Dämmen und Heizkosten einsparen

Diskutiere Dämmen und Heizkosten einsparen im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Moin zusammen, wir besitzen einen Altbau freistehendes Haus aus den 30er Jahren. Unser Ziel ist es natürlich Heizkosten zu sparen und im...

  1. #1 Hansisolo, 23.11.2020
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    Moin zusammen,
    wir besitzen einen Altbau freistehendes Haus aus den 30er Jahren. Unser Ziel ist es natürlich Heizkosten zu sparen und im allgemeinen die Behaglichkeit zu erhöhen.

    Unser Öl-Verbrauch mit einer Brennwertheizung von 2007 beträgt ca 2900-3500 Liter, je nach Winter.
    Da wir mittelfristig (Ca in 6-7 Jahren ) auch eine neue Heizung benötigen werden, kann man sich ja schon mal Gedanken machen.


    Was wir bisher getan haben:
    - Alle Fenster und Türen sind getauscht (3 Fachverglasung)
    - Einblasdämmung (EPS) in die Außenwand
    - Im EG den Fußboden neu aufgeabaut mit Dämmung, FBH und Estrich.
    - 2007 wurde das Dach von außen aufgedockt, gedämmt und neu eingedeckt.

    Kalte Schwachstellen im Haus:
    Diese Maßnahmen haben schon merkbar gut geholfen so das wir unsere 22-23 Grad haben.
    Die Einblaßdämmung hat die Oberflächentemperatur der Wand (bei z.b. 0 Grad ) von ca. 14-16 Grad auf 20-21,5 Grad erhöht und die FBH sorgt für eine gleichmäßig schöne Wärme. Allerdings spürt man immer noch eine Unbehaglichkeit wie z.b. einen gefühlten Luftzug oder das zb. die Oberfläche der Haut kalt ist, obwohl wir 22 Grad haben.

    - Fensterlaibung: hier ist es am kältesten, also da wo der Anschluss zum Mauerwerk/Fußboden ist. Hier ist logischerweise auch nicht die Einblaßdämmung hingekommen, da die Laibung voll vermauert ist.

    - Die Zwischendecke: zwischen EG und OG ist bei uns aus Holz und noch original aus den 30er Jahren. Sprich sie ist nicht gedämmt und mit Einschüben (so nennt man das glaube ich) gefüllt (Luft und etwas Lehm/Stroh/Sand).
    Gerade wenn es windig ist, spürt man wie das Haus auskühlt und im OG riecht man Frische Luft, als ob man ein Fenster auf hat zum Lüften.

    Weitere Maßnahmen:
    - Zwischendecke im OG öffnen und Dämmen. Die Anschlussstellen nach Außen ordentlich abdichten und zusätzlich eine Fußbodenheizung verlegen.

    - Fassadendämmung: Hier bin ich mir unsicher, da dies ein großer Kostenpunkt ist. Ich rechne mit 20-30.000 €
    Da wir diese Summe finanzieren müssten, muss die Investition lohnenswert sein, daher ergeben sich für mich noch ein paar Fragen.

    Unser zweischaliges Mauerwerk ist wie folgt aufgebaut:
    Kalksandstein NF 11,5 cm
    6-8cm Luftschicht gefüllt mit EPS (035)
    Kalksandstein NF 11,5
    Halbe Klinker 5 cm

    Muss man den Außenklinker (5cm) entfernen bevor man die WDVS anbringt?
    Welche Dicke sollte man verwenden. Mir schweben 16cm vor, aber dann entwickeln sich die Fenster zu Schießscharten.

    WDVS Einsparung vs Haltbarkeit.
    Ich habe gelesen das viele schreiben 60-80% Einsparung beim Heizen.
    Wenn ich 3500 Liter zu 0,75 € kaufe sind das 2625€
    Wenn wir mal die Hälfte nehmen 1750 Liter zu 0,75€ 1312€ wäre das eine Jährliche Ersparnis von ca 1300 € und in 20 Jahren ca 26.000 €. Da habe ich gelesen das eine WDVS nach 20-30 Jahren erneuert werden muss.
    Dann spare ich so gesehen nicht wirklich was ein. Ein anderer Artikel belegt das eine Außendämmung bei guter Pflege 40-60 Jahre hält.

