Dampfbremse/-sperre auf Kalziumsilikat-Innendämmung?

Diskutiere Dampfbremse/-sperre auf Kalziumsilikat-Innendämmung? im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, zuerst mal ein freundliches Hallo :winken in die kompetente Runde. Vielen Dank für die unzähligen Antworten die ich mir hier...

  1. frankarens

    frankarens

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    Hallo zusammen,

    zuerst mal ein freundliches Hallo :winken in die kompetente Runde. Vielen Dank für die unzähligen Antworten die ich mir hier schon zusammenlesen konnte.

    Prinzipiell bin ich in Physik echt fit und da mein Job mich in intensiven Kontakt mit Meteorologie bringt, kann ich auch Begriffe wie "Taupunkt" und "Wassedampfdruck" in einen soliden Wissenskontext bringen. Es gibt aber da einen Widerspruch, den ich beim besten Willen nicht aufgelöst bekomme:

    Eigentlich herrscht Einigkeit unter den Experten hier im Forum über die Machbarkeit einer kappillaraktiven Innedämmung (Jaja, ich weiß, nur wenn Aussendämmung nicht geht!). Abgesehen von den möglichen Fehlerquellen bei der Ausführung höre ich aber keine GRUNDSÄTZLICHE Kritik. Auch das Fraunhoferinstitut hat in seiner Veröffentlichung nix GRUNDSÄTZLICHES dagegen. Ich bekomme aber mit dem U-Wert Rechner keine Ergebnisse, die mich zum selben Schluss brächten!

    Der Rechner hat ja die zusammehänge der Bauphysik in seinen Algorithmen hinterlegt. Wenn ich meine eigene Aussenwand nun dort abbilde, kommt das heraus:

    Beispiel 1

    Im Prinzip eine ganz passable Wand für BJ 1972, aber noch kein Grund laut Halleluja zu schreien.

    Soweit so gut; Wenn ich jetzt an der Innenseite eine 100mm dicke Mineraldämmplatte anbringe und mir das Ergebnis des Rechners anschaue, bin ich nicht überrascht. Durch die Innendämmung hol ich mir den Taupunkt "ins Haus" und die Wand ertrinkt in Feuchtigkeit:

    Beispiel 2 (mit Multipor)

    Dieses Ergebnis scheint daran zu liegen, dass der Rechner die Kappilarität der Minneraldämmung nicht berücksichtigt (???), und somit die ganze Feuchtigkeit in der Wand "vermutet". Das sei ihm verziehen.

    Meine Fragen wären nun:

    -Kann die Kappillarität der Mineraldämmplatte wirklich die ausfallende Feuchtigkeit ableiten und an die Raumluft abgeben. Gibt es verlässliche Rechenmodelle die das nachbilden? Dogmatische Antworten hab ich schon viele gehört, nur bauphysikalische Argumentation (vor Allem quantitativ) fehlt mir.

    -Wenn ich im U-Wert Rechner eine Dampfsperre und Rigips davor lege, hab ich scheinbar Ruhe (Beispiel3 mit Multipor & Dampfsperre). Dass diese Lösung aber noch niemand empfohlen macht mich schon stutzig :irre . Welche Nachteile kaufe ich mir damit ein! Die "Atmende Wand" :yikes ist ja wohl vom Tisch! :D

    Vielen Dank an Alle, die hier Ihre Expertise zur Verfügung stellen:bef1003:

    Fröhliche Weihnachten, Frank
     
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  3. dennis bau

    dennis bau

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    da bin ich aber auch mal gespannt wer hier einen guten aufbau macht!

    frank kannst froh sein das du zwischen wand und klinker dämmung hast,das ist minimal tauwasser.

    ich stehe vor dem selben problem,und hab dadurch zwischen innenwand seite
    und dämmung erheblich tauwasser!
     
  4. mls

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    für die bisherige recherche gibts von mir den fleisspunkt in gelb :)
    dabei ist aber nicht der sorptive feuchtigkeitstransport berücksichtigt - der u-wert-rechner
    kennt den auch nicht. um "feuchtigkeit" richtiger zu rechnen, wird ausserdem der jahrezeitliche
    verlauf beobachtet. das können einige wenige programme. am bekanntesten: wufi.
     
  5. #4 Alfons Fischer, 25. Dezember 2011
    Alfons Fischer

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    Es wird in der Fachdiskussion schon länger über die Sinnhaftigkeit des alleinigen Dampfdiffusionsnachweises mittels Glaser-Verfahrens diskutiert.
    Es ist in dieser Fachwelt allgemein bekannt, dass das Glaserverfahren Schwächen hat.
    Beispiel:
    • nicht berücksichtigte Sorption und nicht berücksichtigter kapillarer Feuchtetransport.
    • unrealistische Randbedingungen. Im Glaser-Verfahren wird ja ein stationärer Zustand dargestellt, in der Realität liegen allerdings instationäre Bedingungen vor.

    korrekter (ich benutze bewusst nicht den Begriff "korrekt") kann sowas z.B. mit WUFI oder Delphin (gekoppelter Wärme- und Feuchtetransport) berechnet werden. Aber auch nur dann, wenn Sie die Stoffeigenschaften der Materialien im Bestand kennen. Ansonsten müssten Sie ingenieurmäßig Parameterstudien anstellen, um die Auswirkung sich ändernder Eigenschaften abschätzen zu können.

    Allgemein:
    Innendämmung wird umso unproblematischer, je dünner die Dämmschicht ist. Dieses unproblematisch beziehe ich auf die Dampfdiffusion mit Tauwasserbildung, aber auch (nicht vergessen!) auf die Wärmebrückenproblematik, z.B. in Fensterleibungen, Deckenanschlüssen und Innenwandeinbindungen.

    Innendämmung aus Mineralschaumplatten kann nicht ohne Weiteres auf jeden Untergrund geklebt werden, außerdem ist diese korrekt zu planen.
    Beachten Sie: wenn Sie eine Wand, in der z.B. Heiz- oder Wasserleitungen von innen zu stark dämmen, riskieren Sie Frost- und damit Wasserschäden!
     
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