Dachkonstruktion: Türe/Wechsel in einen Dachbinder einbauen. Geht das?

Diskutiere Dachkonstruktion: Türe/Wechsel in einen Dachbinder einbauen. Geht das? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo, um das Dachgeschoss nutzbar zu machen, wäre es notwendig in zwei Dachbinder jeweils eine Türe einzubauen. Man müsste also einen Wechsel...

  1. #1 rocksack, 05.11.2019
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    Hallo,

    um das Dachgeschoss nutzbar zu machen, wäre es notwendig in zwei Dachbinder jeweils eine Türe einzubauen. Man müsste also einen Wechsel einsetzen.
    Ein Dachdecker hat mir gesagt, dass Dies nicht möglich wäre, da sonst wohl alles zusammenbricht wie ein Kartenhaus - er sei aber kein Zimmermann oder Statiker.
    Er hat mir den Abriss und ein komplett neues Dach mit Dachstuhl empfohlen (Kosten ca. 80.000,-EUR).
    Wenn ich die beiden vorhandenen Dachbinder aber irgendwie "durchgehbar" machen könnte, würde ich bei meinem Vorhaben ca. 75.000,-EUR sparen! ;-)
    Deshalb meine Frage an die Experten: Ist das möglich?

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  2. #2 simon84, 05.11.2019
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    Ja ist möglich. Ihr Statiker rechnet und sagt ihnen wie. Wenn ggf eine Schwelle am Boden geduldet werden kann gehts bisschen einfacher
     
  3. ps0125

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    Ohne die Verhältnisse vor Ort zu kennen, sage ich mal geht das nicht. Das Tragsystem müsste komplett geändert werden und auch die Decke muss dann irgendwo belastet werden, und das wurde mit dieser Dachkonstruktion ja versucht zu vermeiden.
    Ohne Statiker geht hier gar nichts.

    80.000€ für einen neuen Dachstuhl hört sich aber erst einmal etwas seltsam an, oder ist das Gebäude 100m lang?
     
    11ant und simon84 gefällt das.
  4. #4 rocksack, 06.11.2019
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    Das Gebäude ist 13x9m. Er meinte, dass mit allen Genehmigungen und Umbauten (die Neigung müsste dann auch erhöht werden wenn man es eh neu macht, ggf. eine Gaube, isolieren, Eindeckung,...) müsste man evtl. sogar noch mit mehr rechnen.
    Momentan ist das ein unbeheitzter Dachboden und soll dann quasi Wohnraum (Büro) werden. Wenn das "billig" möglich wäre (mit diesem "Durchgang"), hätte ich es akzeptiert, dass die Neigung nicht optimal ist und mir dadurch ein paar qm Wohnfläche flöten gehen. Wenn man aber eh alles neu machen muß, hätte ich das gleich richtig gemacht aber 80.000,- sind für mich nicht stämmbar.
     
  5. #5 simon84, 06.11.2019
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    Richtig, ohne Planen, rechnen und Ersatz Maßnahme geht es sicher nicht.

    Wie sieht denn der Grundriss der Geschosse darunter aus, insBesondere bei der relevanten Stelle ?

    Und wie sieht es mit der Nutzung als Aufenthaltsraum aus. ?

    Natürliches Licht und Belüftung Fenster mind 1/8 der Grundfläche, 2. Rettungsweg, Treppenbreite, Mindest Raumhöhe, Dämmung bei Beheizung und sw
     
  6. #6 rocksack, 06.11.2019
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    Leider existiert hier nur eine "Skizze" - nix Offizielles:
    [​IMG]

    Ein Bekannter hat mal einen "laienhaften" Lösungsvorschlag gemacht (also vom Prinzip her), bei dem der untere Teil (links und rechts neben der Öffnung) unterbaut wird und ein geschlossener Stahlrahmen aus Doppel-T (in der Skizze rot) für die Öffnung verbaut wird.
    [​IMG]

    Hier wird dann aber anscheinend die Kraft auf den Boden übertragen.
    Das ist so wohl so ne "eingehängte Betondecke" (ich kenne den Fachbegriff nicht):
    [​IMG]

    Ich werde hier mal einen Statiker vor Ort holen...
    Aber ich glaube, bei der Decke wird das wohl auch ein Fass ohne Boden und ein komplett neues Dach sprengt erst recht den Rahmen... :-(
     
  7. #7 simon84, 06.11.2019
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    Kannst du die Stelle der geplanten Türöffnung im Grundriss einzeichnen?

