Dampfbremse/Dampfsperre unter Estrich

Diskutiere Dampfbremse/Dampfsperre unter Estrich im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, wir sind gerade mitten in der Bauphase unseres EFH. Rohbau steht, Dach ist drauf, Fenster sind drin und die ersten...

  1. #1 Schaffi, 08.12.2020
    Schaffi

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    Hallo Zusammen,

    wir sind gerade mitten in der Bauphase unseres EFH. Rohbau steht, Dach ist drauf, Fenster sind drin und die ersten Roh-Installationen sind gemacht.

    Ich habe eine Frage zur Dampfbremse, die direkt auf die Betonbodenplatte gelegt werden soll.
    Ist diese bei unserem Untergrund/Aufbau überhaupt notwendig?

    Zum Aufbau und Untergrund der Bodenplatte.

    Erdreich: Lehm- Felsboden
    Grundstück: erhöht (fast höchster Punkt in der Stadt) kein drückendes Wasser von oben auch kein Grundwasser

    Bodenplatte Aufbau:
    -ca. 20-40 cm Mineralbeton gerüttelt (kleine Schräglage des Grundstücks wurde damit ausgeglichen)
    -Fließ um Glasschaumschotter einzuschließen
    -ca. 30 cm Glasschaumschotter
    -Kunststofffolie um zu verhindern, dass Beton in den Glasschaumschotter läuft
    -ca. 25 cm WU-Beton Bodenplatte

    Verwendet wurde ein 42,5 er Ziegelstein. Die Abdichtungsbahnen unter den Ziegelsteinen wurden bereits durch den Maurer bündig abgeschnitten bzw. bündig gelegt.

    Es wurden bereits einige Leitungen vom Heizungsbauer bereits auf den Beton (Bodenplatte verlegt)

    Jetzt nochmal zurück zu meiner eigentlichen Frage: Muss vor dem Estrich (in unserem Fall) noch eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre auf den Beton aufgebracht werden? Bevor der Estrich verlegt wird..

    Vielen Dank im Voraus.

    MfG

    Schaffi
     
  2. BaUT

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    Sooooo....
    Jetzt werd ich mich mal gaaaaaanz weit zum Fenster rauslehnen und sage: "Kommt drauf an."

    Wenn Sie im EG nur Zementestrich einbauen und keine feuchteempfindlichen Bodenbeläge (Parkett oder diffusionsdichte Estrichbeschichtungen) einbringen wollen, dann können sie auf die Dampfbremse verzichten, wenn die Estrichdämmung oberseitig sowieso eine dampfbremsende Folienabdeckung bekommt.

    Die Dampfbremse ist nämlich "nur" nötig zum Schutz von Estrich und Bodenbelägen vor Restbaufeuchte aus der Bodenplatte. Nach 1-2 Jahren braucht die kein Mensch mehr, wenn die Bodenplatte über die Estrichränder ausgetrocknet ist.

    Ich freu mich schon auf den kontroversen Aufschrei der Kollegen :bierchen:
     
  3. #3 Schaffi, 08.12.2020
    Zuletzt bearbeitet: 08.12.2020
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    Hallo BaUT,

    schon mal vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Puh ja dann wird es wahrscheinlich schwierig... wir möchten einen Zement-Fließestrich verwenden und so ziemlich alles mit Parkett belegen... :wow

    Sie meinen mit der "dampfbremsenden Folienabdeckung" die Kunsstoffolie über dem Styropor unter dem eigentlichen Estrich oder?

    Die Bodenplatte ist ca. ein dreiviertel Jahr "alt" wenn der Estrich kommt. Denken Sie dieser Zeitraum hilft auch schon etwas?


    Falls die Dampfsperre/Dampfbremse eingezogen werden muss... haben Sie dann eine Idee wie ich mit den bereits verlegten Rohren umgehen kann? Alles wieder von der Bodenplatte entfernen? Folie drunter schieben und wieder festkleben? :yikes


    Gruß
     
  4. BaUT

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    Ja.
    Mehr als NICHTS, aber komplett trocken ist die da noch nicht.
    Ich kann's nicht ändern!
    Morgens immer erst den Schlüpper dann die Buchse !!!
     
    simon84 gefällt das.
  5. #5 Andreas Teich, 09.12.2020
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    Statt Estrich und Parkett könntest du 40/60 mm Holzlatten verlegen auf Gummigranulatstreifen als Höhenausgleich und um Berührung mit dem Beton zu vermeiden und darauf zB geölte Eichendielen.
    Alternativ die Dielen auch rückseitig behandeln, um die Feuchtigkeitsaufnahme zu reduzieren.

