicherer Baugrund (Ob der verbaute Schotter taugt - k.A.)
    3) Der Schotter muss weit genug über die Aussenkante BoPla hinweggehen
    4) Die Frostsicherheit muss DAUERHAFT gewährleistet sein. Dies erfrdert i.d.R. eine Abschottung zum umgebenden Erdreich durch z.B. ein Geovlies, um das Einschwemmen von Feinanteilen zu verhindern.
    MfG
     
  3. Clavo

    Clavo

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    Das habe ich gemacht und das hat mich ja so verunsichert.
    Habe nachgefragt, ob es eine Berechnung für den Fasergehalt gibt, warte noch auf Antwort.

    Das beruhigt mich jetzt doch etwas.

    zu 1.) da muss ich später mal in Baugrundgutachten schauen, ob da was drin steht dazu

    zu 2.) kann ich da beim Bauunternehmer nachfragen und nen Lieferschein verlagen, oder wie beruhige ich mich da?

    zu 3.) wie weit ist denn weit genug ungefähr?
    Vielleicht helfen hier folgende Angaben: Grundriss etwa 10,5m x 10,5m
    Bodenplatte 20 cm stark.

    zu 4.) da muss ich mich mal schlau machen, wie so ein Geovlies aussieht.
    Kann man das jetzt noch machen, nachdem die Schotterschicht vorhanden ist?
    Denke, dass so ein Vlies noch nicht vorhanden ist.

    Nochmals danke!
    Und ich würde mich über weitere Hinweise sehr freuen.

    Lieben Gruß
    Claudia
     
  4. #4 archi25, 09.11.2007
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    wurde deine anfrage vom statiker zwischenzeitlich beantwortet - oder hat die firma schon betoniert. darf man fragen um welche firma es sich handelt.
    ciao hpm
     
  5. mls

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    warum? sensibles thema! wenn, dann bitte per pn.

    für den prinzipiellen einsatz von sfb gibts bedingungen, die in den jeweiligen
    zulassungen stehen.
    wenn irgendwelche mattenzulagen erforderlich werden, wirds besonders
    spannend, weil dann der grosse logistische vorteil von sfb entfällt.

    auch wenn ein produkt mit grosser vitalität in den markt gedrückt werden
    soll, heisst das nicht, dass man alles akzeptieren kann oder muss - erst
    recht nicht, damit sich einer planerische arbeit spart und andere
    womöglich ein prima geschäft zu lasten des bauherren machen.

    in bayern heisst´s wer zoid schafft oo.
    wer zahlt, bestimmt
     
  6. Clavo

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    So, ich habe zwischenzeitlich mit dem Statiker gesprochen und der hat mich dann sehr beruhigt, zumal er mir die gleichen Punkte bezüglich Frostsicherheit erklärt hat, die hier auch aufgeführt wurden.

    Frostsicherheit des Untergrundes wird bescheinigt, Vlies wird auch immer eingebaut, Wasser ist auch weit (tief) genug weg.

    Der Statiker gibt seine statische Berechnung an die Lieferfirma weiter und die machen dann eine Bemessung und legen gegebenenfalls noch Bewehrung zu, soweit erforderlich.
    Wie die Bemessung genau läuft ist wohl betriebsgeheimnis, was man ja auch irgendwie verstehen kann :Roll
    Die vorhandenen Unterlagen werden uns noch zur Verfügung gestellt.

    Danke nochmal an das Forum, danke auch an den Statiker und den Bauleiter, die sich kurzfristig gekümmert haben.
    Meine Zweifel sind jetzt ausgeräumt und bleiben es hoffentlich auch.

    Namen der Firmen möchte ich nicht nennen, ich denke das versteht hier jeder!

    Lieben Gruß
    Claudia
     
  7. #7 Ralf Dühlmeyer, 09.11.2007
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    Da wirken aber...

    die AllesWirdGut-Hormone ganz kräftig.
    Ja watt soll der Statikus denn sonst sagen? Vielleicht
    >>Hey, das System, das meine Auftraggeber verbaut, ist der letzte Sch....<<???
    Wohl kaum - oder??
    Was ist denn z.B. mit einer Betonsauberkeitsschicht?? Da ja auch normale Matenbewehrung verbaut wird, ist die erforderlich.
    Was ist mit der Zulassung für EFH-BoPla?
    Was ist mit den hier vorgebrachten bedenken gegen SFB und mls Denkanstoß?

    Gerade wen Sie so weit vom Schus sitzen - wie wärs mit einem EIGENEN Sachverständigen, der sich den Kladderadatsch vor Ort ansehen und Mängel festellen kann???
    MfG
     
  8. PeMu

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    Nachdenken kostet extra.
    Das ist kein Betriebsgeheimnis, da gibt es klare Regeln.
    Qualitätskriterium (wenn sie schon etwas tiefer einsteigen) es wird nicht der Fasergehalt angegeben, sondern eine Faserbeton(festigkeits)klasse.
    Wird da nur angegeben und bestellt: Beton mit xxkg Stahlfasern - vergessen Sie es. Und vor allem keine Baustellenzugabe.

    Was konstruktiv nicht so glücklich ist: ebenerdig und ohne Frostschürzen. Irgendwann buddelt da mal einer am Rand rum - kann man gar nicht vermeiden. Und dann liegt die Bodenplatte dort hohl.
     
  9. #9 Carden. Mark, 09.11.2007
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    und öbuv SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    Was muss es doch Geld zu sparen geben ???
     
