Dach mit Kehlbalkendecke - Wo Dampfbremse?

Diskutiere Dach mit Kehlbalkendecke - Wo Dampfbremse? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, bei mir ist nun Dachstuhl inkl. Aufdachdämmung und Dachziegel drauf. Die Zwischensparrendämmung fehlt noch. Jetzt habe ich eine...

  1. #1 hansi210, 06.07.2020
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    Hallo Zusammen,

    bei mir ist nun Dachstuhl inkl. Aufdachdämmung und Dachziegel drauf. Die Zwischensparrendämmung fehlt noch.
    Jetzt habe ich eine Frage zur Dampfbremse.

    Folgender Aufbau wird es von innen nach Außen:
    1. Holzbalkendecke
    2. Dampfbremsfolie
    3. 20cm Steico flex 036
    4. 10cm Steico spezial dry
    5. Dachlattung + Dachziegel

    Zusätzlich habe ich noch eine Kehlbalkendecke. Diese wird auch mit 20cm Steico flex 036 gedämmt.

    Jetzt ist die Frage wo die Dampfbremse hin soll:
    Möglichkeit 1: Von Traufe zum First?
    Möglichkeit 2: Von Traufe nach Oben und über die Kehlbalkendecke wieder Richtung Traufe der anderen Seite?
    Möglichkeit 3: Von Traufe zum First und zusätzlich auch noch die Kehlbalkendecke?

    Im Steico Planungsheft steht dazu nichts drin.

    Der Zimmerer sagt Möglichkeit 3 favorisiert er.

    Bei der technnischen Hotline von Steico wurden mir von zwei Mitarbeitern zwei unterschiedliche Aussagen getroffen.
    Mitarbeiter 1 sagt Möglichkeit 1,Mitarbeiter 2 sagt Möglichkeit 2. Beide sagen das Möglichkeit 3, schlecht ist weil kein fest definierter Übergang vorhanden ist und mit Kondenzwasser gerechnet werden müsste.

    Was soll ich jetzt tun? :-)

    Könnt Ihr mir weiterhelfen?

    Vielen Dank im Voraus.
     
  2. #2 hansi210, 11.07.2020
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    Hallo Zusammen,

    kann hier keiner weiterhelfen?

    Vielen Dank und viele Grüße
     
  3. JanRi

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    Wie soll denn der Raum oberhalb der Kehlbalkenlage (Spitzboden) genutzt werden? Soll das geheizt werden oder soll das kalt bleiben?

    Lösung 2 würde passen, wenn der Spitzboden kalt bleibt und nicht gedämmt wird.

    Lösung 1 würde passen, wenn der Spitzboden dauerhaft beheizt und gelüftet wird.

    Lösung 3 dürfte einiges an Schadpotential mit sich bringen, denn es verlockt dazu, den Spitzboden kalt zu lassen und nicht zu lüften. "Luftdicht", nicht heizen und nicht lüften ist aber nicht ganz unproblematisch, zumal du dann sicherstellen musst, dass wirklich keine feuchtwarme Luft aus dem Wohnbereich nach oben kommt (Bodenklappe oder so). Eine ENEV-konforme Dämmung der Decke kommt dann natürlich noch dazu, wenn man es oben kalt lassen will.

    Wir hatten auch erst mit Lösung 3 liebäugelt nach dem Schema "dann könnte man das ja irgendwann mal nutzen" und sind dann schnell bei Lösung 1 gelandet. Da wir den Spitzboden ohnehin irgendwann nutzen wollen, wurde aus irgendwann dann "sofort" und damit Lösung 1. Lösung 3 hat auch noch das Problem, dass man bei sämtlichen Einbauten in die Decke (Lampen usw.) jeweils ganz genau aufpassen muss, dass die Luftdichtigkeitsschicht nicht zerstört wird.
     
  4. #4 hansi210, 12.07.2020
    hansi210

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    Hallo JanRi,
    danke für die Antwort. Der Spitzboden hat ca. 1,6m stehhöhe, wird also max. Für trockenen Lagerraum verwendet.
    Es wird eine Bodentreppen eingebaut, die Luftdicht macht.
    der spitzboden wird nicht belüftet und nicht beheizt
    Die kehlbalken werden mit 20cm gedämmt
    Der spitzboden ebenfalls mit 20cm zwischensparren + 10cm aufdachdmung

    welche variante wäre in diesem fall sinnvoll?

