Dampfsperre zu unbeheizten Dachboden notwendig?

Diskutiere Dampfsperre zu unbeheizten Dachboden notwendig? im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Hallo, ich renoviere gerade unser altes Bauernhaus. Dabei ist mir wichtig die alte Bausubstanz möglichst weitgehend zu erhalten und auch ein...

  1. #1 Hannes91, 13.08.2020
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    Hallo, ich renoviere gerade unser altes Bauernhaus. Dabei ist mir wichtig die alte Bausubstanz möglichst weitgehend zu erhalten und auch ein gesundes Wohnklima zu erreichen. Daher versuche ich wo möglich auf einen diffusionsoffenen Aufbau zu setzen.

    Oberhalb meiner zukünftigen Küche befindet sich ein unbeheizter Dachboden. Jetzt würde ich gerne wissen ob hier die Anbringung einer Dampfbremse notwendig ist.
    Ich habe den Aufbau kurz skizziert.
    Im Dachboden ist auf den Holzbalken ein Zementestrich (ohne Folie) angebracht. Diesen würde ich gerne drauf lassen (Brandschutz). Darunter sind eine Holzschalung und eben die Holzbalken selbst. Die Fächer zwischen den Balken möchte ich mit Holzfaserdämmung ausfüllen, darunter kommt eine Lattung und darauf Fermacell- oder Lehmbauplatten.

    Theoretisch müsste ja jetzt oberhalb der Fermacell-Platten eine Dampfsperre rauf. Dann sperre ich aber die Konstruktion ab und die darüber liegende Holzwolle hat keinen Einfluss mehr auf das Raumklima.
    Meine Frage ist jetzt ob ich darauf verzichten kann, da ich nach oben hin ja diffusionsoffen bin?
    Wobei mir eher der Taupunkt größere Sorgen bereitet, da es im Dachboden im Winter schon mal Temperaturen um den Gefrierpunkt erreichen kann. Daher wäre meine Sorge, dass sich die Holzwolle mit Tauwasser vollsaugt.

    Ich habe dazu auch schon mit einigen Fachkräften (Zimmerer, Trockenausbauer, etc.) gesprochen aber ziemlich widersprüchliche Antworten bekommen. Manche schwören auf Diffusionsoffenheit, andere wollen wieder alles absperren.

    Vielleicht kann mir hier von euch jemand helfen.

    Danke und LG
     

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  2. #2 BaUT, 13.08.2020
    Zuletzt bearbeitet: 13.08.2020
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    Die Frage kannst du dir selbst beantworten indem du deinen Aufbau mal bei UBAKUS.de eingibst, statt Handwerksleute zu befragen. Dann wirst du feststellen, dass sich auf der Unterseite des Estrichs rechnerisch Feuchtigkeit sammelt, weil die raumseitige Fermacell-Platte diffusionsoffener ist als der oberseitige Fußbodenaufbau und es deshalb in der Decke zu einem Feuchtestau kommt.

    Das Gefasel von "atmenden Wänden" und "Einfluss auf das Raumklima" nervt echt.
    Wohnfeuchte wird zu nicht mal 10% durch Diffusion nach außen abtransportiert.
    Raumluftfeuchte wird bestenfalls in raumseitigen Bauteiloberflächen bis zum nächsten Lüftungsvorgang sorptiv gepuffert und dann nach dem Lüftungsvorgang wieder an die Raumluft abgegeben. Lüftung erfolgt durch offene Fenster, Infiltration und/oder Lüftungstechnische Maßnahmen. Denk also lieber mal über ein sinnvolles Lüftungskonzept für Küche, Bad und Schlafzimmer nach und nicht über solchen Öko-Schmarrn (Folien-Vorurteile).
     
  3. #3 trockener Bauer, 13.08.2020
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    Der gesamte Bereich über der betroffenen Decke ist nicht gedämmt, also Kaltdach?

    Soll denn der Estrich oben drauf unbedingt bleiben?
    Denn es bringt nichts, wenn du jetzt alles teure "diffusionsoffene" Materialien auswählst, wenn oben drüber der Estrich liegt.
     
  4. #4 Hannes91, 13.08.2020
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    @ BaUT: Danke für den Tipp mit UBAKUS.de. Ich habe hier mal alles eingegeben. Laut den Angaben werde ich über eine Dampfsperre nicht hinweg kommen, außer ich isoliere oben den Estrich.

    @ trockener Bauer: Ja genau, der Bereich oberhalb der Decke ist nicht gedämmt, es sind hier zwar zum Teil Räume abgetrennt. Aber diese sind nicht beheizt und auch nicht nach außen gedämmt. Darüber ist ein Kaltdach.
    Der Estrich wurde wegen dem Brandschutz vorgeschrieben. Den würde ich gerne drauf lassen.

    lg
     
  5. BaUT

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    OK - dann Folie mit rein unter die Decke.
    Wenn bei dem alten Haus jetzt auch die Fenster erneuert werden - Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 nicht vergessen...
     
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