Dachdämmung Altbau 1920

Diskutiere Dachdämmung Altbau 1920 im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo. Ich würde gerne das Dach meines Elternhauses dämmen um die Dachgeschosswohnung auszubauen. Im folgenden ein paar Eckdaten. -Walmdach -Neue...

  1. #1 Locke20, 31.12.2023
    Locke20

    Locke20

    Dabei seit:
    31.12.2023
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Hallo.
    Ich würde gerne das Dach meines Elternhauses dämmen um die Dachgeschosswohnung auszubauen.
    Im folgenden ein paar Eckdaten.

    -Walmdach
    -Neue Eindeckung 1970er
    -Keine Konterlattung
    -Keine Unterspannbahn
    -Dachstuhl 1921

    Meine Idee wäre eine von innen angebrachte Unterspannbahn von Siga und danach Dämmung mit Glaswolle. Allerdings bin ich nicht sicher ob das die beste Lösung wäre.
    Zumal ich auch mit der Auswahl der Unterspannbahn nicht ganz zurecht komme.

    Über Hilfe würde ich mich sehr freuen und einen guten Rutsch ins nächste Jahr.
     
  2. #2 GreatScott83, 01.01.2024
    GreatScott83

    GreatScott83

    Dabei seit:
    14.10.2023
    Beiträge:
    72
    Zustimmungen:
    23
    Beruf:
    Mediengestalter
    Ort:
    BW
    Hallo Locke,
    also das Dach wird dieses Jahr irgendwas zwischen 45 und 54 Jahre alt. Da wäre es ratsam nochmal genau zu überlegen ob das was du hier vor hast wirklich der richtige Weg ist. Bei so einem Alter kann man durchaus mal über eine neue Eindeckung und gleichzeitig über eine Aufsparrendämmung nachdenken. Das wäre denke ich der geschickteste Weg.

    Mal 2 Fragen:
    - Willst du es selbst machen, oder machen lassen?
    - Wie viel Platz (Sparrentiefe) hast du denn in den Gefachen?

    Das was du beschreibst erinnert mich ein bisschen an die Variante die Isover auf ihrem YT Kanal zeigen. Da wird auch eine Unterspannbahn von innen in die Gefache genagelt, unter den Ziegeln herausgeführt und dann die Wolle in die Sparren geklemmt. Abschließend noch eine Dampfbremse drüber. Das entspricht zwar keinen wirklichen Normen, kann aber ein durchaus funktionierender Aufbau sein wenn er entsprechend sauber ausgeführt wird, aber auch eine entsprechende Arbeit, und bietet für den Do-it-youselfe Bereich sehr viele Fehlerquellen.

    Wenn du wirklich so an dem Plan festhalten möchtest würde ich persönlich nach einer Lösung schauen die das potential hat drin zu bleiben wenn ihr irgendwann das Dach macht. Wenn dir aufgrund von Feuchtigkeit oder ähnlichem die Wolle weggammelt hast zusätzlich zum neuen Dach auch noch Entsorgung des alten Materials was auch nochmal ein kleines Sümmchen sein kann.

    Ich werfe mal 2 Varianten in den Raum:
    1. Einblasdämmung mit Zellulose im Dämmsack / Dämmschlauchverfahren
    Hierbei werden Säcke passend auf deine Gefache konfektioniert und in die Gefache eingebracht (Lattung dahinter für die Hinterlüftung), anschließend mit Zellulose vollgeblasen und verschlossen. Der Sack erfüllt gleichzeitig etwas die Funktion einer Unterspannbahn auf der einen Seite und eine Dampfbremse auf der anderen Seite. Wichtig ist hier allerdings, dass man das von einem wirklich erfahrenen Fachbetrieb machen lässt. Dann funktioniert das auch. Die Dämmdicke und ob du entsprechend gerade Sparren hast spielen hier auch tragende Rolle.