    Du hast Recht, diese Art des Dachstuhls hat mehrere Aufgaben.
    Ihn jetzt zu unterbrechen wird spannend, es ist aber mit entsprechenden Ersatzmaßnahmen möglich.
    Dass das ganze 80.000 EUR kostet bezweifle ich aber stark ! Das wird sicher günstiger.
    Es ist mit einer guten Planung machbar.

    Ideal wäre, wenn unter der geplanten Öffnung eine Wand verläuft die statisch mit einbezogen werden kann.
    Ansonsten muss man eben eine oder mehrere Stützen einziehen.

    Der Ansatz mit einer tragenden Konstruktion ist richtig, die Kraft muss nicht nur nach unten abgeleitet werden, sondern auch
    weiterhin die aussteifende Funktion für die quer wirkenden Kräfte vom Dachstuhl erfüllen.
    3-fache Holzbalken hat man sicher nicht zum Spass verbaut.

    Deshalb auch meine Frage ob eine Schwelle (ggf. relativ massiv, sagen wir mal 20 cm) tolerierbar wäre.
    Das macht die Konstruktion im Zweifelsfall einfacher und vermeidet ggf. sogar einen Unterzug im darunterliegenden Geschoss.

    So ganz grob, eher mal 10-20 Tausend hier mit allem PiPaPo.

    Aber der Wohnraum Ausbau oben kommt ja sowieso noch dazu.
    Ich denke mal nicht du willst das so lassen wie es aktuell ist....
     
  8. #8 rocksack, 06.11.2019
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    Erstmal VIELEN DANK!!
    Ich hab die Skizze mal korrigiert, damit es deutlicher wird.
    Gelb siehst Du die beiden Binder - Rot sind die Türöffnungen.
    Beim linken Binder befindet sich eine (tragende?) Wand mit 18cm unter der geplanten Öffnung. Beim Rechten ist ein Träger direkt unter der Öffnung (allerdings quer verlaufend) - der Rest "hängt frei".

    [​IMG]


    Eine Schwelle in einer Tür ist natürlich nicht so dolle...
    Ich hab einen Bodenaufbau von ca. 5cm. D.h. ich hätte dann eine 15cm "Stolperfalle" in jeder Türe.
     
  9. #9 simon84, 06.11.2019
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    Womit ist das Dach denn aktuell eingedeckt und was ist zum Thema dachdämmung und Ausbau geplant ?
     
  10. #10 rocksack, 06.11.2019
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    Aktuell: Zerbröselnde Eternit-Platten (das war der Ausschlag für die Aktion).
    Geplant: Trapezblech und Innendämmung (die möglichst günstigste Alternative)

    Dachneigung ist nur 19° - da gehen keine (Standard-)Ziegel - kommt aber allein schon vom Gewicht her nicht in Frage.
     
  11. #11 simon84, 06.11.2019
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    Trapezblech und innendämmung ist anspruchsvoll und fehlerträchtig.

    was genau an eternit ist denn aktuell verbaut? Die sind ggf. recht schwer, was gut ist wenn du später durch etwas leichteres ersetzt ....

