Dampfsperre wie schweizer Käse

Diskutiere Dampfsperre wie schweizer Käse im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, ich schau mich schon eine Weile hier im Forum zu verschiedenen Themen um, hab jetzt aber eine konkrete Frage zu der ich gern eure...

  1. Audax

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    Hallo zusammen,

    ich schau mich schon eine Weile hier im Forum zu verschiedenen Themen um, hab jetzt aber eine konkrete Frage zu der ich gern eure Meinung wüsste.

    Ich habe mir dieses Jahr ein Haus mit Baujahr 1996 gekauft, welches aus einem massiven Souterrain/Keller und einem Holzständerhaus als Obergeschoss besteht. Da ich gerade dabei bin zu renovieren (vor allem Wände Tapeten ab, spachteln, schleifen, streichen) konnte ich einen Blick in die Einbaudosen werfen. Dabei habe ich an den Außenwänden (Wandaufbau s.u.) festgestellt, dass:
    • die Dosen die Dampfsperre durchbrechen,
    • es meist nur graue Unterputzdosen sind und nicht Hohlwanddosen,
    • die Dosen keine luftdichten Dosen sind (komme mit dem Finger an Folie und Dämmwolle) und
    • Kabel dann teilweise vor aber meistens hinter der PE-Folie verlegt worden sind
    Es handelt sich dabei um etwa 20 Dosen rundherum in allen Außenwänden außer im Bad (dort luftdichte Hohlraumdose verbaut). Es sind auch einige luftdichte Hohlraumdosen verbaut, die sind vermutlich später dazu gekommen.

    Wandaufbau von innen nach außen:
    - 18mm Gipsfeuerschutzplatte
    - PE-Folie als Dampfdiffusionssperre
    - Wärmedämmung 200mm
    - Holzwerkstoffplatte 13mm
    - Holzwoll-Leichtbauplatte 25mm
    - Unterputz vollflächig armiert
    - Silikat Edelputz

    Ich kann bei betrachten und tasten keine Feuchtigkeit oder Flecken an Dämmung/Folie ausmachen und das Haus steht damit auch schon >25 Jahre. Ich bin jetzt am überlegen, ob ich die grauen Dosen herausnehme und gegen luftdichte Hohlraumdosen austausche. Die Folie kann ich dabei natürlich nicht sauber abdichten, vielleicht irgendwie an die Platte "kleistern". Oder ich mach es einfach wieder zu in der Hoffnung auf weitere 25 problemlose Jahre.

    Was würdet ihr tun? Gibt es alternative "Sanierungsmöglichkeiten"? Wer wäre der richtige Ansprechpartner/Gewerk, um das anzuschauen?

    Vielen Dank und viele Grüße
    René
     
  2. #2 Dietrich von Bern, 24.08.2022
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    Die Unterputzdosen würde ich durch luftdichte Hohlraumdosen ersetzen, hauptsächlich um die Belastung des Wohnraumes durch Fasern (Staub) aus der Dämmung zu minimieren.
    Da der Wandaufbau nach außen ausreichend diffusionsoffen scheint, würde ich wegen Fehlern in der Folie zunächst nichts unternehmen. Da Kondensat im Winter, wenn überhaupt, nur nach der Wärmedämmung auftreten wird, wäre es allenfalls beruhigend, wenn man das von außen irgendwie prüfen könnte.
     
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  3. #3 Fred Astair, 24.08.2022
    Fred Astair

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    Vielleicht noch durch eine kleine Abluftanlage (Badlüfter), dafür sorgen, dass immer leichter Unterdruck im Haus herrscht und somit verhindert wird, dass feuchtwarme Raumluft in die Dämmebene gelangt. Damit wäre auch gleich das Thema nutzerunabhängige Grundlüftung abgehakt.
     
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  4. Audax

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    Vielen Dank für die Vorschläge! Die Dosen werde ich tauschen, an der Folie kann ich aktuell wohl eher nichts flicken. So hat man dann wohl in den 90ern gebaut. Vom Haushersteller kam der Vorschlag nach 25 Jahren gleich mal die gesamte Elektroanlage zu erneuern. Das halte ich für eine abseitige Vorstellung. Vielleicht lass ich mal einen Elektriker drauf schauen, ob es Komponenten gibt, deren Wechsel lohnt.
     
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  5. #5 Fred Astair, 26.08.2022
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    Was ist denn das für ein Qualitätsunternehmen? Am Besten das gesamte Haus erneuern.

    Aber dass Elektriker vor 25 Jahren mit der komischen Folie z.B. hinter den Abseitenwänden nichts anzufangen wussten und die nach Belieben perforiert haben, kann ich aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Ob das heute besser ist?
    Hängt wohl von der Bissigkeit des Bauleiters ab.
     
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