Dämmung der Holzbalken-Kellerdecke über offenem Keller mit Naturboden

Diskutiere Dämmung der Holzbalken-Kellerdecke über offenem Keller mit Naturboden im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, wie ich schon herausgefunden habe, beschäftige ich mich gerade mit einer einigermaßen kniffligen Situation bei der Sanierung...

  1. #1 birdm4n, 19.02.2020
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    Hallo zusammen,
    wie ich schon herausgefunden habe, beschäftige ich mich gerade mit einer einigermaßen kniffligen Situation bei der Sanierung unseres alten Hauses aus dem Jahr 1922. EFH, nur von uns bewohnt.
    Es geht um die Dämmung und den Aufbau der Holzbalken-Decke über dem Keller. Der Raum darüber wird das Wohnzimmer. Hier wird eine Niedrigaufbau-Fußbodenheizung (Uponor Minitec) verlegt. Dazu wird ein Estrich im Verbund mit neu einzubringenden Nut und Feder Rauspund-Brettern auf die bereits mit KVH verstärkten und ausgeglichenen Balken eingebaut.

    Die Decke war früher mit einem Blindboden und Schlackeschüttung sowie darüberliegendem Dielenboden aufgebaut. Die Bretter des Blindbodens waren leider komplett wurmig und porös, mussten daher raus. Sowohl diese Bretter als auch die Schüttung waren übrigens ziemlich trocken und staubig. Auch der Erdboden den wir ein wenig begradigt haben war jetzt im Winter staubtrocken. Evtl. ein Indiz für die Feuchte des Kellers? Auf den Boden kommen nur wieder Tonziegel (in eine leichte Schüttung aus Split zum ausgleichen und verlegen). Raum hat 2 Fenster und wird Aufstellort für Teile der Heizung (Luftwärmepumpe + Warmwasserspeicher etc. Nicht Teil der Diskussion ;)...)

    Nun muss zwischen die Balken eine Dämmung eingebracht werden. Unser Energieberater und Bauleiter hat bisher folgendes vorgeschlagen, was aber bzgl. des Dämmstoffes nun mehrfach abgeraten wurde.

    Von oben nach unten:
    Bodenbelag (Korkpakett)
    Fußbodenheizung inkl Estrich (siehe oben)
    Rauspundbretter (in Berechnung noch OSB, jedoch Rauspund für Estrich im Verbund besser)
    Dampfsperre sd=100
    Isover Glasfaser Klemmfilz (032) zwischen die Balken
    Lattung
    Gipskarton-Platte (grün?)

    b6d14121-3947-4a35-ad25-be30ea36c23d.jpg
    (Hier noch ein Ausschnitt aus der Berechnung des Energieberaters bzgl. des Aufbaus.
    Statt OSB Rauspund wegen Estrich. Styrodur ist Platzhalter für FBH in der Berechnung.)

    Es geht mir vor allem um den Klemmfilz und ggf. den Gipskarton nach unten hin. Uns wurde von anderen Seiten gesagt, dass die Glaswolle bei Feuchtigkeit in sich zusammen fallen kann und somit ihre Dämmwirkung verliert.
    Außerdem herrscht natürlich immer ein wenig die übliche Angst vor schimmelnden Bauteilen durch falsche Materialien.

    Wir hatten auch schon angefangen das so auszuführen, bis beim Anblick des Klemmfilz die Warnung kam.
    IMG_20200103_161636 (1).jpg


    Was meint die Community zu dem Aufbau? Gibt es eine gute Alternative zum obigen Aufbau?
    Am liebsten wäre mir ein anderes Material zum klemmen, damit kein neuer Blindboden eingebaut werden muss und man nur die Glaswolle ersetzt.
    Habe schon etliche Sachen gehört: Hanf, Holzfaser (GUTEX Thermoflex) oder Schüttung Schaumglasschotter oder Neptutherm.

    Außerdem: Gipskarton okay oder lieber Heraklit (wie mehrfach gelesen) oder etwas anderes?

    Bin über weiter fachkundige Einschätzung sehr dankbar!
     
  2. #2 birdm4n, 21.02.2020
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    Kann/Will hier keiner etwas dazu sagen? Oder gehört das eher in ein anderes Unterforum? Falls ja bitte ggf. durch Moderator verschieben. Wir würden uns über etwas Unterstützung wirklich freuen. Danke!
     
