Dämmung-je dicker desto schlechter???

Diskutiere Dämmung-je dicker desto schlechter??? im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Habe die Tage mit der Ingenieurin, die meinen EnEV-Nachweis gerechnet hat, ein Gespräch gehabt, in dem sie erwähnte, dass ab einer gewissen Dicke...

  1. #1 ecobauer, 2. Juli 2010
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    Habe die Tage mit der Ingenieurin, die meinen EnEV-Nachweis gerechnet hat, ein Gespräch gehabt, in dem sie erwähnte, dass ab einer gewissen Dicke der Dämmung sich der Dämmeffekt umkehren würde.
    Wie ist das physikalisch erklärbar - oder stimmts vielleicht gar ned??
     
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  3. #2 Anfauglir, 2. Juli 2010
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    Sie meinte (hoffentlich), dass ab einer gewissen Dämmstärke die Energieeinsparung am Gebäude geringer wird, als die zur Herstellung des zusätzlichen Dämmstoffes benötigte Energie oder so etwas in der Art.
     
  4. #3 ThomasMD, 2. Juli 2010
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    Solche Typen gibt es.
    Wir hatten im Studium auch einen Dozenten, der uns einreden wollte, dass bei einer Rohrwärmedämmung ab einer bestimmten Dämmstoffdicke der Anstieg des Wärmedurchgangswiderstandes durch die immer größer werdende Oberfläche "aufgefressen" wird.
    Wir hätten ewig mit ihm diskutieren können. Er war nicht davon abzubringen.
    Vielleicht hatte die Dame, die für Ecobauer gerechnet hat, bei demselben Dozenten Seminare?
     
  5. #4 ecobauer, 2. Juli 2010
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    Vielleicht sollte ich sie mal fragen???
     
  6. Julius

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    Was es hingegen tatsächlich gibt, ist ein Grenzwert der wirtschaftlichen Sinnfälligkeit.
    Bei dessen Überschreitung die Zusatzkosten (innert bestimmter Zeit und bei bestimmten Zins- und Energiekosten) sich nicht mehr amortisieren können.
     
  7. sepp

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    umkehren wird er sich sicherlich nicht.
    aber klar dürfte sein, daß der wärmedurchgangswiderstand sich nicht linear zur dicke verhält. der widerstand bescheibt eine hyperbel die beim anstieg der stärke immer flacher wird.
    p.s. die meisten rechner vernachlässigen diesen effekt.
    d.h. die dämmdickenorgie ist nur aufm papier gut.
     
  8. R.J.

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    Etwas ältere Grafik zur Demonstration des nicht linearen Verhältnis von U-Wert zu Dämmstoffdicke.
    [​IMG]
     
  9. #8 ecobauer, 3. Juli 2010
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    Na, das sind doch schon mal ein paar brauchbare Antworten!
    Herzlichen Dank, und bei dem Wetter gleich zweimal!! :bierchen:

    Da mich lediglich die physikalische Frage interessiert hat, lassen wir mal den wirtschaftlichen Aspekt draußen!
     
  10. sepp

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    wenn man sich die hyperbel anschaut, ist dieses argument nicht gänzlich zu verwerfen. ich habe leider keine realen werte über das verhältnis dicke/lambda/u-wert.
     
  11. ecobauer

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    Scheint also doch irgendwie was dran zu sein, was jedoch bei den wirtschaftlich durchzuführenden Dämmmaßnahmen vernachlässigt werden kann.
    Danke euch!:trink_1:
     
  12. #11 Anfauglir, 5. Juli 2010
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    Ich kenne die Berechnungsmodelle nicht, aber Wärmeleitung ist weder linear, noch stationär und alles in allem doch wesentlich komplizierter, als man sich das so vorstellt. Je nach angesetztem Modell kann da auch mal was seltsames herauskommen, was nicht mit der Realität übereinstimmen muss.

    Ich darf mich nächstes Jahr noch ein Semester damit rumquälen, danach bin ich hoffentlich schlauer.
     
  13. Bauwahn

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    Nein, das ist nicht klar.

    Klar ist dass der U-Wert (und damit der Energiebedarf) nicht linear zur Dicke ist, sondern reziprok.

    Der Widerstand (R = 1/U) ist selbstverständlich linear.
     
  14. sepp

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    erklär mir mal -
    wenn U nicht linear
    wie kann dann 1/U linear sein?
    vielleicht steh ich aufm rechnerschlauch..
     
  15. #14 Anfauglir, 5. Juli 2010
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  16. ecobauer

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    :bef1018:

    Ist doch gut, dass es Fachleute gibt......:bef1002:
     
  17. Bauwahn

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    1,2,3,4,5... das ist linear, der Abstand ist immer gleich (hier: 1), okay?
    Genauso wäre: 1/2, 1, 3/2, 2, 5/2,... oder 2, 4, 6, 8, 10, ...

    1/1, 1/2, 1/3, 1/4, 1/5 ... die Abstände werden immer kleiner, über gleichem Abstand aufgetragen, sieht das aus wie die Kurve oben (Hyperbel). Während 1, 2, 3, 4, 5.. wie eine Gerade aussähe.

    Und die 1/x -Operation ist umkehrbar: R = 1 / U bedeutet auch U = 1 / R.
    bzw. 1 / (1/3) ist 3.

    So wird aus was krummen auch wieder was gerades.

    In der Praxis funktioniert das leider nicht immer so einfach: Ein krummer Putz auf einer krummen Wand gibt nicht automatisch eine Gerade...

    Thomas
     
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  19. capslock

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    Die entsprechende Differentialgleichung ist durchaus linear, da steht nämlich nur drin, daß der Wärmestrom proportional zum Temperaturgradienten ist. Damit sind sämtliche Lösungen (transient und stationär - na gut, von mir aus auch quasi-stationär) linear. Linear heißt, wenn ich den Gradienten mit k multipliziere, ist der Wärmeverlust auch kx größer.
     
  20. #18 Anfauglir, 6. Juli 2010
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    Aber wenn sich der Gradient ändert, ändern sich ja auch manche Stoffparameter, wie z.B. die Wärmekapazität. Und schon diese Zusammenhänge sind nicht linear, obwohl gern (bei für das Bauwesen interessanten Temperaturen) in guter Näherung linearisiert.

    In der von mir verlinkten Wärmeleitungsgleichung wird das ja auch explizit berücksichtigt.


    Jetzt will ich aber eigentlich zum einen nicht über Sachen diskutieren, von denen ich noch nichts verstehe, zum anderen grenzen solche Betrachtungen schon etwas an physikalische Krümelkackerei, sind für das Bauwesen also völlig übertrieben.
     
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