Dachsanierung - Offene Fragen

Diskutiere Dachsanierung - Offene Fragen im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, ich habe 3 Angebote von Dachdeckern für Dämmung und Neueindeckung eines ca. 50 Jahre alten Hausdaches (2 Familienhaus, privat genutzt)....

  1. Simoni42

    Simoni42

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    Hallo,
    ich habe 3 Angebote von Dachdeckern für Dämmung und Neueindeckung eines ca. 50 Jahre alten Hausdaches (2 Familienhaus, privat genutzt).
    Da es im Detail Unterschiede gibt suche ich mal hier als absoluter Handwerkslaie Meinungen/Erfahrungen:

    1. Es handelt sich um ein Spitzdach, bislang ungedämmt. Der Dachboden ist sehr niedrig und nicht zum Wohnraum ausbaubar.
    Unterdachdämmung wurde ausgeschlossen, um die Schrägen bzw. Decken in den darunterliegenden Wohnräumen nicht zu vertiefen.
    Aufdachdämmung wurde mir als teuerste Variante erklärt. Die Idee war, die Dämmung einmal auf dem Dachboden zu verlegen und den Rest am Dach als Zwischensparrendämmung zu installieren. Einer der Dachdecker würde dies auch empfehlen, will aber keine Garantie für die Dichtigkeit in der Verbindung der beiden Dämmungen übernehmen. Ein weiterer Dachdecker (dessen Firma auch Energieberatung anbietet) meint, das sei kein Problem und tägliches Brot. Er arbeitet zusätzlich mit Sanierungsleisten. Zusätzlich bietet er als Hitzeschutz fürs 1.OG Holzweichfaserplatten mit an. Gedämmt werden soll mit Glaswolle. Das mit den Sanierungsleisten und den Holzplatten ist dem 3.Dachdecker vollkommen unbekannt.

    Was meint ihr?
    a) Kann so eine kombinierte Dämmung überhaupt und auf Dauer dicht sein und ist das eine gescheite Idee?
    b) Oder lieber das ganze Dach in Zwischensparrendämmung?
    c) Was haltet ihr von Sanierungsleisten?
    d) Gibt es Erfahrungen Kosten/Nutzen Hitzeschutz Holzweichfaserplatten? Lohnt eine solche Investition?
    e) Die Planung der Dämmung lieber einem Bauingenieur überlassen oder sind gute Dachdeckermeister da normalerweise fit drin?

    2. Es gibt auch unterschiedliche Meinungen zur Dicke der Dämmung. 2 Dackdecker favorisieren 16er Zwischensparrendämmung und der Dritte würde auf die Balken noch 4 cm Holz draufnageln und schwört auf eine 20er Dämmung um die Vorschriften einzuhalten.

    3. In einem Abstellraum unter dem Dach befindet sich ein 2 Jahre altes Dachfenster. 2 der Dachdecker sagen, das muß getauscht werden, da es nicht zur Dämmung passt. Der dritte im Bunde meint, na ja, ist nur der Abstellraum. Würde er erst mal lassen.?

    4. Der Kamin im Haus ist nur einfach gemauert. Im EG ist ein Holzöfchen angeschlossen. Brennt dies längere Zeit werden die Wände drumherum recht heiß. Im 1.OG wünscht sich meine Mutter auch so einen Ofen. Ich werde hierzu nochmal den Schornsteinfeger befragen. Gibt es denn Erfahrungen, ob die Dämmung hiervon Schaden nehmen kann?

    5. Habe gelesen, dass es auch Förderzuschüsse für eine alleinige Dachsanierung gibt, die man über einen Experten (Ingenieure etc.) beantragen kann, der das ganze auch plant. War oder ist das aktuell und wenn ja, gibt es Erfahrungswerte was so ein Experte kostet und wie lange das mit dem Antrag dauert?

    Ich weiß, ganz schön viele Fragen. Bin mir aufgrund der verschiedenen Dachdeckermeinungen etwas unsicher, aber will es nicht mehr auf die ganz lange Bank schieben, weil es schon an einer Stelle reinregnet und die Dachdecker in den letzten Jahren meinten, das Dach ist langsam auf. Da es ganz schön viel Geld ist, möchte ich es kosten-/nutzenmäßig so gut wie möglich machen.

    Wem der Wust an Fragen zuviel ist, ich bin auch für Erfahrungswerte/Meinungen zu einzelnen Punkten dankbar.

    Grüße
    Simoni
     
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  3. Kalle88

    Kalle88

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    An sich eine sehr gute Sache. Wenn die Randbedingungen passen. Einer davon wäre die maximal zu überschreitende Firsthöhe.

    Sofern das eine Sanierung von Außen werden soll ist das der einzige Schluss. Würde man die Folie auf der Kehlbalkendecke führen, dann stellt jeder Sparren eine Druchdringungen da. Dies Luft dicht auszubilden ist kaum möglich. Dauerhaft ist es vermutlich am Ende auch nicht.
    Was soll das sein? Wenn damit die Fixierung der Folie am Sparren bei einer Verlegung von Außen gemeint ist, dann ist das eh unerlässlich. Die, die es nicht kennen, sind ungeeignet als Partner.