    - Heizung: würde man eine WDVS aufbringen wäre dann die Überlegung eine Hybridheizung Wärmepumpe Luft und Gas sofern es so etwas gibt.


    Könnt Ihr mir zu den einzelnen Punkten Ratschläge/Tipps geben? Vielleicht Erfahrungen und was wäre am sinnvollsten.
     
  2. BaUT

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    Zusätzliches WDVS ist bei dir nach Einblasdämmung total unökologisch, weil Herstellung und Einbau des WDVS in keinem sinnvollen Verhältnis zur erwartbaren Energieeinsparung steht. Derzeitige Innenoberflächentemperaturen sind doch schon top.

    Dein einziges Problem sind derzeit die kalten Fensterleibungen innen? Das war zu erwarten! Ursache kennst du bereits. Lösung: Leibungsdämmplatten innen.

    Zum Thema Heizung kann dir sicher jemand eine Heizlastberechnung mit Berücksichtigung der aktuellen U-Werte von Außenwand und Fenster aufstellen. Willst du weiter mit Heizkörpern heizen oder auf Flächenheizung (FBH oder Wandflächenheizung) umstellen?
     
  3. #3 Hansisolo, 23.11.2020
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    Ok Danke. Werden die Leibungsdämmplatten einfach auf Putz aufgetragen oder muss der Putz entfernt werden?

    Da es uns im OG zu Fußkalt ist, würden wir wenn möglich eine FBH bevorzugen und die bestehenden Heizkörper zum evtl. zuheizen belassen.
     
  4. BaUT

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    OG fußkalt? Wie kommt das, wenn doch im EG unter der Decke 22-23 °C sind?
    Wie schaut denn die Dämmung der Außenbauteile im OG aus?
     
  5. #5 Hansisolo, 23.11.2020
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    Ich hab mal mit einem Oberflächen Infrarot gemessen:

    Außentemperatur 7 Grad

    UG Decke: 24 Grad

    Obergeschoss Raum:
    Fußboden 21,6°
    Raumtemperatur: 22,8°
    2 Innenwände: 22,3 - 23°
    Dachschräge: Im Oberen Teil 22,2 / Mitte / 21,6 / Höhe Fußboden 17-18 Grad
    Außenwand: 20,8 ° / im Anschluss der Dachschräge sind es 16 Grad
     
  6. BaUT

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    Die Daten scheinen erstmal Fußkälte nicht zu bestätigen, so dass es sich hier eher um subjektive Wahrnehmungen handelt und nicht um Tatsachen. Messprozedere sollte man mal bei Außentemperaturen unter 0 °C wiederholen. Was sind denn derzeit für Bodenbeläge im OG vorhanden?
     
  7. #7 Hansisolo, 23.11.2020
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    Ja kann sein das es nur die Wahrnehmung ist. Aber in anderen Häusern ist das zum Teil nicht so doll wie bei uns.
    Als Bodenbelag haben wir oben Teppich.
     
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  8. #8 Andreas Teich, 24.11.2020
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    Wenn sich’s kalt anfühlt kann’s an Luftbewegung liegen- auf Undichtigkeiten überprüfen.
    Der Laibungsputz muß nur entfernt werden, wenn der Platz für die Dämmung nicht genügt- 20 mm Dämmplatten mit gutem Lambda-Wert sollten genügen.
    Außendämmung wäre zB mit Stegträgern, darauf verputzbare Holzfaserdämmplatten oder Holzverkleidung und Zellulose-Einblasdämmung möglich, was viel Eigenleistung ermöglicht und gleichzeitig die Undichtigkeiten der Zwischendecken beseitigt- ich habe das mehrfach so ausgeführt bzw geplant, auch am eigenen Gebäude.
     
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