Bruchstein-Fundament ohne Keller aufarbeiten

Diskutiere Bruchstein-Fundament ohne Keller aufarbeiten im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich breite mich zur Zeit in einem ehem. Stallgebäude des Elternhauses wohnlich aus. Unter anderem gibt es ein an das Gebäude...

  1. #1 Kamajii, 03.10.2019
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    Hallo zusammen,

    ich breite mich zur Zeit in einem ehem. Stallgebäude des Elternhauses wohnlich aus. Unter anderem gibt es ein an das Gebäude angebautes Kabuff von 8x2,5m, in das ich eine Werkstatt eingebaut habe. Vor dem Winter würde ich das gerne noch dämmen wollen.

    Zur Verortung der Gesamtsituation: Das Gebäude ist ~80 Jahre alt, steht auf Bruchstein-Streifenfundamenten und ist aus luftigem Bims-Vollstein gemauert. Im aktuell bewohnten Wohngebäude von 140m² haben wir etwa etwa 113kWh/m²/a Energiebedarf fürs Heizen (ohne Brauchwasser) - ist wohl für ein bis aufs Dach ungedämmtes (!) Häusle nicht ganz verkehrt, würd ich meinen. Die Dächer sind alle noch frisch (<10 Jahre).
    Hier ist nix mit Trockenbau gemacht, der Putz hält, der Bims ist nicht faul und weitestgehend von akzeptabler Feuchte und ich bin fachfremder Inschenör und glaube, einigermaßen handwerklich parat zu kommen, ohne Leib und Leben der ansonsten beteiligten Personen mehr als nötig zu gefährden.

    Naja. Das Kabuff also steht auf Bruchsteinfundament, ist aus Bims-Vollsteinen (2DF) gemauert und mit Kalkzement verputzt. Die Geometrie ist folgende:
    fundament.png
    Horizonal ist das ganze Haus mit einer Lage Schieferplatten abgesperrt. Das Fundament ist mager vermörtelt, das habe ich an anderer Stelle herausgefunden, weil ich ein paar Bruchsteine abtragen musste. Es ist rund 80cm tief gegründet.
    Die Bodenplatte war wohl früher magerer Beton auf einer Sauberkeitsschicht, später ist mal eine Restmenge Beton draufgefüllt worden. Ich habe das dann mit einer Ausgleich-/Dämm-Schüttung (10cm, auf Latten) vertafelt. Der Abstand zwischen Oberfläche des Außenputzes und Außenkante Fundament ist ziemlich weit, rund 7cm. Ich denke, das wurde mehrmals verputzt, werde ich aber noch rauskriegen. Der Putz sitzt jedenfalls fest und ist gesund bis auf den Bereich um die Horizontalsperre. Dort wurde damals halt einfach drangeputzt, es gibt keinen richtigen Abschluss nach unten oder zur Wiese. Leider ist der Putz bis auf halbe Wandhöhe von unten her mit Bitumen eingeschmiert worden.

    Ich möchte 2x60mm Steinwolle dämmen und die Fassade dann mit Zierer oder Prefa hinterlüftet verkleiden, letzteres aus rein optischen Gründen (also Zierer/Prefa - das die Dämmung irgendwie verkleidet werden muss ist schon klar...)

    Ich frag mich jetzt, wie ich den Unterbau bei der Gelegenheit noch aufräumen soll. Ein paar Gedanken dazu, nicht notwendigerweise obligat oder in sinnvoller Reihenfolge:
    • Unten 20-30cm Putz abschlagen, der ist ja ohnehin nicht mehr gut.
    • Fundament freilegen und fegen. Ist prinzipbedingt immer kritisch (Erdbruch und Erddruck, Knick). In Anlehnung an DIN4123 und in Anbetracht des 2,5m-Wändchens darauf würde ich das aber wohl verantworten.
    • Das Fehlvolumen unterhalb des Putzes (die 7cm) bis knapp auf Fundamenthöhe betonieren (also KF/F5, anstelle von Zementputz). Horizontalsperre einlegen (Z-Blech?).
    • Den Rest (die fehlenden 20cm) mit Sockelputz beiputzen.
    • Bitumen bis Fundamentsohle hinunterziehen und mit Noppenfolie abschließen.
    • Die Bitumenschicht auf dem Außenputz oberhalb des Fundaments würde vermutlich ein Abtrocknen der Wand (Kapillarität) verhindern, so denn Feuchtigkeit drinnen wäre. Andererseits ist die Wand oben ja noch offen.
    • Bordstein vor die Tropfkante des Daches setzen, dann mit Zierkies/Zierschotter auffüllen. Den Bordstein in verdichtete Lava einbetonieren und den Beton nicht ans Fundament anschließen, damit es keine Badewanne wird. Das sollte Spritzsauerei verhindern und ein Einsickern und Abfließen von (nicht abgelaufenem) Oberflächenwasser gewährleisten.
    • 20cm über Gelände (=Zierkies/-schotter) mit der VHF beginnen.
    Auf eine Perimeterdämmung kann ich m.E.n. mangels Keller und ob gedämmter Bodenplatte verzichten. Insgesamt würde es dann so aussehen:
    fundament-neu.png
    Eine Drainage ist kaum machbar, da es ~35m bis zum nächsten, ausreichend tiefen Kanal sind... Der leichten Hanglage wegen scheint das aber kein Problem zu sein - die Wand ist ja trocken. Einlaufen kann auch nichts, da ich mit dem Fundament ja schon oberhalb des Geländes bin.

