Dachterrasse - Feinsteinzeug auf Stelzlager - einige Fragen

Diskutiere Dachterrasse - Feinsteinzeug auf Stelzlager - einige Fragen im Außenanlagen Forum im Bereich Rund um den Garten; Hallo zusammen, wir haben vor ein paar Jahren ein Haus gekauft, das über eine rund 70qm (ca. 6 tief vom Haus weg, ca. 11m breit) große...

  1. #1 interessent4711, 28.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2021
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    Hallo zusammen,

    wir haben vor ein paar Jahren ein Haus gekauft, das über eine rund 70qm (ca. 6 tief vom Haus weg, ca. 11m breit) große "Dachterrasse" verfügt. Die Terrasse liegt über einem nachträglich erstellten Anbau. Rund 25qm der Terrasse sind überdacht, dies schließt auch den Bereich der Balkontür mit ein.
    Die Hälfte des Hausdachs wird über die Terrasse entwässert (Fallrohr endet auf der Terrasse, auf der Vorderseite der Terrasse dann wieder Regenrinne).
    Aufbau aktuell (von unten nach oben, vermutlich): Holzbalkendecke, Dämmung zwischen Balken, OSB-Platten, Alwitra-Bahn, Mörtelsäcken, Tropenholz-Lattung in Waage, Tropenholz-Belag (geriffelt, "falsch" herum verlegt, also nicht den kurzen Weg vom Haus weg, sondern quer zum Haus). Das Holz ist nun mehr als "fertig" und muss ausgetauscht werden.
    Aus optischen Gründen, zur Vermeidung von Pflegeaufwänden etc. haben wir uns für Feinsteinzeug, 2cm entschieden. Plattenformat soll 40x80cm bei 4mm Fuge werden, weil sich das auch mit den Maßen gut aufgeht. Ein Teil des Daches soll zukünftig als Gründach mit Sedum-Pflanzen ausgeführt werden. Skizze habe ich mal beigefügt (das Haus ist auf der rechten Seite, das Dach unten (also da, wo es nicht grün werden soll).
    Aufgrund der Tragfäghigkeit der Dachkonstruktion kommt lt. Statiker nur eine Verlegung mit Stelzlagern und/oder Stelzlagern/Alu-Konstruktion in Frage. Aufbauhöhe insgesamt liegt bei 12-14cm, also durchaus etwas "Platz" für die Unterkonstruktion.

    Nach diversen Recherchen im Internet ergeben sich noch ein paar Fragen, auf die ich mir hier Antworten erhoffe:

    *) Gefälle:
    Die wasserführende Alwitra-Bahn ist einem leichten Gefälle (definitiv weniger als 1,5%) ausgeführt. Bedingt durch Kiesreste (ehemals scheinbar bekiestes Flachdach) und sonstigen "Unrat" im Untergrund ist es allgemein eher feucht und man kann nicht sagen, dass das Wasser grundsätzlich komplett abläuft. Im Zuge der Neugestaltung würden wir da "unten" dann entsprechend mal alles abräumen, was die Situation vermutlich etwas verbessern sollte.
    Ich habe nun widersprüchliche Aussagen darüber gelesen, ob der Oberbelag auch noch mit Gefälle ausgeführt werden muss. Insbesondere irritiert mich, dass es ja offensichtlich selbstnivellierende Stelzlager gibt, die explizit den Sinn haben, ein vorhandenes Gefälle auszugleichen. Wozu würde es die geben, wenn ein Gefälle stets vorhanden sein sollte oder gar müsste?
    Der aktuelle Belag weist kein Gefälle auf, was ggf. zusammen mit der Riffelung dazu beigetragen hat, dass das Holz es hinter sich hat, aber bei Feinsteinzeug würde dieses Risiko ja nicht bestehen. Man liest nun allerdings auf Seiten derer, die Gefälle "fordern", dass es sonst im Winter zur Rutschbahn wird und man (übertrieben ausgedrückt) bei jedem Regen am besten mit dem Gummiabzieher nachgehen sollte, um den Dreck zu entfernen.
    Gibt es hier Erfahrungswerte dazu?