    Aufdachdämmung lohnt sich schon, wenn die Konzeptionierung dazu passt. Nur wegen dem Hitzeschutz? Nein. Da spielen andere Faktoren einen höheren Anteil.

    Lass es lieber einen Architekten oder Bauing. machen. Dämmung und damit die energetische Sanierung ist mehr Planung als Handwerk. Es gibt sicherlich sehr fitte DDM aber einen zu treffen ist am Ende wohl nur Glück.

    Letzte Aussage ist quatsch. Einzig richtig ist vorhandener Querschnitt und wenn dann noch Möglichkeiten nach Oben möglich sind. Dann sollte man sehen was sich noch lohnt. Eben, planen!
    2 Jahre alt vom Einbauzeitpunkt oder Herstellerdatum? Ein Fenster passt nie zum Dachaufbau. Wird immer das schwächste Glied in der Kette sein.
    Nein. Hier gilt es Brandschutzbestimmungen einzuhalten. Lässt du es nicht planen, liegt das in deinem Tätigkeitsfeld. Du bist zu Erfüllung verpflichtet. Ahnungslose verbauen einfach, ohne zu hinterfragen. Also frag dich selber, ob du in dem Bereich fit bist? ;)
    Sagt mir jetzt nichts. Eine Planung kann aber nicht zu teuer sein. Sie kann nur sinnvoll sein.
     
  4. Simoni42

    Simoni42

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    Hallo,
    ich glaube bei 1 a) habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Mit kombiniert meine ich einmal die ausgelegte Dämmung auf dem Dachboden und diese dann verbinden mit der Zwischensparrendämmung am restlichen Dach. Die Dachdecker planen nicht das ganze Dach Zwischensparren zu dämmen. Sondern nur den Rest an den unteren Seiten, der von der Dachbodendämmung nicht erfasst ist.
    Simoni
     
  5. Bauking

    Bauking

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    Wenn der Kamin im Winter regelmäßig beheizt ist und der Schornstein auch im OG warm wird, dann macht ein zusätzlicher Ofen bei einem gut gedämmten Dach unter Umständen keinen Sinn.
    Wenn unten der Kamin brennt, dann heizt der Schornstein bei uns einen 37qm Raum selbst bei Minus 20 Grad noch auf über 22 Grad. ;D
    Im Winter haben wir im OG häufig sogar die Fenster offen, damit es nicht zu warm wird, Heizung war bisher nur testweise in dem Raum an, bzw. wenn unten länger nicht geheizt wurde.
     
  6. Elopant

    Elopant Gast

    Hallo Simoni42,

    Kalle hat bereits eigentlich schon alles geschrieben, von einer Kombination Zwischensparrendämmung - Dachbodendämmung würde ich auch die Finger lassen, hier sind zu viele Durchdringungen in der Dampfbremse, die nicht dauerhaft ausgeführt werden können.
    Zum Zuschuß: Über KfW im Programm 430, hier ist ein Zuschuß in Höhe von 10 % der Kosten möglich, Beantragung und spätere Bestätigung durch Energieberater/Ingenieur, der DENA gelistet ist. Beantragung geht eigentlich ganz zügig. Dies ist dann auch der richtige Ansprechpartner bezüglich Dämmstoffstärke/Materialwahl und Detailpunkte.
    Zu den Kosten: Nur die Beantragung und spätere Bestätigung ca. 200 - 250 €, Aufnahme, Planung, Berechnungen kommt auf den Aufwand/Größe des Objektes an ( ca. 400 € Aufwärts ) . Für die Beratung und Planung gibt es aber auch einen Zuschuß.
     
  7. drsos2

    drsos2

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    Das Projekt ist wahrscheinlich nicht ganz günstig. Da sollte sich der Gang zum Architekten oder Bauingenieur lohnen. Die beraten unabhängig und wollen nichts verkaufen. Schließlich kann man auch eine ganze Menge falsch machen und die Fehler nachträglich zu beseitigen wird wahrscheinlich mehr kosten als die Beratung eines unabhängigen Experten.
     
  8. Simoni42

    Simoni42

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    Hallo,
    oh ja, das Projekt wird viel teurer als ich gedacht habe und es liegt mir momentan schwer auf der Seele eine gute Entscheidung zu treffen, dass es kosten-/nutzenmäßig ordentlich wird. Die Familie versteht nicht, dass ich mich da jetzt noch weiter erkundige und nicht einem Dachdecker vertraue, wie die meisten andere Leute auch!?!. Weil der Winter kommt und das dieses Jahr eigentlich noch über die Bühne gehen sollte. Aber bei soviel Geld, da schau ich vielleicht lieber nochmal.

    Also wenn man von der Kombination der Dämmung Abstand nimmt (Dachboden+Zwischensparren), dann bliebe ja nur die Zwischensparrendämmung des kompletten Daches. Oder die unheimlich teure Aufdachdämmung. Tenor für die erste Idee war halt, dass man dann den Dachboden nicht mitheizt. Was könnte passieren, wenn die Dämmkombie nicht richtig dicht ist? Ginge es hier rein um einen Wärmeverlust oder könnte es auch zu Schäden wie z. B. Schimmel etc. kommen?

