Darf man eine Seilwinde an einem Baugerüst befestigen?

Diskutiere Darf man eine Seilwinde an einem Baugerüst befestigen? im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Ich muss ca. 250 KS Plansteine DF 6 ins Dachgeschoss (Front/Rückseite) bekommen. Dafür wollte ich mir einen elektrischen Seilzug zulegen und...

  1. #1 robbyrob, 12.04.2020
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    Ich muss ca. 250 KS Plansteine DF 6 ins Dachgeschoss (Front/Rückseite) bekommen. Dafür wollte ich mir einen elektrischen Seilzug zulegen und diesen an das von einer Fachfirma gestellte Baugerüst befestigen und so ca. je 10 Steine pro Schritt für Schritt an die richtigen Stellen bringen. Idealerweise an das Baugerüst montieren. Ein Big Bag dran und hoch damit. Frage: hält das Gerüst dies überhaupt überhaupt aus ca. 200 Kilo)? Gibt es was praktischeres als ein Big Bag zum verladen der Steine? Gibt es eine günstige Alternative außer die Miete z.B. von einer Dachdeckerschrägaufzug?
     
  2. #2 Andreas Teich, 12.04.2020
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    Besser du fragst den Gerüstaufsteller wegen Erlaubnis und Lastklasse


    Baunetz_Wissen_Gerüste und Schalungen
    Lastklassen

    Waren Arbeitsgerüste früher in sechs Gerüstgruppen eingeteilt, so unterscheidet die DIN EN 12811-1 Temporäre Konstruktionen für Bauwerke – Teil 1: Arbeitsgerüste - Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung Breiten-, Höhen- und Lastklassen. Für die Erstellung und Nutzung von Gerüsten sind vor allem die sechs Lastklassen von Bedeutung. Sie beziehen sich auf die theoretisch angenommene Belastung, die auf ein Gerüst aufgebracht werden darf.

    Als Lastklasse wird die Summe der gleichmäßig verteilten Verkehrslasten auf einem Gerüstfeld bezeichnet. Ein Gerüstfeld sind alle übereinander angeordneten Lagen zwischen zwei benachbarten Gerüstständern. Je Gerüstfeld darf beispielsweise in einer Lage die volle Last aufgebracht werden oder in zwei übereinander liegenden Lagen die jeweils halbe Last. Die Norm unterscheidet sechs Lastklassen. Sie müssen jeweils der Art der auszuführenden Arbeit entsprechen.


    [​IMG]

    Lastklasse 1
    Arbeitsgerüste dieser Klasse sind ausschließlich für Inspektionstätigkeiten erlaubt.

    Lastklasse 2
    Gerüste dieser Klasse sind nicht für die Lagerung von Werkstoffen und Material zu verwenden, es sei denn, es handelt sich um ein kurzfristiges Abstellen geringer Lasten. Eingesetzt werden diese Gerüste beispielsweise für Putz-, Anstreich-, Verfug- oder Wartungsarbeiten.

    Lastklasse 3
    Die Gerüste dürfen nur für Arbeiten eingesetzt werden, bei denen die Belastung aus Personen und Materialien die gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 2,0 kN/m² bzw. 200 kg/m² in maximal einer Gerüstlage nicht überschreitet. Hebezüge zum Materialtransport sind nicht zugelassen. Gerüste dieser Lastklasse werden beispielsweise bei Maler-, Dachdeckungs-, Fassadenbekleidungs- oder Beschichtungsarbeiten eingesetzt. Hierzulande entsprechen die meisten Gerüste der Lastklasse 3.

    Lastklassen 4 bis 6
    Arbeitsgerüste dieser Klassen erlauben eine Material- und Werkstofflagerung auch bei sehr schweren Lasten, weshalb hier auch Hebezüge erlaubt sind. Sie eignen sich zum Beispiel für Maurer-, Putz oder Montagearbeiten mit höherem Materialanteil.
     
  3. #3 robbyrob, 12.04.2020
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    Danke für die ausführliche Erklärung. Das Gerüst hat die Klasse 3.
     
  4. #4 Andreas Teich, 12.04.2020
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    Dann siehst du ja was möglich ist.
    Der Gerüstaufsteller sollte trotzdem um Genehmigung gebeten werden
    oder du nimmst entsprechend weniger Steine, damit keinesfalls eine Überlastung stattfindet.
    Aufzug mit Metallstange an den senkrechten Gerüstleitern befestigen und ggf zusätzliche Wandverankerung herstellen
     
  5. #5 Blackpiazza, 12.04.2020
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    Hebezüge zum Materialtransport sind nicht zugelassen. Was gibt es daran nicht zu verstehen?
     
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  6. #6 robbyrob, 12.04.2020
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    Lastklassen 4 bis 6
    Arbeitsgerüste dieser Klassen erlauben eine Material- und Werkstofflagerung auch bei sehr schweren Lasten, weshalb hier auch Hebezüge erlaubt sind. Sie eignen sich zum Beispiel für Maurer-, Putz oder Montagearbeiten mit höherem Materialanteil. Wer hat den nun Recht?
     
  7. #7 simon84, 12.04.2020
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  8. #8 Andreas Teich, 12.04.2020
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    Deine Entscheidung.
    Probier es aus und lieber weniger dranhängen und dafür öfters hochziehen.
     