    *) Stelzlager vs. Alu-Konstruktion:
    Der Preis spricht klar für die Stelzlager, auf Seiten der Alu-Konstruktion liest man als Vorteile die vergrößerte Auflagefläche und die einfachere Verlegung (geplant ist Halbverband).
    Gibt es dazu Erfahrungswerte?

    *) Hersteller:
    (soweit die Frage hier im Forum beantwortet werden kann)
    Gibt es Empfehlungen (oder kann man von jemandem abraten), was die Unterkonstruktion angeht? Googlet man nach "Stelzlager" finden sich ja doch so einige Anbieter ...

    *) Weiteres:
    Jegliche weiteren Tipps, Hinweise etc. sind natürlich sehr willkommen.


    Ich hoffe, der langen Text hat jetzt keinen verschreckt und es gibt den ein oder anderen, der uns etwas raten kann.
    Vielen Dank!
     

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  2. #2 Fabian Weber, 29.08.2021
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    Ich würde die Platten ohne Gefälle legen. Sind das nicht etwas viele Stelzlager bei diesem Halbverband?

    Ist die jetzige Bahn für Begrünung geeignet? Da würde ich noch eine. Wurzelschutz etc. auslegen.
     
  3. #3 interessent4711, 29.08.2021
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    Ja, über den dicken Daumen gezählt (und ohne Unterscheidung bzgl. Rand, Ecken oder sowas) kommen wir bei rund 350 Stelzlagern raus (ohne die Holz-"Brücke"). :eek:
    Bei Verwendung einer Alu-Unterkonstruktion auf Stelzlagern komme ich vermutlich mit rund 200 Stelzlagern aus (die ggf. auf noch günstiger sind weil niedriger), aber ich gehe davon aus, dass Alu wird demgegenüber deutlich teurer :wow

    Bzgl. Begrünung planen wir aktuell mit einem Fertigsystem, das ca. 9cm hoch ist - da ist also noch Platz drunter. Ich bin mir da aber auch noch nicht so ganz genau sicher, wie wir das machen, damit das gut aussieht und auch, ob wir da den sonst erforderlichen Kiesstreifen von 15-20cm drum herum brauchen.
     
  4. #4 Fabian Weber, 29.08.2021
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    Naja das Ziel sollten vielleicht 30Stelzlager sein.

    Such Dir mal ein besseres System.
     
  5. #5 interessent4711, 29.08.2021
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    Ich bin für jegliche Vorschläge offen - aber entweder bisher blind oder mit den falschen Suchbegriffen unterwegs.
    Was sollte das für ein System sein, bei dem ich mit 30 Stelzlagern auf 70qm auskomme?
     
  6. #6 Fabian Weber, 29.08.2021
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    - Stelzlager
    - Vierkant Alu-Rohr
    - Platten
    - Fugenkreuze (bzw. in Deinem Fall T-Stücke) für die genauen Fugen einlegen
     
  7. #7 interessent4711, 29.08.2021
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    Von was für Platten sprechen wir hier?
    Das Angebot, was ich für Alu-Unterkonstruktion bekommen habe, benötigt wie gesagt immer noch rund 200 Stelzlager, um die Aluminiumstreben zu "tragen".
    Um das mit so deutlich viel weniger Stelzlagern zu schaffen, müssten es ja entweder viel weniger Streben sein (bei 40cm Platten = 40 cm Abstand benötige ich für 6,5m ja rund 17 Stück) oder viel weniger pro Strebe (bei 17 Streben blieben ja nur 2 Stelzlager bei 11m Spannweite).
    Beides kann ich mir gerade nicht so richtig vorstellen, sorry...
     
  8. #8 Fabian Weber, 29.08.2021
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    Hast Du die Höhe für eine weitere Strebenlage?