  10. Robby

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    Ich tippe laut meiner Glaskugel auf die "ÜBLICHEN" 25kg/m³ die passen merkwürdigerweise fast immer :p auch umgerechnet
     
  11. Clavo

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    mich wundert es doch wie hier jetzt auf mich losgegangen wird.
    Es gibt eine Zulassung und auch eine Sauberkeitsschicht.
    Wir haben genug eigenen Sachverstand wie es hier immer so schön heißt vor Ort.
    Nur weil man hier Fragen stellt, ist man ja nicht zwangsläufig ein unmündiger naiver Bauherr, oder?

    Ein bißchen Vertrauen habe ich zu den für unserern Bau zuständigen Personen schon aufgebaut.
    Der STatiker hat sich Zeit genommen, mir alles verständlich erklärt, ich glaube ihm, dass alles seine Richtigkeit hat.
    MEINE Bedenken gegen den Faserbeton hat er mir genommen.
    Nur mit Mißtrauen kann man so eine Bauphase ja wohl kaum durchstehen oder sehe ich das falsch?

    Nichts für ungut, das mußte jetzt mal raus.

    Lieben Gruß
    Claudia
     
  12. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Kein Problem...

    Dann hat der eigene Sachverstand und die anderen Beteilgten hoffentlich darauf hingewiesen (und das schriftlich und bis zum erbrechen!) das die Konstruktion ein Sonderbauteil ist und nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht ...
     
  13. Clavo

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    So wie ich das ganze verstanden habe, gibt der STatiker seine Berechnung an den Lieferanten des Faserbeton, dort wird das den Momenten die Zugbeanspruchung ausgerechnet und dann der notwendige Fasergehalt bestimmt.
    Das klingt für mich nicht nach: Liefern Sie mir Faserbeton mit xy kg Fasern.

    Danke für den HInweis mit den Problemen mit dem hohlliegenden Rand. WErde da auf jeden Fall wachsam sein, dass da (soweit möglich), nichts passiert.
    Überstand ist ja rundherum auch mit nem knappen Meter vorhanden.

    Lieben Gruß
    Claudia
     
  14. Robby

    Robby Bauexpertenforum

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    Eine Bauaufsichtliche Zulassung oder ein Verwendbarkeitsnachweis sagt recht wenig über Regelkonformität aus ...

    Mußte auch mal raus :p
     
  15. Clavo

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    schon ok!

    es sind übrigens keine 25kg/m³ :p
     
  16. #16 Ralf Dühlmeyer, 09.11.2007
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    Sorry - aber erst werden hier starke Bedenken geäussert, dann kommt der Statiker des GÜ/BT daher und erklärt etwas und schon ist alles wirtschaftswunderbar :eek:
    Ich habe nichts dagegen, wenn sich Laien von Fachleuten überzeugen lassen.
    Aber wenn Laien Fachleute an Ihrer Seite haben, die die Bedenken nicht ausräumen, weitere Fachleute fragen, die unisono aufschreien und dann dem einzig parteiischen (im Sinne des SFB) Fachmann rückhaltlos und kritikempfindlichst geglaubt wird - was sollen wir davon halten???

    Neben Robby´s Hinweis noch etwas.
    Mir hat bisher noch kein SFB Anbieter eine baurechtlich einwandfreie Zulassung für TRAGENDE Bodenplatten vorlegen können.
    Wenn Sie aber von "ohne Fundamente" schreiben, ist es genau das, was Sie bekommen.
    Aber der Statikus und der BT/GÜ werdens schon (hin)richten.

    Ach ja - Mißtrauen als einzige Herangehensweise ist sicher falsch.
    Aber blindes Vertrauen ist mindestens genauso falsch.
    Aber gut.
    Ein jeder wie er/sie mag.

    MfG
     
  17. PeMu

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    Ruhig bleiben. Da tut sich was. Man wühlt sich aus den wildwest-Methoden heraus und hat sich der Sache seitens der Hersteller angenommen. Daher auch mein Hinweis auf die Zugabe vor Ort und die pimaldaumen 25 kg/m³. Das ist nicht regelkonform, da die Streuungen zu groß sind - regional auch vom Zuschlag usw. abhängig. D.h. gemäß Zulassung und Merkblatt nur vom Betonwerk nach geprüfter und überwachter Rezeptur hergestellter SFB regelkonform.
    Das wurde gerade wegen der tragenden Bauteile so eingeführt.
     
  18. #18 Carden. Mark, 10.11.2007
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    und öbuv SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    warum soll das bei tragenden BP nicht Regelkonform sein?
    Es gibt ein DBV-Merkblatt und ein Merkblatt des DAfStb.
    Dann noch die Zulassungen der SF Lieferanten lesen - und wundern.
    Insbesondere bei nicht unterkellerten Objekten.
    Stichwort - Sohlenüberstände (hier wohl kaum möglich) oder Verbügelungen des Sohlenrandes, max. Öffnungweiten oder Zulagen. Maximale Hausabmessungen usw.
     
  19. #19 Ralf Dühlmeyer, 10.11.2007
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    Die Normen zur Berechnung tragender Bauteile sind m.W. in allen Bundesländern ETB.
    In diesen Normen ist aber kein Verfahren zur Umrechnung von Matten-/Stabbewehrung in SF-Zuschlag angegeben.
    Also ist die Verwendung von SFB in tragenden Bauteilen ein Verstoß gegen die ETB, das Bauteil baurechtlich mangelhaft.
    Und aus diesem Problem hat m.W. noch kein Betonanbieter einen Weg raus entwickelt.
    Wie schwerwiegend dieser Verstoß von den Juristen in einem Baurechtsstreit gewertet wird/würde - k.A.
    Wahrscheinlich wie immer - mal so, mal so.
    Aber bis dahin ist das nicht mal dünnes Eis, auf dem gewandelt wird - das ist der versuch, übers Wasser zu laufen.
    MfG
     
  20. PeMu

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    Bitte beachten:

    Das ist gerade im Umbruch.
     
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