    Vielen Dank und viele Grüs
     
  5. JanRi

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    Vorweg: Ich bin KEIN Experte und mein Wissen basiert auf dem, was ich für mein Problem recherchiert habe.

    Okay, damit ist deine Ausgangslage auf jeden Fall anders als unsere: Wir haben von der Balkenlage bis zum First knapp 3 Meter. Das ganze ist also ein vollwertiger (und auch als solcher zugelassener) Wohnraum.

    Damit VERBIETET sich nach meinem Verständnis eine luftdichte Ausführung des Spitzbodens von selbst.

    Wozu? Die Aufsparrendämmung muss vermutlich sein, damit es zum Rest des Daches passt. Welchen Sinn soll dann die Zwischensparrendämmung haben?

    Wie ist das ganze im Energieausweis denn gerechnet? OG gegen kalten Spitzboden? Dann muss die vollwertige Dämmung in die Decke, so, als ob der Spitzboden gar nicht existiert.

    Wir haben das bei uns rechnen lassen: Wenn wir Spitzboden und Decke "normal" dämmen und den Spitzboden nicht heizen, würde sich unter "Normbedingungen" (die so quasi nie vorliegen) eine Temperatur von 2C auf dem Spitzboden einstellen. Dämmung heizt nicht, sie verhindert nur Wärmeverluste.

    Wenn du den Spitzboden luftdicht machst und die Decke auch, dann hast du im Winter da oben Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Im Haus sind gemütliche 20-22C. Entsprechend ist die Luft im Haus viel feuchter als da oben und alles, was durch die Klappe oder irgendwelche Ritzen in der Verklebung nach oben kommt, hat hohes Schadpotential. Auf diese Weise kann man also eine Schimmelzuchtstation bauen. Einzige Abhilfe ist ein Luftaustausch oben nach draußen. Den erreichst du teuer mit einer Lüftungsanlage oder Lüftungsschlitzen, billig, indem du das ganze einfach nicht luftdicht machst.

    Google mal nach "selbstkompostierendes Flachdach". Bei dir geht es zwar nicht um ein Flachdach, aber das zugrunde liegende Problem ist das gleiche: Man sperrt Bauteile aus Holz in einen Raum, der nach allen Seiten luftdicht ist. Beim Flachdach ist das oben die Abdichtung und unten die Dampfbremse, bei dir ist es der ganze Spitzboden.

    Von daher scheint mir von deinen Lösungen einzig die Nummer 2 sinnvoll. Du solltest das aber am besten mit einem Bauphysiker durchsprechen und bedenken, dass eine luftdichte Lösung nicht zwingend luftdicht bleiben muss.

    Im beheizten Bereich ist das nicht so extrem kritisch, weil ein Ziegeldach nach außen nicht luftdicht ist und somit die Chance hat, abzutrocknen, falls da Feuchtigkeit von innen eingetragen wird. Dein Spitzboden im luftdichten Zustand hat das nicht.
     
  6. #6 Andreas Teich, 12.07.2020
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    Luftdichtheit an sich ist kein Problem, eher notwendig zur Schadensfreiheit-
    nur außen diffusionsdichte Schichten können, aber müssen nicht, problematisch sein.

    In deinem Fall genügt die Dampfbremse bis zur Kehlbalkenlage, wenn sie darunter weitergeführt wird.
    Im Spitzboden kann kaum Wasserdampf entstehen bzw bei kapillaren Dämmstoffen wird hier nichts kondensieren.

    Wenn eine sicher Abdichtung um jeden Kehlbalken zweifelhaft ist sollte diese schon aufgrund des hohen Aufwandes nicht erfolgen.
    Die Belüftung des Spitzbodens ist schon zum Hitzeschutz sinnvoll.

    Zur Kontrolle kannst du einen Hygrometer aufstellen und ggf die Holzfeuchtigkeit messen
     
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