    @SIL fällt dir noch was Ein
     
  12. #12 rocksack, 06.11.2019
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    Aufsparrendämmung (z.B. mit Holzfaserplatten) würde ich auch bevorzugen (ggf. in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung (Glaswolle) - mein Geldbeutel aber nicht. ;-)

    Eternit: Das sind "die typischen Well-Eternit-Platten"
    [​IMG]
     
  13. ps0125

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    Das Dach ist von der Geometrie, der Tragkonstruktion und der Eindeckung völlig ungeeignet für das, was Sie vorhaben.
    Die Vorschläge oben sind leider nicht sehr qualifiziert. Einen Fachwerkbinder kann man nicht einfach unterbrechen und irgendwas unterbauen.
    Selbst wenn man darunter irgendwas tragendes findet wo man was darauf ablasten kann, so trivial ist das ganze leider nicht.
     
  14. #14 simon84, 06.11.2019
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    Ok @ps0125 ist hier auch der Profi, da kann man drauf vertrauen.

    jedenfalls verstehe ich eins nicht.
    Was soll an einem neuen trapezdach und Dachstuhl hier 80.000 kosten ? Ich sehe überhaupt keine Gaube

    13x9 und etwas höher bauen, hätte da jetzt eher so 40-50 erwartet....
     
  15. #15 rocksack, 07.11.2019
    Zuletzt bearbeitet: 07.11.2019
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    Für mich ist es eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Der Raum wird momentan als reine (unbeheizte) Rumpelkammer/Lager genutzt. Schön wäre, wenn ich ihn aber flexibler nutzen könnte. Z.B. als "bessere Rumpelkammer" ;-) oder Lager oder als Hobbyraum, Besprechungsraum oder "Gelegenheits-Büro".
    Ein richtiger Wohnraum oder Aufenthaltsraum zur Dauernutzung wird nicht benötigt und kommt auch weder finanziell noch genehmigungstechnisch kaum in Frage (habe allein durch die Lage sehr viele Einschränkungen, weshalb ich ein Genehmigungsverfahren vermeiden möchte).
    Die Schätzung von 80.000,- bezieht sich aber auf diesen Fall: Neues Dach "mit allem Schnickschnack" (auch einer Gaube, Änderung der Neigung von 19° auf 35° mit ensprechender Anpassung des Giebels,... - wenn schon, denn schon) inkl. Genehmigung und entsprechende Berücksichtigung der weiteren Maßnahmen für die Nutzung als offizieller Aufenthaltsraum (da viel sogar mal die Summe von 100.000,- bis alles fertig ist.

    Da das Dach undicht ist und ich jetzt etwas tun muss, habe ich also meiner Meinung nach 3 Möglichkeiten:

    1. Eternit runter - Trapezblech o.ä. drauf. Fertig.
    -> Dach ist dann dicht. Nutzung weiterhin nur als unbeheizte, sehr schwer begehbare Rumpelkammer möglich. Keinerlei Mehrnutzen aber dennoch "ordentliche Kosten".

    2. Eternit runter - Trapezblech mit Unterbahn (also "zum Beheizen geeignet") drauf, innen Isolieren und den Raum besser begehbar und somit nutzbar machen.
    -> Das ist die Angestrebte (und hier "angefragte") Variante, da es sich "nach aussen gesehen" nur um eine genehmigungsfreie Neueindeckung handelt, ich aber die Möglichkeit hätte, den Raum ggf. mal zu beheizen aber v.a. bequem zu begehen (auch erstmal weiterhin als Rumpelkammer).

    3. Eternit runter - Dachstuhl abreißen, Giebel anpassen (wg. Erhöhung der Dachneigung), neues Dach, neuer Schornstein,...
    -> Wie oben beschrieben die absolut teuerste und aufwändigste Variante, da Genehmigungsverfahren notwendig und die "Stolpersteine" zur Genehmigung bekannt sind. Natürlich wäre das die Beste und sauberste Lösung aber die Kosten übersteigen da wohl den Nutzen für eine "gelegentliche Nutzung". Sprich: das wird sich bei der ollen Bude nicht lohnen. ;-)

    Natürlich gibt es da noch ein paar andere Punkte zu berücksichtigen, ich wollte aber nur mal grob darstellen wie die Situation ist und warum ich so an der angefragten Kompromisslösung (Variant2) hänge. ;-)
     
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