  9. #9 Blackpiazza, 12.04.2020
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    Lastklasse 3
    Die Gerüste dürfen nur für Arbeiten eingesetzt werden, bei denen die Belastung aus Personen und Materialien die gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 2,0 kN/m² bzw. 200 kg/m² in maximal einer Gerüstlage nicht überschreitet. Hebezüge zum Materialtransport sind nicht zugelassen. Gerüste dieser Lastklasse werden beispielsweise bei Maler-, Dachdeckungs-, Fassadenbekleidungs- oder Beschichtungsarbeiten eingesetzt. Hierzulande entsprechen die meisten Gerüste der Lastklasse 3
    .

    Was daran ist auch für einen Herr Teich nicht zu verstehen? Wenn was passiert lehnt hoffentlich jede Versicherung die Haftung ab!!!
     
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  10. #10 Andreas Teich, 14.04.2020
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    Wenn das Kl 3 Gerüst aber nicht auf jeden qm der Gerüstlage mit 200 kg/qm belastet wird
    und robbyrob@ auch nicht 150 kg wiegt kann er doch selbst entscheiden wie er vorgeht.

    Die Wandbefestigung der betreffenden Gerüstleiter muß ja die Zugkräfte aus beiden angrenzenden Gerüsthälften aufnehmen-
    wenn die nicht auch schon mit 200 kg/qm belastet wurden gibts doch Reserven.

    Auch die 200 kg/qm Angabe gibt ja nicht die Bruchlast an sondern beinhaltet reichlich Reserven,
    ohnehin die Angabe auf die Gerüsttiefe umrechnen,
    sodass jeder lfm bei zB 60 cm Gerüsttiefe mit 320 kg belastet werden könnte.

    Vorschriftsmäßige Verankerung in der Fassade wird ohnehin vorausgesetzt
    und ohnehin besser weniger an den Minikran hängen und dafür öfters hochfahren.

    Wer will und es für nötig hält kann doch beim Gerüsthersteller nachfragen.
     
  11. #11 simon84, 14.04.2020
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    Natürlich funktioniert das technisch! Denke das steht völlig ausser Frage. Zulässig ist es nicht.
    Der Rest ist selbst vom TE zu entscheiden.
     
  12. ps0125

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    Ui, also wenn das Gerüst 1m breit wäre könnte man pro lfm vielleicht mit 200kg belasten.
    Bei 60cm würde ich die 200kg lieber mal 0,6 nehmen und nicht dadurch teilen.
    Also pro lfm max 120 kg. Kleiner aber feiner Unterschied...
    Das wollte ich nur anmerken, bevor hier jemand auf die Idee kommt und so eine 3m-Diele mit 1000kg KS-Steinen vollstapelt weil das ja rechnerisch so passt und weil da ja noch reichlich Reserven drin sind...
    Also manchmal muss man echt den Kopf schütteln...
     
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  13. #13 simon84, 14.04.2020
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    Jup Man sollte das Hirn einschalten aber zb 5 Steine da hoch ziehen sollte doch ohne Probleme gehen (technisch)
     
  14. #14 Andreas Teich, 14.04.2020
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    ps0125@, danke,
    war gerade etwas abgelenkt und habs korrigiert
     
  15. #15 robbyrob, 15.04.2020
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    Also die Elemente (Bohlen) sind je 2 Meter lang. Wie wär denn hier die Rechnung?
     
  16. Domski

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    Ich werfe Mal einen Ziegelaufzug von Dachdecker in den Ring!
     
  17. SvenvH

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    Den hat der TE Anfangs schon selbst in den Ring geworfen. Ist aber wohl zu teuer:D.
    Wobei die Miete für einen Tag wohl auch nicht teurer ist als die Seilwinde, die man hinterher warscheinlich auch nie wieder benötigt
     
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  18. #18 petra345, 15.04.2020
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    Bei einem Gerüst wie das BOSTA 70 von Hünebeck darf der Gerüstrahmen mit ca. 25 t senkrecht belastet werden. Jedenfalls eine LAst, die bei normaler Benutzung fern von gut und böse ist. Das Gerüst darf ja auch 20 oder 25m hoch aufgebaut werden. Wir haben schon eine volle Palette Dachziegel auf so einem Rahmen abgesetzt. Dazu habe ich vorher bei Hünebeck nachgefragt und konnte den Fahrer beruhigen.

    Aber die Frage ist, welches Moment durch den Aufzug in das Gerüst eingeleitet wird und wie diese Kräfte abgeleitet werden. Es könnten ja die Verankerungen in der Wand oder die Stützen nachgeben.

    Außérdem ist nichts über das Gerüst ausgesagt. Also Hersteller fragen.
     
  19. BaUT

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    Hier schreiben sich jetzt 10 Leute um Kopf und Kragen, nur um einem Sparfuchs sein Spielzeug zu gönnen und ihm die 200 EUR für einen Schrägaufzug zu ersparen. Das Gerüst gehört dem TE nicht, also darf er da ohne Zustimmung des Gerüstbauers auch nix dran verändern oder etwas anschrauben. Ende der Durchsage.
     
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  20. #20 simon84, 16.04.2020
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    Während der ganzen Diskussion hätte man die Steine vermutlich auch schon zu zweit hochgetragen...
     
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