    Ggf CM-Messung von Betonteilen der Bodenplatte aus unterschiedlichen Tiefen.

    Nach Erreichen der Ausgleichsfeuchtigkeit der Bodenplatte ist keine Abdichtung mehr notwendig.
     
  6. BaUT

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    War da nicht Trittschall-/Wärmedämmung unter dem Estrich geplant - lieber Herr Energieverbrater?
     
  7. #7 Schaffi, 09.12.2020
    Schaffi

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    Ja, Wärmedämmung sollte ich laut unserem Energieberater auch einbringen. :)

    @Andreas Teich: Danke für die Anregung. Muss dann zwischen die Latten noch eine Schüttung oder anderes Isolationsmaterial?

    @BaUT: Ok ich verstehe das mit der Restfeuchtigkeit in der Betonplatte. Aber jetzt kommt die eigentliche Frage die mich sehr stutzig macht....

    Wenn die Restfeuchte im Beton entscheidend ist.. Wieso legt dann kein Mensch eine Dampfsperre auf die betonierte Decke im Obergeschoss? Auch die Filigrandecke ist doch zum Einbauzeitpunkt doch bestimmt noch nicht wasserfrei?

    Oder weiß ich nur nicht das man eine Dampfsperre auch ins Obergeschoss legt? :wow (auf den Beton)





    MfG
     
  8. BaUT

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    Begründung:
    1. Weil Geschossdecken nicht nur nach oben sondern ungehindert auch nach unten austrocknen können.
    2. Weil bei den Geschossdecken stets ein Estrich auf Dämmung verlegt wird und zwischen Dämmung und Estrich eine Folie verlegt wird, die u.a. auch als Dampfbremse wirkt.

    Nur ein Herr Unger (Autor des FußbodenAtlas), der sich für den Papst aller Bodenleger hält, ist der Meinung dass die einfache Folie zwischen Dämmung und Estrich keine hinreichende Dampfbremswirkung aufweist und fordert dort mindestens eine 2lagige Verlegung oder eine Dampfsperre auf der Rohdecke zum Schutz von Parkett, Linoleum, Vinyl oder Estrich-Beschichtungen gegen Dampfdruck von unten. Naja - ob das nun allgemein anerkannte Regel der Technik ist?
     
  9. #9 Andreas Teich, 10.12.2020
    Zuletzt bearbeitet: 11.12.2020
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    Zwischen die 40/60 Latten für die Dielung sollte natürlich die Wärmedämmung eingebracht werden.
    40 mm Holzfaserdämmplatten verbessern die Schalldämmung und die Hohlraumdämpfung, da der Dielenbelag direkt aufliegt.
    Gummigranulat unter der Lattung reduziert die Schallübertragung.

    Bei obersten Betondecken sind aufgelegte Dampfbremsen durchaus üblich, nur bei diffusionsoffenem Aufbau mit kapillaren Dämmstoffen verzichtbar, wobei die Betondecke vorher zumindest einige Monate frei auslüften sollte.
     
  10. #10 Hercule, 10.12.2020
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    Beim genannten Bodenplattenaufbau haben wir ja eine Perimeterdämmung.
    Wo liegt eigentlich der Taupunkt wenn man beim Fußbodenaufbau eine zusätzliche Innendämmung anbringt und könnten da ggf Probleme entstehen ?
    Oder ist das nur bei Aussenwänden bzw Dach zu berücksichtigen ?
     
  11. #11 Schaffi, 10.12.2020
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    Soweit leuchtet mir das ganze ein... Aber müsste dann nicht unten die gestrichene/gespritzte Oberfläche (Filigrandeckenunterseite) nicht auch Blasen werfen oder die Farbe abgehen? :bef1013:



    Was denkst du/ihr über folgende Vorgehensweise/Aufbau?:

    -Betonplatte
    -3er bis 4er Perimeter/Styrodur/Hartschaumplatten (grad so das es über die Rohre geht)
    -Folie/Dampfsperre z.B. Delta Reflex
    -wieder 6er Perimeter/Styrodur
    -Folie (Sperrschicht)
    -Rolljet
    -Estrich mit Fußbodenheizung
    -Parkett (verklebt)


    MfG
     
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