    Ist das insgesamt ein sinnvolles Vorgehen?

    Ich mag jetzt nicht von faulen Kompromissen sprechen. Es ist nunmal ein Altbau-Abenteuer - die Frage ist m.M.n. nicht, ob man Kompromisse macht, sondern die Herausforderung ist, die richtigen Kompromisse zu finden. Dann muss ein Kompromiss auch kein Pfusch sein :biggthumpup:

    Besten Dank und viele Grüße,
    Sven
     
  2. #2 Bromm Edmund, 04.10.2019
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    Hi, Sie haben das alles schön dargestellt, aber ich habe meine Bedenken.
    Wegen was eine Drainanlage? Man leitet dadurch auch eher das Wasser hin statt nur weg.
    Was soll der Kies am Hausrand? Wollen Sie hier das Wasser einleiten?
    Das Z-Profil geht auch über die Noppenbahn oder?
    Welche Probleme macht das Fundament? Lassen Sie das doch besser feucht und ungestört !
     
  3. #3 Kamajii, 05.10.2019
    Zuletzt bearbeitet: 05.10.2019
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    Wegen der Bedenken habe ich es ja so schön dargestellt :biggthumpup:

    Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:
    • Der Kies soll den Spritzschutz ergänzen. An anderer Stelle beobachte ich, dass es bei Regen immer eine Sauerei am Wandfuß gibt, wenn die Grasnabe/Bepflanzung direkt bis an die Hauswand geführt ist. Der eintreffende Regen spritzt den Mutterboden herauf an die Wand. Ich würde hoffen, dass die Einfassung mit Kies dagegen hilft (unabhängig davon hat das Dach bereits eine Regenrinne). Außerdem sieht es m.M.n. sauber aus und lässt sich im Falle von Rasen leichter pflegen (mähen, ohne an direkt der Wand herumzufuhrwerken).
    • Das Z-Profil sollte über die Noppenbahn kommen und die oben abschließen, das ist in dem Bild verkehrt.
    • Könnten Sie den Einwand mit der Drainanlage freundlicherweise etwas erläutern? Sprechen Sie von der "Drainage" i.S.v. Drainagerohr oder von der Gesamtheit mit Kies, Lava und Bordstein? Ein Drainagerohr kann ich nicht ohne ganz erheblichen Aufwand anschließen.
    Das Fundament macht aktuell keine Probleme.
    Mir fällt nur kein sinnvoller(er) Weg ein, die Fassadenbekleidung anzuschließen, da das Fundament so weit von der Wandoberfläche zurückweicht wegen der Putzdicke und weil der Putz auf der Grasnabe endet. Es ist also im Grunde ein ästhetisches Problem.
    Mindestens müsste ich den fehlerhaften Putz im unteren Bereich abschlagen und diesen Bereich neu verputzen - ggf. auf eine Leiste als unteren Abschluss.

    Vielen Dank für Ihren Kommentar - ich freue mich auf Ihre Rückmeldung!

    Beste Grüße,
    Sven


    Nachtrag:
    Im Nachhinein würde ich eventuell dieses Thema nach "Sanierung konkret" verschieben wollen - ich habe ja kein Feuchteproblem.
     
  4. #4 Bromm Edmund, 04.11.2019
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    Nun alles nicht so einfach, aber doch zu lösen. Zunächst verweise ich auf die Richtlinie: Richtlinie Fassadensockelputz (3. Auflage 2013) – Fachverband der Stuckateure (SAF) hier wird beschrieben wie der Sockel-Anschluss auszubilden ist.
    Aber es ist auch klar, dass die Sockel-putze meist falsch ausgeführt wurden.
    Für diesen Bereich haben die Putzhersteller einen sogenannten Sockelputz im Programm.
    Siehe dazu auch: https://www.dhbv.de/dokumente/upload/99571_der_sockel_-_schadensfreier_verputz_teil_3,_3-2009.pdf
    Und logisch, wenn der Sockel gut ausgebildet wird braucht man am Fundament nichts weiter zu unternehmen, denn auch wenn Sie aussen abdichten wird es von unten und der Innenseite weiter feucht bleiben !!
    Ein Fundament ist immer feucht und schadet nicht.
     
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