    2. Dämmung mit Stopfhanf
    Das ist eine Lösung die ich persönlich gerade zum selbst machen im Altbau sehr charmant finde. Im Prinzip machst dir von innen eine Lattung an die Gefache und stopfst diese einfach mit dem Hanf voll. Anhand des Volumen deines Gefaches kannst dir ausrechnen wie viel Kilo Stopfhanf du pro Gefach brauchst. Abschließend machst verkleidest du das mit einer Holzfaserplatte mit Nut und Feder was dann gleichzeitig deine Dampfbremsschicht ist. Wo ich mir allerdings noch keine abschließende Meinung gebildet habe: Ein auf YT aktiver Hersteller von Stopfhanf aus Uckermark propagiert, dass man damit auch direkt gegen die nackten Ziegel dämmen kann. Gerade hier im Forum z.B. wurde aber schon auf meine Frage hierzu das etwas in Frage gestellt und vorgeschlagen hier doch ein kleines bisschen Hinterlüftung zu lassen, z.B. durch eine Lochplatte zwischen Ziegel und Dämmstoff. Hanf soll in diesem Zusammenhang diffussionsoffen und kapillaraktiv sein sprich ETWAS eindringende Feuchte stellt kein Problem dar. Das kann der Hanf aufnehmen und auch wieder abgeben und abtrocknen. Und eine stehende Feuchtigkeit am Sparren wird auch reduziert / verhindert. Sprich der kann auch besser abtrocken im Vergleich dazu wenn er teilweise in Folie eingepackt ist.
    Wichtig ist auch hier, das dein Dach ansonsten in Ordnung ist und nicht beschädigt ist und du auch entsprechend Platz in den Gefachen hast. Wenn ichs gerade richtig im Kopf habe kommst mit ca. 16 cm Stopfhanf auch auf den 0,24er U Wert den das GEG Grundsätzlich fordert (ja es ist etwas locker bei Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, aber trotzdem).

    Das sind jetzt nur mal Gedanken zu möglichen Lösungen, zu beiden Fällen solltest du dich natürlich noch entsprechend durch Fachbetriebe / Hersteller / Händler beraten lassen vor allem hinsichtlich deiner entsprechenden Situation im Dach.
     
  3. #3 Locke20, 02.01.2024
    Locke20

    Locke20

    Dabei seit:
    31.12.2023
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Danke GreatScott83 für deine wirklich ausführliche Antwort.

    Zum Thema neue Dacheindeckung habe ich mir auch schon einen Kopf gemacht, allerdings ist die Dachflächen durch das Walmdach so enorm, dass der Betrag für ein neues Dach gerade nicht drinnen ist, realistisch gesehen reden wir von ca. 60000€ aufwärts.
    Ich hatte die Hoffnung, dass die von mir eingesetzte Unterspannbahn später bei einer Dachsanierung geöffnet und von außen fachgerecht installiert werden könnte, so dass die von mir eingebrachte Dämmung beibehalten werden kann.
    Sparrentiefe habe ich ca. 12cm, sollte aber sowieso aufgedoppelt werden, um den U-Wert einzuhalten. Auch über eine Kombi von Zwischensparren und Untersparrendämmung habe ich bereits nachgedacht.

    Um noch einmal auf meine Idee zurückzukommen. Einen Zimmermann habe ich an der Seite, welcher diese nachträgliche Dämmung bereits mehrfach ausgeführt hat. Allerdings nutzt dieser teure Materialien dafür und ich hatte die Hoffnung hier Tipps für preiswertere zu bekommen.

    Deine angesprochene Hampfdämmung habe ich bei Recherchen ebenfalls gefunden, aber nicht wirklich viele Beiträge, ob diese wirklich sogut ist.

    Ich werde mich nochmal mit meinem Zimmermann absprechen und danke dir schonmal für deine Tipps.
     
Thema:

Dachdämmung Altbau 1920

Die Seite wird geladen...

Dachdämmung Altbau 1920 - Ähnliche Themen

  1. Altbau | Dachdämmung | U-Wert Berechnung

    Altbau | Dachdämmung | U-Wert Berechnung: Hallo zusammen, ich bin neu in diesem Forum und habe bereits viele interessante Themen entdeckt. Da ich aktuell vor einer kleine Herausforderung...
  2. Dachdämmung Altbau von Innen oder außen auflatten/doppeln?

    Dachdämmung Altbau von Innen oder außen auflatten/doppeln?: Im Altbau befindet sich unter den Dachpfannen (Rheinländer) normale Dachpappe und die Sparren sind 12 cm! Jetzt stellt sich die Frage der...
  3. Dachdämmung Altbau 1954

    Dachdämmung Altbau 1954: Liebe Bauexperten, nach dem ich das letzte Projekt dank eurer Hilfe erfolgreich beenden konnte, benötige ich jetzt eure Einschätzung Empfehlung....
  4. Dachdämmung Altbau

    Dachdämmung Altbau: Guten Morgen zusammen :winken ich habe mich gerade neu angemeldet, da ich ein Problem mit meiner Dachdämmung habe. Ich versuche mich kurz zu...
  5. Dachdämmung bei Altbau

    Dachdämmung bei Altbau: Hallo, ich habe ein Problem, dass sich auch nach durchstöbern des Forums nicht gelöst hat. Folgendes, ich habe ein Haus gekauft. Bj. 1965....