Dämmung über Stahlbetondecke so richtig?

Diskutiere Dämmung über Stahlbetondecke so richtig? im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, wir bauen aktuell mit einem GU einen Bungalow in Massivbauweise. Die Decke zwischen Erdgeschoß und Dachboden ist als Betondecke mit einer...

  1. #1 superdolle, 15.01.2020
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    Hallo,

    wir bauen aktuell mit einem GU einen Bungalow in Massivbauweise. Die Decke zwischen Erdgeschoß und Dachboden ist als Betondecke mit einer Stärke von 20cm ausgeführt und wurde Anfang Oktober gegossen (Filigrandecke + Beton). Seit Mitte November ist das Dach auch fertig gedeckt und dicht.
    Auf der Betondecke laufen einige Lüftungsrohre (KWL) und ein paar Leerrohre für die Elektroinstallation lang.

    Die Dämmung erfolgt direkt auf der Betondecke mittels 22cm EPS WLG035 und das Dach verbleibt als Kaltdach.
    Jetzt kommt meine Frage:
    Bisher war in den Bauunterlagen immer eine Dampfbremse (PE-Folie) zwischen der Betondecke und EPS Dämmung vorgesehen. Diese möchte das Bauunternehmen jetzt aber doch nicht mehr einbauen, da laut deren Aussage die Restfeuchte des Betons unter dieser Folie gestaut würde und an der Holzkonstruktion vom Dach Schäden anrichten könnte/würde, da die Folie hieran befestigt werden müsste.
    Angeblich könnte diese Restfeuchte durch die unweigerlich verbleibenden Ritzen zwischen den EPS-Platten (vermutlich mehrlagig verlegt) durch und abtrocknen.

    Sind diese Aussagen bis hierin korrekt?

    Mein eigentliches Problem besteht darin, dass ich den Dachboden gerne auch großflächig nutzen würde und dafür einen Bodenbelag aus OSB/Spanplatte P3/ESB legen möchte. Nach meinem aktuellen Verständnis müsste ich aber aufgrund der fehlenden Dampfbremse darauf mehrere Jahre verzichten, bis die komplette Restfeuchte aus der Betondecke entwichen ist?

    Wie ist eure Meinung dazu?

    Vielen Dank!
    Dirk
     
  2. #2 Andreas Teich, 20.01.2020
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    Oberste Geschossdecke im Neubau dämmen- mit Austrpocknungsmöglichkeit

    Tatsache ist auf jeden Fall, dass es bis zum erreichen der Ausgleichsfeuchtigkeit der Betondecke mehrere Jahre dauern kann-
    je dichter abgedeckt wird umso länger.

    EPS würde ich schon wegen mangelndem Hitzeschutz, Feuchteanreicherung bei dichten Belägen,
    Ausgasungen besonders bei Wärme, Brandschutz und wegen Unterströmung bei kaum absolut ebenen Betondecken nie verwenden.
    Schon gar nicht wenn Umweltschutzgründe und ungeklärte Entsorgung berücksichtigt werden sollten.

    Eine umweltfreundliche und bauphysikalisch einwandfreie Möglichkeit ohne Dampfbremse wären zB
    auf die Decke gelegte, flexiblere Holzfaserplatten in Stärke der zu überdeckenden Rohre,
    diese mit Perlite, Zellulose etc zu überdecken und eine Lage begebbare Holzfaser-Dämmplatten darüber legen.

    Alternativ
    Zellulosedämmung lose aufblasen, in ca 80 cm Abstand Holzklötze, Pappröhre o.ä. senkrecht in Dicke der Dämmung hinstellen,
    darauf KVH ca 60/60 mm und damit 18 mm OSB-Platten oder vorzugsweise diffusiionsfähigere Massivholzdielen-
    bis zur endgüligen Betonaustrocknung am besten lose mit Zwischenraum auslegen.

    Andreas Teich
     
  3. #3 superdolle, 24.01.2020
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    Hallo,

    danke schon mal für deine Antwort. Jedoch beantwortet diese meine Fragen nicht wirklich.
    Ich möchte jetzt keine Diskussion über die Wahl des Dämmmaterials entfachen (lassen). Dass es EPS Platten werden steht schon fest. Diese werden in zwei Lagen (100mm und 120mm) gelegt.

    Mich würde vor allem interessieren, ob durch die EPS Dämmung überhaupt noch großartig Feuchtigkeit von der Betondecke durch kann (oder diese hauptsächlich nur nach unten abtrocknet) und wie es bezüglich des geplanten Bodenbelages (nach U-Wert Rechner vermutlich Spanplatte P3) aussehen würde?

    Vielen Dank
    Dirk
     
  4. #4 Fabian Weber, 24.01.2020
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    Ja das trocknet dann noch gut weg, der Bauunternehmer hat nicht so unrecht.

    Schade dass die Dämmung gesetzt ist, Herr Teich hat einige Punkte angesprochen und es gibt gerade für Deinen Fall eine super günstige und absolut ökologische Alternative aus Karlsruhe, die mit Feuchtigkeit auch überhaupt keine Probleme hat.
     
  5. SvenvH

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    Hallo
    EPS Dämmung ist nicht diffusionsdicht. Dass die Feuchtigkeit durch die Spalten entweichen kann ist Blödsinn. Nach der Auslegung sollten keine Spalten vorhanden sein. Dennoch lässt die Dämmung selbst Wasserdampf durch. Ob das reicht um Schimmelproblemen vorzubeugen weiß ich nicht. Kommt dann auf den Restfeuchtegehalt an.
     
  6. #6 superdolle, 07.02.2020
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    Hallo, mal so aus Neugierde und vielleicht für andere Leute die ein ähnliches Problem haben:
    Was wäre das für eine Alternative aus Karlsruhe?

    Vielen Dank
    Dirk
     
  7. Skogen

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    Ich nehme mal an er meint den Meeresgott Neptun .

    google mal nach dem und Dämmung...
     
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  8. #8 Andreas Teich, 09.02.2020
    Andreas Teich

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    Ohne Dampfbremse wird es bei einer Betondecke, die noch nicht ihre Ausgleichsfeuchtigkeit erreicht hat
    zu Kondensat unter der OSB-Platte kommen

    Andreas Teich
     
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