    Wer ist der richtige Ansprechpartner bei einer Beratung. Eher ein Architekt oder ein Bauingenieur?

    MfG
    Simoni
     
  9. drsos2

    drsos2

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    Es wurde hier im Forum schon mal erwähnt, dass die richtigen Ansprechpartner Architekten oder Bauingenieure sind, die eine Zusatzausbildung zum Energieberater haben.

    Nimm dir Zeit und lass dich nicht unter Druck setzen. Wenn es dieses Jahr vorm Winter nichts wird, dann halt nächstes Jahr im Frühjahr.
     
  10. #9 Gast360547, 20. August 2014
    Gast360547

    Gast360547 Gast

    Moin,

    grundsätzlich kann ein Forum, in dem keine Bilder vom Ist-Zustand gezeigt werden, keine Detaillösungen vorschlagen. Nichteinmal grundsätzliche Vorschläge können im vorliegenden Fall die richtige Lösung sein.
    Z. B.: Grundsätzlich gilt zwar, dass je kleiner die temperierte Gebäudehülle ist, desto geringer wird der Heizaufwand sein, aber: aufgrund von aufwändigen Mehrleistungen, wie der Anschluss an Durchdringungen, kann es passieren, dass es nicht die wirtschaftlichste Lösung ist.

    Weiter, je nach vorhandener Innenbekleidung der Dachschrägen kann es durchaus sein, dass dem sommerlichen Hitzeschutz schon ausreichend Genüge getan ist. Die allseits hoch gelobten (und teuren) Platten, die z. T. auch noch weitere Funktionen wie "Unterdach" übernehmen können, sind nach meiner Auffassung auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Grund ist, dass die auf der Außenseite der Konstruktion angeordnet sind, wo wegen der fehlenden Wärmedämmung noch viel Energie "ungebremst" in den Platten aufgenommen und gespeichert wird. Wären die Platten (oder vergleichbare) auf der Innenseite, würden sie letztlich auch die überschüssige Energie aufnehmen und speichern, aber es kommt längst nicht soviel an, so dass die sog. Amplitudendämpfung m. E. effektiver arbeitet.
    In diesem Zusammenhang das beschriebene Dachfenster. Ist es ein Ausstiegsfenster oder tatsächlich ein Dachflächenfenster? Ein DFF, welches lediglich zwei jahre alt ist und von einem Markenhersteller stammt, wird sicherlich ausreichend gute Dämmwerte aufweisen. Für den sommerlichen Hitzeschutz wäre allerdings eine Außenverschattung die effektivste Variante. Falle noch nicht vorhanden - und je nach Hersteller - ggf. einen Dämmrahmen nachrüsten.

    Die Krux bei Kombinationen aus Zwischen- udn Aufsparrendämmungen ist meistens im Bereich der Bauphysik zu finden. Systeme aus Polystyrolen (egal welcher Art) sind dampfdichter als die überwiegend verwendete Mineralfaserämmung zwischen den Sparren. Diesem Umstand muss/müsste bei der Wahl der DampfSPERRE Rechnung getragen werden. Es gibt mittlerweile auch Aufsparren-Dämmsysteme aus Mineralfaser-Dämmstoffen, bei denen zwecks Befestigung der Konterlatten Zweigewindeschrauben verbaut werden müssen. Ich persönlich würde solche Systeme bevorzugen auch wenn sie etwas teuerer sind. Der charmante weitere Vorteil ist u. a. auch, dass solche Systeme einen besseren Schallschutz aufweisen.

    ABER: alles dreht sich letztlich um die erforderliche Luftdichtheit. Die Luftdichtheitsebene MUSS geplant werden. Was aber nutzt mir ein Planer, der die Techniken, die erforderlich sind, um seine Planungen umzusetzen, nicht kennt?

    Grüße

    stefan ibold
     
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  12. Kalle88

    Kalle88

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    Es ist ja nicht so, dass dein Energieverbrauch nach Abschluss der Sanierung zu null tendiert. Ob die Amortisierung nun von diesem Winter beginnt, oder aber erst nächstes Jahr Frühjahr oder später. Nimm dir lieber die Zeit. Geh in eine Bücherei oder aber Buchladen. Besorge dir Fachliteratur, Bücher die vom Bauen im Bestand handeln und lies dich etwas oberflächlich ins Thema ein. Es hilft dir Zusammenhänge zu verstehen und du fühlst dich nicht mehr ganz so Ahnungslos.

    Ich schließe mich Herrn Ibold in seinem letzten Satz an. Lass dir lieber Zeit.
     
  13. bickmann

    bickmann

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    Hört sich nach einer komplizierten Geschichte an.. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer mehrere Meinungen einzuholen - das ist in diesem Fall ja augenscheinlich auch geschehen. In Bezug auf die Schwierigkeiten mit der Dämmung und der Statik würde ich einen Sachverständigen beauftragen der seinerseits einen Dachdecker mitbringt.
     
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Dachsanierung - Offene Fragen

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