  3. #3 Jo Bauherr, 21.02.2020
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    Foamglasplatten (=Schaumglas) wären das Optimum (sofern man Kunststoffschäume -XPS wäre ja auch easy machbar- vermeiden will).
    Die Platten kann man klemmen, die sind stabil, ziehen keine Feuchtigkeit, sind nicht brennbar, sind ökologisch (weil meistens aus Altglas) ... aber auch leider -wie viele gute Sachen- .... etwas kostenintensiv.

    .
     
  4. #4 Andreas Teich, 21.02.2020
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    unter dem Estrich genügt eine dünne zB Holzfaserdämmplatte, da ohnehin Dämmung darunter liegt.
    Statt Kalziumsulfat würde ich eher Trockenestrichplatten verwenden.
    Die Dampbremse würde bei Naßestrich über der Dämmung verlegt werden- eine weitere ist unnötig.
    Als Dämmstoff sind Kapillare wie Zellulose, Holzfaser, Hanf etc besser geeignet, da viel schneller austrocknend
    ( und natürlich ökologisch, problemlos zu entsorgen, ohne Faserstäube etc)

    Als untere Verkleidung Fermacellplatten oder H2O- Platten verwenden, die viel feuchtebeständiger sind-
    Gipskarton ist mechanisch viel instabiler und schimmelgefährdeter.
     
  5. #5 birdm4n, 21.02.2020
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    Danke für die Antworten!
    @Jo Bauherr: Schaumglas hatten wir auch schon auf dem Zettel. Klemmbare Platten sind uns hier aber nicht bekannt. Uns wurde da eher wegen der Festigkeit abgeraten weil in unserem Altbau natürlich nichts wirklich gerade ist und daher ein richtig Klemmbares Material oder eben eine Schüttung oder Einblasdämmung besser funktioniert.


    Das heißt:
    Eher Gutex Thermoflex zwischen den Sparren. Statt Fermacell hab ich jetzt oft gehört, dass wir Heraklith nehmen sollen. Denke das ist der Weg den wir gehen werden. Außer hier schreit gleich jemand: BLOS NICHT und sagt uns, was ein besserer Weg wäre.
     
  6. #6 Andreas Teich, 21.02.2020
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    Schaumglasplatten ist nur bei durchgehenden Lagen sinnvoll, nicht aber zwischen Holzbalken.
    Schon weil diese dann keine Feuchtigkeit mehr abgeben können.

    Statt Heraklith sind H2O oder andere glatte, zementgebundene Platten besser zu befestigen und müssen nicht mehr verputzt werden.
     
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  7. #7 birdm4n, 21.02.2020
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    Danke für die Erläuterung.
    Muss denn Heraklith zwingend verputzt werden oder ist das nur eine optische Frage? Mir wäre das visuell an der Stelle ziemlich egal. Aber dann schaue ich mir die Alternative an.
     
  8. #8 simon84, 21.02.2020
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    Muss nicht kann man sogar direkt streichen . Sieht man öfter in Tiefgaragen
     
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  9. #9 Andreas Teich, 21.02.2020
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    Kann man auch lassen- es ist aber sehr diffusionsoffen, sodass höhere Luftfeuchtigkeit in den Dämmstoff eindringen könnte.
    Fermacell ist auch in Außenbereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit zugelassen, sofern es nicht direkt beregnet wird.

    Cetris-Platten oder Betonyp sind wasserbeständig und viel günstiger als Heraklih oder H2O-Platten
     
  10. #10 jodler2014, 21.02.2020
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    Mal abgesehen von der Materialschlacht ..
    Wie wird ein Luftwechsel im Feuchtkeller realisiert ?
    Irgendwann gammelt auch die Bremse weg und die Sperre bremst zu spät .
     
  11. #11 birdm4n, 21.02.2020
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    Grundsätzlich hat der Keller zwei Fenster.
    Welche Maßnahmen würdest du denn vorschlagen?
     
  12. #12 jodler2014, 22.02.2020
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    Den Keller belüften …
    Abhängig von der Raumluftfeuchte im Keller ..
     
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