    Dann wärst Du unabhängig vom Plattenmaß und könntest beispielsweise jeden Meter eine Stelze setzen.

    Das wäre dann so ca. 60Stück. Vielleicht geht sogar ein größerer Abstand?!
     
  9. #9 interessent4711, 29.08.2021
    Zuletzt bearbeitet: 29.08.2021
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    Um Missverständnisse zu vermeiden mal eine schnelle Zeichnung (mal ohne Ausschnitt für Begrünung und unter ignorieren der Schräge am Ende):
    Zeichenfläche 4.png
    War das so gemeint?
    Also rot wären dann 60 Stelzlager, grün die untere Strebenlage und darauf dann in blau diejenigen Streben auf denen dann nachher die Platten liegen würden?

    Ist das nicht alleine schon von der Punktlast her ggf. schwierig?
    Ich meine, wir sprechen über etwas mehr als 3 Tonnen Belagmaterial (ca. 45kg/m2) - macht dann > 50kg pro Stelzlager - also nicht wegen des Stelzlagers, sondern wegen des Untergrunds hätte ich da Bedenken. Ausgelegt ist der ja vermutlich auf sowas wie 300kg/m2 - das Stelzlager hat aber nur eine Fläche von 0,03qm (bei 20cm Durchmesser gerechnet) - wenn ich das hochrechne wäre ich ja beim mehr als Fünffachen der Belastung.
    Oder hab ich da jetzt einen Denkfehler?

    Und ich bin mir auch nicht sicher, ob das vom Kostenfaktor her Sinn macht (habe aber bisher auch nur ein Angebot in Zahlen vorliegen). Aber da würden die zusätzlich benötigen 60m Alu für die untere Lage alleine schon rund 400 Euro kosten - ohne Schrauben, Verbinder etc. Für das Geld bekäme ich beim gleichen Händler auch wiederum rund 110 Stelzlager ...
     
  10. #10 Fabian Weber, 29.08.2021
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    Die Skizze István richtig. Das mit den Punktlasten wird regelmäßig überschätzt.

    Was ist mit einem Wasserbett? Das hat auch nur 4 Füße.

    Du kannst Dich ja absichern und entweder den Hersteller der Stelzlager oder einen Statiker fragen.
     
  11. #11 simon84, 29.08.2021
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    Bei dem Projekt fallen doch 500 Euro nicht wirklich ins Gewicht ?
    wenn Ich so Pi mal Daumen 150 Euro pro qm rechnet sind das doch eh 10 Scheine.

    einbauen muss es doch auch wer….
    an einer fachplanung wurde gespart ? Oder was macht dein Architekt für sein Geld? Wurde er nicht mit der Ausführungsplanung genau dafür beauftragt?

    Naja Ich persönlich denke lieber das Geld in mehr Stelzen stecken. Da bist du sicherer und hast eine bessere Last Verteilung wenn die Verkehrslast eh schon kritisch ist und der Anlass des ganzen Konstrukts war …..
     
  12. #12 Fabian Weber, 29.08.2021
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    Je nach Körperfülle ist das dann wie auf einem Bein stehen. Passt schon oder?
     
  13. #13 interessent4711, 29.08.2021
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    Ja, es geht nicht um 500 Euro, sondern um die Frage, ob sie besser in Alu oder Plastik (Stelzlager) investiert sind.

    Einen Architekten gibt es für das Vorhaben nicht. Wir hatten schon Mühe genug, einen Statiker zu finden, der Interesse an so einem Kleinauftrag hatte. Allgemein scheint die Auslastung aktuell so gut zu sein, dass man sich die Kunden aussuchen kann. Freut mich zwar irgendwo für die Firmen etc., macht es einem privaten Umbauer aber nicht immer ganz leicht.

    Den Einbau werden wir selbst übernehmen - daher im Vorfeld die vielen Fragen.
    Danke für die Antworten!
     
  14. #14 Fabian Weber, 30.08.2021
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    Die Kunsstoff-Dinger sind voll ok.
     
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